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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: manchmal wünsch ich mir grüne sterne, sagte sie.
BuhAbschied I


Ich kann nicht atmen.
Dein Anblick lässt mich schweigen....
Du liegst da. Du regst dich nicht.
Meine blicke schweifen stockend umher....es ist kalt hier...frierst du nicht?
Du hast doch so schnell gefroren....
Willst du meinen schal haben?
Ja.
Ich wickle ihn dir behutsam um.
Du sollst nicht frieren.
Weißt du noch, damals?
Wir waren fast jeden Tag zusammen... wir haben uns teilweise über so belanglose dinge unterhalten.
welches Lied gerade am besten ist...welches Gitarrensolo in jenem Lied hört sich scheiße an...
Hätten wir die zeit doch nur mehr genutzt.
Ich hätte dir gerne länger zugehört....
Ich hätte dir gerne geholfen.
Du hättest doch nur reden müssen. verdammt, warum hast du nicht geredet?
Warum bewegst du dich nicht mehr?
Du warst voller Energie... soll die einfach so verglüht sein?
Wieder bleibt mein Blick an dir hängen.
Verzeih mir, das ich eben so erbost war. Aber verstehst du mich? Ein kleines bisschen?
Ich habe nicht damit gerechnet. Niemand hat damit gerechnet. Nur du. du, du, du...
Du hast alles geplant. Bis ins kleinste Detail.
Es sollte immer alles perfekt sein.
Selbst diese tat.
Ich habe deine Pingeligkeit gehasst, gehasst habe ich sie!
Aber warum ich erzähle ich es dir alles...hörst du mich überhaupt?
ich gehe um dich herum...
200cm Holz. Buche, hell, Lackiert.
Weißes Innenfutter.
Du hast weiß gehasst.
Deine haut sie aus wie Porzellan.
zerbrechlich....
Ich möchte deine Finger berühren.
sie sind gefaltet...
Ich habe angst.
Verzeih mir, ich habe angst vor dem was da liegt.
Das bist nicht du.
Du hast nie still sitzen können...geschweige denn mich aussprechen lassen..
Du hast immer dazwischen geredet...andauernd haben wir uns gestritten...zum schluss lagen wir oft da, und haben vergessen worüber wir uns eigentlich gestritten haben.
So belanglos.
Es ist nun 12:18 Uhr. In 32 Minuten kommen die anderen.
Wer hat sie überhaupt eingeladen? Du mochtest sie doch eh nicht.
Wie oft hast du mir erzählt, das du sie alle hasst...das sie nichts weiter bist als eine hülle, deren Seele sich die eines Schafes angepasst hat?
Nun kommen sie. In nun 31 Minuten.
Herrje, warum gucke ich alle paar Minuten auf die Uhr?
Blumen. Hier ist alles von Blumen.
Die da hätten dir besonders gefallen...auf der schleife steht *in liebe*
Ich glaube, der Strauß ist von deiner Schwester. Du fehlst ihr.
Die Blumen sind wild....sie hat sie gepflückt.
Löwenzahn, Gänseblümchen, wilde Rosen.
Du hast gekaufte Blumen gehasst.
Du warst eigen.
Aber das habe ich an dir geliebt.
Du warst so ganz anders.
Wieder schweift mein Blick über dich.
wie du dort liegst...ich ertrage diesen Anblick nicht...
Nie war ich ein freund vieler Worte. Ich habe lieber geschwiegen.
Doch nun...was kann ich dir noch anderes schenken, als die wertvollsten Worte die ich habe?
Nur noch 17 Minuten.
Heute ist ein schöner Tag. Siehst du es?
Leichte Schneeflocken rieseln hinab.
November....
Du hast den Winter geliebt. Ich auch.
Die Kälte ist schön...
weißt du noch, als ich vor 3 Jahren beim Schlittschuhlaufen im See eingebrochen bin?
Du hast dich beinahe nass gemacht vor Lachen...und ich hatte Todesangst.
Aber so warst du. Deinen Humor hat nie jemand verstanden.
