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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: Und er sprach ...
AngelOfDiseaseWarum ich im Himmel die Verdorbenheit der Erde sehe

Sieh in den Himmel ... was siehst du mein Kind ? Die Wolken ? Die Sonne ? Einen vorbeifliegenden Vogel ?
Oder des Nachts den Mond und die Sterne ? Aber das ist nicht alles was du dort siehst , oder ? An manchen Tagen
siehst du Regen und die Tropfen blenden dich sobald du hinaufsiehst ... du siehst Blitze , grell und tödlich ...
oder du siehst in der Dunkelheit des vollendeten Tages eine Sternschnuppe , einen sterbenden Stern , eine erloschene Existenz ... aber mehr siehst du nicht .... denn es sind die falschen Augen mit denen du hinauf schaust ! Sieh noch einmal hinauf mein Kind , aber mit deinem Herzen , deiner Seele. Was siehst du nun ? Du siehst mehr als vorher , nicht wahr ? Du siehst nicht nur einfach Wolken ... nun siehst du stumme Zeugen der Welt ... für sie sind wir bedeutungslos , wir haben keinen Anteil an ihrer Welt ... doch sie bestimmen über Leben und Tod. Sie , Boten des Lebens und Boten des Todes zugleich , ziehen über uns hinweg ohne uns überhaupt zu bemerken.
Genauso ist die Sonne nicht einfach nur ein heller Fleck am Himmel ... sie ist die Herrscherin über diese Welt und wir sind ihre Untertanen. Doch sind wir für sie , welche Tyrannin und Lebensbringerin zugleich ist , nur ein unbedeutendes Objekt das seine Bahnen um sie zieht - wertlos - unwichtig.
Auch aus dem Vogel ist mehr geworden ... er ist nicht mehr nur einfach ein Tier am Himmel ... er ist viel mehr ... er ist frei und doch gefangen. Er ist frei wie wir es gern währen ... aber gefangen in einer Welt aus Verzweiflung und Verderben .... wie wir. Du siehst seine Furcht vor dem Menschen und seine Angst , seine beständige Angst davor , in dieser Welt nicht mehr
leben zu können ... eine Angst die wir teilen sollten , es aber viel zu selten tun ! Und doch bist du neidisch auf die Beständigkeit mit dem der Vogel trotz allem sein Leben lebt und der Stärke mit denen er der Verzweiflung dieser Welt trotzt.
Du wärst gern dieser Vogel und würdest gerne so frei am Himmel segeln wie er ... einfach in die Berge , weit weit weit weg fliegen , wo keine Menschenhand je etwas berührt hat .... wärst du dieser Vogel wüsstest du es besser ... du würdest nicht wie er leiden wollen , so frei er auch ist. Schau nachts in den Himmel ...
Was siehst du dort mein Kind ? Auch die Nacht verändert sich im Blick deiner Seele ... Du siehst den Mond , einen Bewohner der Dunkelheit , der sich nur seltem am Tage blicken lässt.In der Nacht wo die Dunkelheit herrscht , ist er der einzigste , der den Menschen noch Licht bringt , der dem verirrten
Wanderer in der Nacht noch den Pfad zeigt ...oft eine letzte Hoffnung ... doch es ist nicht sein Licht was dort erstrahlt ... so wie wir Menschen ist er abhängig von der Sonne ... und
doch ist er auch der einzigste , der an wenigten Tagen die Macht hat , die Sonne im Angesicht des Menschens zu besiegen.Doch ist sein Sieg nur oberflächlich und genau wie
unsere Welt ... ist der Mond für die Sonne bedeutungslos ... auch er muss diese erdrückende Bedeutungslosigkeit ertragen ...
Dann sind da noch die Sterne ... die fernen Sterne ... Nur wenig hat den Menschen mehr zum denken angeregt als Sterne ... Was wissen wir über sie ? Garnichts ... aber es sind die Gefühle die sie in uns erwecken ... das macht die Faszination der Sterne aus ... unendlich weit weg ... gibts es dort andere Welten ähnlich der unseren ? Was ist dort ? Ist es dort besser ? Wissen werden wir es wohl nie ... sie werden immer dort sein und uns immer zum Denken anregen ... doch für mehr ist kein Platz für sie
in unserem Leben ... genauso wie für uns kein Platz in ihrem Leben ist ... und trotzdem sehen wir mit Trauer hinauf zum Firnament , wenn wir eine Sternschnuppe erblicken ,
denn sie sind Symbole des Todes und dem Endpunkt einer Existenz ... selbst Sterne unterliegen dem Tod und aus ihrem Licht wird Dunkelheit ... aber trotzdem bleiben sie in
unserem Herzen , als ein Hoffnungsschimmer auf eine bessere Welt , nicht als Symbol der Unbeständigkeit eines Lebens.
Und wie siehst du den Regen , geboren in den Wolken dieses Himmels , jetzt , mein Kind ? Ja , auch er hat zwei
Gesichter ... er bringt das Leben ... selbst in der trockensten Wüste ist er es der , auch wenn nur für kurze Zeit ,
das Leben bringt. Aber er kann auch den Tod bringen ... Überschwemmungen die tausende Leben dahinraffen ... Leben die er erschaffen hat .... auch kommen mit dem Regen oft tödliche Blitze ... Engel des Todes , die Feuer und Zerstörung bringen .... Ein Blitz kann einen ganzen Wald dahinraffen ... aber auch ein Waldbrand kann leben bringen.Aber jetzt siehst du auch Dinge die vorher unsichtbar waren ... du siehst einen Gott den es niemals gab , einen Gott der Lügen , einen Gott der Blinden ... der seine Untertanen in die Dunkelheit führte .... du siehst Bilder vergangener Zeiten vor dir , Zeiten in denen alles anders war ...
außer der Himmel .... du siehst die Zuknunft vor dir ... auch in ihr wird alles anders sein ... außer der Himmel ... Egal wann wir in den Himmel schauen ... ob vor 1000 Jahren oder in 1000 Jahren ... wir sehen und fühlen immer das selbe , wir sehen unsere Naivität und
unsere Bedeutungslosigkeit.Wir sehen das unser Leben für den Lauf der Dinge im Universum keine Bedeutung hat. Wir sehen
das die Linie zwischen Licht und Schatten , zwischen Tag und Nacht , zwischen Leben und Tod , zwischen Gut und Böse dünner ist als wir glauben. Oft ist es der Tag der den Tod bringt und
oft die Nacht die Leben bedeutet.Oft ist der Tod die Rettung und das Leben eine Qual.Alles hat sein Gleichgewicht ... Bedenke das jede Münze zwei Seiten hat ? Der Blick in den Himmel lehrt uns eins : Nichts hat ein unausweichliches
Schicksal oder eine Bestimmung ... Nichts und niemand ist nur gut oder nur böse.... man kann nur etwas sein zu dem man sich selber macht , nur unsere Taten bestimmen unser Sein ... So wie der Himmel mal Gutes , mal Schlechtes bringt , aber immer im reinen mit sich selber ... so bestimmen wir , was für ein Bild von uns wir unseren Kindern hinterlassen und ob wir im reinen mit uns selber sind. Wir entscheiden über unsere Zukunft und unseren Charakter ... kein ungerechter Gott , unser Geburtsrecht oder
unsere Ahnen .... nein nur wir bestimmen unser Handeln und unser Denken. Das Universum hat kein Interresse an unsere Belange ... es interressiert es nicht was aus uns wird ... es gibt keinen Gott der sich um uns sorgt oder einen Teufel der uns böses will , wir sind bedeutungslos. Nur wir sind es , die unserem Leben eine Bedeutung zumessen ... nur wir ! Und auch nur wir tragen die Verantwortung dafür ! All das können wir im Himmel sehen ... und wenn dir das Angst macht mein Kind ... wenn sich Sorgen in deinem Herzen materialisieren ... dann bitte - aus
Sorge um dein Herz und deine Seele bitte ich dich - sie nicht zurück auf die Erde ... denn dort findest du nur Hass , Egoismus und Bösartigkeit die seines Gleichen sucht ... dort siehst du nur, dass die meisten Menschen kein Herz und keine Seele besitzen mit der sie in den Himmel schauen könnten , wie du und ich ... nein mein Kind ... siehe nicht zurück ... nur der Himmel ist und war immer rein. Die Erde enstand aus dem Chaos und dahin führt
ihr Weg sie wieder ... unaufhaltsam wie mir scheint .... nein mein Kind ... siehe nicht wieder auf die Erde ... es würde dein unschuldiges Herz brechen , siehe in den Himmel , er wird immer so bleiben wie er war: Rein und mit sich im Gleichgewicht.

