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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: Von Träumen zu Worten
Aeneador[i]Mondlichtspielhaus[/i]

Der volle Mond, ein Cineast, folgt deinem Spiel gebannt.
Ein armes Licht im leeren Saal beleuchtet trüb die Nachtleinwand
Die Kamera, erst nah bei dir, zoomt langsam nun heraus.
Du bist der Star, die Sterne Fans: Willkommen im Mondlichtspielhaus!

Die Vorstellung ist exklusiv, das Firmament dein Publikum.
Aus allen Reihen funkeln Sternlein, ein strahlendes Panoptikum.
Sie lechzen nach Action, großen Gefühlen und Dramaturgie.
Vielleicht ein Stern im Walk of Fame, doch den Oscar kriegst du nie.

Noch ertönt, bedrohlich in den Boxen dröhnend, leise Ambientmusik.
Wer Horrostreifen kennt und liebt, der weiß, wie schnell solch Ruh verfliegt
Denn jetzt stehst du im Rampenlicht, die Windmaschine wütet schon.
Für dich beginnt der letzte Take, der Regisseur erhebt sein Megaphon.

Action!

Lauf, mein Mädchen, lauf!
Böse Wölfe sind dir auf den Fersen
Lauf, mein Küken, lauf!
Ihr Speichel klebt an deinem Herzen
Lauf, mein Kleines, lauf!
Willst du schon wieder ihre Beute sein?
Lauf, mein Herzchen, lauf!
Sie heulen, sabbern, wetzen hinterdrein.

Nur noch diese eine Szene, dann endlich hast du es geschafft.
Du hetzt voran, dein Kostüm, das Seidenkleid, verkrampft empor gerafft.
Die Tiere sprengen, Lefzen bleckend, über Moos und Untergrund.
Schon einmal wurdest du geschnappt, der Plot nähert sich dem Höhepunkt.

Da spürst du ihren Atem schon, heiß in deinem Nacken.
Ihre Pranken reißen dich zu Boden, du schreist, die Sterne lachen
Eine begnadete Aktrice, wer sich in seiner Rolle so verliert.
Doch warum weinst du nun? Hast du das Drehbuch nicht studiert?

Regenströme brechen nun herein, ein klassischer Spezialeffekt.
Ein Wolf küsst lüstern deinen Hals, ein andrer übers Bein dir leckt.
Dein Film floppt an den Kassen, ob den morgen noch wer kennt?
Das Bild verschwimmt, weicht einer weißen Schrift, die sagt: The End.
Aeneador[I]Seemannsseele[/I]

Meine Seele schwebt, grazil und frei
Nah überm Meer, den Wellen gleich
Gewinnt an Schub und fliegt vorbei
An Festland, Riff und Inselreich

Befreit von Fleisches rohen Fesseln
So sprengt sie über Meereswogen
Tanzt mit Sturm und Stromesschnellen
Als hätt’ sie Freiheit eingesogen

So bin ich nun mein eig’nes Boot
Mit Geistermast und Sternensegeln
Starb zwar just den Seemannstod
Doch lebe fort in Meer und Regen
Aeneador[i]Selbstsehnsucht[/i]

Leb’ so lustlos vor mich hin
Zähl’ in Wochen meine Zeit
Hab’ vergessen, wer ich bin
und geh’ mit jedem Schritt zu weit.

Meine Seele ist ein Glas
Hab’ es viel zu schnell geleert
Lebensgeil im Übermaß
’s ist ins Gegenteil verkehrt.

Meine Augen sind wie Sterne
Noch funkeln sie, doch schon verblasst
ist ihr Kern in weiter Ferne.
Zwei Supernoven, krank vor Hast.

Und ich will mich zurück
Ich fehl’ mir so
Ich bin das Suchen leid,
such’ hier, such’ anderswo.
Ich will mich wieder finden,
wie konnte ich nur
so unbemerkt verschwinden...?
Aeneador[I]Die rote Insel[/I]

Kennst du die rote Insel,
nicht weit vom Weltenend?
Ich wünscht’ nichts mehr als dass
jemand wie du sie fänd’.

Umringt von Silberwasser
liegt sie versteckt im Dunst.
Ihn achtsam zu umschiffen,
ist eine rare Kunst.

Bist du dort je gestrandet,
an ihrer schönen Küste?
So golden, dass man sie
mit Sternlicht malen müsste.

Hat der Wind dir je das Haar
mit kühner Lust zerwühlt?
Und hast du seinen Kuss
auf deinem Hals gefühlt?

Hast du auf deinen Hüften
den Sand dir wild zerrieben
und lerntest du die Hitze
auf deiner Haut zu lieben?

Hast du in den Quellen
gebadet und gesungen?
An deinem ganzen Körper
der Fischlein tausend Zungen.

Kennst du die rote Insel?
Ach, du kämst so leicht dorthin...
Du musst es dir nur wünschen,
denn Du bist dort Königin.
Aeneador[i]Hohle Brust[/i]

Mutter Ratio, die gütig fromme Amme,
sie steht dir bei in ärgster Not,
als dich die wahnsinnswilde Flamme
des eig’nen Herzens zu verzehren droht.

Aus ihrem Mund ein Kältehauch
lässt das Feuer flugs gefrieren,
um in deinem wehmutswunden Bauch
stabile Eintracht zu kreieren.

Der Argumente mächt’ge Last
zerquetscht gestreng den letzten Funken.
Just ganz errötet, nun erblasst
bist du in tauben Schlaf gesunken.

Erstickt des Feuers Leidenschaft
und aller Leidenschaften Feuer
von der gestrengen Geisteskraft,
für die das Herz ein Ungeheuer.

Mensch, hör’ her und wache auf!
Lichtlos eingezäunt ist deine Sicht!
Hohle Brust nimmst du in Kauf!
Oh, was du fühlst verleugne nicht!

In dieser greisengrauen Zahlenwelt,
wo jeder strebt und niemand wagt,
die Freiheit mit dem Glauben fällt –
so bleibt dir wahres Glück versagt.
Aeneador[i]Lonely poet[/i]

Lonely poet in a snowstorm,
your genius withstands the breeze.
Evil spirits mean you harm,
disguised as snowflakes, filthy beasts!

Demon’s claws with frozen nails
hidden in the snowy dust.
Hope remains, but ever fails
yet in metaphors you trust.

O, your sorrow burns as hot as hell
and this world’s a monstrous lion’s den.
Nope, you’re not a poet, pal!
Just some pathetic bastard with a pen.
Aeneador[i]Angriffslust[/i]

Hand auf’s Herz, Gewehr bei Fuß
Abmarsch! all ihr Menschenherden
Erhebt die Hand zum braven Gruß!
Lasst eure Augen feurig werden

Bursche, halt die Fahne fest!
Marschier voran, taramtamtam!
Kanonen Feuer! Nordnordwest!
Ha! Ein grauer Menschendamm.

Flakgeschütze, Bajonett
Panzerketten, Düsenjet
Boden-Boden, Boden-Luft
Gasgranaten, Napalmduft
Urangeschosse, Flugzeugträger
Deserteure, Fallschirmjäger
Explosionen, Feuer frei!
Damit endlich Friede sei.

Mit Bang! und Boom! Krawumm! Krawumm!
Schalten wir den Himmel stumm
Stürme los, du musst, du musst!
Angriff ! Angriff ! Angriffslust.

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