| Seraphime | Eigentlich liegt mir Gartenarbeit ja nicht aber ich will versuchen hier einen Garten entstehen zu lassen in dem man die Zeit vergessen und neues entdecken kann. Vielleicht werdet ihr überrascht sein, ob im guten oder schlechten Sinne weiß ich nicht, und es ist mir auch egal,allein das Gefühl zu haben euch, wenn auch nur für Sekunden, überrascht zu haben genügt. |
| Seraphime | Den Anfang (bis zum ersten Absatz) habe ich von Prosper Mérimée übernommen (man möge mir verzeihen) ansonsten war das ganze eine spontane Eingebung die mir kam als ich mal wieder durch eines der Bücher von Isolde Ohlbaum blätterte und die sich in meinem Kopf immer weiter entwickelt und gar kein Ende zu nehmen scheint. Ich bin gespannt wo das hinführt. All ihre Züge waren leicht verzerrt; die Augen ein wenig schräg die Mundwinkel geschürzt, die Nasenflügel leicht gebläht. Verachtung, Hohn und Grausamkeit drückten sich in diesem Gesicht aus, das dennoch hinreißend schön war. Fürwahr, je mehr man die wunderbare Statue anschaute, um so mehr überkam den Betrachter das Gefühl des Schmerzes, das so eine erlesene Schönheit sich mit völliger Gefühllosigkeit verbinden konnte. Aber so versteckt wie sie stand hatte es in den letzten Jahren gewiss nicht viele gegeben die diesen Schmerz verspürten. Der kleine Friedhof lag versteckt im Wald, wobei das Wort Friedhof wohl schon übertrieben wäre, es war mehr eine kleine Ansammlung von Gräbern, die mehr oder weniger lieblos aneinander gereiht durch einfache Steinplatten gekennzeichnet in dem kleinen Hain lagen. Ein unaufmerksamer Beobachter hätte das Szenarium wahrscheinlich gar nicht als Grabstätte erkannt, da die Steinplatten unter dem hohen Gras das den Boden bedeckte fast gänzlich verschwanden, vielleicht wäre er stehen geblieben um sich von der Schönheit dieses versteckten Ortes bezaubern zu lassen , aber es wäre eben nur ein versteckter Hain gewesen, der vielleicht ein bisschen etwas magisches an sich hat. Doch die Anwesenheit der Statue, die über allem zu thronen schien ließ das Nicht-Erkennen dieses Ortes Unmöglich werden. Ihre Präsenz war so allgegenwärtig das man das Gefühl hatte sie sähe einen an mit ihrem kalten Blick der vor Verachtung nur so troff. Und wenn man es dann schaffte sich abzuwenden schien sie einem zu folgen, mit ihrem überlegenen Blick der einem kalte Schauer über den Rücken regnen ließ. |
| Seraphime | zu schweben, -über allem alles scheint ganz klar und einfach und versinkt gleichzeitig im Chaos. alles ist verklärt, und doch siehst du die scharfen Umrisse der Realität, ihre spitzen Ecken und Kanten die nach deinem Blut lechzen, so deutlich wie sonst nur selten. Himmelhoch jauchzen obwohl von ferne schon die Todesglocken warnen. An einem hauchdünnen Faden zu baumeln, der dich trägt und dich ernährt wie eine Nabelschnur, jedoch immer auf die Gefahr hin, dass er sich wie eine Schlinge um deinen Hals legt und dich langsam erdrosselt. Wie lange wir es diesmal dauern bis er reißt? Bis ich falle? Oder werde ich ihn selbst kappen und fallen lassen? |
| Seraphime | Flucht Jetzt steh ich im Licht und schau in die Sonne, jetzt bin ich umfangen von leuchtender Wärme, doch kein Tag währt ewig! Bald kommt die Nacht, sie nähert sich unaufhaltsam, wie lange werden wir es schaffen und vor ihr fliehen können? Bevor sie uns erblindet und wir uns in der Dunkelheit verlieren? Kann man ein Leben lang auf der Flucht sein? |