| Archad | "So sei es!" rief Marcus aus, und griff nach seiner klinge, "kalter Stahl soll des Rätsels lösung sein, auf das Blut unseren Streit tilgt!" "Aber bruder, so bewahre doch ruhe, du wirst noch Mutter wecken!" flüsterte Raphael, um sich schauend im Dunklen Saal. "Die alte Frau lebt nicht mehr lange, was braucht sie noch Ruhe? Bald wird sie dunkle Grabes still umhüllen, auf das sie für immer schläft. Nun komm, Feigling, zeig mir das du ihres Erbe würdig bist!" schrie Marcus, seinen Bruder langsam umkreisend. Seine Klinge langsam in der luft tanzend, wie eine tödliche Schlange in einem sicheren Schatten. "Aber mein geliebter Bruder, ich will ihr erbe nicht, es gibt keinen grund für uns zu Kämpfen!" Raphael's stimme stieg an, er wich zurück, seine Hände spürten die kalte Marmor Wand neben dem alten Kamin. "Feiges Schwein..." Marcus sprach wieder leise, seine Stimme trotzdem von Hass erfüllt, "Mit Lügen willst du mich besänftigen, auf das du mich in einem Moment der Unachtsamkeit erstechen würdest! Aber deine Pläne habe ich durchschaut, nur einer von uns beiden wird diesen Saal heute Nacht verlassen..." "Du nennst mich einen Lügner? War nicht ich es, der dich in unseren jungen Jahren vor Vaters Zorn beschütze, die Hiebe einsteckte die für dich gedacht waren?" Raphaels Stimm stieg an, er merkte nicht das nun auch sein Geschrei den Saal erfüllte. "Ach mein Bruder, wir waren noch Naiiv, jung und unerfahren...Keiner von uns beiden wusste den wehrt des Goldes zu schätzen...Ich will nicht mit dir teilen Bruder, du bist es nicht wert! Du namst mir schon meine Geliebte, mein Geld nimmst du mir nicht!" "Was?!?" Raphael wurde blass, wie hatte sein bruder erfahren was zwischen ihm und Josephine passiert war? Hatte er es mit eigenen Augen gesehen? "Ich..Weiss nicht wovon du sprichst, Bruder!" "Schweig! Du warst schon immer ein schlechter Lügner, Bruderherz, ich habe es dir nie verziehen, das du mir meine Liebe geraubt hast...Dafür wirst du büsen...Stirb!" Marcus stürmtt auf seinen entsetzen Bruder zu. Was sollte Raphael tun? Ihm blieb keine Zeit um sein Handeln zu bedenken. er griff nach dem Degen über dem Kamin. Ihre Klingen kreuzten sich mit dem Gekreisch des Stahls das sich mit ihren Erzürnten geschrei zu einem Gemisch des Kampfes vereinte. Schliesslich landete Raphael den letzten Treffer, seine Klinge sank in die Brust seines Bruders, Blut quoll hervor auf den kalten Marmor Boden. Marcus sank zu Boden, keuchte und spuckte Blut. Raphael wusste es bereits, er hatte seinen Bruder den letzen Stoss gegeben. Langsam sank Marcus auf den Boden nieder, immer noch keuchend. Seine blutunterlaufenen Augen starrten in die seines Bruders. Raphael sah zu wie sein Bruder seine letzten Atemzüge tat, ohne sich zu Bewegen oder zu versuchen ihm zu helfen. Er blieb stehen als Marcus bereits tot war, und sein dunkelrotes blut sich auf dem Boden sammelte. Ohne ein Wort machte Raphael kehrt. Es gab für ihn keinen Grund mehr hier zu verweilen. Weder in diesem Saal, noch im Herrenhaus in dem er aufgewachsen war. Er nahm den Degen seines Bruders mit, seine Scharlach rote Robe, seine schwarzen Handschuhe und das Taschentuch das im Josephine gab. Er benutze es um sich zu vermummen, band es sich um sein Gesicht bevor er seine Kapuze über seinen Kopf zog. Wie ein dreckiger Dieb schlich er aus dem Haus, ohne auch nur einen Gedanken der Reue zu vergeuden. Er sattelte das Pferd seines Bruders, Beauregarde, und ritt davon. "Morgen werden sie ihn finden." Dachte er, als Beauregarde ihn davontrug. "Morgen wird Josephine ihren ehemaligen Geliebten finden und um ihn weinen. Und sie wird wissen das ich es war, der ihm den tod brachte." Die einzige Spur, die Raphael auf dem Gelände seiner Jugend hinterlies, war eine einzige Träne, die er weinte als ihn der schwarze Hengst durch das Grosse eisentor brachte. Ende von Akt 1 |
| Archad | Raphael verbrachte die Nacht aussen im Wald. Er hatte alle Tränen geweint die er zu geben hatte, und nun verbrachte er die Schlaflose Nacht damit, sich vorzustellen was am nächsten Morgen im Herrenhaus geschehen würde. Zuerst würde Marcus' Kammerdiener ihn sein Leeres Zimmer tretten und nach seinem Herrn suchen, sich wundern warum er nicht dort war und auf ihn wartete. Dann würde er durch die Hallen gehen und nach Marcus suchen, bis er seine kalte Leiche im grossen Saal finden würde. Entsetzt würde er nach Hilfe kreischen, bis Josephine im Saal erscheinen würde. Sie würde bitterlich weinen, aber nicht um Raphael. Nein. Um ihren Geliebten, der von seinem eigenen Bruder erstochen worden war. Der schlimmste Gedanke war, das er seiner Mutter den Gnadenstoss geben würde. Ihr