| Rafael | Komm, oh öffne dich, du alte Tür, zerrissenen Holzes, versteinert mit der Zeit und der Nichtbeachtung. Führst du mich in die Starre? Ein gelber Schein mag auf dir liegen und die Mondsichel, die sich über beide Torflügel erstreckt, gibt einen blassen Nebel auf ihrer glatten Oberfläche wieder, der golden die Szenerie erraucht. Nun, komm und lass mich hinein Es fließt ein unbeleuchteter Rinnsal den linken Flügel hinunter, aus einer kleinen Spalte im Holz, und als ich dem folge, merke ich, dass kein Geruch meine Nase erkennt. Sodann achte ich darauf und nein kein Moder sondern regnerische Frische umweht mich und beruhigt mich, wie mich täuschen konnte ich. Tropf tropf Schmierlinienhinunterweiterpfützesichblubernduntenundobeneinleichtesknacken Ich schwanke etwas voran, spüre den ewigen Stein unter mir und presse meinen Mund hart an die Tür, Splitter bohren sich in meine Lippen, meine Nase, Augenbrauen, durchbrechen die Stirn, ich öffne den Mund Lecke schweres Erbrechen, sehr schweren Sirup von brauner Schwere die alte Bäume erstickt, wenn sie nicht ausbluten Und ich muss gestehen, es durchströmt nun ein ganzes Gefühl und markiert meinen Körper, wo es hinfließt, ich lächle, denn der Geruch verheißt nur Gutes Weiß ist so unbeschrieben, höre ich mich denken. Drum wähle ich Weiß als meine Farbe, die Tür durchschreitend, mich wieder findend im Nest einer Leere, die ich nur auszufüllen muss, damit sie mich reflektiert. Sodann schaffe ich Boden und denke mir … ja, etwas kommt von meiner Erziehung durch-durch wen? dass vor mir nun eine Wildnis steht. Zuerst das Wort, das Gefühl daran folgend und nun ausbauend im run wilder Schlagzeuge. (Einfügen Meditation auf Sinne in einer Landschaft oder besser: Übung!!!) Und als ich so durch meine Wildnis laufe, die roten Adern unter der weißen Haut pulsieren, flimmert die Luft, dass ich denke, etwas zerstört mein Kunstwerk. Und Menschen lieben das Wort Kunst, eben aus dem Grund, dass ihre Welt ein Kunstwerk ist. In ihrer Art hätten sie es sonst schon längst degradiert zum usefool tool of Knechtschaft. Ein heißer Draht, etwa meine Größe, in Rechteckform und es flimmert mehr dieser Rahmen, bis sich die Luft mit einem lauten Knall von Ekstase in meiner Seele entzündet und dunkelgelbe Flammen einen Rahmen vor mir bilden. Ich verharre, betrachte und denke mir, ob ich nicht ein Zirkuslöwe bin und durchspringe. Die Wildnis habe ich, die Exotik auch, fehlt nur der Zuschauer. Wieder frage ich mich, woher mir dieser Gedanke kommt, scheint mich jemand spazieren zu führen mit seinen Vorstellungen. Und warm glaube ich wird es etwas. Ob ich nicht Lust auf eine Wüste hätte, nein weniger, ob ich nicht Freude an einem Eismeer verspüren würde, glaub nicht, ob haltsMaul!springe ich durch das F l a m m e n i n n e r e ein Herzundfindemeins. Blut brennt Die roten dicken Samtvorhänge In mir In einem kleinen lake of desperations aus schwarzem Obsidian längst erkühlter Lava blicke ich mein Angesicht, meinen Körper und merke ich habe die Gestalt Mensch, nur alles weiß. Die Lippen, Haare, Haut, Augen, Pupillen, Brauen, Ohren, Fingernägel, Bauchnabel, Härchen, Genitalien, Zunge, Nase Ich starre auf diesen immer schwindenden Punkt, der hinabsinkt, und die Umgebung verschwimmt, Augen brennen, wie weich fließen meine Finger, Hände Arme durch die Luft und tauchen in den Stein, greifen eine Handvoll und ich