| Rabenhüterin | Verlorenes Glück Sonnenstrahlen streicheln mir sacht über die Wangen. Doch was bringt es mir, wenn es nicht deine zarten Hände sind? Bei allem was mir heilig ist, du warst einmal mein ganzer Lebensinhalt - und jetzt? Nun bist du fort wegen ihr und ich hock allein da in stiller Trauer. Als hättest du mich verraten, wirklich, so kommt es mir vor, wie konntest du mir das nur antun? Dabei hab ich doch alles für dich getan, so sehr liebte ich dich! Du sprachst, dass du genau so für mich fühlen würdest, doch du verleugnetest es stetig mit all deinen Taten! Warum tatst du mir so weh? Ich erinner mich noch als wäre es gestern, wo wir uns erstmals trafen. Mein Herz machte Luftsprünge und alles schien perfekt. Doch nun muss ich mit trauriger Miene feststellen, dass alles anders ist. Dein Herz hat sich von mir abgewendet und schlägt nun für jemand anders. Ich, ich muss dich nun gehen lassen. So steh ich da wie im Regen, in Tränen, warmer, sauerer Sommertopfen - so wohltuend anfangs auf der Haut und dann mit diesem widerlichem Nachgeschmack. Ich hab dir alles gegeben und du warfst es weg! Voller Ironie schrei ich dir meinen Dank ins Gesicht, den Dank für das, was du zerstörtest, wie für die Narben, die ewig bleiben werden. |
| Rabenhüterin | Liebeserklärung Zum ersten Mal in meinem Leben umschließt die Treue mir das Herz. - Still erscheint mir Raum und Zeit, wenn ich in deinen Armen liege... In dem Nest von Haar und Haut spür ich deinen warmen Atem. Fühl ich deine sanften Lippen, so warm und voller Sinnlichkeit. Sie versprechen deine Liebe, wie auch ich sie geben möcht. So zart und weich, doch wild zugleich, versprechen sie mir Leidenschaft. In dem Nest von Haar und Haut seh ich in deine schönen Augen. Wärn sie offen, säh ich dies blau - den Blick voller Verbundenheit. Sie versprechen deine Freundschaft, wie auch ich sie geben möcht. So funkelnd rein, wie ein Paar Sterne, sagen sie mir, du bist da! In dem Nest von Haar und Haut spür ich an mir deinen Körper. So stark, jedoch die Haut so weich, - durch und durch beschützerisch. Er verspricht mir diesen Halt, wie auch ich ihn geben möcht. - Kraftvoll, jedoch sanft und zärtlich, gibt er mir Geborgenheit. In dem Nest von Haar und Haut spürst du Blicke voller Treue! Hände die dich zärtlich streicheln, dir zeigend mein innigstes Gefühl. Sie versprechen dir dieselben, die auch du mir geben willst. Genau so werd ich für dich handeln, um ewig für dich da zu sein! |
| Rabenhüterin | Untergang einst reiner Wesen Einer Quelle wohlig warm entspringt ganz sanft ein leises Plätschern. Ungetrennt tummeln drin Wesen in Frieden, ob böse oder gut. Doch eines noch, das trügt dies Bild im Paradies voll Sonnenschein - was macht denn diesen Fluss so warm? Was machen hier die Engelsglieder...? Stinkend quillt das rote Blut blubbernd im Gemisch der Federn. Zwischendrin tummeln die Tele zerfetzter, armer Engelsleichen. Einst gab es hier den Streit um Macht, die Gier verschlang die reinen Herzen um gegenseitig sich zu töten, sicher gäb\'s dann einen Sieger! Doch war dieser Gedanke falsch, der Tod der macht vor keinem halt, denn er kennt einzig nur Verlierer, Gewinner, nein, die gibt es nicht! So ritten sie sich ins Verderben, da sie nur an sich selber dachten, ihrem Streben, ihren Zielen - die Liebe gar, vergaßen sie... |
