| Calista | Liebesbrief Liebe ist...die Augen vor der Wahrheit zu verschließen und den Liebsten als den perfekten Menschen zu betrachten, trotz SEINER Fehler, SEINES Hasses und SEINEM schlechten Humor. Liebe ist...in IHM die Sonne und den Mond zu sehen der IHR Leben bereichert. Für IHN all die Sterne vom Himmel zu pflücken um SEIN Leben zu erhellen. Liebe ist...im Fegefeuer für IHN zu verbrennen und daran seine helle Freude zu haben. Liebe ist...das Weinen zu verlernen um das vollkommene Glück zu erleben. Liebe ist...eine Blume zu pflücken und an ihrem Geruch an IHN erinnert zu werden. Liebe ist...eine schlaflose Nacht mit leeren Augen zum Telefon gerichtet. Liebe ist...IHN hassen und gleichzeitig vergöttern zu können. Liebe ist...in SEINEM Blut baden zu wollen, IHRE Klinge an SEINER Haut abwetzen zu lassen. Liebe ist...für IHN zu sterben, sich zu quälen und zu leiden. Unter SEINEN Händen möchte SIE leiden und vor Schmerz aufschreien. SEIN Gesicht möchte SIE als letztes sehen bevor SIE die Ohnmacht erlöst. Liebe ist...auf die Beerdigung des Liebsten zu gehen und nicht zu weinen. Eine Rose in SEINEN Grab zu werfen und sich an all die schönen Dinge zu erinnern die er in IHRER Seele hinterliess. [B]Liebesbrief[/B] |
| Calista | Schlaftablette auf meiner Kommode Wein unter meinem Bett Der Fernseher läuft - die Stimmen so laut ich sehe die weiße Decke blaue Tapete Bewege mich im Takt zur Musik Bin total apathisch Greife nach irgendwas was nicht existiert alles seltsam Betrachte meine Hand - weich Bewege meine Finger - gelenkig Greife nach meiner Kommode schubladen öffnen - ratsch - Verpackung liegt auf dem Boden Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen sie Ihren Arzt oder Apotheker Meine Finger suchen nach der Flasche - und runter mit dem Zeug! Spüre nichts - Flüssigkeit in meinem Körper Mein Herz reagiert bumm bumm bumm wow - what a feelin'! Nein, ich habs mir nur eingebildet Fühl mich zittrig Stehe auf - Fernseher läuft immer noch Bestellen sie jetzt! sagt der Mann ich drücke auf den Knopf - silbern blendet mich und ich schliesse die Augen höre die Stimme immer noch -bestellen sie jetzt!- Will diese Stimme nich mehr hören Scheiße! Trete nach dem Bildschirm -fuck- das Ding war teuer! was mach ich hier nur! Üb e r f l ü s s i g Ich wiege mich hin und her schaukel - schaukel kleines Kind im Wind schaukel - schaukel Denke mir eine Melodie aus und bewege mich dazu Cha Cha - meine Hände streichen über meinen Körper Tanze durch das ganze Zimmer bleibe vor dem Spiegel stehen riesig groß Spieglein spieglein an der wand wer ist die schönste im ganzen land? Mein Spiegelbild zeigt mir das was ich in meinen Körper investiert habe - nichts - Üb e r f l ü s s i g - alles - Schwarz und leer, traurig, erschreckend - meine Augen - Streiche mir mit meinen Fingern die Haare aus dem Gesicht la-a-angsa-a-am Wow - blicke nochmal in das Ding vor mir sind doch nicht so leer meine Augen! funkeln ganz Schwarz liegt das an dem Stoff? Musik - Anlage geht plötzlich an Wieder rythmische Bewegung Drehe mich im Kreis fühl mich wie ein Tier plumpse zu Boden und lache fanatisch Phantasiere über den Tod Komme mir plötzlich stark vor werd die Schweine umbringen Yeah! Die lachen mich dauernd aus mache immer etwas falsch aber diesmal werden sie weinen und vor mir kriechen Alle meine Entchen - ich singe Kriecht vor mir - ich lache Richte mich auf Grinse die Wand an Schlage auf den Glastisch vor mir Blut - Rot - Tod Winselt doch!!! Ich werde nicht weinen!! Und ich tue es doch Stoff lässt nach - bin bewusstlos |
