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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: Vergossenses Skaldenblut
skaldenblut.....Weise nur drauf hin das die Gedichte weiter hinten besser sind ;)

Jeden Morgen ist er hier
Trinkt aus dem Teich
nährt die Sehnsucht in mir
Im schwarzen Kleid so wunderbar
Mein Rabenherz ist stetz da

Eine Taube hab ich aus dem Wasser gerettet
Sie ins feuchte Gras gebettet
Ließ sie zurück im Morgenrot
Doch am Mittag war sie tot
Mein Rabe hat sie mitgenommen
Ihr Frieden ist nun vollkommen
skaldenblutWillst du meine Seele greifen
An meinem Schild schmilzt du dich
Leg dich nur um meine Klinge
Als erstarrter Silberring
Dort wirst du die Kälte spüren
Bis der Ring in Stücke bricht
Werd sie an die Nacht verschenken
Durch mein Visir scheint dann mein Licht

Willst du mein Herz ergreifen
An meinem Harnisch verletzt du dich
Leg dich nur an meine Flanke
Als tiefer Seitenstich
Dort wirst du mein Blut schmecken
Bis du dich in ihm ganz löst
Zu dem Trank wirst du werden
Der in mich dein Leben flöst

Ich verneige mich vor den Lesern
skaldenblutLass nur den Hammer fallen
Mein Herz wird brechen
Der Amboss hallen
Er singt ein Lied das er schon gekannt
So oft mein Herz auch in Scherben
Im Feuer hab ich es neu gebrannt

In deinen Händen liegen längst die Scherben
Machst du sie nicht heil
Wirst meinen Schmerz du erben

Der Hammer weint vor Glück
Du führst ihn mit Geschick
Doch schmiedest du mein Herz zu schwer
Bricht es mir das Genick

Ich verneige mich
skaldenblutLass mich deine Seele vom Leib dir trennen
Alle Narben im Feuerstrum verbrennen
Jeden Schmerz im Eis erstarren
Lass uns beide im nichts verharren
In der sterbenen Sterne Licht
Bis unsere Seele bricht
Verglüht und zu Sternenstaub vergeht
Ein ewiges Band das um dein Herz sich legt

Ich verneige mich
skaldenblutSingt die Nachtigal auch tot zu Boden
Nehm ich sie in meine Hände
Hauch in sie meiner Worte Odem
Nun soll sie dir singen auch meinem Herz
Von verlohrener Liebe und meinem Schmerz
Von Verrat und Lüge und falschen Spielen
Von Demut und Hoffnung und edlem Zielen
Zerschlagen mit blanken Schwert
Gestorben, begraben, zurückgekehrt
Skaldenblut füllt nun die Venen
Bittersüß ist mein Sehnen
Nach der Liebe die ich nun nie mehr such
Ist nur noch Zeile in meinem Buch
Und erfriert in meinen Worten einst dein Herz
Nährt mich dein Leid und erlöst mich dein Schmerz

Ich verneige mich
skaldenblutErlösung finde ich nie
Komm ich zwing dir einen Engel in die Knie
Lass ihn die Treue schwören
Brechen wird er sie nie
Werd ihm die Flügel brennen
Das er an dich gebunden ist
Er wird dir zur Seite stehen
Wenn du einmal am Boden bist
Werd ihm die Augen blenden
Das er keine Träne mehr vergießt
Doch erlass ihm nur die Knechtschaft
Wenn du meinen Funken nicht in ihm siehst


Ich verneige mich
skaldenblutDer gefangene Skalde

Der Mond scheint in den Turm der mein Gefängnis ist
Sagt das du in Liebe bei mir bist
Denn mein Herr hat mich längst vergessen
Ist nur noch von Macht und Krieg besessen

Mit dem Schwert schlug er die Harfe in Zwei
Gab meine Noten dem Feuer frei
Wie die Weisen die nun in Flammen brennen
Kein Untertan soll ihn Mörder nennen

Dunkel ist es im lodernen Schein
Seine Ritter einst heilig, edel und rein
Verlassen das Land nun öd und leer
Kennen keine Gnade mehr

Doch der Seher sagt bevor das letzte Lachen erfrohren
Wird uns der Schwarze Retter gebohren
Unsere Herzen werden längst nicht mehr schlagen
Weder Lanze noch Bogen wird er tragen
Aber seiner Liebe Lied wird durchs Reich erschallen
Tyrann, Schergen und Kerker zu Staub zerfallen
skaldenblutIm Mondlicht vereint

Eine Träne kalt wie Eis
Netzt ihre Wangen alt und greiß
Ihre Jugend hat sie ihm geschenk
Sie in seiner Liebe ertränkt
Er zog in die Schlacht und kehrte nie Heim
Doch ihr Herz wird immer bei ihm sein
So eilt sie jede Nacht zum Feld das mit seinem Blut getränkt
Dem Mond sie jede Träne schenkt
Bis er endlich mit ihr weint
Des Geliebten Geist in seinem Licht erscheint
skaldenblut2. Teil des Gefangenen Skalden

2.

