| Tamna vila | Über Nacht setzte die Strömung ein. Aus dem Halbschlaf gerissen, brachen wir unsere Schale. Überflutet die hilflosen Deiche, die starren Ufermauern. Dafür ein Strand. Friedvoll nach der Ekstase lag nun der gesättigte Spiegel, und barg all unsere Nebensächlichkeiten. Es war, als offenbarte er das Geheimnis für uns. Banges Lächeln. Pilgern. In unserem Innern brannte ein Durst. ----------------------------------- schreibt mir eure meinung unter [url]http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1033320#post1033320[/url] |
| Tamna vila | Sophora Ihr dort Im Dunstkreis Ich hier In meiner Welt Mein Blick folgt euren Zeichen Orakelsprüchen Wie kann ich euch deuten Vom Fenster an die Wand geworfene Lichtgitter Meereswellen Unruhiges Flackern Vielleicht Dass mit dem späten Mai Die Lippen sich entschnüren Und das Singen beginnt Grün wird euer Lied erwachen Grün wird es vergehen Beharrlich halte ich nach Süden Ausschau So bin ich Eine von euch Vielleicht Dass mit dem späten Mai Die Lippen sich entschnüren Und das Singen beginnt Noch stumm reckt sich empor Eure schwarze Boagestalt Verschlungen sind eure Wege Sophora Ich wünsche mir Mit euch zu steigen |
| Tamna vila | Alptraum (I) Mein Hals hat tiefe Kerben. Es bohren sich Löcher in sein dünnes Fleisch, und sie schwimmen in weißer Nässe. Lichtrosa ist der innerste Punkt eines jeden. Ich gehe zum Spiegel, fahre zusammen: auch unterhalb meines Halses löst sich das Fleisch, ich kann es mit beiden Händen halten. Über meiner Brust fällt das, was mich eben noch zusammenband, auseinander; ein großes Stück apfelsinenfarbenes Etwas, das, wäre es nicht, mich abmagern ließe; darum kämpfe ich nicht, es an seinen letzten Fäden herauszuziehen, sondern ich schiebe die Masse wieder zurück in meinen Körper und lege meine Hand darauf; unsicher, ob ich mich SO vor meiner Auflösung retten kann. |