| Calista | Ersaufe mich im Alkhol wandle auf den Pfaden der Zeiten matschig, rutschig, gefährlich und unvorsichtig Yeah, ich laufe zu meinem Barkeeper er weiß genau was ich will Der Stoff zieht - Ooh la la la Der DJ macht die unwissenden heiss Ich lache und alles dreht sich die Tussi vor mir tanzt und liegt plötzlich am Boden Yeah, Extase , Tanzt, Tanzt! Es regnet weißer Stoff und ich schnappe danach Weiß - Es ist eine illusion doch ich bin high - mir ist alles egal Genau wie den anderen Menschen auch alles egal ist Turn your lights down low Wir werden zu Schatten im Neonlicht Alle sehen gleich aus Keine Unterschiede - Tanzt, Tanzt!! Der Bass wird aufgedreht - ja DJ mach mal lauter! Mein Blut kocht, meine Venen platzen Blood on the Dancefloor Trinkt Kinder, Trinkt! Wir sind krank - vor Verlangen Der Kerl hinter mir zieht sich aus Massenweise Menschen im Rausch sie schwitzen, lachen, egoistisch jeder achtet auf sich und seinen Rythmus die Tussi die du mitgebracht hast zu deiner eigenen Unterhaltung weil du dich alleine nicht getraut hast Plötzlich sind alle weit weit weg Yeah Baby , can't stop this feelin' 2night! Dreh dich Kleines Hüften schwingen schliess die Augen I hate you but I love you - nein keine Gedanken mehr an die Menschen um die rum Fühlst dich unbeobachtet Wirst auch nicht beachtet glaub mir - sind alle mit sich selbst beschäftigt Einzig Cool - Mr. DJ Der checkt durch If you want me 2 stay DJ dann mach mal lauter und wir tanzen in den Morgen hinein.... Unsterblich - Unendlich |
| Calista | Leer, öde, gelangweilt, einzigartig, fixierend und uninteressiert blicken mich ein paar grüne Augen an Verachtend, kalt, gerissen, erdrückend, verletztend, erniedrigend die Worte aus dem Mund so klein, aus den Lippen so weich Entspannt, gewollt, selbstsicher, unlogisch, tadelnd gestik und mimik die mich überwältigen Das ich mich noch um solche Dinge kümmere? Dabei bin ich doch schon tot Schmerz, mein Arm wird mir ausgerissen Schmerz, mein Herz verblutet Schmerz, mein Bauch so hohl Fremd, wo ist mein Arm? Fremd, kein wames pulsierendes Organ mehr Fremd, mein Kind wurde mir fortgerissen Glaube, es wird schon werden Glaube, es kann nicht schmerzen Glaube, kein Kind mehr in mir Das ich mich noch um solche Dinge kümmere? Dabei bin ich doch schon tot |
| Calista | Ich sitze in meinen Garten- leuchtendes rot, grün und blau Schaue mir die Wolken an weiß und doch erdrückendes grau Sitze in meinem Stuhl und betrachte eine Ameise welche krabbelt in des Baumes Harz sie ist fleißig, willig, emsig und geschickt und ihre Bewegungen instinktiv und schwarz Ich sehe auf, meine Augen sehen nicht klar Sehen eine Gestalt so sonderbar Die Bewegungen so weich und ein Geruch betörend süss, erstickend rauh... .... |
| Calista | Sanft streichelt der Regen das Gesicht des fremden Mädchens. Wie ungeweinte Tränen fliessen die feinen Tropfen das blasse Gesicht herunter. Ihre Haare, das Schwarz der einsamen Krähe, kleben lang und glatt an ihrem Rücken. Zärtliches Antlitz das sie bietet verführte den fremden Zuschauer hinter der Steinmauer in eine Ekstase des Verliebtseins. Zitternd beobachtet er jede naive, kindliche Handlung des Mädchens. Unschuldige, dunkle Augen die zu Boden blickend die Straße erforschten, sie wartet auf den Bus. Teure Spitze und weiche Seide die den Körper der edlen Schönen berühren durften. Er spürt die Blicke des Mädchens. Naive Augenblicke erscheinen ihm jetzt matt und trübsinnig. Leere ausstrahlend überschatten sie nun die erotische Aura des Wesens. Die Blässe blendet ihn - er muss die Augen schließen. Schwarze Lippen kommen nun näher. Er hört den Regen immer noch tropfen; und ein leises Seufzen hinter ihm. Höllenfeuer möchte das er das Schöne beschützt, umarmt, immer für es da ist. Dann spürt er nichts mehr. Dunkelheit überfällt seine Seele und seine Empfindungen stürzen in ein Loch, so einzig schwarz es ihn zu sich ruft. Das Mädchen ist verschwunden - ein einzig Erinnerung und Merkmal hat hinterlassen: Prangen zwei Rubine, leuchtend, frisch und unverwechselbar auf Hals und Schulter. |
