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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: kalliope
KalliopeReden
Einfach nur reden
Ein Wort
Ein Wort zu viel
Reden, und noch nichts aussagen
Warum dann nicht einfach schweigen?
Kann Schweigen denn nicht oft viel deutlicher sein...
KalliopeKein Wort hast du für mich - Kein Blick
Dein Lachen - aufgesetzt
Dein wirkliches Ich - verborgen hinter einer Maske

Ich verabscheue dich -
und doch sehne ich mich nach dir
sehne mich danach von dir geliebt zu werden.
KalliopeStille. Eiserne Stille. Weisse kalte Wände und mittendrin ich. Ein doch recht bizarres Bild, wenn man bedenkt, dass ich vor einer Stunde noch friedlich schlafend in meinem Bett lag. Nur eine Stunde ist es her, und doch erscheint es mir wie eine Ewigkeit. Bemühe mich darum einen klaren Gedanken zu fassen, was mir nicht einmal ansatzweise gelingen will. Ständig wiederhole ich in meinen Gedanken diesen Telefonanruf, auch wenn er nur sehr kurz war. Gehe jeden Satz, jedes Wort noch einmal für mich durch.
...Hatte einen Unfall... liegt jetzt im Krankenhaus...Sehr schwere Verletzungen, kritischer Zustand...
Frage mich nach dem warum, warum gerade er, warum gerade jetzt?! finde jedoch keine Antwort. Es gibt wohl auch keine Antwort, die mich befriedigen könnte. Von Zeit zu Zeit huscht ein weisser Kittel an mir vorbei, ich nehme nicht bewusst Notiz davon. Spüre einzig einen Lufthauch, der mir jedesmal entgegen weht. Ich konnte Krankenhäuser noch nie leiden, die ganze erdrückende Atmosphäre, den Geruch, doch jetzt nimmt meine Abneigung noch zu. Abwechselnd steigt das Gefühl der Trauer, dann der Wut in mir hoch. Ich empfinde Wut auf ihn, dass er mich vielleicht im Stich lässt, dass er nicht da ist, dass ich das allein durchmachen muss. Wut auf mich, dass ich nicht da war, als es passiert ist... dass ich hier so hilflos herumsitze und einfach nur abwarten kann. Nichts tun können und einfach nur warten ist wohl das schlimmste Gefühl überhaupt. Wir gingen im Streit auseinander, hätte ich gewusst was später mit ihm passiert, wäre ich nicht so stur gewesen, hätte nachgeben, auch wenn ich mich im Recht befand, hätte doch alles für ihn/für uns getan... Er kann nun mal keine Schwäche zeigen und er ist nach mir wohl so ziemlich der grösste Sturkopf den ich kenne. Aber genau diese Sturheit ist es, die mir an ihm gefällt, die mich an ihm reizt und ihn interessant macht. Wir streiten uns immer über unwichtige Kleinigkeiten, muss das denn wirklich sein? Er weiss doch, dass ich ihn liebe...
Jetzt bleibt mir vielleicht nicht einmal mehr die Zeit es in Ordnung zu bringen, mich wenigstens im Frieden zu verabschieden.
Hab nun schon ein dutzend Mal die Keramikplättchen an der Decke gezählt, es sind 182, ich bin mir ganz sicher... Weiss von jedem Fleck an der Decke den genauen Standort, und ärgere mich darüber. Inzwischen bin ich nicht mehr allein, zwei Fliegen und ein paar vorwitzigen Lichtstrahlen, die durchs Fenster scheinen leisten mir Gesellschaft. Fühle mich von den tanzenden Lichtstrahlen verspottet, wie können sie es wagen fröhlich zu sein, wenn ich so leide.

Plötzlich kommt ein Arzt auf mich zu, fragt mich wer ich bin und auf wen ich hier warte. Ich stehe langsam auf, gebe ihm Antwort... Frage was mit meinem Freund los ist, wie es ihm geht und ob ich vielleicht zu ihm kann, nur ganz kurz. Ich muss ihn sehen. Er öffnet langsam seinen Mund, und ich wünschte er hätte es nie getan... Was er sagte, waren für mich die drei schlimmsten Worte überhaupt. ER IST TOT. Was nachher kam war ein Blabla von, es tut ihm leid und sie haben wirklich ihr Bestes versucht... Ach ja ihr Bestes versucht, wieso lebt er dann nicht mehr? Wieso haben sie ihn einfach sterben lassen? Nun kann ich wirklich nicht mehr, sinke in meinen Stuhl zurück, breche in Tränen aus. Kann und will mich nicht mehr beruhigen. Bin nervlich und mit meinen Kräften am Ende... Fühle mich leer und verloren, denn etwas vom wichtigsten in meinem Leben wurde mir soeben genommen...

