| Ardor | Kristallherz Verletzte Seele, aber Kleinod unter Kieselsteinen, sprühst Farben aus der Tiefe, in irrlichterndem Spiel. Doch im Schutz von gläsernen Facetten aus hartem Kristall, ist dein Leuchten kalt geworden. Du kannst nur noch erstrahlen wenn du angestrahlt wirst. Unergründbarer Schachzug des Schicksals, daß ich deinem Zauber verfiel. Kristallherz, deine Schönheit, sie blendet. Du suchst den oberflächlichen Schein. Das lebendige Licht welches Wärme dir spendet, das scheust du. Deine Sehnsucht nach dem Fluß heißen Blutes, ertränkst sie mit rot funkelndem Wein. Wenn du weinst dann fallen diamantene Sterne, edel, aber kalt und weiß. Die verzehrende Glut des Schmerzes, hast du längst verborgen hinter glitzernden Spiegeln. Du schreist in die Welt daß es dir gut geht und lachst. Dein Lachen, - ein gläsernes Klirren. Scherben aus schimmerndem Eis. Kristallherz, deine Schönheit ist eine Ästhetik des Todes. Du strahlst in kaltem Glanz. Du hast keinen Rhythmus, du schlägst nicht. Deine Sehnsucht nach dem Atem der Liebe, betäubst sie mit einem melodielosen Tanz. Mit bloßen Händen versuche ich dir Wärme zu geben. Deine scharfen Kanten schneiden Wunden, tief mir in die Haut. Blut strömt über kalten Kristall und ich flehe; Beginne wieder zu leben! Ich bitte dich! Brenne, erglühe, sei selbst wieder Licht! Gib Wärme zurück meiner froststarren Seele! Ich halte dich fest und laß dich nicht fallen! Bitte! Herz aus Kristall, töte die Liebe nicht! |
| Ardor | Siehst du mich? Du glaubst du siehst mich? Du siehst die Hülle doch in meine Seele nicht Meinen gefangenen Körper siehst du, dem das Leben sichtbar Narben schlug Den stolzen Geist der sich die Freiheit nimmt, gleich einem Vogel frei, gedankenfrei im Flug dem Himmel zuzustreben, den hast du nie erkannt Du siehst nur die Fassade Das helle Licht im Innern siehst du nicht Und dennoch bin ich, trotzdem lebe ich Du siehst nur was du sehen willst - nicht mich Und dennoch liebe ich Dein Urteil hast längst du über mich gefällt Doch hast du den Abgrund je gesehen an dem mein Herz hier steht? Und der dumme Verstand der in mir tickt - So oft geliebt - So oft geträumt - So oft tief in die Schlucht gestürzt Hast du den tiefen Sturz jemals gefühlt? Warum siehst du nur die Fassade? Den brennenden Schmerz im Innern siehst du nicht Und dennoch bin ich, trotzdem lebe ich Du siehst nur was du sehen willst - nicht mich Und dennoch liebe ich |
| Ardor | Warum manchmal? Warum legt sich manchmal ein dicker Panzer um dein Herz? Warum bereitet man manchmal gerade dem, den man am meisten mag, den größten Schmerz? Warum errichtet man oft Mauern, wo man doch Brücken bauen will? Man will so oft tausend Dinge sagen Und bleibt am Ende dennoch lieber still. Warum zerbricht uns manchmal ein neuer Anfang schnell wie dünnes Glas? Warum verwandelt manchmal Liebe sich so schnell in Hass? Warum die vielen Zweifel, ob ein Lächeln, eine nette Geste doch nur die Illusion von Nähe sei? Du willst die Hand oft wieder neu ausstrecken Aber Angst läßt deine Seele nicht mehr frei |