| Calista | Bitte, bitte süsses Kind fang an für mich zu lügen! Deinen sanften Worten möchte ich lauschen Deinen süssen süssen Lügen die mich um den Verstand bringen weil ich weiß das sie nicht wahr sind Doch wird es uns beide zerbrechen Wenn du liebes Kind nicht weiter lügst Blende mich von der Wahrheit denn sie selber zerreisst mir das Herz wenn ich in deinen Augen den puren Hass erblicke und mir dennoch selbst sage deine Liebe darin zu spüren wenn ich Angst habe vor dir zur weinen weil ich meine Schwäche verleugnen will wenn ich Schmerzen habe und es dir nicht sagen kann wenn wir aneinander vorbei leben wenn ich dir sage öffne dein Herz wenn ich mir selbst sage es ist keine Schande wenn ich dies sage und mir eingestehe dich zu mögen dich zu lieben, jede einzelne Faser von dir wenn ich anfange zu hassen weil ich bemerke das ich liebe wenn ich anfange zu schreien und zu fluchen wenn ich anfange zu zerstören und verwüsten dann bemerke ich meine Liebe zu dir und ich sehe das keiner dich lieben wird so wie ich Keiner wird es tun, so wie ich Wenn ich in der ecke sitze und aufhöre zu denken wenn ich warte auf dich warte von dir getröstet und in den arm genommen zu werden wenn ich so sitze und warte und du kommst nicht es verletzt es verweichlicht es sticht klammert tut weh doch sage ich mir selbst verspreche mir selbst die Person mutig und einzelgängerisch zu sein ohne wirklich so zu fühlen ohne wirklich den willen dazu zu haben und hoffnungslos dazusitzen auf deine bittersüssen Lügen zu warten die mich dann doch wieder aufbauen obwohl ich weiß das sie nicht stimmen denn Wahrheit, Vertrauen und Treue sind die Wörter der die Welt nicht mehr glaubt ich schäme mich auch nicht mehr zu lügen und liebe zu brechen denn ich weiß das es mit mir auch passiert und ich so glücklicher bin als mit der verdammten wahrheit! |
| Calista | Es war einmal, vor sehr langer Zeit, ein kleines Mädchen namens Schmerz. Sie hatte nie die Chance gehabt jemandem ihre Liebe zu schenken oder selber welche zu Empfangen. Schmerz hielt das für normal, bis sie eines Tages ihre Augen öffnete und bemerkte wieviel von diesem Gefühl in dieser Welt existierte. Doch nie bekam sie selbst etwas davon, so schloss sie wieder ihre Augen und blieb eine sehr lange Zeit in ihrer schwarzen, dunklen Welt, die von Eifersucht, Hass und Kälte regiert wurde. Eines Tages fühlte sie die Anwesenheit eines weiteren Wesens neben sich. Für Schmerz war diese nähe sehr aufregend da sie bis jetzt immer allein gewesen war. Das Wesen hiess Wärme. Wärme kroch in Schmerz` dunkle Welt und füllte diese mit Licht aus. Anfangs war es sehr ungewohnt für Schmerz, doch sie fand gefallen an dem angenehmen Gefühl das das Licht ausströmte. Irgendwann verliess die gutmütige Wärme Schmerz. Und diese fühlte sich wieder einsam und verlassen. Doch war es diesmal schlimmer als vorher. Denn sie hatte von der teuren Wärme gekostet und dessen abwesendheit machte Schmerz sehr traurig. Sie tat sich selber weh um ihre eigentlichen Wunden zu übersehen. Wärme`s Anwesenheit fehlte ihr, auch wenn sie es am Anfang nicht zugeben wollte. Eine unbekannte Freundin namens Sehnsucht besuchte nun Schmerz. Die Sehnsucht liess das kleine Mädchen spüren das sie ein Herz besass. Und dieses kleine Herz, das erst hatte angefangen zu pochen als die Wärme kam, war jetzt fast am Ende seiner Kräfte. Wild klopfte es in ihrem kleinen Körper und Sehnsucht wartete bösartig darauf wie es wohl zerspringen würde. Doch Schmerz konnte nicht solange warten. Vor ihren Augen ein großer Schleier, schnitt sie sich auf und zog gefühllos ihr Herz raus. Stumm und unbewusst darüber was sie getan hatte starrte sie das noch leicht pochende etwas an. Ihr Herz war noch warm und das rote Blut floss über ihre Hände. Ihr Lebenssaft quillte aus ihrem zierlichen Körper, doch spürte sie nicht dessen Existenz. Herz erkaltete und sie wollte es wärmen indem sie es an sich drückte. Doch wie sollte etwas, was kalt wie Stein war, etwas wärmen können? Sehnsucht stand an Schmerz` Haustür. Ihre Augen anfänglich geweitet vor schock fing sie nun an zu lachen: Noch gestern spürtest du den Hass in dir, Schau dich nun an Dein eigenes Herz in deiner Hand! Na los, geh ran! Zerstör dich selbst und stürz über des Todes Rand. Dich brauchen wir nicht hier Deinesgleichen existierst wie Wasser an Sand! |
