| TraumSchatten | ich hoffe der Text ist Euch nicht zu lang. Freue mich auf Eure Meinung: Fledermaus und Rotkehlchen Es war ein Frühlingsmorgen, wie alle Götter keinen schöneren erschaffen könnten. Tief in einer hohlen Eiche hing eine Feldermaus. Sie schwankte ganz leicht in der warmen Luft. Da erklang ein Lied so wunder schön wie es die Fledermaus noch nie gehört hatte. Es war die nun der Gesang eines Rotkehlchens, das hoch oben in den Zweigen den neuen Tag besang. Das Rotkehlchen war ein frecher kleiner Vogel, immer ein Lied im Kopfe, die Augen überall und selbst der großen grauen Katze flatternd es vor die Nase. Es hatte schon mit der Nachtigall, der Drossel und dem Zaunkönig im Duett gesungen; doch diese Vögel wie all die vielen anderen mit denen das Rotkehlchen gesungen hatte, hatten Ihr eigenes Lied und so sang das Rotkehlchen nun sein Lied allein. Die Lieder der anderen Vögel waren einfach zu normal und gewöhnlich mit Rotem Gefieder. Gerne dachte das Rotkehlchen von sich als „dem Sonnenvogel“, gezeichnet von der Untergehenden sonne. Die Fledermaus war ein ganz anderes Tier, mit weichen und warmen Flügeln, mit Ohren die den kleinsten Laut zu hören vermochten. Ein Lied hatte die Fledermaus nicht, doch sie vermochte viele Dinge zu sagen, zu erkennen und auszudrücken. In diesem alten Baum war sie schon lange das einzige Flattertier. Einstmals war das vielleicht anders gewesen, doch diese Zeit war nur ein Traum oder ein Albtraum. Als die Fledermaus nun das Lied des Rotkehlchens hörte öffnete sie weit Ihre spitzen Ohren. Viel war in diesen Klängen. Das feine Gespür der Fledermaus konnte viele Dinge unterscheiden. Da war die oberflächliche laute Schönheit, die sogar das Ohr eines Menschen zu hören vermag. Es schwang aber auch in den Tönen eine Angst vor anderen „schöneren“ Liedern und eine Einsamkeit. Tief rührten diese Klänge die Fledermaus. Auch nachdem sie einen Tag verschlafen hatte und eine Nacht geflogen war hatte das Lied des Rotkehlchens die Fledermaus nicht verlassen. Sie war ein vorsichtiges Tier, doch hier so war sie sicher war Vorsicht nicht geboten. Als die Dämmerung kam flog die Fledermaus nicht in den sicheren Baum, sondern verharrte auf einem Aste, lauschte dem Rotkehlchen und hörte tiefer in das Lied. Es sprach von weiten Flügen, großen Höhen und von Freude, aber unverändert auch von Angst und Verletzlichkeit. Das Rotkehlchen saß den seltsamen schwarzen Vogel der nicht sang und in der Mittagshitze verschwand. Er lauschte Ihrem Lied – da gab es keinen Zweifel, er lachte nicht über des Rotkehlchensklied noch über sein Gefieder. Dann kam ein Tag des Glücks als Rotkehlchen und Fledermaus zusammen die Sonne begrüßten. Diesem Tag folgten viele gemeinsame Flüge nur selten in der Nacht. Bei jedem Regntropfen beschirmten die Fledermausflügel das Rotkehlchen. Ungestört sang es sein Lied, wie es wirklich war mit jeder Strophe floh die Angst einen Schritt weiter vor der Kraft der Fledermaus. Das Rotkehlchen flog schneller und weiter als je zuvor. Die Fledermaus war glücklich, sie pfiff so manches mal sogar eine einzelne Note des Rotkehlchenliedes. Ihre Flügel waren oft nass und lahm. Die Hitze der Sonnen hatte das schwarze Fell grau gebleicht. Doch wenn das Rotkehlchen den Gedanken der Fledermaus lauschte und „kein Vogel ist wie du" sang spürte die Fledermaus eine unglaubliche Gemeinsamkeit und konnte alles ertragen, als wäre es eine Sommer Briese. Höher flog das Rotkehlchen sang gegen die Nachtigall an und so manchen Tag saß nun die Fledermaus allein in der Sonne und wartete in der Gewissheit, dass das Rotkehlchen bekommen sollte was es brauchte. Oft flog nun das Rotkehlchen mit anderen Vögeln hoch durch die Luft, noch immer fand es die Fledermaus einmalig, kein Vogel war wie dieser Schwarz selbst nicht der Rabe. Aber es musste doch alles ausprobieren und in der Sonne flog die Fledermaus, eben einfach zu langsam und zu schnell erschöpft war sie auch. Verabschieden würde das Rotkehlchen nicht von der Fledermaus, wenn es zu einer großen Reise mit dem Habicht aufbrach, denn die Fledermaus einsam und unglücklich zu sehen war ihm unerträglich. |