Des Wetters Treiben unglaublich stark
Es fällt so dicht der Schnee
Das ich hinter mir keine Spuren seh

Auch die Nacht bricht bald herein
Doch dann werde ich nicht sicher sein

Der Ärmel schon von Blut durchtränkt
Wo des Wächters Bardike mich berührt
Der Schnee einen Tropfen fängt
Seinen Bären nun zu mir führt

Ich hör ihn nicht
Seh ihn nicht
Weiß doch das er in mir ist
Verweil ich nur einmal und erwarte den Tag
Spüre ich seinen tötlichen Schlag

Der Spiegel des Sees von Schnee jetzt weiß
Gierig folgt mir das Untier aufs Eis
Von Kraft verlassen strauchel ich
Falle lang hin
Sicher das ich nun verlohren bin

Doch da ein schrecklich Brüllen und Schrein
Das Eis zerbricht
Der Bär ertrinkt im Mondenschein
Mein letzter Herzschlag wird auch bald sein
Und bevor ich entschlaf und erfriehr
Seh ich einen Schatten hinter mir

Ich erwach im Hellen und Warmen
Gehalten von zärtlichen Armen
Erblicke dein Gesicht das über mir weint
In der Liebe Tränen sind wir endlich vereint
skaldenblut3. Geburt und Ende

Die Traudheit dieser Nacht
Hat den Retter zur Welt gebracht
Als Jüngling zieht er gen Schreckens Schloss
Erwartet schon von Hasses Tross

Ert trägt der Druiden schwarzes Gewand
Ihr Meister einst als erstes verbrannt
Seiner Mutter Flügel und das mutige Skaldenherz
Sind seine einzig Waffen und Wehr

Die Asche der Weisen auf der Stirn
Nun durchdringt sie dem Retter Herz und Hirn
Es erschallt ihr altes Lied
Keiner weiß wie ihm geschieht

Den Tyrann es fällt er singt auf die Knie
Seine Wachen werden zu Vieh
Der Untoten Krone er verliert
Sein verzweifelt Griff wieder nach ihr giert

Doch er schafft es im Wahnsinn nicht
Da, ein Wetterläuchten fasst sie im Licht
Die Krone glüht auf und bricht
Wie alle die ihr Treue geschworen
Der Alptraum ist vorbei
Der Tag des Friedens gebohren
skaldenblutDie Kutsche

Die Kutsche ist bereit
Steige nur ein
Der schwarze Kutscher hält die Zügel
Du bist nicht allein
Die Pferde schwarz mit flammenden Blick
Ein Peitschenknall und es gibt kein zurück
Die Wölfe begleiten die wilde Fahrt
Der Kutscher nur ins Leere starrt
Keine Laterne am dunklen Wagen
Kein Stern wird den Weg dir sagen
Und schiebst du den Vorhang zurück
Siehst du nur vom Abgrund ein Stück
Doch endlich erreicht die Kutsche ihr Heim
Ein Garten in dem keine Blumen gedeihn
Der Kutscher hält nun bist du bei mir
Du steigst aus doch niemand ist hier
Ein Peitschenknall ich zieh die Kaputze vom Gesicht
Ich bin der Kutscher siehst du mich im Licht
Doch die Rösser ziehen können nicht warten
Ich suche neue Rosen für meinen Garten
skaldenblutDie Unreine Familie

Im Arm hält der Vater seines Sohnes Leib
Das Leben er sich nahm lang vor seiner Zeit
Seine Liebste war im Kindbett gestorben
Auch die Frucht ihres Leibes ging verlohren
Und an der Eiche wo sie sich das erste mal geküsst
Der Strick nun hängt der das Ende ist

Doch das Friedhofstor blieb dem Vater verschlossen
Unfrieden bringt des Sohnes Geist
Der Priester hat es beschlossen

So trägt der Vater den Sohn tief in den Wald
Auf einer Lichtung macht er halt
Der scharfe Spaten den Boden teilt
Den Leichnahm abgelegt
Das Loch mit Erde verheilt

Noch heute sieht man aus den Wald einen Schatten ziehn
Schnell durchs Dorf zum Friedhof gehn
Wo er seine Liebste und den Knaben besucht
Er kann nicht bei ihnen sein
Ist auf ewig verflucht
skaldenblutDie Spieluhr

Der Schweiß läuft ihm übers Gesicht
Die Spieluhr ist fertig er fasst es nicht
Mit zitternden Fingern zieht er sie auf
Zahnräder beginnen ihren Lauf
Den Schrecken nimmt der Geselle in Kauf

Des Uhrmachers Meisterstück
Holt seine Liebste aus dem Grab zurück
Und bei der Melodie die sie einst geliebt
Ihre Grabplatte sich zur Seite schiebt

Doch das Dorf vor Angst erbebt
Als sich jeder Tote aus ewigen Schlaf erhebt
Sie wollen sich für den Frefel rächen
Wie konnte nur jemand ihren Frieden brechen
So ziehn sie zu des Uhrmachers Haus
Durch kalte Hände haucht er sein Leben aus
skaldenblutSchon wieder Schwarz

Ich steh am Zaun und schau mich um
Hallo! Was gucken die Nachbarn dumm
Und aus Tannen und Harz kraucht meine Oma
Fragt: Na trägst wieder Schwarz
Ich scher mich nicht drumm
Bin das gewohnt
Sie aber auch
Weiß das Kritik nicht lohnt
skaldenblutKommt zu mir

Zieht nur den Berg hinauf
Bis euch der Forst ganz verschlingt
Meine Seele, nicht euer Wille euch zu mir bringt
Wo ich bin so einsam und frei
Nur der Kauz mir noch singt

Ihr betretet den Weißen Weg
Das Laub ist dunkel, der Boden lebt
Mein Hund wittert das Wild
Würde es nie jagen, sein Blutdurst ist gestillt