esse ihn, den schwarzen Obsidian – Es möge der Himmel schwarz sein, verdunkelt und nur Blitze rotglühend die Szenerie erleuchten, wenn Rauch die Wolken vertreibt und das Land den Drachen gehört, die ich im Untergrund meiner Gedanken, etwa in Bauchnabelhöhe, spüren kann, wie sie dort existieren, sich mir jedoch nicht mitteilen, auch nicht beachten. Schreie wild und guttural lassen die Lande pulsieren, Hämmern von Nägeln geschlagen in den Boden und Festen errichtet von ehemals Wandernden. Ein Rhythmus Trommeln Nägel Füße stapfen Winde singen beißenden Tabak. |
| Rafael | Komm, oh komm, mein Kuss
Ich schalte um mein Bewusstsein und lege mich auf die dünnen, doch undurchsichtigen, also undurchdringlichen Schichten und betrachte das Werk. Eine große Stadt eröffnet sich meinem Blick. Dort ein Haus, hier ein Gasthof, ein Turm, eine Wehrmauer, Stadtwache, Karren suhlen sich durch den Dreck und das Fallgitter ist oben. Die Sonnen scheinen oben, klein, rund, heiß genung. Und da ich es für einen bestimmten Mustermenschen schreibe invoziere ich mit der Zauberformel ein Bild, sofern er nicht Gespür hatte: eine mittelalterliche Stadt ist dies, irgendwo in der Fantasie eines müden Archäologen verwurzelt – eine Möglichkeit. Oder doch nur die Realität, ein Gedankenkind eines Heranwachsenden? Ein Mann mit einem Geierkopf dreht sich um zu mir und schaut mich an, dann geht er weiter den Weg zur Stadt, auf dem ich auch stehe. Bin in einfacher Kleidung, kleines Messer an der Hüfte, einen Sack auf den Schultern, einen Rucksack drunter und darum tue ich etwas und gehe mal hin. Die Wachen suchen Schatten im Schutz der dicken muffigen zu nachtstunden Mauern und nein, sie tragen keine Rüstung, ein leichter Wams aus mehereren zusammengenähten Stoffschichten und ihre Speere, sind alles. Man mustert mich nicht einmal, als ich durchgehe, ach übrigens schon davor kam mir der Gestank entgegen, es riecht eben nicht so gut in einer Metropole, ohne hygienischen Sinn, vielleicht ein Kanalisationssystem, doch ich weiß, was einen da drin erwartet, eine kleine Stadt für Kriminelle, Sekten (oh ja, besonders die) und Ungeheuer, als ob die da freiwillig drin wären. Bin gespannt, was der Gott dieser Welt für alberne Vorstellungen hat. Nun, ich bin mal gespannt. Ich gehe an Holzhütten vorbei, alles sehr dicht zusammengebaut, ein Feuer wird die Leutchens wohl noch irgendwann belehren, bis jetzt hatten sie ja Glück. Hier ist die Straße schlammig, da denke ich Zivilisation und stelle mir Sümpfe vor, doch später dazu – vielleicht. Auf jeden Fall ist dies eine Waterei und wenn mir jemand noch etwas von gesundem Schlamm erzählt wird er meinen Zorn erleben, oder sein Gesicht wadentief in der Unterstraße. Ob ich mich ganz fallen lassen kann in dies? Mal schauen, ob Konzentration mit der Zeit kommt. Auf jeden Fall folge ich dem Trott, die selbstverständlich alle zum Stadtmittelpunkt wollen, wo aus allen Himmelstoren und – richtungen die Leutchens einströmen, um ihren Unterhalt zu verdienen. Marktplatzfeeling. Jah, und was macht mann und abenteurer da? Einkaufen. Konsum dringt dank uns in jede Ecke Phantasiens, welches wir wiederauferstehen lassen. Oh, schöne neue Welt, frei und geheilt von allem Übel. Problem bei allen Revolutionen ist, dass sie verdammt verhaftet sind an ihren Feindbildern, tja, wie will Mais wachsen ohne auf den Boden zu scheißen, der ihn hält? |