| Henkersbraut | So pflanze ich denn nun mein erstes Plänzlein in meinen Garten, wie sollte es anders sein, es ist die Köngin alles Blumen... Die Rose Ich sah eine Rose, so rot wie Blut, So bezaubernd und schön wie des Feuers Glut. Ich roch ihren zarten, betörenden Duft, Schwer hing er in der warmen Abendluft. Wie dünner Nebel umgab er mich, Wie durch Schleier trübte sich meine Sicht. Getragen wurde ich in ein Land voller Träume, Ein Land voller feuriger Rosenbäume. Niemals herrscht dort Schmerz und Leid, Nirgends gibt es Hass und Streit. Die dunkle, schwarze Nacht wurde verbannt, Aus diesem bittersüßen Niemandsland. Ich wollte mir eine rote Rose brechen, Doch vergaß ich, dass sie trotz der Schönheit stechen. Das Blut rann sanft und rot meine Hand hinab, Geleitete mich in das dunkle Grab. Das Grab meines eigenen Ich’s ich sah, So schwarz und düster und sonderbar. Ich war nicht mehr, wer ich sein sollte, Sondern so, wie diese Welt mich wollte. Ich erwachte aus meinem Totenschlaf, Und mein Blick auf eine Rose traf. Eine Rose, so rot wie Blut, So traumhaft schön wie des Feuers Glut. Donnerstag, 12.06.2003 |
| Henkersbraut | Narben Es ist noch nicht lange Zeit her, Da schwamm ich in einen Tränenmeer. Oft drohte ich fast zu ertrinken, Und immer tiefer im Schmerz zu versinken. Um mich her war kein Land zu sehen, Kein Platz, wo ich könnte hingehen. Nirgends war Rettung in Sicht, Niemals auch nur etwas Licht. Bis ich sah die Klinge silbern schimmern, Sie schien zu verstehn mein elend Wimmern. Sie war so kalt und scheinend, Doch hinterließ sie mich nur weinend. Die Dunkelheit sie nicht vertrieben konnte, Und der Schmerz sich niemals lohnte. Viele Gedanken in mir starben, Sie schenkte mir nur diese Narben... Mittwoch, 9. Juli 2003 |
| Henkersbraut | Trauer Ich habe mein Lachen verloren, Kann nur noch weinen. In der Trauer neugeboren, Denn ich liebe nur den Einen. Niemals werden meine Tränen versiegen, Immer werde ich an ihn denken. Will ich diese Macht besiegen, Muss er nur sein Herz mir schenken... Doch ich weiß, er liebt mich nicht, Er liebt nur sie. Gelöscht ist für mich alles Licht, Den Tag, den seh ich nie... M.A., 05.12.2003 |
| Henkersbraut | Letztens spazierte ich durch meinen Garten, da traf ich doch tatsächlich auf einen seltenen Gast. Kleines Getier wie Vögel sah ich hier oft, aber einen Wolf? Der Wolf Tief in einem dunklen Wald Traf ich auf deine schöne Gestalt. Du machtest mir Angst, ich fürchtete dich, Denn noch kannte ich dich nicht. Doch langsam fasste ich Vertrauen, Stetig wich mein Grauen. Nur der Vollmond schaute zu, Bei diesem seltsamen Rendezvouz. Zu spät bemerkte ich deine Begehr, Deinen Atem, süß und schwer. Ich fing an zu flehen, Hoffte, so meinem Schicksal zu entgehen. Ich wich mehr und mehr vor dir zurück, Langsam, Behutsam, Stück für Stück. Mit einem Sprung warst du bei mir, In deinen Augen sah ich nur Gier. Deine Zähne gruben sich in meine Haut, Jede Berührung schien mir so vertraut. Sanft streifte ich dein silbernes Fell, Bemerkte nicht den Strom aus roter Quell. Schaute ein letztes Mal in deine Augen, Sie schienen alles Leben aus mir zu saugen. Dann ließ ich mich langsam fallen, Vor deine messerscharfen Krallen. Noch ein letzter Atemzug, Dann hatte ich von diesem Leben genug. Dein sollte sie sein, meine Seele, Ich spürte ihn schon nicht mehr, deine Biss in meine Kehle... M.A. 28.01.2004 |
| Henkersbraut | Pflänzlein brauchen Wasser, so bin ich doch froh über etwas Regen... Doch wer sind die Kinder des Regens? Ihre Tränen fallen vom Himmel hernieder, Regen und Sterne singen sanft ihre Lieder. Dunkle Wolken verdecken des Himmels Blau, Ihre Welt ist immer Grau in Grau. Blitze und Donner sind ihre Gefährten, Jene, die ihnen das Leben lehrten. Freude am Leben suchen sie vergebens, Kinder der Wolken, Kinder des Regens. |
| Henkersbraut | Wenn ich durch duftende Blumenbeete schreite, dann ist das laute Gezwitscher der Vögel nicht zu überhören... Wenn ich die Augen schließe, träume ich dann davon, auch ein Vöglein zu sein... Ich wünschte, ich könnte meine Flügel ausbreiten, Dann würde ich die Vögel im Wind begleiten. Ich wünschte ich könnte zum Himmel fliegen, Einfach nur dieses Leben besiegen. Doch ich bin gefangen, hier am Boden, Weile schon jetzt unter den Toten. Bin eingesperrt in dieser Welt, Ganz egal, ob es mir gefällt. Ich kann nichts dagegen tun, So muss ich wohl auf ewig ruh'n. |