| Scuanor | Die sonnenstrahlen tanzen langsam Beim aufgang ueber einen flussarm Lassen sein wasser farbig leuchten. Durch grass, vom regen noch genaesst Ein eichhoernchen den wald verlaesst Fast unsichtbar, im gruenen fell. Die rose spreizt schon ihre dornen Sucht nahrung sich, wie jeden morgen Spiesst auf dann eine schnecke. Der schein der sonne, mittagsgrell Brennt nieder auf ein baerenfell Das tier im schlaf verendet. Durch die luft segelt geschwind Der letzte adler, einsam , blind Und stirbt an einem fels. Ein Hecht , vom langen weg gegaengelt Flussaufwaerts durch die graeser schlaengelt Zum ort, wo er geboren. Die sonne sinkt gen horizont Die nebel leuchten wieder bunt Aus ihnen biltzt es dann und wann. Doch niemand dies bewundern kann. Denn Gaea weint um alles leben, Das einmal tat nach hoehrem streben Auf seine ruecksichtslose art. Sie taten die gesetze brechen Und liessen dann die waffen sprechen Um zu ergattern, was nicht ihres. Es blieb niemand zu laben Sich an des siegers beute Gewonnen hatte weder Der wolf, auch nicht die meute. Bei dem dritten grossen krieg. So fegten sie mit ihrer macht Die eigne art fort in die nacht Vergifteten all lebenskraft. Und Gaea wartet und heilt stetig Das leben, wo auch immer noetig Welches Ihrer wuerdig ist. Aeonen wohl, mag es noch dauern Bis neue arten sich verdienen Der liebe, derer Gaea voll. Text : Scuanor, 27.04.2003 |
| Scuanor | bodenlos I - der fall am rande der klippe, weitab der sippe du, verharrend durch ertragnes leid, unzulaenglichkeit du, erstarrend am rande stehen, ueber allen dingen oder in die tiefe leere springen bekannt doch widerlich oder ungeseh'n, einladend dich in der finsternis des bodenlosen kannst auch du ein licht wohl finden wenn du es sehen willst und finden die waerme trinken willst wie wein magst du wohl erblinden verbrennen in des lichtes schein dort kannst du voellig ohne wehen gestaerkt daraus hervorgeh'n mehr als vorher sehen der kaelte widersteh'n doch kannst du verteilend, doch nicht heilend bleiben, an bekanntem reiben oder fallend, doch nicht verhallend springen, mit dir singen |
| Scuanor | bodenlos II - der aufstieg in der finsternis des bodenlosen ein loser boden, grau und alt schwebt er selbst noch blind und ohne halt sei ihm seil und mach dich fest kuemmer dich nicht um den rest sei ganz du selbst und ruh' dich aus erbaue dir ein neues haus auf dem boden, der dich haelt weil er durch dich gestaehlt euch beide tragen kann und in fernen zeiten dann er langsam, zaghaft, von dir gestuetzt nach oben steigt, und dich schuetzt und eh du's merkst im windestosen siehst du von oben schoene rosen nicht finsternis des bodenlosen |
| Scuanor | Du, Mond, so fern magst sein So nah manchmal dein Schein Wie Seil, dein Licht kann sein Doch fesselnd nicht, oh nein Verbindend, wohl schon eher Wie ein Geschmeide, schon seit jeher hofft' ich drauf zu finden dich den menschen, der heilt mich Das Unglück nahm doch seinen Lauf Wie es dies tut, manchmal zuhauf so bleibt mir nur ein schwacher Trost der tief in mir wie Feuer tost Dies Feuer ists, was mir erhellt das leben, welches ward vergällt vor langer zeit mir schon doch licht ist wie ein hohn In einem Meer aus Einsamkeit Ergreife ich es, voller Leid doch rinnt es durch die Finger mir lässt mich treiben, verlorn im hier Ach, gäbs den ort nur, an dem man reden kann ganz ohne furcht und zweifel bewache ihn auch der teufel So würd' ich nehmen schwert und schild ihn niederkämpfen wild Auf das zwei Seelen finden sich Im Garten voll des Mondes Lichts |