Der Pfad führt euch zu meiner Träume Stein
Wo der Erde einst entrissen der Germanen Gebein
Doch niemand ist hier, ihr seid allein
Meine Hand auf ihn so oft geruht
Seine leisen Worte nähren meinen Mut

Schreitet nur weiter durch die Nacht
Zu dem Ort wo in Demut einst Opfer gebracht
Heut von Bauern als Brummlöcher verlacht
Vor der Felswand ich jetzt knie
Hab in jeder Nische eine Flamme entfacht
Halte als letzter Skalde ewige Wacht
Auf der Lichtung ist längst ein Feuer entzündet
Jede Angst ist unbegründet
Bettet nur euren Kopf in meinen Schoß
Die Leiber verhüllt doch die Seelen liegen bloß

Und wenn der erste Stern erscheint
Seht wie mein Herz mir weint
Ist mit der Vergangenheit wieder vereint

Die Zeit vergeht
Der Sternenhimmel dreht
Mein Fleisch erbebt

Eine meiner Tränen berührt euer Gesicht
In euren Augen spiegelt das Morgenlicht
Ein neuer Tag ist uns geschenkt
Mich weiter in mein Schicksal lenkt
skaldenblutTrunken

Ich war vom Wein schon trunken
Hoch schlugen des Feuers Funken
Sich mit dem Dunkel des Himmels vereinten
Bis einer meine Sehnsucht mit sich nahm
Von den Sternen die Antwort kam

Ein Sternenregen über mir
Bald schon ist der schwarze Engel hier

Von Schwingen gewärmt, vom Licht geschützt
Erlöst mich ein eisiger Kuss
Ein Tropfen Blut floss aus meinem Mund
Schenkte Leben dem toten Grund
Mein Leib war kalt und leer
Meine Seele längst im Sternenmeer
Bis die Engel sie wieder zur Erde gebracht
Am Morgen bin ich neben einer Rose erwacht
skaldenblutHörst du den wilden Falken
Der noch auf dem Handschuh ruht
Ich lass ihn für euch frei
Bringt euch meinen Mut

Seht des Falken Klauen
Die scharf ins Leder dringen
Sie werden mein blutig Herz euch bringen

Spürst du des Falken Schwingen
Wie meine kalte Hand auf deiner Brust
Streich ihm nur übers Gefieder
Schwarz von der Sünde Lust

Seine Blicke nehmen euch die Seele
Wenn mein Herz in euren Händen ist
Soll meine leeren Lungen füllen
Bis dein Atem in mir ist
skaldenblutSchwarzer Reiter

Hörst du ein Wiehern hinter dir
Wird der Himmel schwarz über dir
Wird der Fluss rot wie Blut
Brennt die Luft auf der Haut wie Glut
Als Schwarzer Reiter kreuz ich deinen Weg
Mein Mantel weht
Deine Angst erregt
Ein tiefer Stich, dein Schrei
Schnell ist es vorbei
Ich entschwinde
Mein Ross eilt im schnellen Schritt
Und dein Goldenes Herz nehm ich mit
skaldenblutVom Sturm gezeichnet sinkt das Schiff
Eine Liebe zerschlagen am scharfen Riff
Und während seinem Mädchen Ungewissheit quält
Salzwasser ihm das Fleisch von den Knochen schält
Sie steht am Ufer ruft ihr Ja Wort auf die See
In Sommerhitze, im Winterschnee
Und der Geliebte schickt sein Eheversprechen an den Strand
Silbern findet sie es im feinen Sand
Des Toten Ring trägt sie nun an der Hand
skaldenblutCerberus

Die Ketten klirren
Ein Ruck reißt sie in Zwei
Der Hund ist von der Leine
Cerberus ist frei

Das Höllentor nun unbewacht
Sein Wächter streift durch die Nacht

Er wird die holen die ihn verlacht
Ohne Skrupel Schrecken über die Welt gebracht
Die den Krieg sähten ohne das Leid zu ernten
Reden schwangen und sich dann entfernten
Menschen für ihre Zwecke missbrauchten
Schießbefehl gaben bis Trümmer rauchten

Ein Biss ins Genick, er schleift sie fort
Zerfleischt werden sie an einem anderen Ort
skaldenblutNach dem ersten Tanz

Der Morgen hat den Mond erlöst
Den schwarzen Himmel rot emblößt
Nack und jung steht der Tag vor mir
Und bevor ich mich im Traum verliehr
Lausch ich noch der sterbenden Nacht
Die mich in neue Welten gebracht
Die vieles verbirgt und doch alles zeigt
Will noch soviel sehn
Ich bitte dich bleib
Ein Hahnenschrei lacht zur rechten Zeit
Wir tragen die Nacht doch im eigenen Leib
skaldenblutDer Skorpion

Ich schreck auf in einer Nacht ohne Traum
Der Mond verdeckt, der Wind weht kaum
Im Kopf sein lachend Hohn
Mein Körper schweißgebadet
Da, ich seh ihn schon
Nah den Lenden ruht der Skorpion

Der Panzer glänzend schwarz
Die Scheren messerscharf
Vom Stachel tropft das Gift

Was glaubst du wer du bist
Er lacht und kriecht an mir herauf
Du willst Frieden
Dann nimm meinen Stich in kauf
Der Stachel schwingt, meine Feder blinkt
Ich ergreif sie, zerteil dem Untier den Leib
Gut das ich sie mit mir für zu jeder Zeit
skaldenblutDrachentöter