Ja nun weisst du warum ich im Himmel die verdorbenheit der Erde sehe ... und eine Träne ist der Geschichte stummer Zeuge.
AngelOfDiseaseDie Suche nach dem Tod

Langsam verschwindet die Sonne hinter dem Horizont und die letzten Augenblicke des Lichts verstreichen , bevor die Dunkelheit hereinbricht.Nebel zieht langsam herauf und legt sich sanft wie eine Decke über den Friedhof. Mit Sehnsucht blickst du den letzten Sonnenstrahlen des Tages nach , doch es ist zu spät. Die Nacht ist hereingebrochen , nun herrscht die Dunkelheit. Doch du kehrst nicht um. Du stehst auf diesem einsamen Friedhof ,denn du willst
endlich jene dunklen Geheimnisse ergründen , die hier darauf warten aufgedeckt zu werden. Nein du kehrst nicht um , dismal nicht.Deine Schritte tragen dich weiter ... weiter ins Herz dieser Ruhestätte. Du erblickst nicht einen Stern am Himmel , der Mond ist finster und nur das Licht deiner Kerze hat jetzt noch die Macht die Dunkelheit zu brechen.Unaufhaltsam führt dich dein Weg weiter in dieses Refugium des Todes , der Vergänglichkeit.Am Rand des Lichtscheins , den deine Kerze wirft , siehst du Bewegungen - Schatten die sich in dem Flackern deiner Kerze zu bewegen scheinen , doch das ist nur Einbildung , ein Streich deiner Wahrnehmung. Oder doch nicht ? Du hörst Geräusche ... kratzen , scharren , rascheln ... ein hirngespinnst deiner Sinne ? Ein Tier ? Oder etwas viel dunkleres ? Ein Uhu schreit und
irgendwo weit weit weg hörst du das Heulen eines Wolfes ... dein Schritt wird schneller. Du beobachtest die Schatten , du beobachtest deine Umgebung und wirfst
einen flüchtigen Blick auf die verwitterten Grabsteine dieses uralten Friedhofs - die Inschriften kaum noch lesbar: "Bleibet fern böser Geist , bleibet fern böse Seele , lasset diese erloschenen Existenzen in Frieden ruhen ! Hier wachen die Toten über sich selberund sie tun es gnadenlos und ohne Mitleid".
Der Wind bläst pfeifend zwischen den Grabsteinen und den
uralten Bäumen hindurch und die Angst kriecht , wie eine kalte Schlange , durch deinen Körper.Und doch denkst du nicht daran umzukehren , auch wenn dein Verstand danach schreit.
Nun näherst du dich deinem eigentlichen Ziel : Seit Jahrhunderten steht diese alte Krypta auf diesem verlassenen , vergessenen Friedhof und ihre Wächterfiguren bewachen sie seit dieser Zeit vor bösen Dämonen , Geistern und anderen Eindringlingen. Du blickst in ihre Augen und ein kalter Schauer rast deinen Rücken hinunter. Sie scheinen zu leben , dich zu beobachten , dich mit ihrem Blick zu warnen. "Und doch sind es nur Hirngespinste" redest du
dir immer und immer wieder ein. Du liest die Inschrift auf einer Steintafel , angebracht an diesem Hort des Todes :
"Hier wartet nur der Tod auf die Lebenden , kein Reichtum ! Kehret um , lasset die Toten ruhen , denn sie sind unerbittlich ! "... und auch diese Warnung kann dich nicht aufhalten.
Das uralte Schloss der Tür lässt sich ohne Probleme öffnen. Es war längst durchgerostet und nun stehst du vor den geöffneten Pforten ... Pforten in eine andere Welt. Treppen führen
bis tief hinunter in die Erde und langsam beginnst du den Abstieg ... einen Abstieg in die Unterwelt. Um so tiefer du ins Erdreich vordringst , um so kälter wird dir. Die Luft , die Wände und deine
ganze Umgebung ist feucht , nass und kalt.Du kannst den Tod , die Verwesung und die Verwitterung riechen. Die Luft ist stickig und brennt förmlich in deinen Lungen....sie ist nicht für die Lebenden gedacht. In dem Schein deiner Kerze erkennst du weitere Figuren , Mosaike und Bilder von Dämonen ,
Wächterfiguren und Engeln. Sie scheinen dich zu beobachten , sie scheinen über deine Torrheit - hierher zu