| Calista | Ich stehe auf den Straßen Turkus. Es ist kalt. So eine Kälte bin ich nicht gewöhnt. Ich bin nach Finnland gereist um mir feste Pläne zu schmieden. Es kann nicht so weiter gehen. Das sinnlose umherstreichen. Von der wunderschönen Landschaft abgelenkt, schaue ich um mich herum und mein Blick bleibt an einem klaren See hängen. Die schwarz-leuchtenden Fische blicken mich fragend an: "Was machst du hier? Warum verstehst du unsere Sprache?" Es ist ungewöhnlich für die Fische. Die Menschen hören ihre bunt-schillernde Sprache nicht. Was ich hier tue frage ich mich selber auch und laufe weiter. Ich setze mich auf eine Parkbank und blicke in den dichten Tannenwald. Ein Spatz landet vor mir auf dem Boden und blickt mich neugierig an. Ich blicke irritiert zurück und der Vogel fliegt weg. Seit einem Monat bin ich nun in der Welt der Menschen. Verdammt! Was suche ich hier? Ich bin eine Elfe und kein Mensch! Werde ich meine geliebte Welt je wieder sehen? Aber zurückschauen auf die guten alten Zeiten kann ich nicht mehr. Es ist vergangen. Keine Anstrengung führt mehr zurück. Meine einzige Hoffnung ist es in diesem Clan..nein..in dieser Rasse mich weiterzubilden. Ich möchte nicht ziellos umherirren und irgendjemanden ab und zu beissen um nicht qualvoll zu sterben. Axys, der Neuzeitelf, brachte mich zum Hohen Rat. Dunkle Gestalten dessen Gesichter niemand kannte. Es heisst das diese zwölf die ersten Vampire waren. Ich brachte dem Rat meine Bitte vor. Nämlich das sie mein elfisches Blut vollkommen aus mir entfernen sollten damit ich reinrassig werden konnte. Wenn schon Vampir, dann ein vollkommener. Ich musste Tage in ungewissheit aushalten bis ihre Antwort kam: Lerne die Schmerzen beim Namen zu nennen dein Herz soll die Vollkommenheit der Gefühle kennen Deine Seele in absoluter Reinheit sein und dein Gewissen auf ewig dein, lerne jedes Wesen kennen du sollst nicht vor der Wahrheit davonrennen Jedes Wesen das weint, das singt, das lacht, das spricht und zirpt Lerne sie alle kennen damit du genau weisst was unter deinen Händen stirbt Ich verstand zu Anfang den Text nicht. Doch jetzt erscheint mir die Lösung einfach, denn jedes Wesen hat eine Familie, Freunde und Bekannte. Bringe ich es um, breche ich eine Lücke in die Gesellschaft. Viele Menschen werden trauern und ihre Leben werden zerstört sein. Kann ich mit dem Gewissen leben unzählige lebende Wesen auf einem Schlag zu ermorden? Kann ich in ihre gläsrigen, verweinten und flehenden Augen blicken und diese leuchtenden Seelen, ohne einen schlechtes Gewissen zu haben, zerstören? Ich will nicht. Aber ich kann. Falsch. Ich muss. Mimiklos streife ich weiter. The moon shines in a different light. Zu Hause gab es zwei Monde. Doch zu Hause wurde zerstört. Ich werde meine Aufgabe erfüllen. Ich werde die Leiter dieser Hierachie hinaufklettern und über das Absolute herrschen! In Gedanken versunken verziehen sich meine Augen zu zwei Schlitzen. Ohne es richtig wahr zu nehmen, setze ich mich auf eine Parkbank und blicke zu Boden. Plötzlich höre ich wieder ein Gezwitscher - der Spatz von eben. Oder doch ein anderer? Ich fixiere ihn und meine Augen dringen tief in seine Seele ein. Ein greller Blitz leuchtet plötzlich vor mir auf und ich hebe meine Arme hoch um meine Augen zu schützen. Als ich meine Augen wieder öffne scheint sich die ganze Welt jedoch verändert zu haben. Riesige Blätter liegen unter mir und...ja, ich sehe mich selbst auf der Parkbank liegen. Es scheint, als würde ich schlafen. Langsam tripple ich auf meine Hülle zu. Springe auf die Bank und flattere etwas mit den Flügeln. Es ist ungewohnt als Vogel. So ungewohnt...leicht. Ich spreize wieder meine kleinen, zerbrechlichen Flügel und flattere stärker und schneller. So schwer ist es gar nicht. Mein kleiner Körper erhebt sich langsam in die Lüfte und ich fliege immer höher und höher. Der Wind streift mich. Nein, er streift mich nicht. Er trägt mich praktisch weiter. Wie ein ausgetrocknetes Blatt mitten im wildesten Herbstwind. Meine Sinne öffnen sich und erblühen während des Fluges wie eine ausgedörrte Pflanze nach einem