| Soulstrider | Rabenflug Ein Götterbote von grausamer Art bist du, oh Rabe, was zieht dich zu mir? Schwarz dein Auge, schwarz dein Kleid gefallener Engel, Sklav' deiner Gier. Dein lauernder Blick! Er tötet die Nacht die so schützend bislang mich umgab und zeigt mir die Welt wie sie nun einmal ist ein buntes, laut schreiendes Grab. Was willst du, oh Rabe? Lass mich doch allein! Ich fliehe die Menschen, das Leben, das Licht, doch selbst hier im Dunkeln zerreißt mich die Pein! Das Leben, es hält mich in grausamen Klauen in mächtigen Banden aus sinnlosem Stolz! Spotte nicht, Rabe! So wird mir im Leide die eigene Hand nicht zum rettenden Freund. Das Leben zerrt an mir! Mit hungrigen Zähnen zerfetzt es mich, gierig nach Blut und lässt mich zu Tode verwundet nicht sterben. Der Mensch ist zum Leben verflucht. Siehst du, oh Rabe, die Blicke der Menschen? Sie scharren sich eng um mich her mit lächelnden Augen und Schaum vor dem Maule. Ich fliehe sie, ich ertrag sie nicht mehr! Ihr Alltagsgötter, so stur und so blind seid ihr ein Geschwür dieser Welt und foltert langsam das zu Tode was euch allein am Leben hält. Nie fasst ihr mich! Ich fliehe euch, nie hält mich eure Hand! Ihr fürchtet die Nacht, drum lieb ich sie innig. So tödlich still, so tröstlich kalt umgibt sie mich, umhüllt mich schützend mit nebelschwerer Urgewalt Oh Rabe, treuer Freund, flieg fort! Ich hör sie kommen, fliehe rasch! Den Vogel nur sehn sie in dir und siehe!Blutend, rötlich sirbt die Nacht! Töte mich Rabe! Nimm mir das Leben das ich niemals wollte, senk tief in mein Herz die erlösenden Klauen, befrei meine Seele und erweise mir Gnade in all meinem Schmerz. Die Welt geht zugrunde, und ich wein nicht um sie. Wie die Menschen auch ist sie mir gleich. Möder und Henker, sie verdienen den Tod bis sie ersticken im eigenen Blute, satt noch vom eigenen Leib. Die Qual verfällt und ich sehe ein Ende erstmals vor mir auf dem Weg. Breit die Flügel aus, Rabe, und folge dem Dunkel eh es im blendenden Morgen vergeht. Oh spreng meine Fesseln! Jetzt lach ich der Welt ins Gesicht, ich steh weit über ihr! Flieg, Rabe! Flieg in die Nacht und nimm meine Seele mit dir. |