Die Klinge in der Hand
Der Drache der Vergangenheit unterworfen
Der Stahl fährt mir ins Haupt
Der Drache sackt zusammen
Meines Bewusstseins beraubt
Als Lindwurm zuckt er am Boden
Rasselnd meiner Erinnerung Odem
Ein Schwall meiner Schmerzen
Wird vom Staub aufgesogen
Ein Hieb in den Bauch
Hier ruhen alte Gefühle auch
Das Vieh spuckt Feuer und Rauch
Die stumpfen Klauen schlag ich ab
Hielten mich zu fest von der Zukunft ab
Die glanzlose Haut, die leeren Augen
Werden nie wieder mir die Sinne rauben
Der Kelch geht nicht mehr an mir vorbei
Ich betrinke mich an meinem Blut
Ich schenk mir meinen Kadaver und alles wird gut
skaldenblutMein Kind der Rache

Glaube, Liebe, Hoffnung
Schweigen nun still
In meinen Händen ist die Rache
Und sie weiß was ich will

Der Verräter liegt am Boden
Seine Augen sind glasig leer
Ich leg falsche Münzen hinein
Sie rufen den Fährmann her

Der Lügner mit dem Gift im Mund
Schaut zum Verräter auf den Grund
In seinen Worten Netz ich hing
Erdrosselt ist er an den Gerüchten
In der er mich einst fing

Der Faden dieser der Sätze
Führt den Nächsten der sich entfernte
In die Wüste der Einsamkeit
Von Lieblosigkeit ausgezehrt
Verdurstet dort sein kalter Leib

Der Stumme findet das Opfer
Sein Schrei bricht seine Stille
Wird das Herz ihm zerreißen
Da hilft ihm nicht sein guter Wille

Die Leichen dieser Nacht
Vergrabe ich tief in mir
Zusammen mit meiner Liebe
Sie wollte nur meine Triebe
Ihre Wärme brauche nie mehr

Die lüsternen Blicke der Rache
Befriedigen mich viel mehr
In sie dringe ich tief ein
Ergieße ich mich in ihr
Das Kind meiner Erschöpfung
Schenke ich nun dir
skaldenblutKinder die nie Kinder waren

Kinder sind Engel
Die an den Ketten gefallener Götter
Mit tödlichen Klingen
Deren falsche Bekenntisse erfüllen

Kinder sind Boten
Deren ausgezehrte Leiber
Denen die alles haben
Von dem Nichts erzählen

Kinder sind Tauben
Die mit zerfetzten Träumen
Denen die gewaltsam ihre Lust stillen
Den Frieden schenken müssen

Kinder sind Schöpfer
Die Werke schaffen die sie nicht behalten
Die sie nie wollten sondern spielen
Weit weg von den Höhlen verlohrener Zeit

Doch die Schöpfer senden Tauben
Zu den Boten die Engel zu bitten
Das Schwert gegen die Paten zu erheben
skaldenblutNaturas Hand und Todes Sichel

Ein Windstoß erfasst mich
Also ob etwas mein Lebenslicht greift
Ich schau hoch zum Blätterdach
Wo ein grüner Schatten schweift

Natura ist auf der Flucht
Aus Angst vor ihres Bruders Wucht
Der auch mir grimmig droht
Doch Naturas Kraft schützt vor dem Tod
So folg ich ihr übers Land
Seh das Leben an ihrer Hand

Natura erweckt aus dem Staub
Ein goldenes Ährenmeer so weit das Auge schaut
Ihr Bruder ruft wir sehn uns wieder
Im Herbst liegen die Garben danieder

Natura weckt den Baum
Den nun grüne Blätter zieren
Doch durch tote Äste muss ich irren
Ihr Bruder lässt im Herbst den Baum jedes Blatt verliehren

Junge Hasen setzt Natura spielend ins Feld
Augenweide, mein Glück der Welt
Doch ihr Bruder über deren Kadaver lacht
So manch einer ist nach dem Frost nicht mehr erwacht

Und ist meine Stund gekommen
Wo ich Naturas Hand nicht mehr halten kann
Weiß ihr Bruder ich selbst bin als nächstes drann
skaldenblutWandlung

Über meinen Schulterblättern
Unter meiner blassen Haut
Durchbricht die Hülle ein paar Schwingen
Daran hättst du nie geglaubt

Und ich halte dich in den Armen
An denen nun Schuppen blitzen
Meiner Hände werden Klauen
Die scharf deine Haut einritzen

Meine Zunge ist gespalten
Leckt mit Genuss dein Blut
Im Atem des Feuers Gewalten
Mein Kuss wird zu Glut

Meine Augen schauen scharf
Fahren in deine Seele ein
Mein Schädel durchbricht leise
Das Gehörn weiß wie Gebein

Und mein Huf stampf auf die Erde
So das sich der Boden teilt
Wollst wohl einen Engel lieben
Ein Dämon nun bei dir verweilt
skaldenblutDer Ring der Eitelkeit

Ein Diamant ziert den Ring der Eitelkeit
Gebadet im Licht blendet er weit
Doch hält man ihn in den Schatten
Löscht der Kerzen helle Flut
Erkennt man in seinem Innern einen Tropfen Blut
Ist dann endlich Dunkelheit und Stille vereint
Hörst du wie der Ring leise weint

