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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: Kittys Schattenreich
Miss_KittyDer Vampir und das Mädchen

Im Mondschein standest du plötzlich da, sah dein schwarzes Seidenhaar.
Deine Augen, wie zwei Sterne in der Nacht, haben so manchen schon den Tod gebracht.
Sah dich steh´n im Mondenschein, kann solche Schönheit böse sein?

Schönes Kind am Fenster dort, verlasse deinen sicheren Hort!
Komm hinunter, zur Tür hinaus und trete zu mir in die Nacht heraus
Dein Anblick ist so klar und rein, ich will dein liebster Engel sein.

Mein Todesengel wirst du sein, wenn ich komm zu dir, allein.
Im dunkeln steh ich nun vor dir, bin ausgeliefert deiner Gier.
Ich weiß, ich sottte vor dir flieh`n, doch kann mich deiner nicht entzieh´n.

Doch dein Todesengel will zurück sein Leben, doch nur du kannst es mir wiedergeben,
denn das Leben wieder in mir sprießt, wenn dein Blut durch meine Adern fließt.
Drum Komm zu mir mein liebes Kind, damit wir bald verbunden sind.

Es scheint sinnlos mich zu wehren, denn so stark ist mein Begehren,
hieb bei dir zu verglüh`n, wo um uns des Todes Rosen blüh´n.
Drum geb ich nach nun deinem Werben, lass mich in deinen Armen sterben.

Ende


Copyright by S.B. alias Miss Kitty 2002
Miss_KittyDie Zofe

Der wind liebkost eisig die Zinnen auf denen ich stehe
und tränenverschleiert in den Abgrund sehe.
Nichts auf dieser Welt hält mich noch hier,
ein Schritt und ich währe bei dir.
Mir selbst das Ende bringen, was er dir gebracht,
er, der König, in jener Nacht.

Ein Bote wurd zum Schloss gesandt,
zu berichten das der Krieg hielt Einzug ins Land
Der König wollt vor seiner Pflicht nicht fliehen
musste in die Schlacht nun ziehen.
Dich ließ er allein zurück
so begann unser kurzes glück.

Du warst meine Königin und ich die Zofe dein
doch in der Nacht solltest du mir ergeben sein.
In meinen Armen du niedersankst
und süßen Wein von meinen Lippen trankst
Kein Erbarmen ich mit dir kannte
bis die Leidenschaft in deinem Herzen brannte.

Durchs offene Fenster das Meer laut toste
als mein Mund deine zarte Haut liebkoste
Ließ meine Zunge in deinen Schoß hinab gleiten
um dir die süßesten Qualen zu bereiten.
Wollte dass du vor Lust fast vergehst
und leise seufzend mir deine Liebe gestehst.

Doch das Glück wurde uns zu schnell genommen
Der König ward zurückgekommen
Als er uns eng umschlungen fand
in rasende Wut er ist entbrannt.
Zerrte dich hinauf zu den höchsten Zinnen
so sehr du dich wehrtest, doch es gab kein entrinnen.

In seinem Zorn in den Tod er dich stieß
doch er mich am Leben ließ
Auf das ich ewig Leiden sollte
obwohl ich nur noch sterben wollte
Ich schrie und weinte ungehemmt
aber das Meer hatte dich, längst fort geschwemmt.

Nun sehe ich die Wellen am alten Gemäuer brechen
und tausend Messer in das Herz mir stechen.
All die Liebe die ich dir einst gab
zieht mich nun zu dir in dein nasses Grab
Nichts könnt mir noch Frieden geben
denn ohne dich kann ich nicht Leben.

Ende
Copyright by S. B. 06.01. 2005
Miss_KittySchattenengel

Aus meines Herzen Dunkelheit,
deine Worte zu mir dringen,
Als einziger Freund in meiner Einsamkeit
sie mich doch auch zum wanken bringen.

Lange Zeit warst du verbannt,
auf ewig wollt ich dich versiegeln.
Doch hast in meinem Leid mich übermannt
Nichts das Tor kann mehr verriegeln.

Tröstend sie umschlingen mich
deine großen schwarzen Schwingen.
Doch dein Trost ist trügerisch
zur Flucht ich sollt mich zwingen

Zu sehr der Rausch mich schon umgarnt
gern meine Gunst ich möcht dir schenken.
Auch wenn alles mich nun warnt,
du wirst mich ins Unglück lenken

Deine süße Lüge mich betört
Von deinem Gift mich lass betäuben
Ich weiß ich werd dadurch zerstört
Noch wird sich alles in mir sträuben.

