| Rosenfeuer | Namenlose Wünsche Was ich bekomme das wir zu Eis und lässt mich dran erstarren. Was ich gewollt, gewünscht - entgleist und zerschellt in Ewigkeit der Nichtigkeit. Wünsche sollten herzlich sein; doch hab mein Herz daran verloren. Wünsche sollten Wahrheit werden, meine Enden vor dem Träumen. Ohne Traum muss ich nicht hoffen und vergess was menschlich ist. Versuchte ich zu leben verginge dann die Sterblichkeit? Versuchte ich zu lachen färbte sich der Faden weiß? Blut tropft aus solchen Knäulen, die das Leben stets verheißen. Leben, das heißt Sprung ins Blaue, aus den Welten in die Welt. Doch geh ich - Vergeh ich. so wie das Licht im Abend sich bricht. Erinnerung, so scheint mir, ist wohl die qualvollste Art zu vergessen. --------------------------------------- Muss man euch denn führen? Der Himmel sieht zu uns herab und schließt die Augen zu zur Nacht. Wir verloren schaun nach Oben. Beginnen fiktive Götter zu loben. Doch nicht nur Risse zeigen sich, gar in Stücke es zerbricht. Wir sind jetzt nur noch halb zu sehen. Wie das eine, wir das andere vergehen. Wir suchen nicht die neuen Wege. Wir suchen einen guten Traum und greifen mit der Hand ins Leere. Wir schreien, doch man hört uns kaum. Wir fallen nach oben in die Schwärze. Füllen uns ganz mit Ungedult. Hoffnungs letzte helle Kerze scheint - doch wird ihr nicht vertraut. Der Himmel sieht zu uns herab. Öffnet Fenster, öffnet Türen. Das grelle Licht durchbricht die Nacht und enthüllt was wir gemacht: „Muss man euch denn führen?“ |
| Rosenfeuer | Elemente Ich bin die Erde, bin Geröll und Stein An Jahren jung, dem Sinn nach alt. Mein Kopf so klar, meine Seele rein Doch Herz und Gefühle eisig kalt. „Wann verlorst du deine Liebe?“ Sie starb als ihr mich vergessen habt. Ein Windstoß bin ich. Ich kenne keinen Ort. Bin nirgendwo, doch überall; Wo es mich hinzieht, dort zieht es mich fort. „Warum ruhst du nicht, Luft?“ Weil ihr mich vertrieben habt. Das Wasser fließt in meinen Händen. Die Kühle gar den Tränen gleich, die brennend auf den Wangen enden. Ach, meine Seen, sie sind so tränenreich. „Wann hast du das Lachen vergessen?“ Es geschah, als ihr mich gehasst habt. Das Feuer lodert in meinen Augen. Spiele erbarmungslos den Totentanz, denn verloren glaub ich meinen Glauben. Was ich zerstöre, zerstöre ich ganz. „Weshalb kennst du nur den Tod?“ Weil ihr mir das Leben genommen habt. |
| Rosenfeuer | Mond Einen kleinen Totentanz auf meinem Grab vollführe ich im Glanz des Mondes. So fern schaut er auf meine Tat mit seinem erkalteten Boden. Im traurigen Schein des silbernen Begleiters tanze ich meinen letzten Tanz. Vergesse Gelebtes - Vergesse Vergangenes. Ich rufe dich an, du ferner Mann. Hüte meine Worte, bewahre sie gut. Ich kann sie nicht sprechen ohne Leib. Nimm mein Leben, halte es fest. Ich kann es nicht leben in diesem Leid. Ich lege mich nieder und möchte jetzt ruhn. Schleuder dein Feuer! Töte mich! Ich selbst kann es doch nicht tun. Möchte vergehen und brennen zu nichts. Verschwunden das Leben im glühenden Licht. Der Körper zerfällt zu Asche und Staub. Und wie ein Phönix aus der Asche sich reckt, meine Seele sich erhebt und die Erde verlässt. Ich danke dir Mond für die stille Wacht. Gehabt euch wohl! Der Welt Gut Nacht! |