Den roten Kern schenkte ihm ein Seraphin
Der neben dem Leichnam des Kindes erschien
Die Waffe in der kleinen Hand war der Lohn
Für einen reinen Stein welch Hohn
Der Ring wurde so zu tiefst gekränkt
Denn es wurde ihm der Fluch geschenkt
Der den Schwarzen Kontinent im Blut ertränkt.
skaldenblutMein Wein

Leise spielt die Laute
Komm schenk dir nur ein
Trink einen Schluck vom süßen Wein
Die Kerzen scheinen durch dein Glas
Der Wein ist rot doch was ist das
Schlieren vom Gift das du getrunken
Das Licht erlischt es sprühen Funken
Du schließt die Augen und bist bei mir
Es riecht so schwer nach Rosen hier
Ein Hauch streicht deine Wange lind
Ich bin im Atem und im Wind
Der Himmel ist weit und sternenklar
Mondlicht scheint hell und wunderbar
In seinem Strahl steht mein Schatten vor dir
Du greifst nach mir doch ich bin nicht hier
Scharfe Dornen haben deiner Hand nur Wunden gebracht
Neben einem vergossenen Weinglas erwachst du in der Nacht
Es war nur ein Traum hast du gelacht
An einen Blick auf deine Hände hast du nicht gedacht
skaldenblutMein Finger weißt zum Firmament
Das rot und golden für dich brennt
Den ersten Stern der für uns erscheint
Fäll ich für dich mit einem Griff ins Nichts
Das er sich mit mir am Boden vereint

Sieh ich brenne tief in mir
Schwarze Flammen zeigen dir
Wo ich mich verbrannt und wann
Worte die mein Herz nie sagen kann
Ein Stein tief in meiner Kehle
Unter meinem Hals zum Vorschein kam

Schau ich brenne auf der Haut
Seid du in mein Herz geschaut
Hast die Glut heraus getragen
Funken auf mein Haupt gestreut
Einst kalter Staub aus Schmerz und Fragen
Deine Hitze kostet mich Kopf und Kragen
Doch soll ich ein Bad in Unschuld wagen

Nein die Flammen lösch ich nicht
Wir vergehn zusammen im Licht
Komm nimm endlich meine Hand
Meine Arme nehmen dir den verstand
Auch dein Kleid erfasst die Flamme
Nährt deine Sehnsucht als heiße Amme
Leckt an deinem Leib und meinem Geist
Bis wir ganz und gar verglühn
Und ein neuer Stern zum Himmel reist
skaldenblutEndlich Licht

Im Nebel hab ich es verlassen
Dort erlebte es dunkle Stunden
Nun hast du es doch gefunden
Hab es vor dir so gut versteckt
In weiße Tücher eingeschlagen
Nun sind alle mit Blut befleckt

Du wiegst das Bündel in der Hand
Schwer wie Blei weich wie Sand

Immer größer die Flecken auf dem Tuch
Du faltest es auseinander es ist genug

Mein Herz hab ich mir entrissen
Schau auf meine leere Brust
Dann wirst du es wissen
Mein Hemd ist schon vom Blut durchtränkt
Mein letzter Blick kein Arm der mich fängt

Wollte niemanden mein Herz mehr geben
Dachte ich kann ohne es leben

Es schlägt nun neu in deiner Hand
Doch ich erliege dem Verlust
Ergreife den Tod und verliehr den Verstand

Nebel-Dunkel-Licht

Endlich Licht
skaldenblutDer schwarze Falter

Mein Leben ein Tunnel aus gewähltem Verzicht
Als Falter umschwärm ich kreisend dein Licht
darf nicht berühren was mein Ende verspricht

So umkreise ich das Licht der Welt
Ein Stück zu nah mein Leib tot zu Boden fällt

Allein vergötter ich der Liebe Licht
Werd ich je wieder in es fliegen
Weil es mir nur die Flügel bricht

Vom Licht bin ich fast blind und bessesen
Werd mich wohl im Schmerz vergessen
Ins weiße Licht tauchen und den Tunnel verlassen
Als lebloser Schwarzer Falter im Morgenrot verblassen
skaldenblutMein Netz

Du hast die Gefahr unterschätzt
Jetzt hängst du in meinem Netz
Ich zupf an den Fäden ganz sacht
Bestimm ob du weinst oder lachst
Oder gib ich dir noch etwas Gift
Bis du nicht mehr weißt wo du bist
Lass ich dich noch leiden so fein
Oder spinn ich dich jetzt ganz ein
In meinen Kokon aus Gedichten
Weben ist kein Verbrechen
Und niemand wird mich richten
skaldenblutDie Häutung

Meine alte Haut so weiß und fahl
Vernarbt vom Leid und innerer Qual
Ist nun zu eng und dünn wie Papier
Erste Risse siehst du auf ihr
Der Panzer der darunter liegt
Der schwerer als mein Zweifel wiegt
Ob ich ihn alleine tragen kann
Fängt schon zu trockenen an
Starr wird er und glänzend schwarz
Ein guter Schutz und unglaublich hart
Jede Stunde mit dir stärkt die Hülle
Doch ein Durchbruch ist dein Wille
Gib die Hoffnung niemals auf
In meinem Panzer geh ich sonst drauf
skaldenblutEin Dorn in deiner Brust

