| Dunkler Herrscher | Ich könnte wenn ich wollte, ich durfte, aber ich wollte nicht. Ich war erwünscht, aber ich wollte nicht das ich darf, wollte nicht das ich kann. Sie hätten aufhören sollen zu versuchen das ich will, das hätte sie am Leben gelassen. Sie selbst merkten nicht das ich nicht will, das es keinen Sinn hat. Sie verstanden nicht. Ich wollte immer, warum jetzt nicht. Das sich Menschen ändern, konnten sie nicht begreifen...sie selbst kennen Veränderung nicht. Am Anfang verstehen sie es nicht, sie denken es vergeht wieder, wie jedes Problem sich seither aufgelöst hat. Aber es vergeht nicht... Das lässt mein Wille nicht zu. Er ist stark. Er ist weitaus stärker als Körper und Geist. Mit ihm könnte ich Bäume entwurzeln. Von ihnen weg zu fliehen kommt mit einer Entwurzelung eines großen, alten Baumes gleich, dessen Wurzeln sich schon weit ins Erdreich geschlagen haben. Ich will weg, weg vom Alltäglichen, vom Normalen, weg von der Gesellschaft die ich bereits kenne, zu gut kenne. Ich kenne ihre vielen Fehler, ihre Irrwege die sich schneller auftun als man denkt...ich kenne ihren Horizont der so klein ist das man ihn kaum erkennt. Die Gesellschaft versucht mich zu halten, das ist nicht möglich und das versteht sie nicht, wenn ich jetzt weiter mache dann ist der Weg zurück nicht mehr möglich. Deshalb sagt mein Verstand und mein Körper das ich hier bleiben soll. Aber mein Wille macht weiter, schaltet den Verstand aus und zieht ihn mit samt dem Körper mit, weiter weg. Ich gehe, still, ohne Worte. Ich sage nichts, melde mich nicht ab und schicke keinen Gruß an die Gesellschaft. Damit wird sie nicht fertig und sie tut genau das was sie immer tut. Sie untersucht das Problem oberflächlich. Entweder lösen oder sofort abschieben, sie nimmt immer den einfacheren Weg. Bei diesem Problem denkt sie es wäre weitaus einfacher das Problem zu lösen als es abzuschieben. Sie weiß nicht das sie es, falls sie sich für das Lösen des Problems entscheidet, nicht mehr abschieben kann. Im Grunde kann die Gesellschaft mit Problemen nicht wirklich umzugehen, sie kann sie nur sehr schwer zu lösen und auch nur die Einfachsten. Das neue Problem ist eine Inkarnation aller Probleme, um es zu lösen müsste sie Position einnehmen, müsste sie Toleranz zeigen und versuchen den Horizont zu erweitern, das kann sie nicht. Also kann sie das Problem nicht lösen, welches genau das erfordert. Doch die Gesellschaft versucht das Problem mit schon angewandten Methoden zu lösen. Irgendwie weiß sie, dass sie das Problem auf diese Art und Weise nicht lösen kann. Doch das ist nicht möglich, das gab es vorher noch nicht, also wird alles so gemacht wie seither. Es wird versucht das Problem zu lösen, auf die gleiche Weise wie alles versucht wird zu tun. Auf dem schnellsten Weg, ohne Hindernisse, ohne Entscheidungen, so einfach wie möglich... Probleme die eine andere Art von Lösung erfordern werden nicht gelöst, sie werden abgeschoben und verdrängt, dieses Problem kann sie nicht mehr umgehen, dafür ist es zu spät. So versucht sie das Problem mehrmals auf die alte Art und Weise zu lösen, der Erfolg bleibt natürlich aus. Das bildet schon schwere Risse in der Gesellschaft. Mit anderen Problemen hätte sie gleich von Beginn, spätestens nach dem ersten Fehlschlag anders verfahren. Sie hätte sie direkt abgeschoben. Irgendwie wusste sie aber das es nicht möglich ist dieses Problem einfach abzuschieben, zu übergehen. Als sie merkte das es einfacher wäre das Problem abzuschieben als es zu lösen hatte sie schon keine Wahl mehr. Sie ist mit dem mehrmaligen Versuch des Lösens des Problems ein eigentlich zu hohes Risiko eingegangen, aber sie hatte keine Wahl denn entscheiden kann sie sich nicht wirklich. Das Problem besteht weiterhin, ist ohne jeglichen Schaden davon gekommen. Es ist eher noch stärker geworden, weil es sich bestätigt fühlt. Die Gesellschaft hat versucht etwas zu tun was sie nicht kann. Es ist es ihr nicht möglich das Problem zu lösen, obwohl es ihr einziger Weg war. Damit wird sie nicht fertig, das ist für sie nicht möglich... Einige aus der Gesellschaft sind dem Problem gefolgt, zwar in eine andere Richtung aber auf die gleiche Art und Weise. Das hat die Gesellschaft fast komplett zerstört. Sie hat bemerkt das es möglich ist unabhängig von ihr zu leben, das kannte sie vorher nicht. Der erste Kontakt kam zu spät, ansonsten hätte sie vielleicht überlebt, hätte anders auf das Problem reagiert. Mit der Zeit hat sich die Gesellschaft dann wieder aufgebaut, das Problem besteht weiter hin, sie versucht es zu ignorieren, nimmt es als Fehlschlag hin. Sie hat eine Narbe davon getragen die nicht mehr verschwinden wird. Sie lässt nun alle Probleme sofort liegen, versucht keines mehr zu lösen, was sie am Leben hält. Das Problem war ich und die Gesellschaft mein früherer Freundeskreis. Der Tag wird kommen, an dem sie vor einem Problem stehen wird das sie weder umgehen, noch lösen kann. Das wird sie endgültig zerstören...Toleranz ist ein Segen... DH |