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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: Wörter oder Worte?
DestromathorHier ist eine Auswahl meiner Gedichte.

Viele davon kamen ganz natürlich "aus mir raus", wodurch ich z.T. eine etwas... naja eigenartige Sprache verwendet habe...

[url=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=47447][U]Hier[/U][/url] ist der Link zum Kritik-Thread
Destromathor[B]Blaue Farbe am Abgrund[/B]
Brodelnd durchschäumt weiße Milch schwarze Sinne.
Ist er es? Zersetzt er das Tun?
Verfolgender Wahn lässt mich los wenn ich springe,
Endlich erst darf ich nun ruh’n.

Podeste aus stählernem, herzenen Grau
Verfügen nunmehr nicht ganz
Um weissweinlichen Dunst – verletzendes Blau,
Vergraben bei Berg, Wall und Schanz’.

Zugluftskluftbeißender fühlbarer Frust,
Freiheitsgebor’n, da noch neu,
Verschworen gebieterisch kaut er die Lust,
Grüngraue Suppe ich bleu’.

Doch Himmelsfarbblau wird sie wohl nie mehr
Verschwiegen an des Weges Rand
Farbene Unendlichkeit spuckt nun daher
Mein Ende ich nie wieder fand.
Destromathor[B]Teerkruste[/B]
Vor rot starrende Augen blicken ins Leere,
Ertränkten sie beinah’ mein eigenes Meer.
Wenn ich doch nur so wie ein anderer wäre;
Ich gösse mich selbst neu aus triefendem Teer.

Glut kocht dahinter, verwirklicht die Lehre
Vom Sein und vom Ewigen tun. Es ist schwer
Sich selbst zu erkennen und neu sich zu gießen
Wenn man fast ein anderer wär’.
Destromathor[B]Liebe II – Die Wahrheit[/B]
Nach schwelender Liebe
Duften die Haare - wie süß
Und Zuckersternhagelvoll grünt der Holunder
Ich frage mich immer: Ist sie’s?
Oder mein eig’ner Zunder,
Ins Feuer geworfen, unheilbar er Rettung nun fand?
Lass mich ruhig fallen! Ich küsse die Glut
Und stecke uns beide in Brand
Destromathor[B]Verzweifelt notgedrungene Freude ist die einfachste[/B]
Es ist nur suchscheinend verwirklicht,
Das Halten der Hand,
Ich klammer’ mich weiterhin fest;
Der Berg rutscht mir ab,
Die Schlange sich wand
Im Grabe und gab mir den Rest.

Rotstichig graugrün,
Verworren und schön;
Erfasst es das wirkliche Blau?
Violettene Schwärze,
Könnt ich sie doch seh’n,
Doch Augen sind allenfalls grau.

Hochzeitenes Weiß,
Vermischt mit Gestank,
Nun nicht länger leiden will.
Verstehst’ mich noch nicht?
Ich häng an dem Grab
Und die Hand rutscht mir ganz langsam ab.
Destromathor[B]Bretterseele[/B]
Holzgeruch sticht in die Augen und Nase
Vergleichbaren Schmerz nur selten es gab
Verfütterten Schutt – ich leg ihn parat
Zertrümmre mit ihm endlich doch meine Vase

Die Leben und Glauben und Liebe enthielt
Zukunftsmusik erklang nie mehr so schön
Das Trümmerfeld die Melodien nun stiehlt

Und häuft sie erneut auf zu großem Geruch
Von Holzbalken modernd, lackiert und ganz neu
Verschweige euch nicht meiner Seele Versuch
Doch nie mehr ich wirklich mich freu’

Über das was geschehen,
Über das was mal mag
Sein und werden, in Zukunft so fern
Doch was ich euch sag
Und ich sage es gern:

Die Zukunft war nie nah, noch fern!
Destromathor[B]Ein hautener Hauch[/B]
„Führe uns nicht in Versuchung“, heißt es,
Doch wir haben es trotzdem getan;
Unendliche Sünde erfüllt uns, doch Scham
Ist so fremd wie das jüngste Gericht.

