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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: Gedichte & Gedanken
SeelenvergifterTaucht ein in meine Welt, sie ist eure, wenn sie euch gefällt...


bis ans ende aller tage


im gifte deines toten hafens
schwimmt die schwere lang und dürr
ich spucke gierig, um zu saufen
das gebein gehört nun mir

und jede nacht in vollem rausche
zerrt der mond am fleisch der welt
und sabbernd an den eingeweiden
bis er doch vom fleische fällt

der hafen stinkt nach tod und elend
blinde frösche, schmeckt nach moos
bevor ich endlich schlafen gehe
leg den kopf in meinen schoß






wo die wahrheit liegt


tief unter meinen augenbrauen
seen voller salz und meer
tief unterm nabel weiße völker
warten sehnlichst auf verkehr

tief hinter meiner brust schlägt heftig
ein vulkan aus roter glut
tief hinter meiner stirn pulsierend
leben schlangen von dem blut

und an den seiten liegen muscheln
nackt am strand, rauscht mit dem wind
in wahrheit gibt es keinen hafen
auf der seele sind wir blind






fieber


viel zu lange schon liege ich wach
in meinem bach voll tränen und dämonen
wo ich dich einstmals suchte
gehe ich nun zu grunde
überm abhang schläft der tod
und träumt mich frei von dieser welt

viel länger wollte ich doch zehren
von dir und deinen augen
im tiefsten dunkel wollt ich dich berühren
und aus den trümmern dir ein schloss bauen
stell dir vor, die welt geht unter
dann glaubst du, was ich sage:

du bist das schönste tier von allen
und deine seele ist das meer
auf dem ich treibe ohne segel
denn die hoffnung hab ich aufgegeben
ich will nur deine wärme spüren
dann macht das dunkel nichts

stell dir vor, die welt geht unter
dann wären wir doch frei von allem
dann könnten wir die wahrheit spucken
aus unsrem selbstgefängnis
vielleicht sind rosa wolkenbrücken
irgendwann mein weg zu dir






tanz der teufel


dämonischer verführung erlegen
der blinde fluss läuft rückwärts
mir den rücken hinauf

der schale wind auf toter see
führt in die häfen der verderbnis
wo die heimat wäre

die schleier der verzweiflung
treiben sehnsucht in die augen
in den farben der nacht

rissiges segel, kein steuer mehr
und keine matrosen mit haut noch
es zu flicken

der wahnsinn kommt in wellen...






im traum


fade wolken ziern den himmel
über nacht hat nicht gestört
denn ihr duft hat mich betört
ignoriert den stolzen schimmel

weder fliegen, noch die maden
fraßen den kadaver an
was da lag vom toten mann
hundsgemein, nicht zu vertragen

also ging ich, sie beim händchen
brücken sprengen ohne laut
war die allerschönste braut
stille tränen in das kännchen

bis wir dann an dem gestade
auf die knie fieln, taub und blind
was wir waren, was wir sind
nur im traum kommt es zu tage






weil ich dich nicht haben kann


das augenlicht nahm ich dir gestern
heute sind die haare dran
morgen küss ich dich dann blutig
weil ich dich nicht haben kann

zerschnitt dir das gesicht gar grässlich
wenn es dich auch hässlich macht
morgen zieh ich dir die zähne
schön bist du für mich heut nacht

du trägst das rosa kleid der mutter
schön warst du von anbeginn
tiefer wollt ich dich berühren
nun ist alle hoffnung hin

so nehm ich dir zuletzt den atem
fass dich überall nun an
jag das blei mir durch die schläfe
weil ich dich nicht haben kann





wilde tiere


zwischen hass und innig liebe
gibt es nicht vernunft, nur triebe
spürst du auch den seelentod
der uns stets zu holen droht?

keine macht kann uns bewegen
diesen wahnsinn aufzugeben
kinderleichen, krieg und blut
hasserfüllt von rachsucht, wut

menschen tun abscheulich dinge
die ich zu papier dann bringe
gib schon nach, dem drang zu töten
ohne dabei zu erröten

alles leben muss zerstören
alles muss dir selbst gehören
was wir sind und was wir bleiben
"wilde tiere" werd ich schreiben






wie zerplatztes porzellan


das böse dieser welt ist überall
und wie zerplatztes porzellan in meinem kopf
dessen scherben meine seele schneiden
und den ozean der verdammnis
mit blut und tränen füllen

hier ist deine seele
ein schiff in dunkler nacht
mein herz ein rotes segel
aufgespießt auf einen mast
dessen spitze feurig glüht

unser fleisch ist längst verwest
und brennt auf stirn und lippen
das verderben folgt mir nach
auf schritt und tritt
und auf dem fuße

das erdrückende gewicht
der welt stürzt auf mich ein
wie glühend heiße nägel
die sich in die augen bohren
weil die welt in blut ertrinkt






