| Asrai | ~ Engelstod ~ Deine Flügel aus Glas - zerbrochen. Kristallene Splitter am Boden vermischt mit silbrigem Blut. Tränen des Schmerzes mischen sich mit saurem Regen. Es herrscht längst Krieg, doch du hast es zu spät bemerkt, zu spät dein Schwert gezogen und ganz umsonst gekämpft. Er war schon lang entschieden. Nun stirbst du mit der Welt und ertrinkst in deinem Blut. Dein silbernes Schwert weit weg von dir am Boden. Diesmal bist du kein Held. Säure verätzt deine Haut, doch kein Schmerzensschrei, kein Laut von dir erklingt. Du nimmst es nur mit Tränen hin, dass du verloren hast. Man kann die Welt nicht retten, selbst als Engelskrieger nicht. Das silberne Schwert kommt nicht gegen des Menschen Schwärze an. |
| Asrai | ~ Schwarze Prinzessinnen ~ Bittersalzige Tränen Auf Porzellanwangen Bleich wie Schnee Und Augen so blau Wie der Himmel. Ein Kleid von Schwärze Wie kein Auge Es jemals hat erblickt. _ Wenn nur der Blick Nicht gar so leer Wenn nur der Kopf Nicht so gesenkt Eine Prinzessin könnt sie sein. Ihr Königreich Bestünd aus Schnee, Ihr Hofstaat nur Aus schwarzen Engeln Und Trauer wäre ihr Gemahl. _ Nur kommt es anders Als man denkt Und Engel gibt es keine mehr. Prinzessinnen in schwarzem Kleid Sind nur noch Traum Spät in der Nacht. _ Und an dem Abgrund Steht sie dort Und kein Hofstaat hinter ihr. Und springt sie nun Dort in den Tod, So stirbt ein kleiner Teil von mir. |
| Asrai | ~ Spüren ~ Ich kann den Tod spüren. Er ist nicht weit von mir entfernt. Sicher sieht er mich an aus seinen leeren Augenhöhlen. Nur eine falsche Bewegung und alles ist vorbei. Ich kann auch das Leben spüren. Es steht direkt neben mir. Es hält mich nicht fest und es lässt mich nicht fallen. Es ist eher erwartungsvoll und will sehen was geschieht. Ich kann die Vergangenheit spüren. Sie ist wie ein Gemisch aus Farben und was sie letztendlich ergibt ist einfach nur dunkel. Ich versuche sie abzuschütteln, doch sie klebt an mir fest. Ich kann auch die Zukunft spüren. Doch sehen kann ich sie nicht. Das Bild, welches ich von ihr habe, ist leer, ich kann nichts erkennen. Ich kann sie nicht greifen und sie zieht mich nicht an. Und ich kann die Gegenwart spüren. Sie lässt mich hier am Abgrund stehen und mein Leben auf eine Waage stellen um abzuwiegen, ob sich das Warten auf die Zukunft lohnen mag oder ob alles vergebens ist. |
| Asrai | ~ Ich hasse es ~ Ich hasse es, wenn du mir nicht zuhörst. Wenn du mich nur abwertend ansiehst und mich dann einfach ignorierst. Ich möchte dann am liebsten schreien. Doch ich weiß, du würdest mich gar nicht hören. _ Ich hasse es, wenn du mir den Rücken zukehrst. Wenn du dich einfach von mir abwendest, fort gehst und dich nicht noch einmal umdrehst. Ich möchte dann am liebsten weinen. Doch ich weiß, du würdest die Tränen gar nicht sehen. _ Ich hasse es, wenn dir wieder etwas an mir missfällt. Wenn du dich darüber beschwerst, wie ich bin und du mich von Grund auf ändern willst. Ich möchte dann am liebsten alleine sein. Doch ich weiß, dass Einsamkeit nur schmerzt. _ Ich hasse es, wenn du mich küsst. Wenn ich dir immer wieder alles verzeihe und mein Leben so Stück für Stück mehr zerstöre. Ich möchte dann am liebsten sterben. Doch ich weiß, davonlaufen hilft mir nicht... |
| Asrai | ~ Frei ~ Die Wunde ist tief und Blut beginnt den Boden zu bedecken. Und ganz langsam entschwindet die Seele aus dem Körper. Du hast mir den Dolch ins Herz gestoßen doch ich spüre es kaum. Ich bin schon lange tot. Du hast es nie bemerkt und nun ist es egal. Unfreiwilliges Leben nun endlich beendet, durch deine Hand. Mein Dank gehört dir und deinem Hass, ich bin nun frei. |
| Asrai | ~ Weltentod ~ Blutrot schimmernde Eiskristalle fallen der Erde lautlos entgegen. Schmale Kinderaugen weinen Asche. In ihnen glänzen Scherbensplitter und stöhnend schreit der Himmel. Die mächtigen Götter knien flehend vor Götzenbildern, selbstgeschaffen. Verantwortungsbewusstsein stirbt, zerfällt wie die Schneeprinzessin vor des Sonnengottes weitem Tor. Flehende Münder zugeklebt mit Flüssigkleber, giftig, kalt, Hände gebunden an das Ziel. Luzifer spannt den Bogen hart, und weint, Tränen aus schwarzem Pech. ...und schweigend wimmert das Leben. |
| Asrai | ~ Ein kleines Stück gestorben ~ Tränen am Grab der Sterblichen Ein Kranz aus Gänseblümchen Für die reine Seele Lächelnde Regenwolken Und wärmender Sturmwind Gedanken endlos weit entfernt Mit Engelsflügeln in den Himmel Wo du nun verweilst Lachende Kinderaugen In Ozeanfarben Zufriedene Porzellanpuppengesichter Und keine blutenden Wunden mehr Und auf der Erde Jemanden zurückgelassen In Ungewissheit, Trauer Und Ratlosigkeit Glück gesucht und gefunden? Melodien der Vergangenheit Töne der Sehnsucht Klang der Unendlichkeit Ein kleines Stück mit dir gestorben |
| Asrai | ~ Blutendes Herz ~ Stechender Schmerz. Berühre die Haut unter der mein Herz liegt und ziehe die Hand schnell zurück. Feucht und rot. Es verblutet langsam ohne einen Laut, mein Herz und ich bin starr vor Angst. Ich hatte gehofft, die Wunde heilen zu können. Nahm Nadel und Faden und schloss sie. Immer wieder. Es war umsonst. Jedes Mal, denn eure Ignoranz und euer Hochmut, sie lösen den Faden wieder auf. Und wenn ich mein Herz nun zu Grabe trage, werde ich allein die Grabrede halten und niemand hört zu. |
| Asrai | ~ Gedankenchaos ~ In Traumwelten versunken Hinabgetaucht - ertrunken Grellgelbe Sonnen Scheinen nicht bei Nacht Und nicht im Traum Dort ist es finster Ich glaub ich seh Gespenster In Weiss und leuchtend Rot Und obwohl es spät war Habe ich ein Eigentor geschossen Und die Menge hat gegröhlt Als ich am Boden lag Und schrie |
| Asrai | ~ Kinderkarussel ~ Kinderkarussel mit weißem Pferd. Ein Auge fehlt, liegt unweit nur am Boden, blutig... Es weint vor Schmerz, unfassbar, dass man es nicht retten kann, denn mit scheußlichem Rumoren, frisst ein Käfer seine Mähne, weicht das Wasser seinen Sattel, grünt das Moos auf seinem Schweif... ...ach wär ich doch noch Kind... |