kommen - zu lachen .Du ignorierst sie und passierst einen Korridor mit vielen Türen , doch du weisst das du dort nicht finden wirst was du suchst. Du folgst dem Korridor bis zur nächsten Treppe die hinunter führt und deine Beklemmung steigt."Ich sollte nicht an diesem Ort sein" sagt dir dein Gewissen ... diesem Ort den noch nie das wärmende Licht der Sonne erreicht hat , diesem Ort der
noch nie die Sterne gesehen hat. Die Beklemmung scheint dich zu packen , wie der eisige Griff des Todes und nur das sanfte
Leuchten deiner Kerze verhindert , das du deiner wahnsinnigen Angst anheim fällst. Du gehst weiter , an den Türen vorbei
welche ausnahmslos zu den Ruhestätten der Toten führen ... nein ... diese Türen sind nicht dein Ziel ... du folgst dem Korridor und der anscheinend unendlichen Zahl der Treppen.Um so weiter du in dieses Reich des Todes vordringst um so größer wird deine Angst , deine Beklemmung , deine Furcht. Furcht ... ja das ist das erste Geheimnis das du ergründest ... eine große Macht des Todes über unser Leben ist die Furcht , die er in uns auslöst.Während deine Gedanken abschweifen und so ein Stück ihres Schreckens verlieren ... gehst du weiter , beständig deinem Ziel entgegen ... beständig wie das Leben auf den Tod zugeht.Ein plötzliches kribbeln erfüllt dein Körper , denn du hast dein Ziel
erreicht. Die Freude darüber lässt die Kälte und die Furcht für wenige Sekunden fast verblassen ... aber wie ein Sturm , ein Gewitter kehrt die eisige Kälte zurück , als du dir bewusst wirst , wo genau du eigentlich bist. Du bist im Herz der Krypta und wieder liest du eine Inschrift , sie befindet sich auf dem Torbogen : "Ihr habt schon mehr Torrheit als Mut bewiesen , dass ihr bis hier herkamt , aber nun kehrt um ! Dies ist eure letzte Chance ! Dieser Ort ist nur den Toten und ihren Priestern erlaubt.Geht so lange ihr
noch könnt! Bevor der Tod , in seiner Eifersucht auf die Kostbarkeit des Lebens , nach euch greift! " Doch selbst diese Warnung kann dich nicht mehr aufhalten ! Du betrittst die Halle die vor dir liegt. In der Mitte dieser Halle
steht ein Altar , auf welchem ein dickes uraltes Buch liegt.An den Wänden stehen Statuen von Dämonen und Monstern ... Wächter aus einer anderen Zeit und die Kälte in diesem Raum lässt dein Blut gefrieren.Mit langsamen Schritten näherst du dich dem Altar , begierig das Ziel deiner Suche zu erreichen. Auch wenn es unmöglich scheint , weht hier ein kalter Wind , der dir die letzte
Wärme aus dem Körper raubt. Eine plötzliche Welle der Furcht durchströhmt dich und sofort weisst du das es ein Fehler
war hierher zu kommen , aber nun gibt es kein zurück mehr.
Du stehst nun vor dem Buch auf dem Altar. Neben dem Buch auf dem Altar steht eine alte , schwarze Kerze und nach all den Jahrhunderten ziert noch immer ein Altartuch diesen Block aus schwarzem Mamor. Du atmest ein letztes mal tief ein , saugst die stickige verbrauchte Luft der Krypta in deine Lungen und öffnest die erste Seite des Buches ... der größte Fehler deines Lebens!
Dunkelheit umnachtet dich , der Raum um dich herum scheint unendlich zu werden. Du schreckst vor dem Altar zurück , suchst den Ausgang doch den gibt es nicht mehr. Nur Schwärze ! Stimmen , anfangs nur ein Flüstern , aber immer lauter werdend
erfüllen den Raum. Das Flüstern , das Flehen , das Klagen , das Schreihen , die Stimmen der Toten hüllen dich ein , treiben dich in den Wahnsinn , rauben dir den letzten Funken Mut in deinem Körper. Kälte, wie du sie noch nie gespürt hast, ergreift vollends Besitz von deinem Körper , die eisige Hand des Todes hat dich in ihrem Griff. Die Stimmen werden lauter , du kannst ihr Klagen hören , ihre Flüche , geboren aus dem Neid auf die Lebenden. Aus dem Nichts materialisiert sich eine Gestalt.Dunkler als die
