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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: Herbstzeit-Stimmung
WerfuchsRosen-Traum

Blutdurchtränkte Einsamkeit benetzt der Rosen Blüte Pracht.
Dornen streifen liebestrunken über Deines Anlitz Haupt.

Pupurrote Tränentropfen flüstern durch des Nebels Hand
und weben sanfte Irrlichtsträume in Dein zart Gewand.

Duftbeladen folgt die Nacht Dir bis der Morgentau erwacht -
auf Deinem Leib - bei stillster Stund.
WerfuchsFinsternis

Finsternis strömt überall,
in mir,
über mir,
durch mich hindurch.
Wabernd,
pulsierend,
fesselt sie mich.
Saugt an mir,
frisst an mir,
lässt die Tränen prasselnd
zu Sturzbächen
fließen.

Lässt die Finsternis

zer-fließen?
WerfuchsDas Meer

Hörst Du die Brandung, die unter azurblauem Himmel an den Stein schlägt? Die sich kräuselnden Wellen, suchend den Weg zum nahen Ufer, nur um wieder in die unendlichen Weiten hineingesogen zu werden - ihre Geheimnisse mitnehmend.

Spürst Du die Sonne, strahlend hell, die tausende und abertausende schimmernde Lichter bis zu den weiten des Horizonts schickt? Tanzend wie glitzernde Elfen auf den Wellen der Brandung.

Siehst Du die Möwen, sich tragen lassend auf Schwingen, die lautlos durch den frischen Sommerwind gleiten? Übermütig hineintauchend ins Blau des Himmels.

Spürst Du die Wärme des Sandes unter Deinen Füßen? Langsam rieselnd durch Deine Hände, einer Eieruhr gleich. Abermillionen kleiner Sandkörner, vom Meer ausgespuckt und aufgetürmt zu riesigen Dünen, Festungen des Meeres.

Fühlst Du den kühlen Sommerwind, der sanft über Deine Haut streicht?

Fühlst Du es?
WerfuchsDer Tod


Ein neues unbekanntes Dasein in einer anderen Dimension, umgeben von strahlender Helligkeit und Wärme, die allumfassende Liebe ausstrahlt?

Kann die Seele frei emporsteigen, frei von all den irdischen Zwängen und Gesetzen dieser Welt? Nie mehr Schmerzen, nie mehr Zweifel, nie mehr sich der hilflosen Ohnmacht des Lebens ausgesetzt fühlen?

Hat sich nun der Sinn des Seins auf Erden erfüllt, so dass der Geist frei von Angst endlich Ruhe finden darf? - frei fliegend und schwebend zu den höchsten Höhen des Firmaments, kletternd hinauf zu den klarsten und hellsten Sternen diesseits und jenseits unserer Zeit, um einer von ihnen zu werden.

Doch der stumme Schrei: WARUM? - bleibt ohne Antwort. Ungehört verhallt er im Nebel, der uns frierend, betäubend oftmals gefühllos macht. Für kurze Zeit der Realität entrückt, tauchen wir auf aus unserem Vakuum, unwillig begreifend vielleicht staunend über das was geschehen konnte.

Zurück bleibt der Schmerz, die Liebe, die Erinnerung, die überall uns umgibt, manchmal vielleicht befreit und die die Sicht der Dinge einen neuen, anderen Sinn verleiht.

Doch die Liebe bleibt in der Erinnerung und die Erinnerung bleibt in unseren Gedankenbildern, die auf die höchsten Gipfel aber auch in die tiefsten Schluchten wandern werden, um schließlich aufzutauchen aus unserem Stillstand um zurück ins Leben zu kehren.
WerfuchsMein Schrecken

Ich zeichne mit meinen Worten einen Käfig um den Schrecken,
bis der nächste Schrecken auf mich zukommt und mich zerfleischen will. Bevor er zum tödlichen Biss in meine Kehle ansetzen kann, werfe ich ein Netz meiner Sprache aus.