warmen Frühlingsregen. Ich spüre wie meine Kraft mich langsam verlässt und ermattet vom langen Flug lasse ich mich, in einem Nationalpark plötzlich wiedergefunden, auf einer kleinen Tanne nieder. Neugierig betrachte ich die Landschaft. Die Szenerie mitten im Wald erinnert mich stark an meine Welt. Wenigstends etwas tröstliches. Vorsichtig, mit der Angst abzurutschen, springe ich von einem Ast zum anderen. Abrupt erstarre ich. Dieses un-glaubliche Verlangen meine Federn zu putzen überkommt mich und ich streife sanft mit meinem Schnabel über meine Federn. Reflexartig hebe ich mein kurzes Beinchen und putze meinen Kopf...mmh.. Es mag Minuten vergangen sein. Ich weiß es nicht so genau, denn irgendwann hob ich mein Füsschen, ballte es zusammen und hob es in mein kuscheliges Federgewand um mich zu entspannen. Doch reißt mich ein leises Jaulen aus meinen süssen Vogelträumen. Erschrocken flattere ich wild umher, das Jaulen hatte mich fast vom Baum fallen lassen. Nachdem ich mich wiedergefasst hatte blicke ich hinunter. Zwei Wölfe sassen direkt unter mir und unterhielten sich. Interessiert und begierig darauf immer wieder neues zu lernen hörte ich ihnen gespannt zu: "Nun Arias, ich bin alt geworden. Meine Seele wird mich bald verlassen und mich zu meinen Vorfahren bringen. Heule für mich und leite das Rudel" sagte der ältere der beiden Wölfe und hustete leicht. Sein weiches, graues Fell zuckte langsam und der Wolf strecke sich ganz auf dem Boden aus da er sein Gewicht nicht mehr tragen konnte. "Versprich es mir Arias",wiederholte er und keuchte nochmal kurz bevor er tot zusammenbrach. Der junge Wolf war schneeweiß. Arias. Er war anscheinend von dem früheren Rudelführer dazu auserkoren worden das Rudel weiterzuführen. Höchstwahrscheinlich war der Verstorbene zu alt gewesen um es, wie gewöhnlich, in einem tödlichen Kampf entscheiden zu lassen wer die Führung des Stammes übernimmt. Mit seiner schwarzen Nase stupste der jüngere die Wolfsleiche kurz an und flüsterte ein leises 'Ich verspreche es' bevor er den Kopf wiedererhob um den Mond herzzereissend anzuheulen. Sekunden später hört man plötzlich das Echo...oder war es das Rudel das seinen neuen Anführer begrüsste? Ich wollte den Wolf zu seinen Kameraden begleiten und flog ihm hinterher. Er war schnell und ich konnte in meiner Spatzengestalt ihm nur schwer folgen. Seine starken Pfoten sicherten ihm eine enorme Sprungkraft und seiner geschmeidiger Körper passte sich dem Wind an. Lange Zeit folgte ich ihm. Ich war kurz davor zusammenzubrechen, da verlangsamte er plötzlich. Meine Güte was war ich glücklich....Nie wieder werde ich als kleiner Spatz die Welt erforschen! Ich landete wieder auf einem Ast eines Baumes und beobachtete wie der Wolf vor fünf oder sechs weiteren stehen blieb. Ein Weibchen schniefte leise und blickte Arias wehmütig an: "Ist er tot? Hat er uns wirklich verlassen?" Arias blickte zu Boden, ihren traurigen Blicken konnte er nicht lange standhalten. Doch das Weibchen verstand. Anfangs versagte ihre Stimme und eine hässliche Stille trat ein..realisiert was passiert ist fing sie dann an schreckliche Klagelieder zu jaulen. Arias blickte in die Gesichter der erschütterten Meute. Und in diesem Moment versprach er nicht nur seinem Rudelführer die Wölfe des Waldes zu leiten - nein, er versprach es sich auch selber! Er wollte sie alle beschützen, auch wenn er sich dafür selbst opfern müsste und sie mit seinem Blut und Fleisch am Leben zu erhalten. Keiner sollte je sagen er wäre ein schlechter Anführer gewesen! Ich las die Gedanken des Wolfes während er mit den anderen anfing den Mond anzuheulen. Ich entdeckte auch seine Sorge vor einem Kampf mit dem Feind. Ein weiteres Wolfsrudel etwas weiter entfernt. Natürlich wollte ich mir dies nicht entgehen lassen. Doch weiter in diesem Spatzenkörper wollte ich auch nicht leben! Somit legte ich meinen Kopf schief zur Seite und inspizierte die Wölfe genau. Ich wollte nicht auffallen, ich war noch nie in einem Wolfskörper gewesen und wenn ein