| MortalAgony | warten einer wartet auf den bus ein anderer auf das gehalt wieder ein anderer auf die erlösung eine wartet auf ein zeichen eine andere wartet auf die freundin wieder eine andere wartet auf die erleuchtung und alle warten auf den tod warten (2) warten kann man konstruktiv warten kann man gelangweilt warten kann man abwartend warten kann man gespannt Das Warten kann man beschleunigen Das Warten kann man verlängeren Das Warten kann man beenden Das Warten kann man erzeugen Das Warten kann man Leben nennen |
| MortalAgony | [I]Ewig[/I] ewig lebt der groll ewig lebt die furcht ewig lebt das leiden ewig lebt die trauer ewig lebt die leere ewig lebt der kopf ewig lebt das leben ewig bis zum tod |
| MortalAgony | [I]Der Käfig[/I] Ein Kasten, gross, das ist er. Stäbe, ganz aus Gold vielleicht aus schwarzem. Wertvoll, und doch verflucht. Geliebt, gehasst, gebraucht und gefürchtet Er kühlt, er schützt er vereinsamt. Abschließbar, das ist vernünftig Ein Gefängnis, nur andersrum Nach Außen offen, nach Innen geschlossen Der Schlüssel, er steckt Mal drin, mal draußen. Jeder hat ihn, nicht jeder weiß es Ein Fluch, das ist er für jeden auch wenn nicht viele so reden. |
| MortalAgony | [I]Nachts[/I] Dunkel ist es rund herum helle innen drin es brennt vor Schmerz vielleicht Hoffnung Man sitzt im Dunkel und hört die Stille der Nacht und hört die Schreie des Ichs Man schreibt sie nieder immer wieder immer schneller Man schreibt und schreibt füllt Zeil' um Zeile zu geheim für alle zu interessant für mich allein Macht es Sinn? Sind sie Gewinn? Ich weiß es nicht ich schreibe bloss, deute nicht und trage das Gewicht |
| MortalAgony | [I]Sorge[/I] Einst lebte ein Mensch, ganz frei von Sorgen er frohlockte jeden Morgen Er lebte Tag ein Tag aus, ganz einfach so hinaus kümmerte sich um sich und's Haus Tags drauf, da kam Besuch und brachte alles in Verruch Der Menscher, er kümmerte sich und erkannte nicht, dass Sorgen kamen Er brauchte neue Samen für Korn und Brot denn, der Fremde der litt Not Er hungerte und war nah dem Tod So suchte der Mensch und sorgte sich er brach das Brot und machte Wein, ganz frisch Der Fremde voll des Lebens und auch Mut verließ das Haus und nahm den Hut Der Mensch jedoch, er saß im Haus ganz arm, wie die Kirchenmaus Er suchte Brot und fand doch nichts Er sucht Wein, doch der war leer Er suchte und suchte und fand einzig Sorgen Er ging dahin, um zu borgen hoffte auf ein Morgen gekrümmt vor Sorgen Er fand ein Haus in voller Pracht erbat ein Bett für eine Nacht geschoben vor die Tür, ganz sacht Dort sass er nun allein und hungrig schlief ein und träumte von alten Zeiten ein lächlen in vollen breiten so saß er da, schlafend, bis zum Tod |
| MortalAgony | [I]Die Nuss[/I] leer und kalt, so sitzt sie da die hülle, der körper, das ich es schüttelt sich, es kämpft und doch, erwärmen, das ist schwer es trägt die last der herkunft ist gesplittert, fast zerstört und doch, sie schützt, die hülle und doch, es kommt immer wer gegen den gibt es keine wehr da kommt die hand, der fuss und offen liegt die nuss |
| MortalAgony | [I]In tiefen Schluchten[/I] Dort wandert mein Herz Es friert und weint und geht doch voran Es sieht die Wände es sieht das Licht Es klammert sich an Hoffnung Und zerstört sie sogleich Tief vernarbt so geht es seinen Weg Trifft manchmal andere, wird oft getroffen Der Kopf, der hilft dem Herz so glaubt der Kopf Er ist nur ein armer Tropf verdammt zu Vernunft Verhindert die Zusammenkunft von Herz und Herz und fördert so den Schmerz Ach je, du armes Herz find den Weg und lebe! |
| MortalAgony | [I]Mehrspalt[/I] gerissen hin und her zwischen mann und herz und kopf so geht es, stund um stund und nacht und nacht und tag um tag es ist ein kampf. der trieb sagt ja der kopf, das herz, der bauch nein sie kommen nicht überein und bereiten grosse pein es ist der kopf der sagt tu es nicht, es schmerzt es ist das herz, das sagt tu es...jein es will das nahe und fürchtet sich es ist der bauch, der weiß das ist zu heiß es verbrennt die reste vielleicht das beste der trieb, ja der will er ist unstillbar ohne furcht er sucht die nähe, den kontakt die befriedigung und alles ist im widerspruch aus schutz und wille pro und contra und nun? muss sie die lösung geben |
| MortalAgony | [I]Sonne[/I] Gross und rund so steht sie am Himmel wärmt und leuchtet immerdar und oft versteckt sie wirft ihr licht selbst in die schatten meiner selbst und wärmt auch mich von zeit zu zeit Das Licht es blendet auch kann es töten und vernichten und leben richten So gut und grausam und ganz einsam steht sie hoch am Himmel Das erste was man sieht und das letzte Die grosse sonne |
| MortalAgony | [I]Sterben[/I] Höchstes Gut Tiefste Sehnsucht Größte Hoffnung Letzter Schmerz Furchtbare Angst Verrottet Verdorben Von Würmern zerfressen Von Freunden Vergessen Verspottet Gross gekommen Klein gegangen Selbst gefangen Das Messer geschliffen Das Leben gegriffen Blut rinnt herab Frohlockend Der Weg ins Grab Ewige Ruh, wie schön bist du. |