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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: Das Buch der Schatten
RosenfeuerNamenlose Wünsche

Was ich bekomme das wir zu Eis
und lässt mich dran erstarren.
Was ich gewollt, gewünscht - entgleist
und zerschellt in Ewigkeit der Nichtigkeit.
Wünsche sollten herzlich sein;
doch hab mein Herz daran verloren.
Wünsche sollten Wahrheit werden,
meine Enden vor dem Träumen.
Ohne Traum muss ich nicht hoffen
und vergess was menschlich ist.
Versuchte ich zu leben
verginge dann die Sterblichkeit?
Versuchte ich zu lachen
färbte sich der Faden weiß?
Blut tropft aus solchen Knäulen,
die das Leben stets verheißen.
Leben, das heißt Sprung ins Blaue,
aus den Welten in die Welt.
Doch geh ich - Vergeh ich.
so wie das Licht im Abend sich bricht.
Erinnerung, so scheint mir,
ist wohl die qualvollste Art zu vergessen.

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Muss man euch denn führen?

Der Himmel sieht zu uns herab
und schließt die Augen zu zur Nacht.
Wir verloren schaun nach Oben.
Beginnen fiktive Götter zu loben.

Doch nicht nur Risse zeigen sich,
gar in Stücke es zerbricht.
Wir sind jetzt nur noch halb zu sehen.
Wie das eine, wir das andere vergehen.

Wir suchen nicht die neuen Wege.
Wir suchen einen guten Traum
und greifen mit der Hand ins Leere.
Wir schreien, doch man hört uns kaum.

Wir fallen nach oben in die Schwärze.
Füllen uns ganz mit Ungedult.
Hoffnungs letzte helle Kerze
scheint - doch wird ihr nicht vertraut.

Der Himmel sieht zu uns herab.
Öffnet Fenster, öffnet Türen.
Das grelle Licht durchbricht die Nacht
und enthüllt was wir gemacht:
„Muss man euch denn führen?“
RosenfeuerElemente

Ich bin die Erde, bin Geröll und Stein
An Jahren jung, dem Sinn nach alt.
Mein Kopf so klar, meine Seele rein
Doch Herz und Gefühle eisig kalt.
„Wann verlorst du deine Liebe?“
Sie starb als ihr mich vergessen habt.

Ein Windstoß bin ich.
Ich kenne keinen Ort.
Bin nirgendwo, doch überall;
Wo es mich hinzieht, dort zieht es mich fort.
„Warum ruhst du nicht, Luft?“
Weil ihr mich vertrieben habt.

Das Wasser fließt in meinen Händen.
Die Kühle gar den Tränen gleich,
die brennend auf den Wangen enden.
Ach, meine Seen, sie sind so tränenreich.
„Wann hast du das Lachen vergessen?“
Es geschah, als ihr mich gehasst habt.

Das Feuer lodert in meinen Augen.
Spiele erbarmungslos den Totentanz,
denn verloren glaub ich meinen Glauben.
Was ich zerstöre, zerstöre ich ganz.
„Weshalb kennst du nur den Tod?“
Weil ihr mir das Leben genommen habt.
RosenfeuerMond

Einen kleinen Totentanz auf meinem Grab
vollführe ich im Glanz des Mondes.
So fern schaut er auf meine Tat
mit seinem erkalteten Boden.
Im traurigen Schein des silbernen Begleiters
tanze ich meinen letzten Tanz.
Vergesse Gelebtes - Vergesse Vergangenes.
Ich rufe dich an, du ferner Mann.
Hüte meine Worte, bewahre sie gut.
Ich kann sie nicht sprechen ohne Leib.
Nimm mein Leben, halte es fest.
Ich kann es nicht leben in diesem Leid.
Ich lege mich nieder und möchte jetzt ruhn.
Schleuder dein Feuer! Töte mich!
Ich selbst kann es doch nicht tun.
Möchte vergehen und brennen zu nichts.
Verschwunden das Leben im glühenden Licht.
Der Körper zerfällt zu Asche und Staub.
Und wie ein Phönix aus der Asche sich reckt,
meine Seele sich erhebt und die Erde verlässt.
Ich danke dir Mond für die stille Wacht.
Gehabt euch wohl! Der Welt Gut Nacht!
RosenfeuerImpressionen von Hesses Siddhartha 2. Kapitel „Bei den Samanas“