junger, dynamischer Wolf plötzlich zu hinken anfing und irgendwelche seltsamen Laute von sich gab, würde dies garantiert auffallen. So erwählte ich den ältesten und schwächsten des Rudels. Der Alte blickte hoch zu mir, fast als wüsste er was ihn gleich erwarten würde. Er legte seine Ohren zurück und blickte in meine kleinen schwarzen Knopfaugen. Wieder leuchtete der Blitz vor meinen geschlossenenen Augen. Als ich meine Augen wieder öffnete sah ich meine Gegend etwas verschwommener. Doch roch ich die herrlichen Düfte der warmen Erde, des frischen Grases und verschwitzten Wolfspelzes. Ich seuftzte etwas, legte mich auf den Rücken und liess den Mond auf mich scheinen. Eine kalte Wolfsschnauze stupste mich an und ich blickte zu dem Störensfried. Es war das Weibchen. Runa. " Großer Vater" sagte sie. "Steht auf, unser neuer Führer will uns zu einem anderen Ort bringen da er den Kampf mit den Sceadawölfen fürchtet!" Ungewollt und etwas ungelenkig stehe ich auf. Ach...ich hab gar keine rechte Lust. Eben noch frei und glücklich komme ich mir nun an die Erde gebunden und tot vor. Ich trotte langsam voran, Runa vor mir. Sie ziehen zielsicher immer tiefer in den großen Wald hinein und ich folge orientierungslos hinterher. Der Wind streift meine nassgeschwitzte Mähne und die Kälte lässt mich frösteln. Ich bemerke wie Arias die Ohren zurücklegt und aufhorcht. Er schüttelt sich und gibt uns zu verstehen schneller zu laufen. Gelehrig tapse ich weiter und...nein...diese Instinkte! Wie ich sie hasse! Ich bemerke einen ebenso wie ich alten, müden Hasen und beeile mich ihn zu fassen. Die anderen konnten mich mal. Ich hatte Hunger! Sabbernd grub ich meine abgewetzten Zähne in das weiche Fleisch und wühlte meine Nase in seinem warmen Blut. |
| Calista | Runa schaute mich verzweifelt aus weiter Entfernung an und schüttelte traurig den Kopf. Dieser Körper war völlig unnütz. Er würde bald sterben. Ich spürte schon wie die Seele des Wolfes nach dem Tod schrie und heulte. Sicher, als Vampir töte ich..aber ich quäle meine mir dienenden Opfer nicht. So verliess ich den alten Körper der dann auch seelenlos in sich zusammenfiel. Ich spürte wie sein Geist den fremden Vogelkörper verliess und in eine unbekannte jedoch warme Welt entschwebte die ihn freudig begrüsste. Der Wind trieb mein neugieriges Ich weiter. Meine Seele drang langsam in den Boden und glitt mühelos durch die warme und feuchte Erde. Ich beobachtete wie Wurzeln unendlich langsam sich erstreckten und sich immer tiefer im Boden verankerten. Ich spürte wie die Geister der Bäume seuftzen und klagten wie sie brummten und sich streckten. Die Erde wurde kühler und ich schwebte atemberaubend schnell wieder nach oben. Arias lief keuchend neben mir. Seine wirren Gedanken erdrückten mich: Ich werde leben! LEBEN!LEBEN!LEBEN! Ich HASSE! Wut! Angst! Ehrfurcht vor dem Tod! Mein Stamm wird überleben! Liebe....zärtliche Liebe zu den Folgenden...ayoooaahhhhh!!!! Sein lautes, erschreckendes Wolfsgeheul fuhr in mich hinein und ich hob ruckartig meine Kopf. Bilder...diese Bilder... Er sah es! Er sah Blut an seinen Pfoten rinnen und er sah Runa hinter sich, weinend und sterbend, halb tot gebissen. Schreckliche Zukunftsvisionen. Hässlich und kalt. Klammheimlich bissen sie sich an seinen Knochen fest und verfolgten ihn schon sein ganzes Leben lang. Verschwommen sah ich das was er klar sah: Dort, unter seinen Pfoten, eine Blutlache, ein kleiner See im ausgetrockneten Wald. Gierig sog die Erde sein warmes Blut auf. Das letzte was er hören würde wäre nicht das traurige Wolfsgeheul weil sie ihren geliebten Anführer verloren haben. Nein, es wäre ein zerstörerisches Knurren und Schnappen. Er sah Ilias seinen besten Freund neben seiner zerstückelten Leiche. Keine Tränen füllten seine Augen. Zu sehr war er von Hass, Zorn und Trauer erfüllt. Der Tote möchte schreien als er sieht das sein lebender Freund auf den Schlachtplatz rennt und sich in das lachende Maul des Feindes verbeisst. Er beobachtet noch wie sein Maul tiefer sich in