[to be continued...]
Seelenvergifterflammenpest - der seelenvergifter I


flammen sonnenträger abendschwimmer
kriechen mir empor am bein
und in dieser finsternis für immer
sollte gott mein sklave sein

fiel ich doch ins reich der schatten, schlimmer
herr der seelen, schmerz und pein
und bei mitternächtlichem gewimmer
hauche gift den seelen ein

qualen seelenloser unschuldsengel
laufen mir hinab am mark
und in diesen käfigen voll mängel
schuf mir diener wild und stark

fiel ich doch ins reich von qual, gegängel
wo das licht nur schwach und karg
und bei lauter todesqualgequängel
freu ich nachtgeschöpf mich arg

lebet in schrecken...
Seelenvergifterflammenpest - der seelenvergifter II


dein ganzes leben lang
vom tage der geburt
bestimmt zum untergang

das licht hat dich geblendet
du kennst den weg bereits
der in dem dunkel endet

du warst für mich bestimmt
schon ehe du gezeugt
der dir die unschuld nimmt

dein herz hab ich gestohlen
die seele füttert gift
nun komm ich, sie zu holen






flammenpest - der seelenvergifter III / finale


schwarzer tannen blutdurst sucht
toller trolle tanz im schacht
aschengrauer wolkenbruch
morgens und bei mitternacht

seelendurst und flammenpest
endlich findet statt das fest
aufgebrochen ist das tor
dringen die dämonen vor

abgehackter glieder tanz
raubt verstand und letzten sinn
was nicht stirbt im feuerkranz
richtet sich schon selber hin

flammenpest und seelengift
auf dem todverderbten schiff
truppen voller hass und wut
streben nun nach menschenblut






ich hab dich lieb kleine fee


aus dem staub kroch dann der mensch
gebückt und ohne haltung
krumm und hässlich sein gesicht
geschaffen zur entfaltung

tausend kriege, tod und leid
geknechtet und gebrochen
aus den aschen stieg ein licht
dem ich mein herz versprochen

scherben dieser welt sind scharf
sie schneiden voller schmerzen
grausamer ist nur die sucht
nach dir in meinem herzen






du bist das schönste kind


du bist das schönste kind
das schönste tier von allen
und wenn ich unterm schatten liege
scheint mir nie die sonne

du bist das schönste kind
du hast die augen und das gesicht
und wenn ich unterm schatten liege
regnet es in strömen

du bist der erste engel
das schönste tier von allen
wenn ich in deinem schatten liege
blendet mich die sonne

du bist der erste engel
du hast die augen und das gesicht
und wenn ich in der hölle schmore
lächelst du auf mich herab
Seelenvergifterfür immer


ich wünsche mir, ich wäre tot
für jetzt und alle zeiten
ich wünsche mir ein schwarzes boot
auf dem ich könnte gleiten

ganz ohne segel über's meer
in seelenlosen welten
und keine lüge schmerzt mich mehr
des urteils, das sie fällten

ich wünsche mir so sehnlichst sehr
für jetzt und alle zeiten
ich wünsche mir aus blut ein meer
auf dem ich könnte gleiten

ganz ohne hoffnung über's meer
in mondscheinlosen nächten
für immer und für ewig wär
das dunkel, das sie brächten






für immer (2)


nie wieder tot geboren
nie mehr seelenlos belebt
nie wieder falsch geschworen
nie mehr nach erlösung strebt

für immer in der leere
immer zu das traute nichts
wohin ich dann auch kehre
es ist jenseits jeden lichts

nie wieder abgehoben
nie mehr schein und euphorie
nie wieder abgeschoben
nie mehr dann melancholie

für immer schwarze bücher
immerzu von allem fern
im bann der leichentücher
löst sich auf der hoffnungsstern
Seelenvergifterein bisschen gerechtigkeit


das bezaubernde licht ihrer sonne
lockte mich aus meinem versteck
obwohl es blendete
und meine augen beinahe verbrannten
konnte ich nicht widerstehen

in mir wuchs, was ich geschworen
nie wieder werden darf geboren
denn es blendet
herz, augen und den verstand
das kann nicht gut sein

noch ein stückchen näher, sprach sie
und stieß mir einen dolch durchs herz
und sie blendete
mich mit dem höllenfeuer ihrer sonne
das sollte sie büßen

ich erdolchte, wen sie liebte
wie sie stach ich direkt ins herz
und blendete sie
dann zerschnitt ich ihr das gesicht
wer will dich jetzt noch...