Ich habe dich doch ge..
verzeih...ich kann gerade nicht weitersprechen...
Wieder blicke ich auf die Blumen. Sie sehen alle gleich aus. Nur die deiner Schwester heben sich ab.
9 Minuten noch...
9 Minuten, in denen ich mich beeilen muss, um dir all das zu sagen, was ich all die Jahre nicht getan hab...
Du hast nie gewusst, das ich dich geliebt habe. Ich habe dich geliebt. seit der zweiten Klasse....
Erinnerst du dich an den Brief, den du damals in der fünften klasse bekommen hast...?
Den du deinen Freundinnen gezeigt hast, über den ihr euch lustig gemacht habt?
Ja?
Er war von mir.
Danach traute ich mich nicht mehr, dir meine liebe zu gestehen.
Ich war nicht dein Typ.
Bin ich überhaupt irgendwer?
Entschuldige, ich will nicht in Selbstmitleid versinken.
Oh, die Türen öffnen sich.
Langsam füllen sich die reihen. Die Menschen nehmen auf den kalten, starren Bänken Platz.
ich muss mich zu ihnen setzen...
Ich will dich nicht gehen lassen.
Ich nehme nun endlich deine Hand.
Nie mehr will ich sie loslassen. Doch ich muss.
Ich gehe jetzt.
Ich will nicht sehen, wie sie dich in die erde lassen.
Ich drehe mich um, sehe die verheulten Gesichter..
Sie alle haben dich nicht richtig gekannt...
Doch... sag mir... habe ich dich überhaupt richtig gekannt...?
Ich werde es nie erfahren.
Ich weiß nur,
das du bei mir bist.
Ewig.
BuhAbschied II

213 Tage schon.
213 Tage.
Doch es ging nicht früher,
Es ging einfach nicht..
Die Tannen schlagen mir ihre Zweige ins Gesicht..
Warum nur gehe ich dich auch mitten in der Nacht besuchen!?
Es ist ein wundervoller Weg, der zu dir führt..
Er hätte dir gefallen..
Ein schmaler Weg, umgeben von Eichen und diversen Nadelbäumen..
Jetzt, wo es langsam Sommer wird, erstrahlt selbst tief in der Nacht ihr sattes Grün.
Irgendwie will der weg kein ende nehmen...
Ich habe angst.
Angst, das es gleich fremd sein wird...das du nicht da bist.
Hoffentlich bist du nicht da.
Ich wünsche mir für dich, das es so was wie einen Himmel gibt.
Wenn einer den Himmel verdient hat, dann du..
Aber gleich, da könntest du einmal zu mir kommen..
Nur ganz kurz, ein paar Minuten..
Verdammt, warum kommen diese Tränen eigentlich immer!?
Du hast nie geweint.
Vielleicht hättest du öfter weinen sollen...vielleicht.
Aber es ist ja "unmännlich", verzeih.
Sowieso warst du oftmals viel zu cool.
Nie wolltest du über deine Probleme reden..
Ja, du hörst richtig - ich habe gewusst, das du welche hast!
Doch das sie einmal so ein Ende nehmen, das habe ich nicht erwartet..
Ich suche immer noch verzweifelt nach deinem Platz..
Nach deinem Platz, deinem kleinem Stück.
Ich habe angst,
Es ist hier eine totenstille.
Bei jedem rascheln bekomme ich einen Schock,
Und es gibt hier gewiss viele Eichhörnchen, welche aufgeregt hin- und herhüpfen.
Doch ist hier auch noch etwas anderes!?
Vielleicht will ich es gar nicht wissen.
Vielleicht.
Ah,
Dort vorne...laut plan ist das dein Platz.
Dein Platz.
Meine schritte verlangsamen sich...
Die Kerzen leuchten so hell....es wirkt so heimisch.
Verrückt, es ist verrückt,
Doch es wirkt vertraut.
viele Fotos....
viele Briefe...
Einige vom Regen verwischt, oder waren es Tränen..?