den Hals des Feindes gräbt und eine Blutfontäne zum spritzen bringt. Ilias würde noch das Blut in seinem vertrocknetem Mund fühlen - und zufrieden sterben. Ohne die vielen gebisse in seinem weichen und jungen Fell zu spüren. In meinen Augen würden sich Tränen füllen wenn sie könnten. Doch ich bin nur ein Geist. Eine untote Seele. Ein leichter Hauch auf dem Gesicht der Lebenden. Und ich muss lächeln wenn ich daran denke wie oft ich diesen Wind genossen hatte. Sollte ich weiterlaufen? Sollte ich in den Körper des Wolfes Arias gleiten um die Wölfe vor ihrem Verderben zu bewahren? Zu gerne würde ich das tun, doch ist es nicht mein Recht die Schicksale dieser Wesen aus den Händen der Nornen zu reissen und selbst zu führen. So bleibe ich traurig und verstört neben einem vertrocknetem Kirschbaum stehen und lasse die Wölfe an mir vorbeirennen. Ich kenne Ihre Zukunft. Allein diese folgenden Momente zu spüren waren hart genug für mich - ich möchte nicht den Herzzereissenden Schmerz kennenlernen wenn ich die Leiden der Wesen auch noch betrachte. An den Ästen hochangelnd klettere ich bis zur Krone des Kirschbaumes. Der Baum war einmal stolz und schön gewesen. Er ist noch jung. Doch sein Herz wurde gebrochen. Er wurde früher von vielen Menschen geliebt und beachtet. In langen trocken Perioden kamen Kinder und gossen kühles Wasser auf seine Wurzeln und der Baum lachte vor Glück und blühte unter der Liebe der Kinder auf und bekam die schönsten und saftigsten Kirschen weit und breit. Doch die Kinder wuchsen und wuchsen , sie wurden Erwachsen und sie bekamen selbst Kinder. Der Kirschbaum verstand dies. Schliesslich mussten sie sich genau wie er weiterfortpflanzen. Er war sich sicher das in baldiger Zeit seine Kinder wiederkommen würden um ihn zu betrachten, auf ihm zu klettern, unter ihm zu picknicken und ihn mit Quellwasser zu besprenkeln. Doch die Jahreszeiten verstrichen und sie kamen nicht. Seine Liebsten erzählten in ihren Geschichten nicht von dem strahlenden Baum aus ihrer Kindheit und dieser kam in Vergessenheit. Denn wer erwartete in einem Nadelwald einen Kirschbaum? Keiner würde sich aus Neugier hierher verirren. Seitdem gab er es auf zu blühen und Kirschen wachsen zu lassen. Seine Früchte würden eh unbeachtet zu Boden fallen und verotten. Es kostete zuviel Kraft schön zu sein. Und wozu blühen und strahlen wenn es keinen gibt der es schätzt? Der Kirschbaum lässt traurig einige Blätter zu Boden fallen. Es überkommt mich, ich verstehe nicht wie ...aber ich beuge mich zu ihm hinter und versuche ihn zu küssen. Meinen Kirschbaumgeist. Meine zierlichen Hände umarmen seine Äste und meine kalten Lippen hauchen ihm tausende kleine Küsse zu. Plötzlich spüre ich wie es unter mir erzittert. Doch es kommt nicht vom Boden. Der Baum zittert. Von Wurzeln weiß bis Krone kahl. Mein Baum schimmert grünlich und ein junger Mann erscheint auf dem untersten Ast. Er ist dasselbe wie ich - eine Seele. Hübsch ist er anzusehen. Androgyn , kindlich und doch haftet die Härte eines erfahrenen Mannes an ihm. Doch blicken seine Augen matt, kalt und leer. Er lächelt mich mit diesen Augen an und ich sehe etwas was ich noch nie gesehen hatte. Ein Leuchten, so intensiv! So strahlend! So einzig in seiner Art! Ich wurde von diesen Augen verzaubert und eine wohlige Gänsehaut breitete sich in mir aus. Plötzlich dachte ich bei diesem Anblick an das Meer. Trüb und dunkel am Abend und in der Nacht. Doch sobald die ersten Sonnenstrahlen des warmen Morgens auf ihn fielen...! Eine überschäumende Welle die das triste auslöschte und nichts als Klarheit übrigliess. |
