| Obscure Misery | Weine nur Weine nur, mein Herz Um das, was du verloren. Schrei nur laut von Schmerz! Schrei in taube Ohren! Wie lang gewartet hattst du, Herz, Auf jenen Augenblicke; O auf der Nähe süßen Schmerz, Der nun kam zurücke. Wie einstig schlang geheime Lust Euch lieblich ineinander; O ja, wie einstig drang die Brust Zu heilen einstigen Verlust. Nein, wolltst du nicht, nein, nimmermehr O jenen Fehler wieder tun; Aber dein Herz, vor Sehnsucht schwer, Wollt in seinem Arme ruhn. In dem Arme, der doch jetzt Den Körper mein nicht mehr umschließt; O dieser Mund, o der doch jetzt Nicht mehr den meinen Munde küßt. Den eben du noch zart berührt, Nun geht er weit von dir. Erst hat er dich so sanft verführt Nun tut er’s grad mit ihr. Entbrennen läßt er fremdes Blut Indes sein Bilde dich umfängt Dann - neben seinem Weibe - ruht Der Mensch, an dem dein Leben hängt. Ertragen musst du, Herz, dies Bild, Nimmer kannst du’s meiden. Ohne ihn in Einsamkeit Wirst du ewig leiden. Noch riecht die Luft nach seinem Wort, Das er dir treu gegeben. Doch eh er ging, war er schon fort. Mit dir will er nicht leben. Weine nur, mein Herz, Denn er ist gegangen. Ob du liebst und stirbst in Schmerz – Du warst niemals sein Verlangen… |
| Obscure Misery | Ausweglos Verloren gleite ich dahin Sehnsüchtig schreit mein Herz Mit dir ging auch mein Lebenssinn Und dann kam Höllenschmerz Was hält mich noch auf dieser Welt? Was ist mein Leben wert? Bis hier hin hab ich mich gequält Du hast es mich gelehrt Denn Wahrheit sprach aus deinem Mund Zerschlug die Ohren mir Und meine Seele – krank und wund Zerbrach erschöpft an dir Die Leere nun in meiner Welt Erstickt den Atem mir Alles tötet, alles fehlt Alles schmerzt und ich erfrier Mir ist kalt, die Lust schweigt still Das Herz aus schwerem Stein Der Tränenfluss nicht enden will Niemals mehr wirst du bei mir sein Ach, fände ich doch endlich Ruh Ach, starb ich doch im Tränenmeere Ich kann’s nicht tragen, was immer ich tu Ich liebe nur ins Leere Nun rinnt das Blut an mir herab Nimmt mit sich alles Leid Dass ich mich überwunden hab Dank ich mir bis in Ewigkeit Wärme quillt ins weiße Licht Kläglich erstickt das letzte Gewimmer Ein letztes Mal erscheint mir dein Gesicht Dann schließe ich meine Augen für immer… |