außer mir?
Seelenvergifterkein entrinnen


von tod ist's fleisch verdorben
der untergang von jahren
er wollt zur hölle fahren
und ist doch nicht gestorben

es zieht das eingeweide
das kind sich nach dem fuße
es betet und tut buße
dass es vom leben scheide

doch muss für immer leiden
muss tausend mal verrecken
und sich die wunden lecken
die last der großen beiden

so fällt es nun vom glauben
denn klug wird der bettnässer
und greift geschwind zum messer
zu öffnen sich die augen:

"durch lügen fault die seele
drum suche ich nach klarheit
und schenke dir die wahrheit
dem ich das leben stehle

voll tod und voll verderben
die welt kann ich nur hassen
ich will sie doch verlassen
ach, könnte ich nur sterben"
Seelenvergifterich hab gelogen


ich hab gelogen, als ich dir die treue schwor
porzellan in tausend scherben
ich hab das schwarze auge
mir in der brust versenkt

als ich später telefonierte
das blut noch auf den fingerkuppen
kreisten geier überm höhrer
dritter stock ist nicht sehr hoch

sie wollten dann die wahrheit wissen
oder was davon noch übrig war
ich gab sie ihnen krumenweise
dir gab ich sie an einem stück

gleich klopft es an der türe
vielleicht lass ich sie freundlich ein
du hast ja doch alles vergessen
ich hab gelogen, als ich dir die treue schwor
Seelenvergifterprolog zu den verlorenen träumen


das verräterische rascheln der blätter im wind
und das fahle mondlicht, welches zu meinem fenster hereinschien
hatten mich aus jenem schlafe aufgeweckt
welchen ich zeit meines lebens geschlafen

und alle schmerzlichen erinnerungen
aber auch die an all das so sehr lieb gewonnene
waren urplötzlich verschwunden wie die spuren
im wüsten sand oder die liebe aus einem kalten herzen

alsbald versuchte ein weiterer schlaf mich zu überkommen
doch ich kämpfte mit aller kraft gegen den verstand
damit ich nicht über meinesgleichen richtete
bis ich dann doch das land aus den augen verlor

und so bin ich nun müde vom schwimmen gegen den strom
denn die hoffnung schwindet mit jedem zuge
vielleicht wäre es am einfachsten, sich treiben zu lassen
oder besser noch mit dem schiff unterzugehen
Seelenvergifterdie verlorenen träume I


und ich träumte von der goldenen sonne
als mich in jener nacht der wind
über die meere der verzweiflung trug
und das licht sich in der dunkelheit spiegelte

und ich saß auf den hügeln des lichts
im tale einer mondlosen nacht
und die strände der vertrockneten meere
waren mit dem blute gefallener engel beschmutzt

und ich schlafwandelte durch die wüste
und die sieben täler der furcht
doch die hoffnungslosigkeit konnte nicht
ihre arge gier nach träumen stillen

denn falls nur ein funke den boden berührte
so gingen die fluten der lügen
in hell lodernde, gierige flammen auf
welche die träume verschlängen
Seelenvergifterdie verlorenen träume II


der mond hinter den wolken
war wie ein spiegel
als ich mich in den ruinen
einer lebendigen stadt
vor mir selbst verbarg

denn auch ihn hatte das licht
so sehr verschreckt
dass er der sonne den rücken
zugewendet hatte
um auf mich zu starren

seitdem die sonne erstmals
den horizont überschritten
kann sich ein geschöpf der nacht
wie auch ich eins bin
nur die halbe zeit hinauswagen

nur zwischen den zeilen
weiß ich zu leben
und doch spürte ich dich
- nur für einen moment -
so nah, als wärest du mein...
Seelenvergifterdie verlorenen träume III / letzter tag


als alle dimensionen sich vermengten
die stimme aller seelen sprach
als alle die visionen sich verengten
das land lag sprachlos vor ihr brach