Ich fürchte mich, erzittere vor dir
Und doch aus Liebe mich will ergeben
Du bist die Finsternis in mir
Ich weiß, du willst mein Leben.

Copyright by S. B. 01.02.2005
Miss_KittySooo, hier könnt ihr eure Kritik ablassen. ^^

[url]http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=42477[/url]
Miss_KittyKleiner Vogel

Durchs Fenster scheint das Abendlicht,
dir Freiheit wünschst so sehr.
Wer dich gefangen weißt du nicht,
es ist schon lange her.

Gefangen hinter Gittern,
blickst du traurig auf mich herab
Dein Leid bringt mich zum zittern,
wende mich vom Käfig ab.

Kleiner Vogel, du und ich,
wie sehr wir uns doch gleichen
In deinen Augen sah ich mich,
auch ich kann nicht entweichen.

Zum Käfig langt nun meine Hand
Sie dir die Freiheit schenkt
Flieg hinaus ins weite Land
wo sich die Sonne senkt

So oft ich selbst den Wunsch gehegt,
in der ganzen Zeit die schon vergangen.
Doch hab mir Ketten angelegt,
bin in mir selbst gefangen.

Schau dir lange hinterher,
Der Blick in der Ferne sich verloren,
Was einst frei sein wollt so sehr,
ist längst in mir erfroren.

Ende
Copyright by S. B. alias Miss Kitty 08.02. 2005
Miss_KittyEngelsfall (Teil 1)

