| Luzia-B | Ich will jetzt endlich mal wissen, wie meine Gedichte bei anderen ankommen. Schreibt mir bitte ehrliche, schonungslose Kritiken, ich kann das vertragen. Hier sind ein paar: Verfall Wie Regen fallen die Sterne, Reißen Pockennarben in Die faltige Haut der Erde. Ein Gott hängt an den Bäumen; Sein faulendes Fleisch Fressen akademische Geier. Die Untiefen des alls Erbrechen einen Traum Aus Feenstaub. Er zittert und wird Von kosmischen winden In den Welten zerstreut. Ein brauner Demagoge Fällt Yggdrasil. Das Holz fressen Ostrote Flammen. Halluzinogen In meinem Kopfe Grauer Städter graue Sorgen Türmen sich auf zu Hochhäusern Paragraphenstricke winden sich Paradiesschlangen gleich Um meinen Hals und würgen mich Wenn ich Ausbruch wage Kommen Verbotsschilder ins Gewissen Hier ist Freiheit ein Kerker Im Land der begrenzetn Unmöglichkeiten Manchmal fange ich Träume ein Gedanken haben Vogelschwingen Sie fliegen -frei vom Kreuz des Südens- Hoch überm Menschenmahlstrom Und ziehen Ins "Warum?"-lose Chaos Dann ist Dunkel Und mir scheint Als ob die Sterne heller schienen Als ob Glassplitterregen Wasser wär Hat wohl je ein Uradamsenkel Dies Glück erlebt ohne Dass Gift durch seine Venen floss? Nachtangst Aus zerwühlten, weißen laken Strömt der Duft von Schweiß und Blut Salzige Tränen haben sich In den Stoff hineingeätzt Zog die Mondin gestern noch Sanft singend Träume herbei, Beleuchtet sie nun scheinwerfergleich Das Grauen des Schlafes Bohren sich krallengleich Knochenhände in Vorhangseide Starren Augen milchig nach draußen Auf die Welt hinter Glas Und finden keine Ruhe Der Puls pocht hinterm Schläfenbein Der Druck aufs Hirn nimmt zu Eine Zigarette wäre jetzt gut Rechtsspruch sie verurteilen dich IM NAMEN DES VOLKES obwohl du DEM VOLKE EGAL BIST außer, du bist politiker und hast steuergelder hinterzogen wer aber schert sich wirklich um das kind, dass wieder missbraucht wurde oder um den erschossenen mann? wer schaut auf die taten mit interesse, mitleid und nicht mit perverser neugierde? |