denn sterne wissen träumers sicht erblinden
ich glaub nicht, dass du gestern sahst
denn sterne können träumers sicht verbinden
weil du am übel mitschuld warst

doch wenn dann alle diese träume sterben
und sich die geister so verliern
so gibt es keine hoffnung für die erben
und küsst dem todesstern die stirn

denn sterne wissen träumers sicht vernichten
ich weiß doch, was ich gestern sah
denn sterne können dieses werk verrichten
und plötzlich wird mir alles klar...
Seelenvergifterlucky brothers


on our greatest day
we climbed the highest mountain
and from that glory time
it was just a step to the fall

for i sat in that circle of minds
thinking of it all as - nothing
since the world had gone crazy
and all those minds at a hole

so the sky became a white ceiling
encircling the dying stars
and the moon had to face
that he would lose that battle

and as the last angel was defeated
the ceiling turned towards the earth
however, mankind was lucky
having brothers to slay them early
Seelenvergifterschwarze witwe


nun hast auch du mir hass gebracht
das hab ich jetzt davon
ich träumte viel und hoffte schon
auf's ende dieser nacht

auch dich kann ich nicht mehr erreichen
du hälst dich von mir fern
ich dachte schon, du magst mich gern
doch das gefühl muss weichen

so seh ich dir nicht länger nach
was glaubst du, wer ich bin?
ich schleich mich an und richt dich hin
dann kennst du meine schmach

ganz langsam bringe ich dir leiden
dann weißt du, wie es ist
wenn mich die sehnsucht gar zerfrisst
so müssen wir nun scheiden
Seelenvergifterzweisamkeit


zersplittert
vor dem thron gestanden
fließen honig, milch und blut
aufgedunsen
im verstand verwesend
tut geschlechtsverkehr dir gut

zerbrochen
vor dem kelch gelegen
fließt nun todverderbter wein
aufgerissen
dort im herz verblutend
sollst für immer bei mir sein

zerflossen
vor dem traum geflohen
fließ mit mir zum toten meer
aufgegeben
musst du nun verleben
zweisam stirbt's sich halb so schwer
Seelenvergifternie mehr an dich denken


nie mehr tote augen schauen
nie mehr stehen am verfluss
nie mehr denken, nicht darüber
niemals wieder über dich

kann nicht essen, kann nicht schlafen
singe tod und fieberverse
die ich selbst nicht mal ertrage
die die hölle hat geboren

die mich frisst
leicht, stück für stück
krieg ich morgen wieder hunger
wird's im keime schon erstickt

lasst mich liegen, lasst mich sterben
werd ich morgen wieder weinen
wenn ich kann, soll das bedeuten
stetig überfluss in reimen

reihen fügen sich dir an
und knien nieder vor der lüge
haben angst, sich zu erkennen
wo das kind den docht berührt

wie es leise muss verbrennen
die angst erstickt im nebeldunst
voller gier und voller qualen
tut dir doch nicht abbruch an

weiß ich wirklich über wiesen
wenn sie scheinen wie das meer
geh ich morgen wieder rückwärts
wär die dunkelheit nicht schwer

bis dann doch der himmel regnet
voller hass und perversion
geht sich morgen am geweide
deines todessterns berauschen

muss das auge mir ausstechen
damit ich sehe, wo du bist
muss dich finden und dich retten
bis das gestade sich dann teilt

kann nicht leben zwischen welten
such die mauern zu zerstören
muss dich wissen überglücklich
weil ich sonst den abend schreibe

wie er steht im grünen dunkel
vor der wand aus seelenfleisch
wo sich alle das gemunkel
über tod und leben kreischt

muss sich winden und sich wenden
bis der tag an ihm verreckt
wie auch du mir ausgerissen
herz und lunge über tisch
Seelenvergifteraus dem herzen


im seelenwinter faule eier
lagern sich am herzen an
so schlüpft hernach der eiterspeier
um zu fressen, was er kann

verdorben ist mein geist schon lange
längst verwest vor einsamkeit
so mach, dass ich nicht länger bange
endet hier nun alles leid

verbrannt bin ich schon tausend male
aschentrauer im kamin
so schlüpf nun aus der eierschale
wo die sonne niemals schien

zerbrich mein ich und friss die scherben
hüll mich ganz mit nächten ein
so soll mein weg mit blut sich färben
und vom leben mich befrein

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