Nacht , gehüllt in schwarzem Gewand.Sie spricht zu dir in einer dunklen und kalten Stimme : "IHR MENSCHEN HAB ES NIE
VERSTANDEN ! EUER LEBEN ZIEHT DAHIN ! EUER STERBEN BEGINNT MIT EURER GEBURT ! ICH WERDE EUCH HOLEN , OB IHR WOLLT ODER NICHT , DARAUF KÖNNT IHR EUCH VERLASSEN UND DOCH SUCHT IHR MICH ? IHR SUCHT MEINE GEHEIMNISSE UND DOCH WERDET IHR SIE VIEL ZU FRÜH ERGRÜNDEN ! ES GIBT KEIN ZURÜCK ! ES GIBT NIE EIN ZURÜCK !"
Die Stimme bohrt sich in deinen Kopf und raubt dir den Verstand und die Dunkelheit dieses Raums scheint dich zu erdrücken und selbst die Macht der Kerze und ihres Feuers scheint nicht mehr
auszureichen um diese Dunkelheit zu vertreiben! Die Stimme spricht weiter , du meinst
Traurigkeit in ihr zu vernehmen:
"EUER LEBEN IST SO KURZ ! IHR WISST DAS SEITDEM IHR DENKEN KÖNNT , ABER MEIN PFAD IST UNENDLICH UND OHNE EINEN RÜCKWEG. IHR HABT LÄNGST DEN SINN AM LEBEN VERLOHREN UND MANCHE VON EUCH SUCHEN MICH ALS SEI MEINE UMARMUNG EURE LETZTE RETTUNG ...
IHR SEIT SO BLIND UND DUMM ! IHR HABT NUR EIN LEBEN , DIESE EINE KURZE CHANCE ... UND DIESE CHANCE HABT IHR UNENDLICH MAL VERTAN"
Plötzlich ertönt die Stimme
der schemenhaften Gestalt 100 mal lauter , sie dringt in die letzte Ecke deines Körpers ein und du kannst eindeutig Zorn in jener Stimme ausmachen. Jahrtausende alter , unendlicher Zorn:
"AUCH DU BIST SO DUMM ! DU BIST EIN WEITERES OPFER EURER TORHEIT UND AUCH DU WIRST ES BEREUEN DEN TOD GESUCHT ZU HABEN ... ETWAS GESUCHT ZU HABEN , WAS DU NIEMALS FINDEN WOLLTEST ! ZURÜCK KANNST DU NICHT MEHR ! DEIN SCHICKSAL IST BESIEGELT ! DU WIRST NIE WIEDER DAS LICHT DES TAGES SEHEN - NIE WIEDER DEN HIMMEL - NIE WIEDER EIN LEBENWESEN
DIESER ERDE - NIE WIEDER WIRST DU DAS BLUT DURCH DEINEN KÖRPER STRÖHMEN SPÜREN ODER DIE WÄRME DER LIEBE DEIN HERZ ERWÄRMEN LASSEN ! WAS BLEIBT IST KÄLTE ! DAS GEHEIMNIS DES TODES ZU LÜFTEN UND DEM LEBEN ABZUSAGEN HAT SEINEN PREIS ! UND DIESEN PREIS WIRST DU , WIE JEDER
ANDERE, BEZAHLEN"
Die Gestalt verschwindet langsam , löst sich in das auf ,
aus dem sie gekommen ist ... Dunkelheit. Du klammerst dich an deine Kerze , mit der wilden Hoffnung , dass ihr Licht dich retten wird , vor der Dunkelheit , vor der Kälte , vor dem Tod ... Doch deine Chance auf Leben hast du mit deinem letzten Schritt vertan ... die Kerze erlischt und du fällst der Dunkelheit anheim ...
AngelOfDiseaseDer bleiche Körper einer Frau - leblos liegt er dar.Perfekte Rundungen und ein Gesicht wie eine Maske aus Porzellan.
Zwei Fahnen aus Blut laufen den wunderschönen Hals hinunter und langsam bildet sich auf dem Laken ein immer größer werdender Fleck der kostbaren Flüssigkeit.
Das Blut beginnt schon langsam zu gerinnen und die Blutung wird bald enden.Nicht aber seine quälende Reue.
Ja , so ist es jedes mal.Denn genau wie sein ihn immer quälendes Gewissen , endet auch der Durst nicht.Nacht für Nacht , von der Qual getrieben , gepeinigt vom Gewissen , geht er weiter auf die jagt ...
AngelOfDiseaseSchritt um Schritt gehe ich meinen Weg , den ich zu gehen gewählt habe.Ich spüre den Sand und die Steine unter meinen nackten Füßen.Jeder Schritt hinterlässt ein wenig Blut , getropft aus den Wunden , die dieser steinige Weg gerissen hat ... genau wie meine Seele , welche ewig blutet , weil das Leben ins SIE tiefe Wunden gerissen hat.Wunden die auf ewig sein werden, denn niemand , nicht mal ich selbst , oder vielleicht besonders nicht ich selbst , vermag sie zu heilen.Und so gehe ich , gepeinigt und geschunden meinen Weg weiter.
AngelOfDiseaseSchreckensgewalt