Glockenschläge für die Sünder

Herber Duft zieht durch den Raum,
während Sünderlippen Lügen beten.
Sie tragen Kerzen in den Händen,
die zum Preisen sie erheben.
Doch seht, das Rot der Kerze,
es rührt nicht von der Liebe.
Es zeugt von einem schlechten Traum
und aus den harten Fäusten
tropft Blut auf kalte Flur.
Sie krallen ihre Fäuste
um den hellen Schein.
Denn leise flüsterts aus der Flamme,
ein Flüstern von der Seeligkeit.
Verlassen wollen sie das Nichtige
und flüchten sich zur Wonne.
Doch gefolgt kommt nach dem Leben
nur die schwarze Ewigkeit.
Sie wissen nicht - Sie hoffen.
Nicht auf das Jetzt - Sie hoffen auf das Einst.
Und strecken ihre Hände den Heiligen entgegen.
Doch rühren sich hier keine Hände
um die Suchenden zu finden.
Und auf den Durst folgt nur Verdursten.
Ein ewiger Durst nach Seeligkeit.
RosenfeuerDer Wolf der Nacht


Der Wolf der Nacht,
er lässt sein Heulen erklingen.
Er verlangt nach mir mit all seiner Macht.
Kann spüren, wie seine Worte mich umschlingen,
wie sie mich in seine Nähe ziehen.

Der Wolf der Nacht,
er wittert meine Fährte.
Plötzlich steht er vor mir.
Er strotzt vor Kraft.
Ich unterwerfe mich,
so wie er es mir einst lehrte.

Der Wolf der Nacht,
er sieht mich an.
Ich halte seinen Blick.
Ohne jedes Wort zieht er mich in seine Welt.
Es gibt keinen Weg daraus zurück.

Der Wolf der Nacht,
er trägt mich fort vom Leben
hinein in die tiefe Dunkelheit.
Ich wehre mich nicht.
Habe schon lange aufgegeben
Und flüstere der Erde leise Gut´ Nacht.
RosenfeuerIch, die Sternenguckerin
suche in der Ferne;
im Äußersten
mein Inneres.
Sehe Lichter
aus meiner Dunkelheit heraus.
Höre Gelächter
aus meiner Stille heraus.
Erahne Leben
aus meinem Tod heraus.
Ich, die Sternenguckerin
suche in der Ferne
nach Errettung aus dieser Hölle.
RosenfeuerFröhliches neues Jahr!


Es ist Silvester.
Sie stehen in der Nacht
und bewundern das Feuerwerk.
Auch Melody.
Sie ist allein.
Lachend steht sie auf und holt das Messer.
Am offenen Fenster steht sie nun und fragt sich,
wie sie die rot Flut wieder stoppen kann,
die ihr die Handgelenke hinab läuft.
RosenfeuerImpressionen von Hesses Siddhartha 2. Kapitel „Bei den Samanas“

Glockenschläge für die Sünder

Herber Duft zieht durch den Raum,
während Sünderlippen Lügen beten.
Sie tragen Kerzen in den Händen,
die zum Preisen sie erheben.
Doch seht, das Rot der Kerze,
es zeugt von einem schlechten Traum
und aus den harten Fäusten
tropft das Blut auf kalte Flur.
Sie krallen ihre Fäuste
um den hellen Schein.
Denn leise flüsterts aus der Flamme,
ein Flüstern von der Seeligkeit.
Verlassen wollen sie das Nicht´ge
und flüchten sich zur Wonne.
Doch gefolgt kommt nach dem Leben
nur die schwarze Ewigkeit.
Sie wissen nicht - Sie hoffen.
Nicht auf das Jetzt - Sie hoffen auf das Einst.
Und strecken ihre Hände den Heiligen entgegen.
Doch rühren sich hier keine Hände
um die Suchenden zu finden.
Und auf den Durst folgt nur Verdursten.
Ein ewiger Durst nach Seeligkeit.
RosenfeuerDie Zukunft denken
Fort-Schritt im Zwiespalt

Das Bewusstsein dieser Menschen
in den Welten und den Wirren
ist entstofflicht, ganz verinnerlicht
in den Seelendramen unsrer Zeit.

Fugenlos ist unser Reden.
Monologe werden alt
und Gefühle einst in wohllaut
enden in Geschehen der Schwere.

Ach, wo will das Wollen hin?
Wonach soll das Leben streben?
Wenn ein Name die Ideen beschmutzt
zerstört der Mensch die Ewigkeit.

Will denn nicht das irdisch Leben
wandeln stest in Wohlgefallen?
Doch wird bei dem Versuch zu ehren
jedes gute Wort entweiht.

Er büßt in Reue und in Qual.
Ein großes Herz das Leere füllt.
Nackte Seele ganz entblößt
in Selbstvorwürfen bald ertrinkt.

„Wo soll das enden?“,
fragt das Leben.
„In Heilschlaf,
den Ewigen.“

So senkt er denn den Kopf zu Erden
und erkennt sein Lebtagswerk.
Es wird bald im Vergessen enden
während er sich nun abkehrt.

28.01.2004

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