Deine Augen schauen glanzlos ins Licht
An mir vorbei geändert hat sich nichts
Ausgeweidet liegst du als Vergangenheit vor mir
Mein Blut ist für dein Kleid aus Kälte eine Zier
Nach der Quelle unserer Liebe hab ich gesucht
Ein Dorn in dir hat mich geschnitten verflucht
Deine atemlose Brust ist nur schwarz und leer
Ich finde unsere Gefühle dort wohl nie mehr
So schließ ich den Brustkorb und verlasse deinen Leib
Bis ich mein Herz finde vergeht noch viel Zeit
Und das scharfe Messer setz ich selbst nicht an
An meinen Brustkorb lass ich niemanden ran
skaldenblutDie Beichte

Du kniest vor mir ich nehm dir die Beichte ab
Für die Sünden die man an dir begangen hat
Jede neue Narbe die ich an dir seh
Jedes leise Wort das ich versteh
Fließt in den Kelch mit deinen Tränen gefüllt
Den du trinkst der deinen Kummer nicht stillt
Verlangst du von mir Liebe oder Absolution
Sie den Tätern zu geben wäre blanker Hohn
Ich kann nicht lieben oder Strafe erteilen
Aber ich trag mit dir die Sünden und du wirst heilen
skaldenblutTanz der Träume

In meinem Träumen sind wir frei
Schlag die Ketten der Vergangenheit in Zwei
Bin dein schwarzer Ritter mit goldenem Herz
Kein Poet geboren aus Leid und Schmerz

Meine Liebe wäre kein Wort auf Papier
In anmutiger Würde tanz ich mit dir

Und hättest nie eine Träne geweint
Unversehrt und sind deine Seele dein Leib
Mein schwarzer Engel mit Flügeln aus Kristall
Unberührt und reiner als alle Sterne im All

Komm wir versinken in meinem Traum
Wenn der Tag anbricht erkennen wir uns kaum
Wieder trage ich Rüstung und du edles Lächeln
Bis wir einmal in Träumen zerbrechen
skaldenblutVampir

Ich schreiß heraus warn dich vor den Fallen
Meine Augen fesseln nicht meine Krallen
Du liegst in meinem Arm ich trinke von dir
Flieh endlich was bist du noch hier
Jedes Gefühl saug ich aus dir auf
Jede Träne in ihrem Lauf
Und bleibe doch stetz einsam und leer
Ist dieses Ende auch dein Begehr
Wer mich liebt der wird verletzt
Wen ich liebe der wird zerfetzt
Lös deine Ketten und rette dich
Sonst nehm ich die Klinge und richte mich
skaldenblutDeine Blüte

Als Blatt am Kirschbau der nie mehr trägt
Der keine einzige Blüte mehr erwägt
Schau auf mich ich treibe schon im Wind
Glaubst du das die Äste je sicher sind
Sie erbeben und brechen splitternd in Zwei
Vom Regen gepeitscht dann bist du frei
Wir fliegen zusammen im Sturm der Zeit
Dem Himmel so nah der Boden so weit
Komm fürchte die dunkle Erde nicht
Im Horizont werden wir einst zu Licht
skaldenblutSeraphin für eine Nacht

Die Ketten zerbrochen durch deinen Mut
Meinen Puls zu spüren tut so gut
Neue Schwingen getränkt mit deinem Blut
Geschmiedeter Stahl, schwarz und gut
Mein Kopf ist frei, mein Blick so scharf
Mein Geist ist erwacht aus tiefen Schlaf
Mein Griff reißt stark letzte Dornen heraus
Die Kraft in mir halt ich kaum aus
Lust und Rache, Glück und Liebe
Durch dich erwachen neue Triebe

Doch eine Träne bleibt in meinem Herzen
Ich seh dich knechten noch die Schmerzen
So tragen mich deine Schwingen nicht
Im Morgenrot vergehen sie im Licht
skaldenblutSatyr

Vom Donner betäubt hör ich die Lieder nicht
Doch es zieht mich hinaus wo das Gewitter anbricht
Ich weiß die Sirenen rufen mich
Zum Liebesspiel in des Windes Wogen
So oft hab ich die Liebe mit der Lust betrogen
Hab mich ergeben so unentschlossen
Mich unterm Regenbogen in ihnen ergossen
Und sie dann feig in der Nacht verlassen
Doch ihr Fluch auf mir wird nicht verblassen
skaldenblutLeichenstarre

Komm beweg dich und erreg mich
Komm verzehr dich und begehr mich
Komm und lieb mich, folgst den Trieb nicht
Was haben wir uns einst geschworen
Wann hab ich dich ganz verloren
Wann bist du gestorben ohne letzten Atem
Konntest du unseren Tod nicht mehr erwarten
Doch deinen Leib werd ich dir nicht begraben
Letzte Ölung und Flucht sind meine Gaben
skaldenblutDer Augenblick

Komm schau in meinen Spiegel
Schieb vor meinen Kummer den Riegel
Und lass in meinen Augen die Sterne aufgehn
Ein Blitzen in ihnen konnt man lange nicht sehn
Nun schau ich in deine Augen und fass es kaum
Schau mich nicht an sagst du, ein Traum
Ein schelmisch Grinsen hast du entdeckt
Das ist über die Jahre nicht verreckt
Dann erzähl mir noch mal wer ich bin
Meine Blicke schaun auch nicht hin
Ich hör dir zu und erfahr ihren Sinn
skaldenblutBarbarossa

Ich bin ertrunken in deinem Fluss
Auch wenn am Ufer Rosen gediehn
Machte dich zur heilgen Mission
Und konnte nicht davor fliehn
Den Löwen hab ich lang bekämpft
Musst am Ende vor ihm knien
Er ließ dich niemals wirklich gehn
Auch wenns mir oft so erschien

