| adinfini | Regnische Großstadtnacht Ich sitze alleine zu Hause auf meinem Sofa. Das Feuer im Kamin erlischt langsam. Ich trinke meine Tasse Tee und schaue aus dem Fenster. Es regnet und es prasselt laut gegen mein Fenster. Ich lasse den Blick über unsere nächtlich hell erleuchtete Stadt schweifen und warte, warte darauf, daß Du endlich an meiner Tür klingelst. Stunden vergehen, draußen in der Dunkelheit hat es sich im Laufe der Zeit eingeregnet und nichts passiert, nur der Zeiger der Uhr bewegt sich fort. Du bist immer noch nicht da. Die Nachbarn sehen sich das Abendprogramm im Fehrnsehen an und in meiner Wohnung herrscht eine erdrückende Stille. Es wird immer später und Du hast mich schon wieder versetzt, rufst mich noch nicht mal an. Wieder, wie jeden Abend, sitze ich einsam auf meinem Sofa, schlürfe meine Tasse Tee, lausche dem Feuer und blicke auf unsere verregnete kleine Stadt. Aber heute Abend soll es nicht so sein. Ich will raus, einfach nur mal raus und mal was anderes sehn als meine öden vier Wände. Draußen spazieren gehen und nachdenken über mich und das Leben. Da du dich wie jeden Abend immer noch nicht gemaldet hast und ich auch nicht mehr damit rechnen kann gehe ich raus – einfach mal drauf los – sehn was unsere Stadt nachts so zu sehen gibt. Ich ziehe mich an und gehe vor die Tür, es regnet immer noch. Das Wasser läuft mir durchs Gesicht, aber es ist mir egal, wie lange habe ich schon nicht mehr die Freiheit gehabt, einfach nur durch den Regen zu laufen ohne Sinn und Verstand?! Die Straßen sind menschenleer, nur ich laufe durch den Schein der flackernden Straßenlaternen. Kein Geräusch ist zu hören nur das prasseln des Regens. Ich laufe ziellos durch die Straßen meine Haare kleben schon an meinem Kopf und das Wasser läuft mir den Rücken hinunter, aber es ist mir egal. Wenigstens der warme Regen gibt einem die Wärme die ich bei Dir vergeblich gesucht habe und läßt mir die Freiheiten, die ich brauche. Aus den Kneipen kommen betrunkene Menschen die gerade noch gehen können und gröhlen in das Dunkel der Nacht. Taumeln von einer Ecke in die andere. Ich stelle mich ineine dunkele Ecke und warte bis sie weg sind. Was machst Du wohl gerade, läufst Du auch wie ich durch den Regen, oder sitzt Du wieder in Deiner Stammkneipe und trinkst ein Bier nach dem anderen. Ich irre weiter durch die Straßen, am Rand sitzen vereinzellt die Penner und schlagen sich die Nacht um die Ohren. Komisch sogar die, die keine Existenz mehr zu haben scheinen, sind nicht allein auf der Straße nur ich, ich laufe Stunde um Stunde allein durch die Gegend. Stunden verstreichen. Der neue Tag beginnt. Noch immer keine Menschenseele auf der Straße; nur der Regen und ich. Ich bin durchgeweicht bis auf die Knochen und mache mich langsam auf den Weg nach Hause. Wieder eine Nacht um die Ohren geschlagen und nichts erreicht. Ich komme zu Hause an, setz mich auf mein Sofa, sehe ins Feuer, schlürfe meinen Tee, lausche dem Regen und frage mich: GIBT’S DICH EIGENTLICH? |