| Rabenhüterin | Leere Tot meine Seele, betäubt die Gedanken. Verloren mein Herz und so sinnlos mein Leben. Tief sind die Wunden und groß meine Ängste. Betäubt ist mein Handeln und sinnlos mein Weg. Verloren, verleugnet, geschunden, gemieden. Der Freuden verraten - verbannt in die Trauer. Ein Bild ohne Farben, ein Lied ohne Töne, ein Gedicht ohne Worte, ein Fluss voller Tränen... |
| Rabenhüterin | Des Rabenwächters Totenlied Ruhig seh ich ihn am Grabe stehn, sein Blick nur stumm und starr. Lässt eine seiner Federn wehn für den, der einmal war. Sie fliegt wie eine Träne fort vom kalten Dort bis Hier, an einen engelhaften Ort ja, sie fliegt hin zu mir. Ich heb sie hoch und schau sie an, ein Lied erklingt promt leis. Zu mir da dringt ein Licht heran von einem strahlndem' Weiß. Hör darin eine Melodie aus 'nem längst verstorbnen Mund, 'nem Leben ohne Harmonie wie 'nem gar argen grund. Ich spüre Hass und Traurigkeit, ein Gefühl schon längst verlorn. Es war bis in die Ewigkeit zum Sterben nur geborn. Gefühle, schwarz wie diese Feder, von dem Leben so verraten. Konnte nicht in Freude, Hoffnung weder noch in Liebe waten. Er verlor sein ganzes Leben auf Suche nach geflügelten Wesen, die ihn streicheln, Liebe geben, doch nie ward er auserlesen. So fiel sein Herz in tiefen Kummer und er verlor den Lebensgrund. Singt sacht das Lied von seinem Schlummer, bringt Engeln das Verderben kund. |
| Rabenhüterin | Die schwarze Gauklerin So voller Freude meine Tänze, so unbeschwert all meine Lieder. Voll Leichtigkeit war meine Mimik, mein Leben einer Gauklerin. Es war mein Herz voll Sonnenschein - mein Dasein leicht und unbeschwert. Jeden retteten all meine Späße, bis zu dem verfluchten Tag... Ich sah einen jungen Engel fallen, seine Seele starb in meinem Arm. Sein letzter Blick in meine Augen, der schien so leer und so bedrückt. Dies Bilde fesselte mein Herz und wurde voller Last und Trauer. Es sollte sich mein Leben wandeln, denn nie mehr sollt ich lachen können. So beschwert all meine Tänze, so melancholisch meine Lieder. Voll Schmerzen war bald meine Mimik, ich wurd zur schwarzen Gauklerin... Des Nächten fand ich meine Ruhe, erleichtert wurd mir so das Herz. Die Dunkelheit wacht über meinen Körper, der sich nicht mehr regt. Ich entschlief in milder Trauer - in den Armen tiefer Nacht. Mein letzter Blick ans Himmelsztelt ließ eine dunkle Träne rinnen. So tanzt mein Geist in manchen Nächten, so hört man das Lied von meinem Tod. Eure Mimik wurd im Nebel reglos, wenn ihr Wesen mich dort gaukeln saht... |
| Rabenhüterin | Der Weg zweier Gaukler Du schwebst daher wie eine Feder - strahlst voll Anmut eines Engels. Oh gaukel mir di Treue vor, mein Herz hab ich an dich verloren! Dein makelloser, reiner Körper tanzt auf dem Hochseil der Manege, doch deine Augen kindlich schön wandern leis in meinem Herzen. So voller Grazie ist dein Sein, du Gauklerin von Tag und Freuden, doch werd ich dich wohl niemals haben, dafür ist mein Schmerz gar zu groß. Ich bin Gaukler schwarzer Nächte, Tränen und Melancholie - wünsch dich so oft in meine Arme, doch scheinst du mir schier unereichbar. Verein' sich jemals unsre Seelen zu Freudentränen rein wie Sterne? Zu allem das, was uns verbindet, wie für all dies, wonach ich streb? |