Ich weiß es noch als währe es gestern gewesen, als ich sie das erste Mal sah. Sie, die schwarze Gräfin. Die Geheimnisumwobene und gefürchtete Herrin dieses Landesteils.
Damals wollte ich die letzte Nacht einer Freiheit genießen. Freiheit? Nein, das stimmt nicht ganz. Ich war niemals frei. Ich war immer eine Gefangene hinter Klostermauern gewesen, mein Leben wurde bestimmt durch Frömmigkeit, Tugendhaftigkeit und Keuschheit. Doch in jener Nacht hatte ich mich fort geschlichen, denn ab dem nächsten Morgen würde ich das Kloster niemals mehr verlassen dürfen.
Es war die Nacht vor meiner Volljährigkeit. Nein, morgen war nicht der Tag meiner Geburt, den wusste niemand, sondern der Tag an dem man mich vor den Toren gefunden hatte. Ich war ein Findelkind aufgezogen von den Schwestern des Klosters und ab dem morgigen Tage sollte ich eine von ihnen werden, eine Novizin. Aber wollte ich das? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Woher hätte ich das wissen sollen, ich kannte kein anderes Leben. Außerdem hatte ich als Findelkind auch keine andere Wahl, wo sollte ich denn sonst hin? Doch heute wollte ich wenigstens ein klein wenig von der Welt sehen. Es war Dunkel in den Strassen. Ich befand mich nur in einer kleinen Stadt, die meisten Menschen schliefen schon. Nur in wenigen Fenstern und in der Schenke brannte noch Licht. Ich hörte das laute Gelächter von Männern die sich dort wahrscheinlich betranken. Ach wie gerne hätte ich mich in das lärmende Treiben hineingestürzt und einen Becher Wein getrunken aber ich traute mich so etwas nicht. Berauschende Getränke waren mir verboten, und außerdem, womit hätte ich zahlen sollen, Geld besaß ich schließlich keines. Wahrscheinlich wäre ich auch zu sehr aufgefallen, denn ich trug das schlichte und unverkennbare Gewand einer Klosterschülerin, genau wie es die Töchter der Adeligen und reichen Kaufleute trugen die im Kloster unterrichtet und behütet wurden bis ihre Eltern sie standesgemäß verheirateten. Andere Kleider hatte ich nicht. Also streifte ich weiter alleine durch die Strassen und einsamen Gassen und sog die kühle Nachtluft tief in meine Lungen. Meine Hand griff nach der schlichten Kordel die mein geflochtenes Haar zusammen hielt. Es war uns Klosterschülerinnen strengstens verboten das Haar offen zu tragen, das gezieme sich nicht und jede die dennoch dabei erwischt wurde, musste mit einer gewaltigen Tracht Prügel rechnen. Doch in diesem Augenblick war es mir egal, niemand sah mich. Ich schüttelte den Kopf und langes hellbraunes Haar fiel über meine Schultern. Dann breitete ich meine Arme aus und drehte mich im Kreis. Schneller, immer schneller und fühlte mich wenigstens in diesem Moment frei wie ein Vogel. Ja, ich schloss die Augen und stellte mir vor zu fliegen. Doch plötzlich hatte ich das Gefühl nicht alleine zu sein. Abrupt blieb ich stehen und sah mich um. Wie zur Salzsäule erstarrt war ich, als mein Blick auf die große, schwarze Kutsche mit dem goldenen Wappen fiel. Es war die Kutsche der Gräfin. Im selbem Moment tauchte ein Gesicht am Kutschenfenster auf, das weiße Gesicht einer Frau. Die Gräfin sah mir direkt in die Augen, und ich in die ihren. Ein flammend -leuchtendes Grün. Wie zwei funkelnde Smaragde die man vor eine brennende Kerze hielt. Ich konnte ihr leuchten bis hier hin erkennen und war wie gebannt. Sie klopfte an die Scheibe, die schwarzen Pferde schnaubten nervös als der Kutscher sogleich vom Kutschbock sprang und seiner Herrin die Tür öffnete. Anmutig stieg sie aus, kam langsam, mit katzenhafter Bewegung auf mich zu. Oh Gott, doch nie hatte ich eine so schöne Frau gesehen. Ich betrachtete wie berauscht ihre schlanke, Hochgewachsene Gestalt. Das Rabenschwarze Haar war im Nacken Hochgesteckt, nur einzelne Löckchen umrahmten das Engelhafte Gesicht. Sie sah wesentlich jünger aus als ich sie mir immer vorgestellt hatte. Um ehrlich zu sein hatte ich jedes Mal eine alte, boshafte Hexe vor meinem geistigen Auge gesehen, wenn mir von den Nonnen und meinen lieben Mitschülerinnen wieder einmal seltsame Gerüchte über die Teufelsbraut, wie man sie überall, hinter vorgehaltener Hand nannte, erzählt wurden. Gerüchte und Geschichten die schon in den jungen Jahren der Mutter Oberin existiert hatten, und diese war schon recht alt. Aber die Frau die da immer näher auf mich zukam schien noch keine dreißig zu sein, oder war es eine optische Täuschung? Immerhin war es dunkle Nacht. Doch während sie immer näher und näher kam, konnte ich immer deutlicher erkennen, dass ich keinesfalls einem Irrtum unterlegen war. Ihre schönen, engelsgleichen Gesichtszüge waren in der Tat noch sehr glatt und jung. War sie es wirklich?