Das Reich das ich für uns geeint
Nachdem niemand eine Träne weint
Zerfiel durch dich wie mir scheint

Nun zieh meine Leiche aus dem Fluss
Schau mich an und dann mach Schluss
skaldenblutDiana

Dem Hades entstiegen um euch zu sehn
Sollt ich durch euren Anblick vergehn
Ich sah euch an der Quelle im Morgenrot
Meine Lust verletzte euer Keuschheitsgebot
Eure Rache hat mich zum Hirschen gemacht
Meine Flucht tief in den Wald gebracht
Dort sah ich eure fünfzig Hunde nicht
Die mich zerfetzten als der Tag anbricht
So grausam haltet ihr Gericht
skaldenblutTheater

Das Theater des Lebens läd dich ein
Was wird wohl als nächstes auf dem Spielplan sein
Du spielst deine Rolle ob du willst oder nicht
Wirst niemals entfliehen dem Rampenlicht
Der nächste Akt ob Liebe oder Leid
Im Skript steht was nun an der Zeit
Gewinnst du jemand oder wirst ihn verliehrn
Wenn das Stück nicht will musst du gar nichts riskiern
Und irgendwann bist du nicht mehr gewollt
Dann wird dir der letzte Applaus gezollt
Eine Zugabe kannst du dann nicht mehr wagen
Dein Sarg wird schon von der Bühne getragen
skaldenblutAus tiefen Schlaf holt mich deine Hand zu dir
Einen Traum groß und hart schenkst du mir
Entstanden aus Liebe, Lust und Gier
Komm deck sie zu, hallt es in mir
Als Vollmond geh ich auf über dir
Nur ich und du und wir sind hier

Knospen erblühen auf deiner Brust
Meine Zunge spendet süße Lust

Ich tauche hinab in deinen Schoß
Schmecke Begierde nackt und bloß
Du krallst dich windent in mein Haar
Feucht und warm nun ganz und gar
Und ein Kuss soll deine Lippen
Voller Sehnsucht um Einlass bitten

Es soll so sein, ich dringe ein
Tief aus dir stöhnst auf
Ich nehm das nur zu gern in kauf
Küsse deinen Hals und beiße sacht rein
Den harten Stoß wirst du verzeihn
Meine Zunge dringt durch deine Lippen
Ein zärtlicher Kuss nach unseren Sitten
Schenk dir ein Kreisen nach dem Stoß
Du mir ein Zucken in deinem Schoß
Deine Nägel zeichnen auf meinem Rücken
Erlebe deine Bilder durchs Beglücken
Ich spüre dein Ja erst selten und sacht
Kommt immer schneller, ich liebe die Macht
Ich halte ein zügle erregt
Eine Blüte die sonst zu schnell vergeht
Ein heißer Kuss eh sie verweht
Les in deinen Augen was nirgendwo steht

Doch es naht mit jedem Stoß
Du weißt was kommt und hältst mich bloß
Wärme wird Glut ,Dunkelheit wird Licht
Mit meinem Schlüssel öffnest du mich
Ich ergreif deine Hand, verliehr den Verstand
Erbeben, Pulsieren, Ergießen
Meine Seele will in dich fließen
Und zitternd sacken wir zusammen
Verlasse den Zenit nicht das Verlangen
Begrabe dich, lass dich nicht los
Fängst mein Leben in deinem Schoß

Du flüsterst verweile noch in mir
Ich bleibe jetzt für immer hier
Ewigkeit ist Liebe, Lust und Gier
skaldenblutIch bin was du verlangst

Du bist die Eisprinzessin im Schloss aus Kristall
Ich bin die Sonne bring dich zu Fall

Du bist der Seraphin mit reinem Gemüt
Ich bin der Dämon der dich verglüht

Du bist der Entdecker von Raum und Zeit
Ich bin das Meer ertränk dich im Leid

Du bist die Unschuld ganz unberührt
Ich bin die Sünde die dich verführt

Du bist Vampir und kennst keinen Schmerz
Ich bin der Pflock in deinem Herz

Du bist die Beute läufst vor dir weg
Ich bin Morast fang dich im Dreck

Du bist der Held der alles erreicht
Ich bin der Feind der niemals weicht

Ich bin was du verlangst
skaldenblutDie Jungfrau von Orleans

Die Jungfrau von Orleans war Versuchung ganz und gar
Sie musste nie zur Beichte gehn, denn Sünden waren rar

Sie sah in mir ihren Douphin, den Herrscher der Franzosen
Mein Scheiterhaufen lud sie ein, ich durft sie darauf stoßen

Auch wenn die Sage nicht gefällt, so schrieb sie doch das Leben
Die Jungfrau von Orleans würd mir hierfür eine kleben
skaldenblutMein Docht

Heißes Wachs zur rechten Zeit
Schon spür ich wie er langsam steigt
Jeder Tropfen auf Arm und Brust
Spendet mir die pure Lust
Und lässt du die Kerze weiter walten
Kann ich es nicht mehr bei mir halten
Doch autsch, zu heiß, es tut mir Leid
Vorbei ists mit der Männlichkeit
skaldenblutWasserfall