Tage sind seitdem vergangen. Versuche mich zu fassen, mich zusammenzureissen. Ich will für ihn stark sein, er würde es so wollen. Er würde wollen dass es für mich weitergeht, dass ich mein Leben ohne ihn lebe und dass ich glücklich bin. Und auch wenn es mir noch so schwer fällt, dass bin ich ihm schuldig. Das ist das Einzige was ich für ihn tun kann. Vergessen werde ich ihn nie, was bleibt sind Erinnerungen und ein Platz in meinem Herzen ist ihm gesichert.
KalliopeDas Leben – eine Prüfung an sich

Schon von Geburt an beginnt der Mensch zu lernen, und er lernt nie aus. Bis ins hohe Alter nicht. Er muss lernen, was gut, und was schlecht bedeutet. Er muss abschätzen können, wie seine Handlungen von der Umwelt aufgenommen werden. Er muss Fehler machen können, um sich weiter zu entwickeln. Man muss ihn auf Dinge aufmerksam machen, die er nicht weiss, oder er bis dahin anders betrachtet hat. Im Kindesalter übernehmen die Eltern eine wichtige Rolle, wenn es darum geht dem Kind zu erklären, was es darf und was nicht und vor allem warum dies der Fall ist. Aufgrund seiner eigenen Erfahrungen lernt ein Kind ziemlich schnell, was es tun muss, um eine bestimmte Reaktion der Eltern hervorzurufen. Es lernt die Konsequenzen seines Handelns zu tragen, oder es unterlässt eben gewisse Handlungen.
Wenn wir älter werden, müssen wir die Rolle der Eltern selbst übernehmen. Wir entscheiden selbst über unser Verhalten, wir sind für uns verantwortlich, natürlich bleiben Freunde und Familie eine gewisse Stütze.
Doch wozu lernen wir eigentlich? Lernt man Dinge wie gut und böse oder wie man sich zu verhalten hat, damit man in der Gesellschaft integriert ist, dass man akzeptiert wird? Was bedeutet denn überhaupt gut und böse? Sieht das nicht jeder Mensch ein klein wenig anders? Heisst lernen sich einfach der Mehrheit anzupassen? Wozu lernt man in der Schule? Damit man am Schluss als Resultat seiner Arbeit eine Zahl zwischen eins und sechs vorweisen kann? Oder lernt man bei jeder Prüfung wirklich für sich selbst, weil man wissensgierig ist? Weil man mehr vom Leben erfahren möchte? Und wie lange lässt sich dieses Wissen speichern? Ist denn das Leben an sich nicht schon Prüfung genug? Wird man denn nicht täglich mit Situationen konfrontiert, die es zu bewältigen gilt? Und sind es denn nicht genau diese Situationen, aus denen man am meisten lernen kann? Lässt sich das Lernen in der Schule mit dem Lernen im Alltag, dem Lernen im zwischenmenschlichen Bereich überhaupt vergleichen? Und wenn ja, sind wir im Stande darüber zu urteilen, welches von beiden wichtiger ist? Oder hängt nicht vielleicht doch, wie so oft, das Eine vom Anderen ab?
KalliopeDas Leben als ein einzig langer Weg.
Dunkel und allein.
Ein Weg, den ich nicht gehen will.
Ein Weg ohne Schilder, ohne Rast.

Sehne mich nach Licht, nach Erlösung.
Sie scheint mir so greifbar nah.
Nur noch ein kleiner Schritt, eine letzte Entscheidung trennt mich von ihr.

Bald werde ich das Vollkommene erreichen, bald...
Ich entsage der Dunkelheit und werde empfangen vom ewigen Licht.

Welch Erleichterung ist mir allein schon der Gedanke daran.
...Freiheit...
...Leere...

Ein Licht heller und reiner, so dass es die menschliche Vorstellung übersteigt.
Das erste Mal steigt in mir das Gefühl von Wärme und Geborgenheit auf.
Endlich am Ziel/Ende meines Weges/meiner sinnlosen Reise, im Paradies angekommen.
KalliopeDankbar für die Tränen, die mich wachküssen.
Dankbar für den Schmerz, denn er ist mir ein Zeichen, dass ich noch lebe. Dass immerhin mein Körper noch lebt und empfinden kann, wozu ich selbst lange nicht in der Lage war.
Dankbar, dass du weg bist und ich merke, dass es mir nicht nichts ausmacht.