altes Herz würde die Nachricht nicht verkraften. Beauregarde stupste Raphael an, er schnaubte ungeguldig und scharte mit einem seiner Hufe. "Ruhig, Beauregarde, ruhig." Flüsterte Raphael als er dem Hengst sanft über den Kopf streichelte. Nicht einmal der Geruch von Josephine's Pafrum konnte seine Gedanken erleichtern. Er wusste das er sich im Dorf nicht sehen lassen Konnte, er würde gehängt werden. Auch im Wald würden sie ihn suchen. Seine einzige Möglichkeit war die lange Reise über die Grenze. Er würde hinter den Bergen Schutz suchen Müssen. Vor allem würde er sich einen neuen Namen ausdenken müssen, schon morgen Nachmittag würden alle seinen Namen kennen. Raphael erhob sich, klopfte die Blätter aus seiner Kleidung. Ein Obdach würde er nur schwer finden, er musste sich einen Plan einfallen lassen. Er bestieg Beauregarde und gallopierte durch den Wald. Er hoffte, das er eine Spontane Idea haben würde, Marcus war immer derjenige mit den guten Ideen gewesen. Plötzlich drang ein Geräusch an Raphael's Ohr. Er hielt Beauregarde an und stieg ab, lauschte angestrengt. Rauschen. Plötzlich hatte Raphael eine Idee, er steig schnell wieder auf sein Pferd und ritt auf das Rauschen zu. Ende 2er Akt |
| Archad | Der Leutnant der Garde wartete ungeduldig am Waldrand. Der Mörder musste hier irgendwo sein. "Und ihr seid euch sicher, das er nicht schon über die Grenze floh?" Fragte ihn Raphael's Vater, der neben ihm auf einem prachtvollen, weissen Schimmel sass. "Er würde sich niemals durch die Stadt getrauen. Und wenn doch, hätten ihn meine Männer noch an der Grenze zu den Bergen angehalten." Sagt der Leutnant. Seine Männer hatten keine Kontrolle über die Grenze, aber er wollte dem Alten Mann nicht noch mehr Kummer bereiten. "Leutnant!" Schallte es aus dem Wald. Ausser Atem kam ein Soldat angerannt. Vor dem Leutnant musste er erst pausieren, um Luft zu holen bevor er salutierte und, noch immer ausser Atem, sprach: "Leutnant, wir haben einen schwarzen Hengst an einen Baum angebunden am Wasserfall gefunden. An einem Felsen fanden wir das hier..." Er hielt Raphael's Robe in die Richtung des Leutnants. SIe hatte einen Langen Riss in sich, und war fast vollkommen durchnässt. "Wir nehmen an, das er Selbstmord begangen hatt..." Sagt der Soldat, als der Leutnant die zerfetzte Robe untersuchte. Mit fragendem Blick sah der Leutnant zu Raphael's Vater, welcher seinen Blick nicht erwiderte. "Gut..." sagte er dann schliesslich, "dann hat sich mein Sohn selbst seiner gerechten Strafe zugeführt. Brechen sie die Suche ab und stellen sie ein Grab auf. Auch ein Mörder verdient eines." Mit diesen Worten galopierte er davon, in Richtung des Herrenhauses. Niemand hatte bemerkt das sie von einer Gestalt beobachtet wurden. Hinter den nahen Bäumen versteckte sich jemand und lauschte gespannt ihrer Unterhaltung. Raphael grinste, sein Plan war aufgegangen. Nun konnte er, wenn auch vermummt, unter einem neuen Namen in der Stadt neue Kleidung, und vor allem, ein neues Pferd kaufen. Niemand hatte bemerkt das er einen beutel voller Geld aus dem Herrenhaus mitgenommen hatte. Raphael zog das Tuch, das immer noch nach Josephine roch über sein Gesicht. Langsam ging er in Richtung der Stadt, die weniger als zwanzig Minuten Fussmarsch von seinem jetzigen Standpunkt entfernt war. Als er die Stadtgrenze erreichte, schlüpfte er unbemerkt neben einem Heuwagen durch das grosse Tor. Die Stadt war voll mit Menschen, und die Neuigkeit über den Mord machte immer noch die Runde. Überall sah Raphael Leute flüstern und tuscheln. Sie beäugten ihn, aber schienen die seltsame, vermummte Gestalt nicht zu verdächtigen. Zuerst betrat Raphael ein Schneidersgeschäft, wo er sich eine neue, schwarze Robe anfertigen liess. Er kaufte sich ausserdem einen seidenen Schahl. Nun konnte er das Taschentuch wegstecken, das ihn schmerzlich an seine geliebte erinnerte, und benutze den Schahl um sich zu vermummen. Mit der Kapuze seiner neuen Robe über seinen Kopf gezogen, machte sich Raphael auf, ein neues Pferd zu kaufen. Er betrat einen nahegelegen Stall, in dem Pferde verkauft und gepflegt wurden. Raphael musste nicht lange überlegen welches sein interesse weckte. Eine weisse Stutte fing sofort sein Interesse. Er bezahlte den Verkäufer gleich, und kaufte auch sogleich neues Reitgeschirr, das er sofort an seinem neuen Pferd anbrachte. Nachdem er sich noch mit Proviant zugedeckt hatte, steig er auf sein Pferd. Ihr name war Josephine. Wie ironisch die Welt doch war. Nachdem er noch ein letztes mal einen Blick zurück auf das Herrenhaus nahe der Stadt warf, galopierte er davon, in eine Richtung, die er nicht einmal selbst nennen konnte. |