Ist aber einmal der Schrecken schneller als meine Sprache,
so bin ich eine zeitlang vollkommen gelähmt, bis ich entschlüpfe und, mich versteckend vor aller Welt, an einem neuen Sprachnetz knüpfe, das ich bei der nächsten Gelegenheit dem Schrecken über den Kopf werfe.
WerfuchsDer Grashalm

Einen Tag lang, einen kurzen, glänzenden Tag lang war es ihm gelungen, die einfache Kunst zu üben, die jeder Grashalm kann.

Einen armen Tag lang hatte er sich selbst geliebt, sich als Eines und Ganzes gefühlt, nicht in feindliche Teile zerspalten, er hatte sich geliebt, und in sich die Welt und Gott, und nichts als Liebe, Bestätigung und Freude war ihm von überallher entgegengekommen.

(Hermann Hesse)
WerfuchsWeihnachtszeit

Wir hetzen durch die Straßen.

Stürmen, drängeln, schieben uns
durch die all überall glänzende Pracht
der Weihnachts-Wunder-Welt.

Wir bepacken, wir beladen uns.
Mit den richtigen und den falschen Dingen.

Dumpfen Blickes hasten wir durch überfüllte Straßen -
ohne zu verharren.

Oh, du schöne Weihnachtszeit!
WerfuchsSchatten

Tiefschwarzer Schatten, der nach meiner Seele greift,
sie treibt und sie fernhält vom Licht,
das irgendwo schlummert.

Das Ungetüm, das meine Gefühle in seinen Klauen hält,
sie zerstückeln, begraben und sie, fern vom Leben,
immer weiter in die Nacht zwingen möchte,
ohne Hoffnung auf Rückkehr ins Diesseits.

Mein persönlicher Feind, der an meiner Kehle würgt,
ja, sie zuschnüren möchte, so dass die Hilflosigkeit
vor der ohnmächtigen Angst sich meiner vollends bemächtigen kann.

Du Schatten, noch wägst du dich in Sicherheit,
da du dir deines absoluten Besitzes bewußt bist.
Noch kannst du meine Gedanken in dein Spinnennetz pressen, so dass sie erstarren.

Noch breitest du dein rabenschwarzes Tuch über mir aus, um mich so zum Ersticken zu zwingen.

Aber unser "Spiel", der Kampf des Überlebens ist noch nicht vorüber, hat vielleicht noch gar nicht begonnen, oder bin ich schon mittendrin?
WerfuchsDas Gespenst


Sturm durchkämmt mich

Nachtgespenst

Würgst mit silberfeinem Gespinnst mich

Taggespenst

Wasserwabernd quält Dein Hauch mich

Truggespenst

Trug-SCHLUSS?!
WerfuchsHerbstzeit-Stimmung

Nebel streicht über Felder und Wiesen.
Legt sich, wie von Geisterhand gezogen,
über die Morgendämmerung, alle Spuren verwischend.

Tau glitzert tränenreich auf einem Spinnennetz,
perlt herab durch die Winterwärme der aufgehenden Sonne.

Märchengleich liegt Raureif über den Wäldern.
Umhüllt alles in friedlich aufkeimende Stille.
Nur unterbrochen durch den winterlichen Schrei einer Krähe.

Pilze schießen bunt gemischt aus dem Boden,
gut versteckt und geschützt durch das herbstliche Laub,
das raschelnd und knisternd durch huschende Mäuschen
zum Leben erweckt wird.

Wind raschelt und pfeift durch die Baumwipfel.
Spielt bis zur Erschöpfung Ringelrein mit der farbigen Blätterpracht, die zu explodieren scheint.

Käuzchen schreien durch die nahende Dämmerung,
die sich wie ein wärmender Schleier über die Weite der Landschaft legt und Ruhe verspricht.

Die Dämmerung, die neugierig hineinschaut in jedes erleuchtete Fenster, erfüllt von Kerzenschein und Apfelsinenduft.

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