Miss_KittyAber es lag auf eine Furchterregende Strenge darin. Ebenso in ihrem Blick, dem sie ohne jegliches Wimpernzucken starr auf mich gerichtet hielt. Vor Angst fing ich an zu Zittern. Die ganze Zeit hatte ich sie hemmungslos angestarrt, ohne es selbst zu merken. So etwas würde niemand sehr höflich finden und die schwarze Gräfin schon gar nicht. Überall wurde von ihrer Gnadenlosigkeit gemunkelt, so dass ich mich schon längst in schwere Eisenketten gelegt, in einem dunklen Kerker wieder sah. Ohne weiter nach zu denken senkte ich sofort den Blick und fiel nieder auf die Knie. „Bitte verzeiht mir Comtesse!“ stammelte ich mit leiser, zittriger Stimme. Ich wagte nicht den Blick von der Erde zu heben. Sie stand nun direkt vor mir so dass ich die Spitzen ihrer Schuhe und den Saum des schwarzen Taftkleides, das sie trug, sehen konnte. Der Stoff raschelte als sie sich plötzlich zu mir hinunter beugte und mit sanftem Griff meinen Arm umfasste. Sie zog mich auf die Füße und sagte sanft aber bestimmt: „Steh auf, Kind!“ Ihre Hand langte nach meinem Gesicht und hob es sacht an so dass ich ihr wieder direkt in die Augen sehen musste, in diese herrlich großen, grünen Augen, jedes umrahmt von einem Kranz langer dunkler Wimpern. Ich fühlte mich wie geblendet. Dann, ganz langsam formten sich die schönen blutroten Lippen der Gräfin ganz langsam zu einem Lächeln. „Sie mal einer an, was haben wir denn da? Sieht aus wie eine kleine Klosterschülerin!“ sie lachte Leise auf. Ich war verwirrt. Der Ton ihrer Stimme hörte sich zwar freundlich an, aber trotzdem lag eine schneidende Schärfe darin. Was war das, ein Spiel? Hatte ich eine grausame Strafe zu erwarten oder ließ sie mich vielleicht doch laufen? Sie musterte mich abschätzend von oben bis unten. „Nun,“ fuhr sie zuckersüß fort, „da du mitten in der Nacht und mutterseelenallein durch die Gegend läufst, darf ich wohl annehmen das du ausgerissen bist.“ Welche Antwort erwartete sie von mir? Sollte ich ja sagen oder…“Oh, oh, sag nicht nein, “ zwinkerte mir zu und legte mir einen Finger an die Lippen, „ich mag nicht wenn man mich belügt!“ Wie schön ihre weißen schlanken Hände waren, die nun ganz sanft mit der Außenseite meine beiden Wangen streichelten. War das ihre Art Untergebenes Fußvolk zu quälen, jemanden so zu verwirren das der jenige nicht mehr einzuschätzen vermochte, was für ein Schicksal ihn erwarten mochte? Wie sollte ich sie einordnen, als Freund oder Feind?
„Schsch,“ machte sie, strich mein Haar zur Seite und flüsterte mir leise ins Ohr, „Hab keine Angst. Ich werde dir nichts tun.“
Ich spürte ihren warmen Atem auf meiner Haut und ein leichter Schauer durchfuhr meinen, vor lauter Furcht, reglosen Körper. Als hätte sie in meinen Gedanken gelesen. Allerdings war sicherlich auch nicht zu übersehen wie ich mich fühlte und außerdem war es für die Comtesse nur selbstverständlich dass Jedermann sie fürchtete. „Verrätst du mir deinen Namen?“ fragte sie mich, diesmal mit etwas aufforderndem Nachdruck.
„Marie, Marie-Angelique.“
„Angelique.“ flüsterte sie leise, als wolle sie dieses Wort langsam auf der Zunge zergehen lassen. Die linke Hand der Gräfin wanderte nach oben, fuhr mir genüsslich durchs Haar während die rechte anfing meinen Hals zu streicheln. „Das ist wirklich ein schöner Name.“
Wieder erfasste mich ein Schauer, diesmal um einiges Stärker als der davor. Die Comtesse drehte sich um und wandte sich an ihren Kutscher. „Raoul, “ herrschte sie ihn ungeduldig an, „meine Tasche!“ Der ältere Mann tat eilig wie ihm geheißen und holte eine Tasche aus Schwarzem Samt aus der Kutsche und brachte sie seiner Gebieterin. Unsanft entriss sie sie ihm, öffnete sie und zog etwas heraus. Ein purpurfarbenes Seidenband. Noch bevor ich mir einen Reim darauf machen konnte was sie damit vorhatte, machte sie sich an meinem Haar zu schaffen und band mir eine Schleife hinein. Ihr Gesicht war nun ganz dicht vor meinem, wie edel ihre hohen Wangenknochen aussahen. Plötzlich spürte ich ihren weichen Mund an meiner Wange, der mich sanft küsste. „Jetzt siehst du sehr hübsch aus Angelique!“ hauchte sie bevor ihre Lippen über meine Kehle wanderten, mir auch dort liebevoll anmutende Küsse aufdrückten. Plötzlich spürte ich etwas feuchtes, ihre Zunge die vorsichtig an meiner Haut leckte. Dann, völlig unerwartet, verspürte ich einen kurzen Schmerz. Nein, es tat nicht wirklich weh, es fühlte sich lediglich an wie der kurze Stich einer sehr dünnen Nadel, nicht der Rede wert. Und ihr behutsames saugen, was darauf folgte, ließ mich so oder so alles um mich herum vergessen