| Calista | Ich starrte in die Schönheit und Klarheit dieser Seele. So etwas war selten. Schliesslich sah die Seele eines Menschen genauso aus wie sein Charakter es ihm erlaubte. Die Seele eines bösartigen Tyrannen, im leben schön und edel gekleidet, sah nach dem Tod aus wie der erschreckende Quasimodo von Notre Dame. Er flog zum mir hoch und legte seinen Kopf zur Seite. Leicht nervös erschien er mir als dieser mitbekam wie ich seiner Gestalt mit meinen Augen folgte. Ich vergaß das die menschlichen Seelen die Baumformer nicht sehen konnten. Er öffnete seinen Mund und anstelle von Wörtern kamen süsse Melodien und Lichtbündel die sich in meinem Herzen einnisteten. Er sprach mit seinem Herzen und bedankte sich für meine Aufmerksamkeit. Ob ich nicht mit ihm etwas durch die Gegend fliegen würde? Ich wollte es ihm gleichtun und ebenfalls mit dem Herzen antworten. Doch kamen nur plumpe Wörter aus meinem Mund. Als ich die groben Töne hörte hielt ich mir erschrocken den Mund fest. Doch der Baumformer grinste nur und hielt mir seine schillernd-warme Hand hin. Ich zögerte nicht und schon erhoben wir uns sanft in die Lüfte. Hand in Hand durchflogen wir den Wald. Obwohl scheinbar alles so schnell an uns vorbeifllog prägte ich mir jedes Bild des Waldes und dessen Einwohner ein. Ach könnte doch meine Freundin uns sehen. Könnte sie doch mit uns fliegen! Könnten doch die Menschen uns sehen! Sie würden vor Neid erblassen...! Ein grünlich schimmernder Mann mit wunderschönen Augen und langem gelocktem Haar. Ein kleines, zierliches Mädchen, blau, und sich mit dem grün des Mannes vermischend, Hand in Hand, in einen Wolkenbruch fliegend, die Sonne begrüssend, die Wolken umarmend und mit den Zugvögeln singend. Oh lieber Mann des Waldes lass mich für immer bei dir sein! Und mein Herz glühte und meine Augen strahlten als ich meine Gedanken mit meinem Herzen aussprach und vor Freude nach Luft schnappte. Der Mann lächelte, doch er schüttelte den Kopf langsam. "Du, eine Elfe, ich ein Bewahrer der Bäume, eine undenkbare Vereinigung..." Seine Worte trafen mich hart und verletzen mich grausam. Voller zerbrochener Träume liess mich mein Traummann loss und ich fiel. 'So tief konnte man nicht fallen und überleben', dachte ich mir. Dennoch, der Sturz ging langsam, wie bei einer Feder und ich landetete genau in meinem Körper. Ich zuckte zusammen, denn es schmerzte plötzlich wieder von der schwerelosen Welt in meinen eigenen plumpen Körper zurückzukehren. Vor allem da sich schon eine andere Seele darin Platz gemacht hatte - nämlich mein kleiner, völlig verängstigter Spatz. Ich hob seine kleine Seele auf die sich in meinem riesigen Körper versteckt hatte. 'Kleiner!' flüsterte ich. 'Habe keine Angst' und mit diesen Worten flog der Vogel, wie eine Pusteblume im Herbstwind, direkt in den Wald hinein. Sekunden später blickte er mich an, verstört, wieder am Leben. Er flog auf mich zu. Stupste mich an - und flog davon. Der Morgen machte sich schon bemerklich als ich aus dem Park auf die offene Straßen lief. Einige Schnapsleichen und Frühaufsteher wanderten orientierungslos durch die Gegend. Jeder in seinen eigenene Träumen versunken und ich in den meinigen. Während ich die Parkallee entlang lief und mehrere Busse und Autos an mir fuhren erinnerte ich mich wieder an die vielen kleinen Einzelheiten die von nun an mein Leben beeinflussen sollten: Die Wichtigkeit der Pflanzen, die Wichtigkeit von Harmonie, Akzeptanz, Liebe und Familie. Die Wichtigkeit Bedürfnisse auszusprechen und die Wichtigkeit vor dem Unbekannten keine Angst zu haben. Je weiter ich lief desto näher kamen die Siedlungen der Menschen. Einfache Ein- Zweifamlilienhäuser. Ich war schon ziemlich weit vom Zauberwald entfernt, doch konnte ich ein leidenes heulen und ein verstöretes Winseln erkennen. Runa ... es war soweit. Die Zukunft für sie began...ebenso wie die meinige... Schritt für Schritt lief ich aus der Vergangenheit meines Lebens. Die Zukunft stand genau vor mir. Und ich war nun ein 170 centimter großer Mensch der keine Angst haben durfte. Diese Welt war groß...und schliesslich schrie sie förmlich danach von mir entdeckt zu werden. Konnte ich diese Bitte abschlagen?...Sicherlich nicht...! |
| Calista | [COLOR=skyblue]Auf dem Boden sitzend,[/COLOR] [COLOR=skyblue]die Sterne betrachtend,[/COLOR] [COLOR=skyblue]denkend,lachend,schlafend,[/COLOR] [COLOR=skyblue]im winde wiegend,[/COLOR] [COLOR=skyblue]-liebe ich dich![/COLOR] |