Dies ist das Tagebuch von Wilhelm Kesselflicker , gefunden 1843 neben seiner verstümmelten Leiche im Düstermoor. Allem Anschein nach stach er sich selbst mit dem Finger ein Auge aus , nagte sich die linke Hand ab und riss sich tiefe Wunden ins Bein

Die Kirchenglocken läuten - es ist 18.00 Uhr.Nebel zieht auf und die Sonne geht langsam unter.Stille , unheimliche Stille.Dies ist einer dieser Tage an denen man lieber nicht das Haus verlässt.Aber ich bin doch kein Kind mehr ! Mich zu fürchten wenn das Licht das Antlitz dieser Welt verlässt und mich zu fürchten vor die Tür zu gehen.Nein , die Furcht , hier in der Enge dieser Wohnung noch länger verharren zu müssen , ist wahrlich größer.Ich halts hier nicht mehr aus ... einsam , allein und verlassen ... nein ich muss raus! Ich werde wie geplant heute Abend aufbrechen.Wenn ich schon alein sein muss , dann wenigstens im Schoße der Natur.Es zieht mich unaufhaltsam hinnaus ... wenn ich jetzt aus dem Fenster schaue, sehe ich den letzten Wiederschein der Sonne hinter dem Horizont.Manchmal denke ich daran , dass jeder Sonnenuntergang der Letze sein könnte den man sieht , bevor man der ewigen Dunkelheit anheim fällt , die auch Tod genannt wird ... doch weg mit solch trüben Gedanken ! Heute soll die Reinheit der Natur meinen Geist erfüllen!Heut Nacht werde ich wandern und zwar bis zum Rand des Düstermoores...