| Rabenhüterin | Engel der Verdammnis Mit einem Schlag verschwind ich in die Ewigkeit. Mit einem Schlag meiner Flügel in die Ewigkeit eures grausamen Hasses... So oft zeigtet ihr mir euer Gesicht und ließet meine Tränen fließen. Euer Gesicht voller Ablehnung gegen jemanden wie mich, ich weinte viele rote Tränen, jedoch nicht die meinigen... So tränkten die Flüsse die durstigen blumen. Flüsse aus warmen Blut die jungen Blumen meiner Verdammnis... |
| Rabenhüterin | Die Melodie Sanft' Ton verlockt im Mondenschein ein junges Maides Herz. Zittrig ihr zierlich Gebein, woher kommt dieser Schmerz? Sacht schleicht sich eine Melodie ihr tief sich in die Glieder. So fühlte sie bis jetzt noch nie, woher komm' diese Lieder? Ihr Herz es schlägt vor Freude laut, so warm sind ihre Augen. In welche hat sie wohl geschaut, die ihr das Denken rauben? Waren es vielleicht die deinen, die in der Nacht wie Sterne strahlen? Welche in ihr'm Spiegelbilde sich vor purer Liebe aalen? Erkennst du selbst die Melodie? Sie trällert Verse eurer Leben! Leise fragt sie immer wieder: "Willst du auch nach Treue streben?" So schließt sich still der Bund der beiden in Lieder die nicht enden sollten und all ihr Suchen, all ihr Leiden nie wieder sie besiegen wollten. |
| Rabenhüterin | Rabenflug Sanft treibt mich dein Ruf davon in längst vergessne Abendröte. Still und leis drifft ich dahin, tiefschwarze Schwingen tragen mich... Dunkles Blut trübt mein Gemüt, seh unter mir Llyr's Ebene. Mein Glaube schrumpft, mein Herz verweht, es tragen mich die Raben... Ihr nahmt mir erneut das Herz und ließt es fallen in die Fluten, Gewässer voller Angst und Schmerz. So helft mir, meine Seele blutet! Innerlich färbt es sich rot, vor Hass, vor Schmerz, woran ich glaubte. Ihr Helfer andrer Welten, Tod, lasst mich noch einmal neu erwachen! Fäden bohrn sich in die Adern, einer Marionette gleich. Gehorsam werd ich mit euch wandern, verraten von dem Diesseits... |
| Rabenhüterin | Gedanken über die Pein Tränen gerinnen. Gedanken gerinnen. Mein Herz wird leerer und leerer und doch so schwer, meine Gedanken verlieren sich, sich und ihren Sinn und sind so beschwert. Der Grund bist du. Ich bin geboren dich zu lieben und verdammt bei dir zu leiden. Lass mich frei, lass mich doch gehn! Ich halte die Fesseln, die mich mich bei dir halten und doch sind sie alles, was ich hab. Ich werde nicht stürzen, nicht noch einmal... Die Ketten erdrücken mich, sie drücken mich zu Boden unter ihrem Gewicht. Lass mich frei, lass mich fliegen, warum sollt ich auch fallen? ich schließe meine Augen. Um mir fühl ich die Kälte. Sie sticht in mein Herz mit einer unendlichen Anzahl an Nadelstichen, hart gefroren und grausam prickelnd. Warum verletzt du mich? Lass mich fliegen, lass mich frei, eine Träne rinnt. Sie zersprengt die Fesseln und ich könnte gehn. Still steh ich vor dir und schau in deine schönen Augen. Sie sind voller Liebe und Treue, doch was ist mit den Striemen auf meiner Haut? Was ist mit meinem verletzten Herzen und was mit meinen verweinten Augen? Still schaust du mich immer weiter an und willst mich in deine Arme nehmen. Ich liebe dich, flüster ich und mein Herz erfriert... |