Habe so lange auf ein Zeichen gewartet. Habe gewartet, dass meine Gefühlen zurückkehren. Habe gehofft die Gleichgültigkeit zu überwinden. Habe mir innerlich eine Mauer aufgebaut, die nun leise zu bröckeln beginnt.

Fürchte mich vor der Verletzbarkeit. Angst steigt in mir hoch beim Gedanken meine Gefühle nicht mehr kontrollieren zu können. Möchte nach Aussen stark wirken und keine Schwäche zulassen. Doch ich bin schwach, bin es wirklich... Ich suche nach Halt, Halt den ich nur bei dir hatte...

Nun bist du weg. Du fehlst mir. Es gelingt mir nicht meine Gefühle in Worte zu fassen, doch immerhin sind Gefühle da. Gefühle für dich, und wegen dir...
Dafür bin ich dankbar, vorallem dir dankbar!
KalliopeWeil du so bist, wie die Gesellschaft es von dir erwartet, weil du dich anpassen kannst und sittsam deine Pflichten erfüllst, fällst du nicht auf. Du bist einer von Milliarden anderen Menschen auf dieser Welt, nichts besonderes eben. Du bist es leid, dass von dir keine Notiz genommen wird. Ein klein wenig Beachtung oder Anerkennung würde dir schon reichen. Doch was will man machen? In einer Gesellschaft in der Geld an erster Stelle steht und Zeit Mangelware ist, wird der Einzelne oft vergessen. Du siehst das Leid/Unrecht, dass dich umgibt und so beginnst du an der Welt und vor allem auch an dir selbst zu zweifeln. Du stellst Vieles in Frage und glaubst schlussendlich an Nichts mehr. Du willst verändern, obwohl du weißt, dass dies keinen Zweck hat. Denn immer noch bist du ein Einzelner inmitten einer Vielzahl. Du beginnst dich der allgemeinen, geregelten Ordnung zu widersetzen. Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom. Du hast es schließlich geschafft aufzufallen, wenn auch nur kurz und negativ. Immerhin kennt die Polizei, dein Freund und Helfer, jetzt deinen Namen. Du denkst, du hast ein Zeichen gesetzt? Nein, das bestimmt nicht. Du hast für viele nur ein weiteres Mal bestätigt, wie schlimm es doch um die heutige Jugend steht. Ob du etwas ändern kannst, wenn du älter bist? Ob man dich dann eher ernst nimmt? Vielleicht mit der nötigen hohen Stellung in der Politik? Man sagt Wissen und Bildung gehören zu den wertvollsten Gütern, die wir besitzen.
Irgendwann hast du nicht nur den Glauben an das Gute verloren, sondern auch die Hoffnung. Die Hoffnung darauf, dass es vielleicht doch noch irgendwann besser wird... Und so widmest du dich wieder deinen Pflichten, und nimmst die Tatsachen hin, wie sie sind. Du verschwendest keinen Gedanken mehr daran, was du tust bzw. was du alles tun könntest. Du beendest die Frage nach den Gründen. Du akzeptierst einfach stillschweigend.
Doch bist du nicht Teil der Lösung, so bist du Teil des Problems!
KalliopeDoch was ist Liebe eigentlich? Liebe ist eine Krankheit, die besonders im Frühling ansteckend wirkt und gegen die man sich weder schützen noch impfen kann. Sich zu wehren ist zwecklos. Sie überfällt einen genau dann, wenn man es am wenigsten erwartet. - Liebe ist eine Krankheit die nur durch Vergessen geheilt werden könnte. Also kann sie nicht geheilt werden, denn Vergessen ist unmöglich. Was wir Menschen intensiv machen, das prägt sich uns ein. Liebe ist ein ständiges Suchen nach einem gleichgesinnten Menschen, obwohl es oft die Gegensätze sind, welche die Aufmerksamkeit auf den Anderen lenken. Ist Liebe also das Verlangen nach einem Gegenüber? Liebe verursacht oft ziemliche Schmerzen, doch man hat immer wieder Sehnsucht nach ihr. Liebe ist fantastisch und doch gefährlich, zweischneidig wie eine Klinge, sie kostet etwas, aber sie schenkt viel. - Doch gibt es Liebe wirklich? Oder bilden wir sie uns nur ein? Sehnen wir uns nach einem Ideal von Liebe, welches in dieser Form jedoch unerreichbar ist? Wie ist es möglich, dass wir unsere Lebenseinstellung von ihr so beeinflussen lassen? Dass einem mit einem mal der Boden unter den Füssen weggenommen wird und man nicht weiss, wie einem geschieht. Dass wir Dinge tun, die wir sonst nie tun würden und für die uns kein Preis zu hoch ist.

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