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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: Nachtschattengewächse
Little DreamerLeise wispert der Wind,
sanft schaukeln die Blätter in seiner Luft.
Und hinten im Gebüsch zirpt eine kleine, feine Grille.
Seltsam, dass ich dieses Geräusch so deutlich wahrnehme,
wo doch der Lärm der Stadt eigentlich all dies übertönt.
Seltsam, diese Ruhe hier,
Hier wo alles in Frieden existiert.
Hier gibt es kein Leid mehr,
Das ist vergangen,
vor langer Zeit.
Die Stadt verschwindet im Hintergrund,
immer mehr wird sie von meinem Bewusstsein verdrängt.
Und ich spüre nur noch,
die allgegenwärtige Natur.
Vorsichtig setze ich meine Füße zwischen diese alten Steine, welche von kaltem, beunruigend aussehenden Nebel,
umwunden werden.
Ich beobachte die, einsam leuchtenden Kerzen in der Ferne,
wie verlorene Seelen, die keinen Frieden gefunden haben. Weiter wandere ich auf diesem Pfad, vergangenen Lebens,
weiter,
immer weiter,
Dort nahe des Baches beginnt das Moor,
düster, stumm, beängstigend,
mein Geist jedoch führt mich sicher,
ich fühle, wohin ich mich bewegen muss, um nicht zu versinken.
Und langsam, ganz langsam, durchdringt der Nebel auch mich,
Langsam gleite ich hinab, in die Tiefe der Dunkelheit,
welche mich zu verschlingen droht.
Ich setze mich, um zu ruhen,
bis ich realisiere,
das mein Körper hinabgleitet.
Doch ich vermag mich nicht zu rühren,
denn mit jedem Zentimeter, den ich tiefer rutsche,
wird meine Seele freier.
Frei wie ein Vogel wird sie,
als ich nicht mehr zu sehen bin,
Frei, wie ich es mir schon immer erhofft habe,
und hinten im Gebüsch, zirpt friedlich, eine Grille,
die ich,
bis in alle Ewigkeit,
hören werde.

Little Dreamer
Little DreamerNiemand kannte sie wirklich,
denn Niemand wusste,
dass hinter diesem lachenden Gesicht die Leere hauste.
Diese Leere fraß sich immer mehr in sie hinein,
zerstörte das, was von ihrer Seele noch übrig war;
ein Wrack,
mit einer Hülle aus Lachen
und nichts als Traurigkeit dahinter.
Niemand wollte es wahrhaben,
als ihre Augen die Seele wiederspiegelten.
Jeder kannte sie als fröhlichen,
wohl etwas sonderbaren,
doch im Grunde glücklichen Menschen.
Ihre Bekannten,
denn wahre Freunde hatte sie nicht,
hatten immer wieder neue Beziehungen,
alle paar Wochen eine neue
und Niemand sah ihren Schmerz,
nachdem er sie verlassen hat.
Er, mit den Augen eines wilden Wolfes.
Alle hielten ihn für Verrückt,
weil er nicht viel sprach
und wenn er sprach,
dann verwendete er Metaphern,
so dass ihn Niemand ausser ihr verstand.
Er bewegte sich anmutig,
den Blick stets geradeaus gerichtet,
den wehenden Mantel hinter sich.
Er war ein Sonderling,
nicht anerkannt von den Menschen aus seiner Umgebung,
schutzsuchend bei ihr.
Seine Liebe hatte ihre innere Leere gefüllt.
Lange Zeit hatte sie aus ganzem Herzen
geliebt und gelacht.
Doch eines Tages war er einfach fort,
auch wenn er physisch noch anwesend war,
befand sich seine Psyche an einem anderen Ort.
Seine Liebe war verschwunden
und die Leere kehrte in ihr Herz zurück;
und an einem frühen Morgen ging sie in den Wald,
allein.
Da einzige, was sie mitgebracht hatte,
war ein kleiner silberner Gegenstand.
Sie nahm ihn in die Hand,
und bewegte ihn langsam über ihren Arm,
der Schmerz ließ sie erkennen,
dass sie noch lebte.
Doch als sich der warme Lebenssaft über den Waldboden ergoss,
war es zu spät.
Sie wurde schwach,
verlor das Bewusstsein
und schlief.
Für immer.

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