| DaemonofDeath | [B]Verwirrte Gedanken[/B] [I]2001-04-11//©Ani[/I] Der Tag beginnt wie jeder andere Ich wache auf aus einem Alptraum Habe Kopfschmerzen und Rückenschmerzen Ein trauriges eintöniges Leben Irgendwas ist da „etwas daneben“ Kreuzwege Das Schlimme an Kreuzwegen ist Man kann den FALSCHEN Weg wählen Natürlich bemerkt man nicht Daß man den falschen genommen hat Bis man aus den Fehlern lernt Manche können nicht zugeben Daß sie einen Fehler gemacht haben Welche Folgen dieses Fehlurteil auch bringen mag Ich sehe die brutale hässliche Realität Die mir entgegengrinst So ist es also Wenn man den Verstand verliert? Schon ein paarmal dachte ich Es ist soweit Warnsignale „Alles scheint so verzerrt“ Aber ich kann's nicht greifen Es ist Als ob man Rauch fassen wollte Als ob man einen Geist aus dem Augenwinkel wahrnimmt Und wenn man hinsieht Ist er weg Ein verzweifelter, qualerfüllter Schrei Das Echo scheint mich einschliessen zu wollen Ein Wehklagen - wie das eines Tieres - Greift mit eiskalten Fingern nach mir Neue Abgründe tun sich in mir auf Abgründe, von denen ich nichts ahnte Neue Qualen blühen auf im Garten meines Herzens Das doch schon übervoll ist mit Leid Hoffnung, ich habe keine In mir stirbt alles ich will, dass es schnell geht Ich will frei sein, will Erlösung Mein gebrochenes Herz hält das nicht mehr aus Tränen fliessen und ich lasse es zu Eine Stimme, wie das Lieblingslied längst vergessener Sommer Als hätte mir jemand einen Engel geschickt Vielleicht lasse ich doch nicht los Ein tröstender Gedanke, der mir oft des Nachts half Auch wenn ich nicht gerade das Gefühl habe Dem Bösen entgangen zu sein Ich fühle mich davon umringt Beobachtet von nicht irdischen Augen... |
| DaemonofDeath | [B]Verdrängte Erinnerungen[/B] [I]2001-04-12//©Ani[/I] „Ich gehe nicht weit“ Hatte ich versprochen Die Nacht schien nur ein fernes Gespenst Als ich mich mit der Sorglosigkeit der Jugend in den Wald wagte Tiefer und tiefer Wehrlos mit gefesselten Händen lag er vor mir im Abendlicht Ungehindert streifte ich durch das Schlafzimmer des Diebes Ich wusste, er war nicht zuhause, konnt mir nichts tun Was wäre alles in meinem Leben möglich Wenn ich nur einmal den Mut aufbrächte Meine Schüchternheit zu überwinden Und für mich selbst einzustehen Ein einziges Mal Ich merkte nicht Daß sich immer schneller die Nacht über mich senkte Ein Wind kam auf Plötzlich schien sich die Luft abzukühlen Meine Nackenhaare stellten sich auf Ich bekam eine Gänsehaut Mit jedem meiner Schritte schwand das Licht dahin Frischte der Wind auf Schien die Luft frostiger Überall um mich herum lauerte der Tod Aber ich war zu aufgeregt Um ihn zu bemerken Lachend stolperten die Lämmer in den Bau des Teufels Ein vergessener notdürftig verdeckter Brunnenschacht Der Wind frischt wieder auf und trägt geisterhaft die Stimme meiner Mutter herbei „Das Essen ist fertig“ Die Bäume bewegen sich... Unnatürlich Anders als der Wind sie je zu bewegen vermochte Und jemand lacht Es ist ein böses unmenschliches Lachen Das aus dem schwarzen Loch dringt Der Tod wartet in der Dunkelheit Mein eigenes Heulen und der gequälte Chor Des dunklen furchtbaren Waldes war nur noch zu hören Der Wald gab mich nicht frei... |