Beiß’ in die Freude, ergötze dich dran!
Verborgen wie ein Hauch Marzipan,
Der Ärger des Liebens erst richtig begann,
Als des Todes in die Ewigkeit sprang
Und die Endlichkeit wieder gewann.
Destromathor[B]Wallbruch[/B]
Störrische Wut über grausam’ Verlangen
Macht falsches Gedankengut Mut,
Zu gehorchen dem Schicksal,
Das nicht existiert?
Ich glaub’ nicht, dass dies ist so gut.

Muss ich um der Seele Gehorsamkeit bangen?
Ersticken kann ich nur die Flut
Nicht doch dem Ursprung, dem Quell abverlangen,
Dass seiner Unendlichkeit Glut
Stirbt, blass wird und fahl und endet die Wut
Und mit ihr versiegt auch mein Mut.
Destromathor[B]Weißer Klee[/B]

Weißer Klee,
Der mich umgibt,
Mich umspielt
Mit seinem Glück,
Mich Zerpflückt.
Destromathor[B]Kaltkraftszeugen[/B]
Schneestarres Lilienwasser zerfriert,
Was die Kuppen der Finger geführt;
Verlorene Töne am Ende im Eis,
Pelziger Raureif der die Wärme mir nimmt,
Schamhaft gelogen wär’, dass ich nicht weiß,
Dass dieses Erfrieren nicht stimmt.

Kobaltene Seelen verschwören sich mir,
Aufrieren wird mich dieses Hier
Und Jetzt, da ich sehe den schlotternden Zug,
Geleitend mich aus diesem Schnee,
Mein Herz fast zerreißt, meine Seele so weh!
Die Kälte sich weg mit mir trug.

Ich spüre den Atem den ich leider gewann,
Erfriert was meiner Seele Sonne ersann:
Zu laufen ist’s, was man zu tun hat,
Nicht stehen, bleiben und kämpfen,
Die Kälte packt mich unter Krämpfen
Und dann, leg nie mehr mich ins Grab.
Destromathor[B]Mit zerberstenden Händen packe ich den Zeiger[/B]
Hustentrockenes Grau umspielt frohlockend den Honigfluss,
Fern von den Sorgen, kindlich und schön, fern von allem Verdruss
Verliere ich mein dreifaltiges Sein in dem Sterne geboren als Kind;
Na los, lauf’ voraus, ich finde dich schon, geh zum Leben hin, sei geschwind!
Grübelnde Götzen entflammen das verzückende Weiß
Unendliches neonweiß strahlendes grün, violett sich in mir verbeißt
Verliere ich langsam den Halt und den Sinn,
Werde ich wieder zum Kind
Denn nur als Kind kann man Sein und als Kind hat man Halt
Denn in mir ist nicht mehr betrügendes drin.
Destromathor[B]...und das Nichts?[/B]
Menschliches Schein-Sein
Im Alter der Jugend
Verlangen nach Mein-Sein
Verletzen der Tugend

Sehnsucht nach Klein-Sein
Im Sandkasten spiel’n
Doch dann auch Gemein-Sein
Aber die Jahre fiel’n
Destromathor[B]Welt stirbt.[/B]
Verlorene Tränen über den Tod hinaus;
Ich kann sie nicht halten,
Sie wollen heraus

Ich Schlucke die Schreie, doch niemals verhallt
Ihr Echo in mir
Und die Erde wird kalt

Ich schlachte die Jahre meinem Schmerz hinterher
Keine Zeit mich zu fürchten
Doch ihr fürchtet mich sehr

Das ist der Fehler, denn ich werde mich rächen
Für das, was ihr niemals mir angetan habt
Doch das kümmert mich wenig und ihr werdet zerbrechen

Durch die Hand, die die Welt immer fester nun packt
Es ist die meine
Die planetenen Splitter sind tief in mein Fleische gesackt