[So gehe nun die Stufen in die untere Ebene hinab um zu erfahren was dort geschah]
AngelOfDiseaseIch bin nun seit über 2 Stunden unterwegs.Es ist schön hier ... die Luft ist frisch und die Sterne leuchten mir den Weg.Der Wald den ich vor circa 1 Stunde betreten habe fängt an sich zu lichten ... es kann nun nicht mehr lange dauern bis ich das Moor erreiche...

Nun stehe ich hier am Rande des Moores und bewundere seine Schönheit im faden Licht der Sterne.Der Mond spiegelt sich in den wassergefüllten Senken und ein Uhu schreit wärend seinem nächtlichen Beutezug.Vor mir mache ich einen Weg aus der sicher ins Moor hinein zu führen scheint.Eigentlich wollte ich an diesem Punkt umkehren , doch jetzt wo mein Herz die Idylle dieses Ortes erblickt, zieht es mich hinein ... nein ich werde nicht umkehren .... nicht wie so oft umdrehen und alles hinter mir lassen .... nein diesmal nicht ... ich werde noch einige Minuten weiter gehen .....

Der Nebel ist dichter geworden und ich sehe kaum noch die Hand vor Augen.Es scheint auch etwas kälter geworden sein.Ich bin diesem Weg ungefair 30 Minuten lang gefolgt , aber nun ... ich weiss nicht warum , aber ich hab plötzlich ein ungutes Gefühl ... ein Gefühl als ob etwas unnatürliches hier vorgeht und etwas kaltes mein Rückrad hinnauf klettert um nach meinem Genick zu greifen und es zu brechen.Ich kehre um ! Ich bin nun lange genug gewandert.Ich kehre sofort um ...

[Der kommende Teil ist in zittriger Schrift geschrieben]

Ich fürchte mich ... ich weiss nicht mal warum , aber ich fürchte mich ...Ich bin den Weg zurückgefolgt .... ich bin den selben Weg zurück gegangen ... aber ich folge ihm nun schon seit über 2 Stunden! Ich muss eine falsche Abzweigung genommen haben , das kann doch nicht sein ... und wieso fürchte ich mich so sehr ?

Eine weitere Stunde ist vergangen und noch immer bin ich in diesem Moor eingesperrt.Herr , bitte hilf mir ... Die Umgebung ... sie ändert sich nicht .... alles sieht gleich aus und der Nebel scheint immer dichter zu werden und es ist so kalt ... so bitter kalt ... ich kann nicht weiter schreiben ... ich gehe weiter ... ich muss hier raus oder ich werde wahnsinnig ...

Nein ... nein ... oh Gott nein , ich weiss nicht mehr was ich machen soll. Hilfe .... hilf mir doch wer ! Der Nebel ist so dicht das ich nicht mehr daran glauben kann es wäre möglich ihn zu durchschreiten ... und diese Kälte ... wie kann es so plötzlich so kalt werden ... diese Kälte ... Meine Tränen gefrieren mir im Gesicht ... oh Herr steh mir bei ... doch ich werde weiter gehen ... ich muss oder ...