| DaemonofDeath | [B]Dreams[/B] [I]2001-04-13//©Ani[/I] „Keine Erinnerungen“ Mutter Meine Blutspur verwischt vom Regen Es fällt mir schwer zu sagen Wieviel Blut ich verloren habe Und ob ich weine Wie lange dauert es Bis man an einem Bauchschuss stirbt Regen auf meinem Gewicht Ohne meine Maske fühl' ich mich nackt Es fühlt sich an, als könnte der Regen Die Narben auf meinem Gesicht wegwischen Wie obszöne Schmierereien an den Mauern eines Tempels Verlaufene Wimperntusche Das Erbe kindlicher Pein fliesst herab Wie blutige Tränen vergossen im Regen von einem traurigen Clown Der regen weint mich in den Schlaf Blutend in den Schlaf, weinend in den Tod Ich schaue zum Himmel Und der Himmel starrt zurück mit leeren Augen Der Regen wird zum Wasserfall Und ein Teil von mir schreitet hindurch Ich merke, daß es Nacht ist Meine Augen sind offen Mein Kopf liegt zurück Und ich schaue in den Himmel Ich bin im Garten Aber es kommt mir vor, als treibe ich im Ozean Ich sehe Zweige über mir Alle Blätter wurden vom Sturm verweht Es sind die Zweige...Es sind Knochen Die Knochen eines Drachen Aus der Finsternis reitet ein Krieger Sein Gesicht ist verschleiert in Purpur Der Schleier wird fortgerissen vom Wind Die Rüstung schmilzt zu Seide Die Seide zerfliesst zu Blut Diese Stille war von einer Schönheit Die Worte nicht beschreiben können Nicht mehr Körper und Geist Federhalter oder Schwert Mann oder Frau ... |
| DaemonofDeath | [B]Rückblick[/B] [I]2001-04-14//©Ani[/I] Schnitt. Anhalten. Zurückspulen. Nein. Weiter zurück Zurück zu einem Land In dessen Flagge manche eine majestätische Sonne sehen Andere hingegen einen Kreis aus Blut Verbrechen und Politik untrennbar verbunden Wie zwei Seiten derselben Klinge So wie Ehre und Vergeltung Die auf ewig auf Messers Schneide stehen Ein Engel steigt herab, die Stufen vom Himmel Blut fliesst in strömendem Regen Tausend Höllen in Gestalt des Schmerzes Eine einzige Kugel mit meinem Namen Zeit zu schlafen, Zeit zu träumen Zeit zu ernten und zu büßen Vielleicht verrieten die Puppen das Versteck Flüsterten, bis ihre eigene Stimme die Funkstille brach Als es anfängt zu klingeln, dauert es noch etliche Minuten bis ich genug Kraft habe Um die Augen zu öffnen und den Wecker abzuschalten Ich stutze...Woher weiss ich wie er ausgeht Dann erinnere ich mich, als Kind hatte ich auch so einen Ob ich tot bin? Nein. Durch den Wecker auf meiner Brust spüre ich meinen Herzschlag Dann bemerke ich ein Foto. Schwarz und Weiß Ein Tor zu einer anderen Zeit, einer anderen Wirklichkeit Rasch untersuche ich das Zimmer Die Tür ist verriegelt In der Tür ist ein Fenster aber verspiegelt „Verrat?“ - „Ja, das haben einige versucht“ „Andere zerbrachen unter einer Art berufsbedingter Belastung“ „Manche wechselten so oft die Identität“ „Dass sie vergaßen, wer sie wirklich sind“ Den Kontakt zur Realität verlieren Ich sehe mein Spiegelbild in dem verspiegelten Glas Und dann wie Wände hinter mir. Nackt Der Fernseher ist noch in der Wand Aber die Fernbedienung fehlt Der Fernseher geht an. Ich höre nicht auf die Worte Ich sehe nur in das gesicht. Glänzend makellos Ich bin ganz alleine. Nur mein Spiegelbild und ich |
