| DarkHaze | Die Klage (2002) Ein toter Baum ragt aus dem Gras, dem Gras, das viel zu hoch gewachsen, und an der Stelle wo ich saß, Figuren, Graphen, Achsen. Systematik ohnesgleichen, Kälte klirrt an mein Gesicht, in dem Eis gefrieren Leichen, Schönheit, nein, sie gibt es nicht. So viel Leid und so viel Schmerz, so wenig Trost, so wenig Terz, Wir wandern über tote Städte, über Unglück, über Trauer, schwarze Welten! Keiner rettet, Niemand weint an diesem Ort, nein, niemand klagt an dieser Mauer, unsre Menschlichkeit ist fort. |
| DarkHaze | Cogitations I (2001) Mein Blick bleibt gesenkt; sie könnte zerbrechen – die Welt. Einer der wenigen Momente beginnt, an denen ich mich nicht sehe, sondern alles andere. Ich reiße Löcher der Ewigkeit in den Asphalt und starre auf das Gerinnsel der spielenden Tropfen. Das Kribbeln explodiert und mein Kopf zerspringt innerlich. Der grau schimmernde Himmel zieht mich an als sei er die Lösung von mir. Tiefer und tiefer brenne ich meinen unterkühlten Blick in die Weite der Wolkenkluft. Der Regen nimmt die Tränen mit und spült sie im Asphalt. Zu genau ist die Erkenntnis, dass alles bleibt, wie’s ist, um den Augenblick zu sehen. Gern würde ich hier bleiben bei meinem Schutz Geborgenheit. Will nicht gehen in die Welt dort drinnen, will hier liegen bis ich sterbe. Für wenige Sekunden ist mein Kopf so leer wie mein Blick und alles scheint grundlegend. Doch sie kommen wieder, die Probleme. Die Gedanken. Die ganze Welt holt mich ein und zerrt mich aus dem Loch. Ist es aufgefallen? Man schaut lieber ins Loch hinein, als hinaus, wenn man erkennt, was es innen für Freiheit gibt. Der richtige Weg für einen selbst, ist es immer der beste? Für eine Nacht scheint Leben zu Tod zu werden. Für einen Mond wird aus Unheil Heil. Der Gegensatz, der im Ursprung vernetzt ist, scheint ein unnütz Schlüssel. Die Nacht scheint schnell wie wenige Sekunden. Es ist die Zeit, die mich am Leben hält, bevor das Chaos seinen Lauf nimmt. |
| DarkHaze | Gold (2002) Geschmolzenes Silber, Feuer aus Wachs, unendliche Schönheit, gläsern verbogen, unendlicher Hass, den Sinn nicht betrogen, und Hoffnung, dass das, was ich lassen werde mich schmerzen lässt. Siedendes Gold, ein ewiger Pakt, unendliches Leiden, zäh zerflossen, unendliches Scheiden, mein Herz bleibt dir treu, und Wille, dass das, was ich tun werde mich töten kann. Wasser, Dunst in der Luft, unendliche Hitze, ein leidvoller Duft, ein qualvolles Ende, ein hartes Geschehn, ein grausames Schicksal, ein kaltes Emblem, von deiner Ewigkeit in mir. |
| DarkHaze | Die parallaktische Sicht [als Anekdote zu Nietzsche] (2003) Verlogene Welten, Gesetz und Moral Geist und Natur sie alle nicht gelten, Wenn Stein wird zu Sand, und Pest schlägt sich nieder, durch schimmrige Tropfen lahmt Gift unsre Glieder und dann… ganz vergessen, ganz klein nur am Rand, der Rumpf der Erde als faulender Leichnam von Schimmel bedeckt verfällt und verraucht und keucht und taucht und blass und entstellt ins blaue Meer von Schmerz getrübt, von Zorn gewellt. Das Salz verzehrt, das Wasser durchnässt, als das Tor am Himmel nur ein Wort ohne Wert, die Menschheit verlässt. Die Schlacht ist vorbei, der sinnlichste Krieg. Der kryptische Geist, nun endlich verdient, dem Salze erliegt. Der Sieger sich rühmt, die Axt in der Hand, vollkommen, perfekt, den Bart nur verbrannt. Superior verschwindet, allein und vergnügt, suchend nach dort, findend den Ort. |