Anderthalbstunden ... anderthalbstunden und ich befinde mich immer noch in diesem verfluchten Moor ... das ist doch nicht möglich ... das muss ein Traum sein ... ein Nachtmahr ... aber wieso erwache ich dann nicht ? Ich werde auf den Tag warten ... das wird meine Rettung sein .... das Tageslicht wird alle Schatten vertreiben ... alle vertreiben ... die der Nacht und die meines Geistes ... ich werde versuchen ein Feuer zu machen ...

[Dreck verunreinigt diese Seiten]

Ich hab es geschafft aus Totholz und Gras ein kleines Feuer zu entfachen ... doch die Kälte mag es nicht zu vertreiben ... mir ist so kalt ... so bitter kalt ... kalt...

Es sind ca 3 Stunden vergangen und ich wage es nicht zu schlafen ... ich wage es nicht meine Augen auch nur 1 Sekunde zu schließen ... ich habe Angst ...

Bei allen Mächten was geht hier vor ? Weitere 2 Stunden sind vergangen ... und die Sonne müsste längst ihr Antlitz offenbaren ... doch ... NICHTS ... Nichts außer Dunkelheit ... Ich bin verrückt ... anders kann ich mir es nicht erklären ... oder meine Uhr ist kaputt ... ja das muss es sein ... ich werde weiter warten ...

[Die Handschrift wir immer zittriger und unleserlicher]

Ich weiss nicht wie lange ich hier sitze , ich habe meine Uhr weggeschmissen ... aber es wird nicht hell ... die Sonne ist verschwunden ... Gott hat uns verlassen ... dies kann nur das Werk des Teufels sein ...
Ich werde beobachtet ... ich bin nicht allein ... ich spüre es , ich weiss es ganz sicher ... irgendjemand ... - oder irgend etwas - beobachtet mich ... ich kann seine Blicke spüren ... ich ertrage das nicht länger ... ich habe gerufen ... geschriehen und gefleht ... doch es kam keine Reaktion ... doch diese Blicke ... ich kann sie weiter spüren ... ich fürchte mich ...

[Hier wird die Handschrift wieder etwas leserlicher]

Irgendwer ist hier , ich habe es gehört ... seine Schritte in der nebeligen Dunkelheit , sein Atmen , sein Stöhnen ... und selbst seine Stimme , auch wenn ich die Worte nicht verstand ... und nun sehe ich ein Licht in der Dunkelheit ... ein schwacher Wiederschein eines Lichtes , wie von einer Laterne ... wieder blieb mein Rufen ohne Antwort doch ich werde hinüber gehen ... denn was habe ich zu verlieren , auch wenn es mich bangt den Schein des Feuers zu verlassen ...

Seit Stunden folge ich nun diesem Licht ... doch immer wenn ich meine ich komme ihm näher geht es auch weiter ... wenn ich stehen bleibe bleibt es auch stehen ... es scheint als ob es mich irgendwo hin führen will ... ein Irrlicht ? Ich werde ihm trotzdem weiter folgen ...

[Die Schrifft ist nun kaum noch zu entziffern]

Im Namen des Heiliges Vaters ... ich weiss nicht ob ich wiedergeben kann was meine Augen im Faden Mondlicht hier zu sehen vermögen ... Blut ! Hier ist überall Blut ... oh nein ... ich bin verlohren ... Gott in welche Hölle führt mich dieses Licht ? Blut .... Knochen ... Fleischbrocken .... oh Gott , was soll ich tun ? Wie kann ich dieser Hölle entkommen ? Diesem Schlachtfeld ? Das Licht ist verschwunden ... es war einfach weg ... und diese Stille .... Kälte ... Angst ... WAS SOLL ICH DENN NUR TUN ? Ich bin allein ... Ich werde versuchen zurück zum feuer zu kommen ...

[Viele der Worte lassen sich hier nur noch erahnen]

Schreihe !! Ich höre Schreihe ... die Schreihe eines Kindes ... ein kleines Mädchen ... seit Stunden schreit es und es hört nicht auf ... immer und immer schreit es um Hilfe , um Erlösung doch ich kann nichts tun ... ich bin hier gefangen ... das Feuer habe ich nicht wieder gefunden ... warum hab ich meinen Rucksack auch dort stehen lassen ?