| DaemonofDeath | [B]Delirium[/B] [I]2001-04-16//©Ani[/I] Der Monitor füttert mich mit endlosen Wiederholungen Ununterbrochenes Geschwätz Ich blende es aus Einstudierte Taubheit Kleine Schwester wird beobachtet Von ihren eigenen roten Augen In immer kürzeren Intervallen wird das Licht ein- und ausgeschaltet Um meinen Sinn für Tag und Nacht zu verwischen Die Welt dreht sich schneller Ich öffne die Augen und der Wecker grinst mich an Sie scheint schneller zu gehen Trotzdem klammere ich mich an sie Und lasse mich treiben In einem warmen Meer elektrischer Alpträume Ein weinendes Auge wird größer Bis sich die rote Iris wie die kaiserliche Sonne vor dem weißen Hintergrund abhebt In der Pupille erkenne ich mein eigenes Spiegelbild Der Monitor dringt in meine Träume Während ich schlafe, flüstert meine Stimme aus dem Fernseher Propaganda Ich verschliesse die Ohren mit Erinnerungen Ersticke Lärm mit Schmerz Das Oberlicht sticht in den Augen Gedämpft sickert es wie fahles Mondlicht durch meine Lider Versinke schliesslich in Leere Das Essen...Die Drogen machen mich schläfrig Ich höre auf zu essen Ich bekomme einen Becher mit einer klebrigen schwarzen Flüssigkeit Ich bin unbeholfen und verschütte den Farbsaft Da kommt mir eine Idee Ich verdünne die Farbe mit Toilettenwasser und zeichne tagelang Bald setzt das Delirium ein Mir wird schwindelig Ich rolle mich verzweifelt durch die Schwärze Wälze mich in der Farbe, bis ein Sinn sichtbar wird Da mein Körper erschöpft ist, nutze ich meinen Verstand Um den Zeichen eine neue Bedeutung zu geben Als würde ich durch das Bild steigen Und auf der anderen Seite herauskommen Innerhalb der Realität einer gezeichneten Welt Nur ein dünner Schleier trennt die Realität, die mich umgibt Von der Realität im Innern-- Eine erschreckende Symmetrie Aber beide sind gleich real Was passiert, wenn sich der Schleier hebt Und beide Realitäten nicht mehr zu unterscheiden sind... Sondern nebeneinander existieren??? |
| DaemonofDeath | [B]Das Gesicht[/B] [I]2001-04-16//©Ani[/I] Der Traum ist stets der Gleiche Gestalten in Roben. Ein offenes Grab. Ein Vermummter Mystische Rüstung. Sengende Hitze Immer das Gleiche... Nur nicht die Schreie Sie werden von Mal zu Mal lauter Meine Augen erblicken eine Botschaft Dieses Lebenszeichen gibt mir neue Kraft Der Gedanke daran bringt mich zum Lächeln Eine Träne weckt ni gekannte Gefühle in mir Lange habe ich ein Lächeln und eine Träne getragen Aber nie auf meinem Gesicht Jeden Tag starre ich nach oben Unter den Augen meines früheren Ichs „Die Verwandlung findet in unseren Körpern statt“ Der einzige Weg, die eigene Identität zu bestimmen Ist zu allererst die völlige Einsamkeit Ich will mich nicht finden Ich will mich verlieren Flucht ist eine brennende Hoffnung Ich hole den Stift Schreibe überall „Gebt mir mein Gesicht“ Die Kreide schmilzt in meiner Hand Bis ich nur noch mit den Fingern schreibe Als ich den Raum fast gefüllt habe Schlägt der Wecker Alarm—Zerreisst die Stille Wie auf Kommando wird die Tür geöffnet Ich fühle mich wie eine Maus im Labyrinth Studiert mich. Untersucht mich Ich schmiere mir den Rest Rot auf die Lippen und versuche zu lächeln Sie geben mir ein sauberes Kleid „Wo ist mein Gesicht?“ „Wir haben es gefunden!“ Das einzige Gesicht, auf das ich mich verlassen kann „Lasst uns reden!“ |