Doch ich drücke noch fester, zerbreche mein ich
Verwirkt ist mein Leben
Ich nahm euch alle mit, wie wunderlich

Denn niemand hat mir etwas angetan

So scheint es zumindest im Nachhinein
Wenn der lodernde Hass ist verebbt
Und ich kehre zurück in das Kissen meiner Seele, klein
Destromathor[B]Geronnene Zeit erhebt sich auf rot-schwarzen Schwingen in das Licht des Untergangs[/B]
Süß-säuerlich mein Geschmacksnerv verstaubt
Die graue Zeit zersetzt meine Zungenmuskulatur
Der Fähigkeit Gestank auszuspucken beraubt
Verlier ich den Halt, stürze ab und werde Natur

Mein Rückgrat sich krümmend, die Arme mir reißend
Gekettet am Leben, doch der Kopf wird so schwer
Die Bitterlichkeit vieler Jahre in die Augen mir beißend
Meinen Tränen tropfen in ein unerreichbares Meer

Mein Geist verschwimmt in luftleichter Schwere
Die Muskulatur zum Erdmittelpunkt zieht
Was wohl wenn ich nicht gegangen wäre?
Ach egal, ich tat was meine Seele mir riet.
Destromathor[B]Hier geblieben, ich bin es, der weg muss![/B]
Vergoren allen Endes Frische
Ich such nach Freiheit, finde sie
Die Augen umspielt vom Staube des Glücks
Ich hab dich Freiheit, frei bist du nie!

Erstickt mich das schöne Quälen
Ich such nach Liebe, doch du bist längst weg
Ich will nicht mehr atmen, es tut doch so weh
Ich brauche dich Liebe, Dich, deinen Zweck!
Destromathor[B]Ein schöner Tag am Meer[/B]
Sand zerfließt zu unsagbarem Staub
Die Lungenflügel sind mit ihm bedeckt
Die Lungenbläschen zerknittern des Atems Raub
Klein und verschrumpelt im Innern versteckt

Mit ihnen gerinnt auch die Lunge ganz fein
Versucht sich durch die Luftröhre auszuatmen
Sie sehnt sich nach Luft – „Frei werde ich sein!“
Vom eigenen Körper schließlich verraten.
Destromathor[B]Warum muss ich glauben es zu wissen?[/B]
Unabgezeichneten Wertpapieren gleich, sähe ich Zuversicht in dir
Vermisst hättest und hast du mich wie du sagst
Aber wahrscheinlich hoffst du nur, dass ich nicht doch mein Leben verlier’
Dann ist alles gelogen, was du mir gesagt
Schade nur das so wenig schlechtes dabei war
Ich kannte die Lüge und hab nicht gefragt
Von dem was du sagtest zu


Wer bin ich eigentlich?
Destromathor[B]Die Wahrheit über ein großes Mysterium und die Aufklärung über ein paar Irrtümer[/B]
Es stimmt nicht, dass der Tod eine Kutte und eine Sense trägt. Er hat keine beschreibbare Gestalt. Ich habe ihn gesehen. Er lässt Übelkeit in einem Aufsteigen und man muss sich übergeben, als hätte man sich mit ihm vollgefressen. Er zeigt auch keine Gnade. Die einzige Gnade die man im Angesicht des Todes empfangen kann ist die eigene.

Es stimmt auch nicht, das es nichts bringt vor ihm wegzulaufen. Ich bin gelaufen, habe stumm um Hilfe gerufen. Nur deswegen lebe ich noch, oder bin ich dem Tod für ein Leben entkommen. Wenn du erkannt hast, dass der Tod da ist, ist deine einzige Chance wegzurennen, was auch immer das bedeutet.

Ich sagte, der Tod zeigt keine Gnade. Das ist nicht ganz richtig. Es scheint, als wäre er durchaus für pragmatische Lösungen zu haben. Im Moment sehe ich ihn nicht, den Tod.
Aber im Moment bin ich auch nicht der Tod. Mein Tod.

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