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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: Meine Gedanken
WingOfChange[color=royalblue]Zerfall der Zeit

Einst war Dein Herz erfüllt
Von Liebe und Wärme,
Doch jetzt umgibt Dich ein eiskalter Hauch....
Es ist, als hätte man Dich ausgewechselt,
Du bist so vollkommen verändert.
Als hättest Du niemals wirklich gelebt.....

Dein Gesicht war einmal
So frisch und wohlgenährt.
Doch nun ist es bleich,
Eingefallen und Deine Lippen
Umspielt ein totes Lächeln....

Deine Haut, einstmals so zart und und sanft,
Hat den Anschein eines Spinnennetzes
Über dem Spiegel Deiner Seele....
Hattest Du überhaupt jemals eine Seele?

Das Blitzen in Deinen Augen ist verschwunden,
Ebenso der prächtige Glanz Deiner pechschwarzen, hüftlangen Haare,
Die nun schlaff und gräulich schimmernd wie der Nebel der Verdammnis
Deinen zerfurchten Körper bedecken.

Deine Hände sind so knochig und mager geworden,
Beinahe, als hätte man sie abgenagt....
Sie wurden zernagt von der Zeit,
Die Dich letztendlich zerstörte.

Was ist aus Deiner strahlenden Schönheit geworden?
Was hat Dich angegriffen und auf solch grausame Weise zerstört?

Wo ist Dein Leben hin?[/color]
WingOfChange[color=royalblue]Mein Traum

Ein Traum wurde wahr,
Als ich Dich zum ersten mal sah.
Die letzten Nächte damit verbracht,
Dich zu vergessen.
Doch stattdessen,
Ich mich noch mehr nach Dir verzehr....

Keine gemeinsame Zukunft in Liebe und Glück,
Unter Tränen denke ich daran zurück,
Was war,
Als es um uns geschah.

Wir küssten uns heiß,
Unsere Hemmungen fielen,
Wir begangen mit dem anderen zu spielen.
Ich lebte in dem Moment nur für Dich,
Vergaß alles andere um mich.

Und nun wird mir klar,
Wie sehr ich Dich vermisse.
Deine Küsse,
Deine Berührungen....

Doch all meie Bemühungen,
Dich zu vergessen,
Scheiterten kläglich....[/COLOR]
WingOfChange[color=royalblue]Liebe der Toten

Nacht.
Zwei Kreaturen.
Sich liebend.
Totenbleiche.
Zärtlichkeit.
Liebe?

Weiches Fleisch.
Weiße Haut.
Schmatzen?
Stille.

Dunkelheit?
Kerzen.
Lust?
Qual?

Kopf geneigt.
Leises Stöhnen.

Fesseln.
Erotik?
Pein?
Zärtliche Küsse.

Bisse?[/color]
WingOfChange[color=royalblue]Reise zum Mond

Wie oft sitze ich hier im Dunkeln
und schaue hinauf zum Mond....
Ich glaube die Seelen der Toten
steigen auf und gehen auf
eine Reisedorthin.

Es muß ein langer Weg sein
bis dort oben.
Ob alle Seelen dort ankommen?
Oder ob sich manche verirren
auf diesem Weg?

Wenn ich an diesem Gedanken festhalte,
dass Du nun auf dem Mond bist
und vielleicht zu mir runterschaust,
tut es nicht mehr so sehr weh,
aber ich vermisse Dich immer noch....

Wenn Du dort bist,
gib mir bitte ein Zeichen,
damit ich mir sicher sein kann,
auf dem richtigen Weg zu sein
und Dich wieder zu sehen.

Warte noch ein bißchen,
mein kleiner Schatz.
Ich bin schon seit Jahren unterwegs
und bald werde ich endlich
wieder bei Dir sein können.

Und beende meine lange
Reise zum Mond......[/color]
WingOfChange[color=royalblue]Ende allen Lebens

Ich bin eine Leiche.
Mein nackter Körper liegt, mit verwelkten Blättern bedeckt,
verborgen im Graben eines Herbstwaldes.
Er ist kalt und starr, wie Wasser, gefroren zu Eis.
Bleich wie Straßenkreide.
Meine Lippen sind bläulich verfärbt und spröde,
wie die mit Schimmel benetzte Rinde eines alten Baumes.
Meine Augen starren mit glasiger Leere gen Nirgendwo,
ihr Glanz ist erloschen.