Die Schreihe hören und hören nicht auf ... nein sie werden sogar schlimmer. Und immer noch sehe ich Blut und Verderben im Wiederschein des Mondes ... Leichen , zerfetzte Kadaver ... von Menschen, Kinder unter ihnen ... von Tieren , selbst die Hölle kann nicht so schrecklich sein.Wer hat sie getötet ? WAS hat sie sie getötet ? Ich kann Stimmen von Männern wahrnehmen zwischen den Rufen des Mädchens ... was geht hier vor ? Diese Schreihe sind so schrecklich ... Moment ich höre was im Nebel ...

[Blut befleckt diese Seiten]

Verflucht ... irgend ein Tier hat sich an mich rangeschlichen und mir ins Bein gebissen ... dieser Schmerz ... ich ertrage dies alles nicht mehr ... mein Lebenswille verlässt mich ... Die Wunde blutet stark ... ich muss sehen das ich irgendeinen Ausweg finde ... entweder einen Weg aus diesem Moor oder einen Weg aus diesem Leben ...

Ich habe eine Gestalt getroffen ... einen Menschen - zumindest glaube ich es war einer - doch ... er hat nicht mit mir geredet ... er stand bloß da , in einen Umhang gehüllt und mit einem Lächeln im Gesicht ... aus diesem Lächeln wurde ein Lachen ... aus diesem Lachen ein Gelächter das selbst die andauernden Schreihe des Mädchens übertönt hat ... dann ist er weggegangen und ich konnte ihm nicht folgen ... die Wunde fängt bereits an zu Eitern ... ich habe sie notdüfrtig verbunden ... Es müssen mitlerweile drei Tage vergangen sein , aber ich bin mir nicht sicher .... auch wenn ich hier Nahrung finde ... ich habe mich meinem Schicksal hingegeben ... ich werde hier sterben ... Ich wüsste nicht was jetzt noch schlimmeres kommen könnte ... Ich werde mich hinlegen und versuchen zu schlafen ... der Kältetod wird meine Rettung sein ...

[Sehr sehr viel Blut befleckt diese Seiten]

Verstümmelt ! Oh Herr dieser Schmerz ... Meine Auge , man hat mir mein Auge genommen und meine linke Hand.Als ich erwachte war ich nicht tot wie erhofft sondern lag in meinem eigenen Blut , verstümmelt und geschändet.Ich will sterben , aber ich kann nicht ! Oh Herr erlöse mich.Und immer diese Schreihe ... diese Schreihe ...

Wölfe ... überall um mich herum sind Wölfe ... ich kann ihr heulen hören ... sind sie meine Erlösung ?

Nein sie sind meine Bewacher ... und sie stehen im Bunde mit diesem verhüllten Dämon ... er war wieder hier ... er stand einfach dort und beobachtet mich ... er kam ... und er ging wieder und das viele Male ... das nächste mal werde ich ihm folgen , soweit meine Kräfte zulassen ... meine Wunden eitern und nässen, doch ich hab es geschafft sie mit Stücken aus meiner Kleidung zu verbinden.

[Die Zeilen stehen beinahe zusammenhangslos quer über die Seiten geschrieben]

Oh mein Gott, ich folgte ihm ... so weit ich konnte und was fand ich ? Ein weiteres Schlachtfeld ... Leichen ... gepfählt .... angefressen ... verstümmelt und zerhackt ... Erscheinungen schweben über den Wassern ... und ich kann ihn sehen ... IHN ... er wartet auf mich ...

[Dies ist das Gestammel eine Wahnsinnigen ...]

Schreihe ... immer noch diese Schreihe ... Wahnsinn ... Blut ... Wahnsinn ... Schatten ... Tod ...

[Diese letzte Zeile ist aus Blut geschrieben ... und es scheint eine völlig andere Handschrift zu sein]

Quid agis, prudenter agas et respice finem
AngelOfDiseaseEinsames Warten


Oh welch Schmerz schlägt auf mein zartes Gemüt ,
Oh welch Gram in meiner sanften Seele erblüht !
Oh welch grausam Pein mich jagt und hetzt ,
Mein Herz , mein Stolz und meine Träume verletzt !

Hast du mich denn etwa vergessen ?
Ist dein Herz denn so zerfressen ?
Hat mich jemand aus deinem Herzen verbannt ?
Wenn dem so ist , wie wird dieses Monster genannt ?
Wurde ich von etwas Höherem verdrängt ?
Oder hab ich dich in Unwissenheit gekränkt ?

Ich schrieb so viele Zeilen nur an dich
Doch lesen tust du jene nich !
Auch auf Antwort kann ich lange hoffen
Was mich hat zutiefst getroffen !

Mein Herz zersprungen ,
Meine Hoffnung in die Knie gezwungen
Meine Zukunft kalt und leer
Zu warten - so einsam und so schwer

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