Jetzt war es nicht mehr nur ein Schauer der mich überflutete, da war noch mehr. Ein Gefühl was ich noch nie zuvor gespürt hatte, an einer Stelle meines Körpers, den man als Gottgefälliges Geschöpf gefälligst zu ignorieren hatte. Ja, so hatte ich es gelernt, aber diesmal war es nicht möglich dem keine Beachtung zu schenken, es war zu stark. Die Comtesse lies mit einem bittersüßem Lächeln von mir ab. „Adieu petite Cherie!“ flüsterte sie mir noch kurz zu bevor sie sich von mir abwandte und zu ihrem Gespann zurückging. Eine ganze Weile blickte ich ihrer Kutsche noch nach, dann rannte ich, ich rannte als sei der Teufel hinter mir her. Bis ich das Kloster sehen konnte. Hastig suchte ich nach meinem Fluchtweg, der nun dazu dienen sollte mich wieder hinein zu schleichen. Hinter dem Kloster befand sich eine Wiese, dort gab es eine alte Falltür, gut versteckt mit Moos bewachsen. Ein, aus alten Zeiten stammender Geheimgang den ich in meinen Kindertagen einst entdeckt hatte, und der seid dem mein wohl best gehütetes Geheimnis war. Aber erst heute hatte ich es zum ersten Mal gewagt ihn zu benutzen. Doch ich bereute es zu tiefst. Flink glitt ich hinunter und stand in einem, mit sehr altem Mauerwerk ausgekleidetem Gang, so alt, dass manchmal ein paar Steinchen und Putz von der Decke brachen und ich jedes Mal betete das nicht alles über mir zusammenbrechen möge. Doch diesmal dachte ich nicht daran sondern machte schnell dass ich wieder in mein schützendes Zuhause kam. Ich tastete mich zügigen Schrittes bis zum Ende durch die Dunkelheit hindurch, bis ich endlich zur zweiten Falltür am anderen Ende des Ganges gelangte, kletterte flugs nach oben und stand in der alten Abstellkammer, die nur selten jemand betrat.
Säuberlich bedeckte ich das zweite geheime Türchen wieder unter dem alten, sehr staubigen Teppich. Auf einem alten Holztisch hatte ich mir, extra für meine Heimkehr, eine Kerze und Zündhölzer zu Recht gelegt, damit ich mich mir nicht auch noch im Dunklen den Weg durch das alte Gemäuer bahnen musste.
Leise schlich durch die Korridore und die Treppen hinauf, wohl darauf bedacht keinen Lärm zu machen, dorthin wo die Klosterschülerinnen schliefen. Ich schlüpfte in meine Kammer, schloss eilig die Tür hinter mir und lehnte mich dagegen. Der Luftzug, der ins Schloss fallenden Holztür hatte das Kerzenlicht gelöscht und so starrte ich eine Zeitlang ins Dunkel.
Da war noch immer dieses seltsame Gefühl zwischen meinen Schenkeln. Zwar nicht mehr so stark, aber es war noch immer da und ich verspürte den Wunsch jene verbotene Stelle zu berühren. Meine Hand glitt wie von einer magnetischen Kraft angezogen hinab, strich über meinen Bauch und wanderte immer weiter bis sie schließlich meinen Schoß erreichte und sich mit sanftem Druck dagegen presste. Zuckartig zog ich meine Hand zurück. Nein, was tat ich denn da, das war Sünde. Dieses drängende Pochen dort an sich kam mir schon schändlich vor, aber das war nichts im Vergleich zu dem wodurch es überhaupt ausgelöst worden war.
Durch etwas noch viel furchtbareres, völlig widernatürliches.
Ich wollte nicht weiter darüber nachdenken, schüttelte heftig den Kopf als ließen sich die Gedanken so einfach hinausschleudern. Was sollte ich tun, es einfach vergessen? Es beichten und den Herrn um Vergebung anbeten? Konnte diese Schande denn noch überhaupt durch einfache Gebete gesühnt werden? Und was würde es für Folgen haben wenn ich dadurch den Namen der Gräfin in den Schmutz zog? Sicher würde man mich nicht nur der Unzucht sondern auch der Lüge bezichtigen.
Es war wohl wirklich besser zu schweigen und einfach zu vergessen. Ja, was war denn großartig passiert? Eigentlich nichts.
Langsam tastete ich mich durch die Dunkelheit zu einer Schlafstätte, ließ mich darauf niedersinken und schloss die Augen. Ich fühlte mich so erschöpft das ich noch nicht mal daran dachte mir ein Nachthemd anzuziehen geschweige denn mich zuzudecken obwohl ich erbärmlich fror. Schlafen, das war das einigste was ich wollte. ....

....to be continued
Miss_KittyDas Spiel

Wilder Kuss im Feuerschein,
das, grüner Augen blitzen.
Heut soll ich dein Eigen sein,
heut willst du mich besitzen.

Schwarzes Haar und weiße Haut,
lass dich das Spiel nun lenken.
Herrin, schwarze Engelsbraut,
ich will mich dir schenken.

Süße Lippen, rot wie Blut.
Legst mich sanft in Ketten.
Gefesselt von der Liebe Glut,
kann mich nichts mehr retten.

Nimm mich, küss mich, quäle mich,
unter dir, ich mich muss winden.
Leise seufzend erzittre ich,
bevor ich darf Erlösung finden.

Nimmst mir sanft die Ketten ab,
meine Unschuld ist zerronnen.
So drücke ich dich nun sacht herab,
denn unser Spiel hat erst begonnen.

Copyright by Miss Kitty

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