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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: schriften meiner seele
haematophilieDie Last des Seins

Meine Lippen verzerren sich zu einem Lächeln,
dich erfreut es,
doch die Trauer in meinen Augen siehst Du nicht!

Ich höre deine Worte nur zu deutlich,
jedoch berühren sie mich nicht,
sollten sie?

Auch Du hörst meine Worte,
aber Du verstehst sie nicht.
Deine Augen lächeln,fast mitleidig,
versuch doch wenigstens zu denken!

Ich bin nicht die, die Du meinst zu kennen,
Du sahst mich,hörtest mich,berührtest mich,
doch maß Dir nicht an zu sagen: Ich weiß,wer Du bist!

Deine heile Welt ,nur ein kristallenes Gefängnis-
hart wie Diamant.
Mein Ich,wie ein Stein,prallt daran ab,
Du willst keine Befreiung!

Vielleicht bist Du es nicht,sondern ich,
geboren um anders zu sein,
verdammt durch den Fluch der Einsamkeit!

Ich höre das Lachen derer,die mich schufen,
Jeden erbärmlichen Tag,jede quälende Stunde,jede einsame Sekunde.

Eine Marionette des Seins.
Ein Lächeln auf den Lippen wandel ich durch die überfüllten Straßen.
Jeder sieht mich,doch niemand sieht mich wirklich!

Nun kann ich meinen Körper nicht mein Eigen nennen,
er gehört denen,die die Fäden ziehen.
Doch eines bleibt mein,
solang mein müdes Herz die leblose Hülle weiter fort treibt,
der Schmerz in mir,der mir zeigt : ich lebe!
haematophilieEinsamkeit

Viele Wege führen zu meinem Ziel
und doch keiner.
Wer sagt mir,was zu tun ist?
Gedanken in meinem Kopf,
Gefühle in meiner Brust.
Verstand oder Intuition?
Niemand nahm mich an die Hand,
und die Last,sie wiegt zu schwer.
Fragen,die mich Nächte kosten
und doch keine Antwort finden.
Erkenntnisse,die ich anzweifel,
Zweifel,die ich begrabe.
Meine Gedanken überschlagen sich,
Emotion nimmt überhand,
gebremst vom Verstand.
Wieso seht ihr nicht,dass ich leide?
Oder interessiert es euch nicht?
Meinen Schmerz trag ich allein,
aber Entscheidungen wollt ihr hören.
Leere Floskeln,lächelndes Mitleid,
aber keine Wärme.
Kälte schlägt mir entgegen,
reißt mich zu Boden,wo ich zuvor schon lag.
Keine rettende Hand,keine Hilfe,
immer nur Fragen,Forderungen les ich von ihren Lippen:
Berechtige Dein Sein,
entschuldige Deine Qual,
erkläre Deine Last,
aber belästige mich nicht.
Am Boden störst Du niemanden,
wir schreiten über Deinen inhaltslosen Leib hinweg.
Keine Schreie mehr,keine Tränen,
keine Schwierigkeiten.
Auseinandersetzung strengt nur an,
schürt Zweifel an den Werten:
Oberflächlichkeit,Intoleranz,Arroganz.
Deine Lippen sagen,du willst stark sein,
deine Augen kümmern mich nicht.
Ich will die letzten Tränen nicht sehen,
bevor Du an Deiner Last erstickst!
haematophilieSchmerzende Lust