| Ardor | Tausend Augen Alt und gezeichnet im fast noch Kindsgesicht. Blick der keine Hoffnung kennt, - aus leeren Augen. Die Seele tot, - vom Heroin betäubt, auf der Suche nach Vergessen. Den Körper in den Dienst des nächsten Rausch gestellt. Das Leben erst begonnen. Und doch die Tage schon gezählt. Tausend Augen blickten in ihr Gesicht. Tausend Augen sahen ihren Schmerz. Tausend Augen, - so kalt und starr. Keine Hand die sich erhob und Hilfe bot. Kein Licht, das ihre Seele neu erwärmte. Kein Morgen, der ihrem Leben wieder Träume schenkte, - nur Tausend Augen, die sie schon nicht mehr sahen Sonnige Zeiten, - in der Kindheit längst verloren. Liebe, - zum Wort ohne Inhalt geworden, zwischen Steinen, - in einer kalten Stadt. Allein, - im Regen aus Teilnahmslosigkeit. Ein Löffel graues Gift noch, - als einziger Sinn. Zu schwach sich gegen die künstliche Illusion zu wehren. Vor langer Zeit den letzten Traum geträumt. Ein Lebensstern der still vom Himmel fiel. Und so ging sie mitten unter euch, - die ihr euch Menschen nennt. Ein grauer, kleiner Schatten nur, - im Meer aus strahlender Selbstherrlichkeit. Seid wirklich ihr so blind geworden, dass ihr das fremde Leid schon nicht mehr seht? Sind eure Herzen bereits so kalt, - die Ohren taub, dass ihr den stummen Schrei nach Hilfe nicht mehr hört? Tausend Augen blickten in ihr Gesicht. Tausend Augen sahen ihren Schmerz. Tausend Augen, - so kalt und starr. Keine Hand die sich erhob und Hilfe bot. Kein Herz, das ihre Seele neu erwärmte. Keine Seele, die ihrem Leben wieder Träume schenkte, - nur Tausend Augen die sie schon nicht mehr sahen. Tausend Augen... Tausend Augen, die ihre Angst vorm Leben..., die die Angst vorm Tod in Ihren Augen..., tausend Augen..., die ein Menschenkind schon nicht mehr sahen. |
| Ardor | Gefangene Seele Ein wildes Tier geboren aus der Freiheit des unendlich weiten Ozean des Nichts hinein ins Sein Mit ihm zusammen wuchsen die Gitterstäbe des Käfigs, den es selber für sich baute und den andere für es bauten Heute, erwachsen geworden, putzt das Tier fleißig das Metall seines eigenen Gefängnisses dessen Gitterstäbe dicker werden und dichter Auf das es schön anzusehen sei hinter funkelndem Stahl, für all jene die vorüberziehen in ihren eigenen stählernen Käfigen Und mancher, dessen Haus ist ganz in blinkendes Eisen gehüllt, glaubt sich am rechten Platz verharrt in ölpolierter Selbstzufriedenheit Deshalb strebt auch das Tier weiter nach der Enge die sich als Sicherheit tarnt, in der Erinnerung verblaßt der Geruch der Wildnis Nur selten im Schlaf träumt es davon wie groß einst die Welt war und wie es jagte als Junges nach trockenen Blättern im Wind Wenn das Tier wach ist, blitzt manchmal noch ein schwacher Schatten vergangener Wildheit in den sonst gleichgültigen Augen Dann zählt das gefangene Tier die Zeit, die bleibt, bis es dereinst den verbrauchten Körper verläßt endgültig entflieht der eisernen Qual Wieder hinaus in die Freiheit des unendlichen Ozean des Nichts und weit hinter ihm versinkt der stählerne Käfig Aber noch hat es Angst vor der Endgültigkeit dieser Freiheit und erhebt sich deshalb wieder um die Gitterstäbe des Käfigs zu putzen |
| Ardor | Sternenfeuer Leuchtender blauer Planet Eine Lebensinsel im unendlichen Universum Licht der Sonne am Tag strahlende Sterne am Himmel in der Nacht funkelnde Tautropfen an einem sonnigen Morgen Das Glitzern auf den Wellen des Meeres am Abend Ein freier Gedanke, der Fesseln zerbricht Ein erfüllter Traum, der neue Träume nährt Klang von Musik, welche die Stille erfüllt Liebe die Menschen vereint Der Glanz in den Augen lachender Kinder Verletzbar Bedroht Hoffnung... - Schein einer Kerze in dunkler Nacht |