Mein einst so junger Leib,
nun bedeckt mit Leichenflecken.
Die Nylonstrumpfhose, noch immer um meine Kehle gelegt.
Unter meinen Nägeln, winzige Hautfetzen,
ein kleines Andenken an meine Pein.
Insekten krabbeln über mein Fleisch
und nisten in Nase und Ohren ihre Brut.

Niemand sieht mich.
Liege hier, im Schatten des Waldes,
in dem ich mein Leben verlor.
Ich bin nur eine Leiche....
Nur eine von vielen....[/color]
WingOfChange[COLOR=royalblue]Meereswelt


Ich möchte alleine sein, fernab von allem, was mich auf dieser Welt noch hält.
Ich möchte weg von hier, niemanden mehr sehen, niemanden mehr hören.

Abtauchen unter die Meeresoberfläche, das möchte ich.
Mit den Fischen schwimmen, denn Fische sind stumm.
Sie ziehen langsam ihre Bahnen um mich herum.
Mein kleines Universum dreht sich nur um mich, niemand anderen sonst.

Ein Delfin schwimmt an mir vorbei, stupst mich mit der Schnauze an.
Meine Hand bleibt an seiner Rückenflosse hängen, er zieht mich sanft mit sich.
Auf seinem Weg durch´s unendliche Meer.
Fernab der Zivilisation klinke ich mich irgendwann aus, wenn ich ganz alleine bin.
In einem Korallenriff mit Millionen von dunkelroten Korallen.
Mein Blut fällt nicht auf zwischen ihnen....

Ich horche in die Wellen hinein.
Mich vermisst niemand, wie schön.
Das salzige Wasser erfüllt langsam meine Lungen, ich merke, wie die Luft aus mir weicht.

Es tut so gut....
[/COLOR]

© WingOfChange
WingOfChange[COLOR=royalblue]Genickbruch



Heftig schlug der Regen gegen die Fensterscheiben meines Zimmers.
Ich saß an meinem kleinen Schreibtisch, das Gesicht auf das Fenster vor mir gerichtet, einen Stift in der Hand, den ich nun zum Mund führte, um etwas auf seiner kappe herum zu kauen, die ich auf das Ende gesteckt hatte.

Ich beugte mich ein Stück vor, so dass ich aus dem Fenster auf die Straße sehen konnte. 'Ganz schön hoch', dachte ich mir, lag mein dunkles Zimmer doch im 3.Stock des Altbaus in einem schäbigen Stadtviertel, weitab der Glitzerwelt dieser Stadt. ich ließ den Stift langsam aus meinen Fingern auf die gummierte Schreibunterlage auf dem Tisch gleiten, wo er mit einem leichten Klicken aufkam.
'Wie man sich wohl fühlt, wenn man so weit hinunter fällt?' fragte ich mich und mich durchschoss der Gedanke wie ein Blitz, es ausprobieren zu wollen....

Meine knochigen Schultern umschloss eine ausgeblichene, schwarz-gräuliche Strickjacke, ich trug einen dunklen Wollrock und meine nackten Füße steckten in schäbigen grau-grünen Filzpantoffeln. Ich ging zur Wohnungstüre, öffnete sie und der muffige Geruch aus dem Hausflur umfing mich wie eine Wolke. Die alte Holztreppe ächzte, als ich sie langsam hinunter ging und die eisenbeschlagene Haustüre öffnete sich nur widerwillig.
Sofort peitschten mir kalte Regentropfen ins Gesicht, einer davon traf genau in mein Auge, aber ich bekam es nur am Rande mit.

Hastig schob sich eine alte Frau mit schweren Einkaufstüten bepackt murrend an mir vorbei, ich solle nicht so leicht bekleidet auf die Straße gehen und mich in den Regen stellen, ich hörte sie kaum....