Blaue Augen strahlen,
schwarze Haare wallen,
Lippen lächeln sanft,
Züge verhärten sich,
weiche Hände streicheln,
harte Hände schlagen,
Lippen verzerren sich zum Lachen,
die Silhouette wendet sich ab,
warmes Blut rinnt gen Boden,
Tränen trocknen Augen aus,
Schmerzen durchfluten in zärtlichen Stößen,
Licht erhellt die leise Schmach,
Flammen gieren nach dem Fleische,
zeichnen Haut,malen Schrecken,
schwarze Haut scheint ölig glänzend,
Knebel löscht die Laute aus,
heiße Stäbe,kalte Peitsche,
lautlose Schreie,
blinde Blicke,
tötender Duft,
Liebe im Hass,
Gier in der Pein,
Angst in der Lust,
Gedanken weichen der Leere.
haematophilieDer U-Bahnhof. Gleißendes Licht aus dreckigen Röhren. Motten gefangen,verurteilt zum Tode. Nicht verantwortlich zu machen. Natürliche tierische Gier trieb ins Verderben. Die Vergänglichkeit des Seins. Die Nichtigkeit des Inividuums. Vor Augen geführt in fluoreszierendem Licht. Kleine Welt. Qual der Triebe. Qual durch Triebe. Instinkt kann Leben kosten. Unheil läuten. Die Rasse Mensch fernab von jenem. Doch nur im Traum. Verstand wich Intuition. Aber nein. Das Leben in diesem Schacht pulsiert. Schlägt in seinem eigenen Takt. Wie ein krankes Herz. Menschen zwängen sich durch Tunnel. Gedärmen gleich. Parasiten scheinbar ohne Wirt. Scheinbar! Lautsprecher knacken. Gleise knirschen. Elektrizität schwängert die Luft. Zuckt auf um wieder ins Vergessen zu geraten. Selbstverständlichkeiten. Anerzogen. Egoistische Lügen. Mäuse bevölkern den Schacht. Spiel mit dem Tod. Unwissentlich. Tun es der niederen Rasse gleich. Jene tut es in vollem Bewusstsein. Wie wohltuend kann Bewusstlosigkeit sein. Die Rotation der Erde stoppt. Nur für Sekunden. Doch genug. Sekunden die Besinnung schenken. Sekunden ohne Pein. Alles erfüllende Stille. Ehrfürchtige Leere. Kleine Schritte. Mitgerissen mit dem Strom. Untergang. Verschmelzung. Alles so verschieden. Doch auf so natürliche Weise gleich. Treppen. Getreten von Millionen. Geschätzt von niemandem. Betagt und gebrechlich. Gleich den müden Seelen. Ohne Kraft. Versunken im Labyrinth des Seins. Der Gedanken. Der Ängste. Der Gefühle. Kein Ausweg. Kein Entkommen. Kein Wille mehr. Längst nicht mehr. Straße. Pumpt noch stärker. Tunnel speien Wesen aus. Gefangen vom Asphalt. Verschlungen von der Monotonie. Kinderwagen. Junge Mütter. Schreien. Treten. Diskussion. Resignation wächst. Sie wandeln durch die Adern der Stadt. Der Blick nach vorn gewand. Abzweigungen sind belanglos. Sturen Blickes. Festen Schrittes. Kein Umsehen. Wege scheinen vorgefertigt. Trampelpfade erleichtern den Schritt. Zweifel gibt es keine. Warum denn unnötige Anstrengung? Herzen pochen. Seelen schreien. Erlösung wird nicht gebraucht. Zu tief der Sumpf der Lügen. Man könnte die Haare noch packen. Zerren zum sicheren Ufer. Aber das bedeutet Schmerz. Und Schmerz ist kein Mittel zum Zweck. Aber sollte er? Wind verwischt die leisen Stimmen. Vermischt die Farben. Erdrückendes Grau. Häuser grinsen. Fenster blinzeln. Wein. Der Duft von rotem Wein. Oh,Du meine liebliche Droge. Beschertest mir Stunden fernab meiner Einsamkeit. Ließt mich Lachen. Liest mich Weinen. Warst pralles Leben und doch so falsch. Gaukelei. Verfälschte Sinne. Trugbilder. Tauben gurren im Choral. Klagelieder. Als trügen sie die Last des Elends der Welt. Humpeln mit ihren kaputten Füßen. Scharren im Schmutz. Abbild jedes Menschen. Und doch verachtet. Ohne Recht. Liebliche Töne. Er wartet. Er ruft. Schon so lange. Endlich geb ich mich hin. Geb mich gefangen um frei zu sein. Denke an die Kindertage. Fröhliches Leid. Unbeschwert. Doch zu schwer. Lasten erdrückten. Worte zermalmten. Gesten marterten. Vernarbten das Herz. Gar das Gehirn. Eröffneten Windungen ihr Revier. Windungen voll Qual. Leid. Der Wind fegt durch die Blätter. Totes Laub. Keine Verwendung. Blutrot. Wieder jener Ruf. Fordernd. Ungeduldig. Unwiderstehlich. Süß. Wie süßer Nektar umschmeichelt er mich. Füllt jede Pore. Verschleiert die Wahrheiten. Wahrheiten? Gibt es denn solche? Alle Wahrheiten verfälschte Lügen. Alles Glück verstecktes Leid. Wer das Dunkle scheut,wird kein Licht bringen können sagten sie. Wer scheut denn? Wir sind das Dunkel. Und wir sind das Licht. Das schwache Licht. Das Licht,das die Finsternis gerade zu unterstreichen vermag. Laute Schritte. Hallen in der kleinen Gosse. Lassen den kalten Stein erbeben. Brechen sich. Kehren zurück. Fangen. Begraben unter sich. Treppen. Erneut. Stufe um Stufe. Auge um Auge? Schritt um Schritt. Das Ziel vor Augen. Benebelt vom Versprechen. Entzückt. Blick nach unten. Sterne glitzern. Kokettieren. Regen säubert. Kriecht hinein. Langersehnter Wunsch. Tränen fließen. Angst und Wohlgefallen wärmen. Kranke Glieder. Leise Pein. Stiller Wunsch. Lauter Ruf. Letzter Wunsch? Der wird erfüllt. Jetzt. Freier Fall. Stundenlang. Vom Wind umarmt. Von Mondschein geschaukelt. Triumph. Stummer Aufprall. Wahre Erfüllung.

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