| Scuanor | Schmerz und Zweifel ist's der schmerz, tief in mir drin ? das herz, welchesss im zweifel schwimmt ? die trauer ob eines verlustes, der nagend' zweifel des frustes ? ist denn verlust geschehen ? sollt' ich nen abgrund sehen, wo keiner ist ? wär' ich nur sicher, viel glücklicher, könnt' ich sein. berauscht sein, wie durch wein. doch der hohe turm der eiffel, niedriiiger scheint als meine zweifel. ach, zum teufel mit dem zweifel ! ich will es wissen, nicht grübeln müssen ! |
| Scuanor | Der Krieg Mit Mir - Der Torero Ich will nicht mich ergeben Dem Kind, welches in Meinem Leben immerfort den Mann bekriegt ihn mit der eig'nen Furcht besiegt Verantwortung, Entscheidung, Pflicht sind unbekannt dem kleinen Wicht Er windet sich nur immerzu und ruft "Ich bin nicht du" mir zu Den Käfig einst das Gör erschuf aus Freiheit, nun des mannes fluch das Handeln sperrte es nur ein Mein Denken, Wollen, ist noch Frei Doch ab und zu, wenn's schläft das Kind stiehlt sich ein "tun" davon, geschwind und wird in Meiner Hand zur Waffe im Kriege gegen das Erschlaffen Erwacht der Kleine dann und sieht dass ohne ihn ja doch geschieht das Leben, vorwärtsgeh'n, das ich Neid stiehlt in seine Augen sich Denn Freiheit ist was schönes doch verkommt jedoch zu leicht zum Joch unter dem der Stier zusammenbricht wenn Der sich kann entscheiden nicht |
| Scuanor | Der Krieg Mit Mir - Der Stier In der Arena Meines Ichs kann Ich, der Stier Mich frei bewegen doch ausserhalb ist dies nicht so dort gibt es Grenzen, Pflichten, Regeln Verantwortung, für Mich, für Andere ist nötig oft und keine Schranke Den Weg versperrt die Freiheit nur wenn sie nicht ist : den Wegen folgen Mich nicht Entscheiden, nicht zu handeln zu viel Denken, Meiden, Zweifeln Dies sind des Unterganges Boten Speere, Spiesse in Meinem Rücken Gekommen ist nun eine Zeit da Priemelkauen, Warten, Dulden nicht ausreicht mehr, dies tat es nie doch in der Einsamkeit fällt dies nicht auf Dem Kinde Einhalt zu gebieten Es mit Verantwortung betrauen Für Sich und für Mich und auch für Dich Das ist mein Ziel, mag es auch dauern Denn Kind sein und auch Mann Dies beides will Ich ohne Zwang Das Eine soll dem Andern helfen Zusammen werden sie nur Siegen |
| Scuanor | Überall Frohsinn Überall Hatz Überall Stumpf Mittendrin Wünsche Mittendrin Gedanken Mittendrin Trauer Am Rande Wärme Am Rande Verständnis Am Rande Tiefe |
| Scuanor | Einst sass ich starr im Dunkel des Waldes unserer Leben. Blind. Du riefest mich, ich fand den Weg zu dir ins Freie. Erkundend. Es ist so hell hier, warm und windig, weit und offen. Steinig. Verlauf ich mich auf weiter Flur, war dein Ruf umsonst. Nutzlos. So nimm mich mit in das Land hinter dem Meer. Willentlich. |
| Scuanor | Dunkelheit, Niemand Hier. Nur Ich, Und Meine Wut, Auf Mich Selbst. Schwarze Sonne, Brennend Heiss. Und Ich, Ihr Strahl, Ärgert mich. Lange Nacht, Dunkles Loch. Und Ich, Tief Unten, Ohne Luft. |