| Wölfin | Um aus der Narbenlandschaft meiner Seele zu fliehen Muss ich die Klinge über die Narbenlandschaft meiner Haut ziehen. Jedesmal ein bisschen weiter, ein bisschen tiefer. Für euch nur ein schmerzender, hässlicher Riss im Körper - Für mich eine kleine Tür zur Flucht aus der Realität. Jedesmal ein bisschen weiter, ein bisschen tiefer. Es sind große und kleine Narben, welche die Unschuld meiner Haut für immer verdarben. Jedesmal ein bisschen weiter, ein bisschen tiefer. Die alten Wunden schimmern blass, die neuen leuchten rot - Und die von gerade weist mir den Weg in den Tod. |
| Wölfin | Hoch und kalt steht der Galgen vor den Toren der Stadt Davor die gaffende Menge, die sich versammelt hat Um zu hören die letzten Schreie von jenem irren Wesen, Zum Tode verurteilt ob seiner anprangernden Thesen: “Einst glaubte ich an das Gute in euch, ihr Leute! Doch weit entfernt ist diese Zeit von heute... Denn ich wurde allmählich älter Und die Menschen immer kälter... Ich habe diese eure Welt erkannt - Und jenes Wissen hat meine Seele verbrannt: Längst nicht mehr erfüllt bin ich von der einstigen Helle; Verbitterung ist getreten an ihre Stelle! Und auch euch wird es einst so gehen Wenn ihr letzlich auf euer Leben müsst zurücksehen... Ein höhnisches Lachen euch allen Narren Die mich als verrückt anstarren!” |