Ich trat ein paar Schritte zurück und schaute hinauf zu meinem Fenster, es sah ganz milchig aus von hier unten, gewährte es doch von innen einen immerwährend klaren Blick auf die Straße und die Leute, die sie hastig überquerten.
Die Haare hingen mir strähnig ins Gesicht und die Regentropfen bahnten sich langsam ihren Weg meinen Nacken hinunter,rollten über meinen Rücken, über meinen Po, um letztendlich an meinen Beinen in den ohnehin schon vollkommen durchnässten Filzpantoffeln zu enden.

'Der Asphalt schaut so glatt aus, fast malerisch schön mit dieser immer größer werdenden Pfütze neben mir' zuckte es in meinem Kopf. Ich bückte mich und berührte mit den Fingerspitzen nur kurz und eher zaghaft den harten Betonboden, er war kalt und glitschig.

Ich schauderte und ging ins Haus zurück, hinter mir fiel die Wohnungstüre laut ins Schloss, ich hatte wieder einmal vergessen, sie festzuhalten, bei schlechtem Wetter knallt sie doch immer so schnell zu. 'Gleich kommt der alte kauz von nebenan wieder und beschwert sich noch ein weiteres mal', grinste ich tief in mich hinein, 'aber ich werde ihm die Türe nicht öffnen, diesmal nicht' bekräftigte ich kopfschüttelnd meine arglos dahin gemurmelten Worte.

Ich ging wieder zum Schreibtisch, schob ihn beiseite und öffnete das Fenster. Inzwischen hatte der Regen noch mehr an Kraft zugelegt und riesige Regentropfen fielen schräg auf das Fensterbrett und auf den Schreibtisch, trafen das halb beschriebene Blatt Papier und verwischten die Schrift an manchen Stellen.

Ich kletterte auf den Sims und stütze mich mit den Händen an der rauen Hausfassade ab, während ich mich langsam immer weiter an der Wand entlangschob.
Der Regen schlug mir ins Gesicht und hoch oben im Himmel grollte der Donner. Ich ging, nein, ich kroch mehr als das ich mich aufrecht bewegte, auf dem schmalen Fensterbrett hinüber bis zum Fenster der angrenzenden Wohnung. Ich verharrte so, dass man mich von dort aus aber nicht sehen konnte.

Dann richtete ich mich auf 'Ade Du bunte Glitzerwelt, ich übergebe mich hiermit nun dem grauen Universum' durchfuhr ein fixer Gedanke meinen Schädel, die regennassen Harre klebten strähnig an meinen Schläfen. Ich strich sie zur Seite, schloss die Augen..... und ließ mich einfach fallen.
Spürte, wie der Regen meinen Rücken traf, meine regennasse Kleidung war schwerer als ich dachte. Ich hörte den Wind in meinen Ohren, er flüsterte zu mir, aber ich verstand es nicht, hatte meine Ohren für alle Geräusche von außen verschlossen, hörte nicht den entsetzten Aufschrei der alten Frau mit den Einkaufstüten....

Mein letzter Gedanke war 'Hoffentlich lässt der Regen es nicht aussehen, als wenn ich geweint hätte', aber die Regentropfen fielen unnachgiebig auf das kleine Stück Papier, welches vom Regen beschwert auf der Gummiunterlage festklebt ud an den noch trockenen Ecken im Wind flatterte. Die Türklingel ging, es war der Alte von nebenan....

Den Aufprall nahm ich nicht wahr, tauchte nun ganz ab in eine neue Welt, die mir so viel besser erschien als die jetzige.
Und der Regen vermischte sich mit meinem dunkelroten Blut, welches mir aus Ohren und Nase floss, die Augen waren seltsam verzerrt und mein Genick war gebrochen....[/COLOR]


© WingOfChange
WingOfChange[color=royalblue]Liebe


Liebe ist warm.
Wie ein wohlig warmer Sommerregen umschließt sie einen in ihrer Güte.
Man schmiegt sich an sie, verliert sich in ihr.
Verbringt jede freie Minute mit dem Gedanken an den Geliebten.
Möchte jeden Augenblick mit ihm zusammen sein.
Ihn sanft in den Armen halten, ihn küssen und einfach nur seine Nähe genießen.