Ich weiß es nicht.
Ich setze mich vor dich.
Die Tränen kennen keinen halt mehr,
Ich weiß, das du dich über meine Sensibilität immer lustig gemacht hast,
Doch ich kann einfach nicht anders.
Ich versuche irgendein Wort rauszubekommen,
Doch sobald ich ansetze, kommt nur ein Schluchzen.
So sitze ich erst mal bei dir..
Schaue mir noch mal die Fotos an..
auf dem einem sind wir zusammen drauf...
Deine Mutter wird es wohl aufgestellt haben..
Nun fange ich langsam an mich zu beherrschen.
Die Tränen laufen zwar immer noch,
doch immerhin bekomme ich nun einige Wörter raus.
Wie soll ich dich nur begrüßen!?
"Hallo, wie geht's?" Wohl kaum..
Deswegen beginne ich nur mit "es tut mir leid...."
Doch...wofür entschuldige ich mich?
DU hast mich alleine gelassen...du, du, du..
Ich kann dir nicht böse sein.
Nein.
Du fehlst mir.
Du fehlst mir jeden Tag.
Jede verdammte Sekunde.
Ich stehe alleine auf, ich gehe alleine mit dem Hund raus, ich gehe alleine schlafen.
Alleine....du bist einfach nicht mehr da.
Am anfang dachte ich, das ich "besser" damit zurecht kommen würde..
Doch dem ist nicht so..
Du fehlst.
Ich lege dir eine Rose hin.
Ich weiß, das du nur die blutroten schön fandest, genau wie ich.
Es beginnt leicht zu regnen.
Ich werde gleich wieder nach hause gehen.
Nach Hause, wo ich wieder alleine sitzen werde...wo ich alleine zu den Sternen schauen werde.
Denn du bist nicht mehr da.
du liegst dort,
Grab Nummer 3258.
weißt du,
das schlimmste ist,
Das du nie mehr wieder kommen wirst.
Das du mich nie mehr küssen wirst,
Das dein Herz nie mehr zu schlagen beginnen wird
Buhder wind weht um mich herum.
im hintergrund kreischen die möwen.
doch so wirklich wahr nehme ich sie nicht.
habe schon alles zu gut geplant.
ich schaue aufs meer,
mein blick lässt sich durch nichts ablenken.
nichmal durch den riesen hund,
vor dem ich eigentlich panische angst hätte.
nein.
ich schaue aufs meer,
in die weite.
die augen geschlossen, den meerduft wahrnehmend...
freiheit.
pure freiheit.
wie gerne würde ich jetzt fliegen können,
wie gerne würde ich einfach über all die wellen hinwegfliegen..
einfach 'gen himmel,
immer der sonne entgegen..
*
ich wache auf und friere.
wieso wache ich auf?
habe ich geschlafen?
verwirrt sehe ich mich um,
ich liege an einem anderem stück vom strand,
auf der anderen seite der insel..
wie bin ich hier her gekommen!?
meine kleidung ist durchnässt,
an einigen stellen blutgetränkt
versuche auf meine uhr zu gucken,
doch es ist zu dunkel.
es wird weit nach mitternacht sien,
denn de rmond strahlt in voller pracht am himmel,
und gerade jetzt im sommer
lässt er sich gerne etwas zeit..
ivh setzte mich auf die brücke zum meer,
versuche mich daran zu erinnern,
was gestern passiert ist,
wie ich hier herkam.
mein gedächtnis hat einen riss..
plötzlich höre ich ein leises klappern hinter mir.
eine alte frau,
mit einer blau/gelben teekanne in der hand,
kommt auf mich zu.
sie wird wohl in dem häuschen dort drüben wohnen.
sanft lächelt sie mich an,
reicht mir eine decke und eine tasse tee.
schweigend tirnke ich sie hastig aus.
nach einer weile frage ich sie,
ob sie vielleicht weiß,
wie ich hier her kam.
sie sagt nur leis'
"wissen sie, sie wollten fliegen....."

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