| DaemonofDeath | [B]Film wie Realität[/B] [I]2001-06-25//©Merc[/I] Auf dem Bildschirm flimmert ein Film. Cowboys jagen Indianer. Indianer jagen Cowboys. Der Ton ist lautlos. Von unten höre ich das Geschluchze eines Kindes Von oben schallt der Knall einer Ohrfeige wider Ich starre auf den Bildschirm Einer schiesst, der Feind fällt um Doch wer ist freund, wer feind? Wem darf man vertrauen? Waren es einst nicht Verwandte? Vertraute, beste Freunde? Und nun kämpfen sie gegeneinander. Es ist ein Film. Doch auch die Realität ist wie ein Film. Freund kämpft gegen Freund. Wer ist der Feind? Der eine ist Deutscher, der andere nicht Welcher ist vertrauenswürdiger? Sie waren einst Freunde Was machte sie zu Feinden? Die Regierungen? Ich versteh' es nicht Ich will es nicht verstehen Muss ich gegen meine Freunde kämpfen? Nur weil sie Deutsch sind? Wer bestimmt darüber? Ich starre noch immer auf den Bildschirm Menschen kämpfen gegeneinander Auch im wirklichen Leben wird gekämpft Es fließt Blut und es wird gemordet Ist das wirklich eine Welt für ein Kind? Mit tränenüberströmten Gesicht liege ich in den Armen meiner Mutter Muss ich auch gegen sie kämpfen? Nur weil sie Deutsche ist? Nein, ich bin doch auch Deutsche. Doch manchmal werde ich behandelt wie eine Krankheit. Ich möchte manchmal einfach nur weg Möchte rennen Was ist falsch und was richtig? Ich weiss es nicht. ... |
| DaemonofDeath | [B]Frei wie ein Adler[/B] [I]2001-06-26//©Merc[/I] Ein Felsen, so hoch wie ein Hochhaus Hoch oben im Himmel ein Adlernest Du kletterst hoch Es gibt viele Nischen, in denen du Halt findest Im Adlernest sitzt ein stattlicher Adler Er beobachtet dich forschend Lässt dich aber ins Nest rein Ein durchdringender Schrei, von ihm ausgestossen, durchfährt dich Dann bemerkst du die Verwandlung Deine Füße werden zu Klauen Du breitest deinen rechten Arm aus und spürst, wie sich die Federn spreizen Der Wind fährt dir durch die Federn Dann breitest du beide Arme aus.... Der Wind zerrt fordernd an deinem Federkleid Dann lässt du dich tragen Der Wind hebt dich hoch in die Lüfte Und der Adler? Er fliegt neben dir Du blickst dich um Deine Augen sind schärfer Du erkennst Tiere, die du sonst übersehen hättest Dann stürzt du runter Dein Schrei hallt über die Wiesen Dann ist der Sturzflug zu ende Deine Krallen halten etwas fest Du hälst es an dein Herz und fliegst zurück Dein Adlerfreund taucht neben dir auf Er scheint dir zuzunicken Ihr landet beide im Nest und du verwandelst dich zurück Du kletterst hinab und merkst die Veränderung Du fühlst dich leichter und sicherer Der Flug hat dich befreit Befreit von Lasten und Problemen Mit einem Lächeln kehrst du Heim und blickst in deine Hand Ein Stein, der wie Sonnenlicht strahlt, ruht in deiner Handfläche Du blickst zum Himmel Ein Adlerschrei tönt über dir und du nickst zufrieden Du warst frei und kannst das Gefängnis der Menschheit besser ertragen Die Unterdrückung Du siehst ihr entgegen mit einem Gesicht Das nur Zufriedenheit zeigt ... |