Liebe ist eiskalt.
Wie ein Gefängnis aus Eis und Stahl, aus dem man nicht entkommen kann.
Gedanken schwirren durch den Kopf, bereiten unruhige Nächte voller Angst und Einsamkeit.


In meinem Kopf, immer fort und niemals endend.
Der Gedanke quält mich so sehr, das ich in Tränen ausbreche.
Ich fühle Deine Nähe, doch ertrage ich sie nicht.
Ich fühle mich zu Dir hingezogen, doch gleichzeitig stößt Du mich fort.

Warum?
Warum liebst Du mich mit einer Kälte, die mein Herz zerreißen zu droht?
Fühlst Du nicht, wie sehr mein Herz die Wärme braucht?
Die Sonne Deiner Seele....[/color]


© WingOfChange
WingOfChange[color=royalblue]Alptraum


Du bist dort.
Liegst neben mir.
Hälst mich sanft in Deinen starken Armen.
Plötzlich spüre ich einen stechenden Schmerz in meiner Brust.
Ich schaue hinab und erblicke Deine Hand, wie sie in meiner Brust steckt, mein rotes Herz pochend in ihr liegend.
Warum hast Du das getan? frage ich Dich.
Doch Du lächelst nur kalt und sagst "Ich nehme mir nur, was mir zusteht...."
Ich verstehe Dich nicht.
Stehe vor dem Spiegel, sehe das Loch in meinem Oberkörper.
Dort, wo einst mein Herz schlug, ist es leer und kalt.
Ein schwarzes Loch, das alles verschlingt.
Ich habe Angst.
Der Spiegel zerspringt, ich starre in den Raum dahinter.
Er ist kalt, leer und dunkel, wie der Platz, an dem einst mein Herz sich befand.
Und mittendrin Du.
In einem hellen Lichtkegel, in dieser Engelsgleichen Gestalt kommst Du auf mich zu und reichst mir Deine Hand.
Ich nehme sie zögernd.
Im nächsten Moment wache ich auf und blicke in Deine wundervollen blauen Augen.

Ich habe nur geträumt.....[/color]



© WingOfChange
WingOfChange[COLOR=royalblue]Und der Himmel weint....



Totenstille um mich herum.
Es ist kühl, angenehm kühl.
Das letzte, woran ich mich erinnere, ist ein heißer Junimorgen.
Ich saß gerade beim Frühstück, da kamen sie.
Sie holten mich zu sich, schmeichelten mir mit sanften Worten und betörenden Klängen.
Lockten mich in ihre Behausung, ließen mich nicht mehr fort.
Sie ölten meinen Leib, salbten ihn mit wohlriechenden Mitteln.
Bedeckten meinen Körper mit einem Tuch, so leicht wie der Nebel, der morgens auf den Feldern liegt und sie mit einem mystischen Aussehen segnet.
Plötzlich höre ich ein Donnergrollen, weit von hier entfernt.
Es ist, als wenn ich unmittelbar darüber wäre, aber doch so weit entfernt.
Wie durch Wolken....

Oh Du feuchte Grabeserde, wie sehr habe ich mich danach gesehnt....
In Deinen Armen zu liegen und an nichts mehr denken zu müssen.
Alless hinter mir zu lassen, was mich belastet.
Was mich verfolgt, denn hierher wird es mir bestimmt nicht folgen....
Ich atme Deinen Duft ein, so würzig-herb und doch so beruhigend.
Der süße Geruch des Todes steigt mir in die Nase....
Ich schlage die Augen auf, über mir hängt ein weißes Tuch wie ein Schleier zart und berührt sanft mein Gesicht.
Ich sehe den Regen wie durch eine Glasscheibe, fühle ihn plötzlich auf meiner Haut, er ist so angenehm warm und trägt den Geruch eines heißen Sommers.....
Etwas trägt mich hinauf und ich blicke hinab auf diese meine Welt, die nun nicht mehr länger meine Welt sein soll.
Was ich dort sehe, zerreißt mir das Herz; ich sehe Dich an einem Grabe stehend, weinend, das Gesicht hinter den Händen verborgen.
Ich versuche die Inschrift auf dem weißen Marmor zu lesen,
Es ist mein Grab....[/COLOR]



© WingOfChange

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