| Rosenfeuer | Impressionen von Hesses Siddhartha 2. Kapitel „Bei den Samanas“ Glockenschläge für die Sünder Herber Duft zieht durch den Raum, während Sünderlippen Lügen beten. Sie tragen Kerzen in den Händen, die zum Preisen sie erheben. Doch seht, das Rot der Kerze, es rührt nicht von der Liebe. Es zeugt von einem schlechten Traum und aus den harten Fäusten tropft Blut auf kalte Flur. Sie krallen ihre Fäuste um den hellen Schein. Denn leise flüsterts aus der Flamme, ein Flüstern von der Seeligkeit. Verlassen wollen sie das Nichtige und flüchten sich zur Wonne. Doch gefolgt kommt nach dem Leben nur die schwarze Ewigkeit. Sie wissen nicht - Sie hoffen. Nicht auf das Jetzt - Sie hoffen auf das Einst. Und strecken ihre Hände den Heiligen entgegen. Doch rühren sich hier keine Hände um die Suchenden zu finden. Und auf den Durst folgt nur Verdursten. Ein ewiger Durst nach Seeligkeit. |
| Rosenfeuer | Der Wolf der Nacht Der Wolf der Nacht, er lässt sein Heulen erklingen. Er verlangt nach mir mit all seiner Macht. Kann spüren, wie seine Worte mich umschlingen, wie sie mich in seine Nähe ziehen. Der Wolf der Nacht, er wittert meine Fährte. Plötzlich steht er vor mir. Er strotzt vor Kraft. Ich unterwerfe mich, so wie er es mir einst lehrte. Der Wolf der Nacht, er sieht mich an. Ich halte seinen Blick. Ohne jedes Wort zieht er mich in seine Welt. Es gibt keinen Weg daraus zurück. Der Wolf der Nacht, er trägt mich fort vom Leben hinein in die tiefe Dunkelheit. Ich wehre mich nicht. Habe schon lange aufgegeben Und flüstere der Erde leise Gut´ Nacht. |
| Rosenfeuer | Ich, die Sternenguckerin suche in der Ferne; im Äußersten mein Inneres. Sehe Lichter aus meiner Dunkelheit heraus. Höre Gelächter aus meiner Stille heraus. Erahne Leben aus meinem Tod heraus. Ich, die Sternenguckerin suche in der Ferne nach Errettung aus dieser Hölle. |
| Rosenfeuer | Fröhliches neues Jahr! Es ist Silvester. Sie stehen in der Nacht und bewundern das Feuerwerk. Auch Melody. Sie ist allein. Lachend steht sie auf und holt das Messer. Am offenen Fenster steht sie nun und fragt sich, wie sie die rot Flut wieder stoppen kann, die ihr die Handgelenke hinab läuft. |
| Rosenfeuer | Impressionen von Hesses Siddhartha 2. Kapitel „Bei den Samanas“ Glockenschläge für die Sünder Herber Duft zieht durch den Raum, während Sünderlippen Lügen beten. Sie tragen Kerzen in den Händen, die zum Preisen sie erheben. Doch seht, das Rot der Kerze, es zeugt von einem schlechten Traum und aus den harten Fäusten tropft das Blut auf kalte Flur. Sie krallen ihre Fäuste um den hellen Schein. Denn leise flüsterts aus der Flamme, ein Flüstern von der Seeligkeit. Verlassen wollen sie das Nicht´ge und flüchten sich zur Wonne. Doch gefolgt kommt nach dem Leben nur die schwarze Ewigkeit. Sie wissen nicht - Sie hoffen. Nicht auf das Jetzt - Sie hoffen auf das Einst. Und strecken ihre Hände den Heiligen entgegen. Doch rühren sich hier keine Hände um die Suchenden zu finden. Und auf den Durst folgt nur Verdursten. Ein ewiger Durst nach Seeligkeit. |
| Rosenfeuer | Die Zukunft denken Fort-Schritt im Zwiespalt Das Bewusstsein dieser Menschen in den Welten und den Wirren ist entstofflicht, ganz verinnerlicht in den Seelendramen unsrer Zeit. Fugenlos ist unser Reden. Monologe werden alt und Gefühle einst in wohllaut enden in Geschehen der Schwere. Ach, wo will das Wollen hin? Wonach soll das Leben streben? Wenn ein Name die Ideen beschmutzt zerstört der Mensch die Ewigkeit. Will denn nicht das irdisch Leben wandeln stest in Wohlgefallen? Doch wird bei dem Versuch zu ehren jedes gute Wort entweiht. Er büßt in Reue und in Qual. Ein großes Herz das Leere füllt. Nackte Seele ganz entblößt in Selbstvorwürfen bald ertrinkt. „Wo soll das enden?“, fragt das Leben. „In Heilschlaf, den Ewigen.“ So senkt er denn den Kopf zu Erden und erkennt sein Lebtagswerk. Es wird bald im Vergessen enden während er sich nun abkehrt. 28.01.2004 |