Deine Fluten fangen mich hier
Deine Strömung zieht mich zu dir
Dein Rauschen spricht zu mir
Dein kühler Nebel läd mich ein
Ich vergesse mich und tauche hinein
In tausend Tropfen die mich netzen
Deine Gewalten zu Boden hetzen
Gedanken, Gefühle, Taten
Ich steh still kann doch nicht warten
Ein kleiner Schnitt lässt mein Blut fließen
Meine Sehnsucht soll sich in dir ergießen
An deinem Ufer lässt sie Rosen sprießen
skaldenblutDer jüngste Tag

Gestern, heute, jeden Tag
Leg ich in mein frisches Grab
Auf dessen Grund meine Liebe liegt
Sie sank so tief weil sie viel wiegt
Ist so schwer wie mein Herz
Der Engel am Grab ist Trauer und Schmerz
Und wacht über mich bei jedem Schritt
Ich kann nicht fliehn ich nehm ihn mit
In Freude und Nähe zu jeder Zeit
Fasst mich fest und stößt mich ins Leid
Und trägt mich zur Angst vor Verlusst
Will ich auch berühren seine Brust
Das Haar so weich mit süßem Duft
Der Schoß läd mich ein mit purer Lust
Der Mund schreit nach einem Kuss
Doch ich seh im nicht ins Gesicht
Verlasse ihn und weiche dem Licht
Er tut mir nur weh ich meide ich den Schmerz
Wann erlößt er mich und zerstört mein Herz
skaldenblutDas Spiel

Spiel mit mir ich bin das Messer
Das dein Herz in Stücke teilt
Liebst du auch den Glanz der Klinge
Der Schmerz der Narbe ist was bleibt

Spiel mit mir ich bin die Flamme
Die dein Herz zu Asche brennt
Liebst du auch den warmen Schein
Das Feuer erneut die Narben trennt

Spiel mit mir ich bin das Glöckchen
Das dein Herz zu Grabe ruft
Liebst du auch die süßen Klänge
Stahl und Feuer mich erschuf
skaldenblutIch erwache durch deine Hand
Streichst meine Schwingen sanft
Ich halte dich geborgen
In mir tobt der Kampf
Aus Angst zu weit zu gehen
Was ich nur in Liebe will
Deine Hand wird weiter flehen
Aber ich halte still
Und wieder Zucken die Flügel
In meinen Lenden presst das Blut
Voller lüsternd Glut
So lange schon erstanden
Das es mich schmerzt
Doch willst du mich einführen
Treff ich nur dein Herz
Meins rast vor Erregung
Meinen Atem hörst du beben
Wirst ihn weiter lenken
Deine Hand kann das geben
Ich spüre schon die Feuchte
Ein Tropfen meiner Lenden
Halte dich nur fester
Und hoffe das wird enden
Komm mach Schluss
Nimm was du willst
Das du deinen Hunger stillst
Bist zu schwach die Frucht zu pflücken
Ich bin Kernlos nur süß erregt
Ich kann dich nicht küssen
Und es gibt kein zurück
Ich spür nur meine Schwingen
Meine Lenden und dein Blick
Schau nicht in deine Augen
Verrate dich entfliehe in ein Blatt Papier
Kann dein Herz nicht füllen
Nur das Blatt vor mir
skaldenblutGewitter

Ich beschwör den Sturm herauf
Nehm den Regen jetzt in Kauf
Schwarze Wolken werden die Gefühle

Erste Tropfen im Gesicht
Donnernd meine Welt zerbricht
Gedanken blitzen in meinem Kopf

Ob aus Leid ob aus Glück
Überschwemmt ist der Weg zurück
Vom Herzen steigt Wasser bis zum Hals

Doch ich lass das Wetter sein
Tränenströme trocknen ein
Salz brennt auf meinen Wangen

Meine Seele wieder rein
Wird mir jede Schuld verzeihn
Irgendwann ertränk ich sie ganz
skaldenblutWas ich bin

Sei mein Gott, ich bin dein Gigant
Von mir wirst du aus dem Himmel verbannt

Sei mein Kaiser, ich bin dein Fürst
Von dem du vom Thron gestoßen wirst

Sei mein Papst, ich bin dein Glauben
Für weißen Rauch wirds immer taugen

Sei mein Kämmerer, ich bin deine Stadt
Die keinen Taler für dich hat

Sei mein Bauer, ich bin dein Land
Nur Mutterkorn hältst du in der Hand

Sei mein Hirte, ich bin dein Schaaf
Das weder Fleisch noch Wolle abwarf

Sei mein Zecher, ich bin dein Krug
Den dein Rausch nicht mehr vertrug

Sei mein Tod, ich bin dein Leben
Werd dir tausend Gedichte geben
skaldenblutMasken

Weiche Flügel, Schwingen hart
Leder, Samt oder Brokat
Haare kunstvoll oder wild
Böser Blick, Tränen grad gestillt
Nieten, Kreuze, Pentagram
An den Fingern liegen Ringe an

Setz nur deine Maske ab

Dahinter sind wir alle gleich
Die Seelen sind an Narben reich
Rette dich nur in dein Grab
Fliehe vor dem neuen Tag
Ich finde dich wo du auch bist
Bis Dunkelheit mich ganz zerfrisst
skaldenblutDas Schwarze Meer

Schwarz mein Schatten, schwarz mein Gewand
Schwarz meine Spuren im schwarzen Sand

Schwarz die See, schwarz das Land
Schwarz die Muscheln am schwarzen Strand

Schwarz die Wellen, schwarz die Sterne
Schwarz der Horizont in schwarzer Ferne

Schwarz der Hafen, schwarz die Schiffe
Schwarz der Leuchtturm und die Riffe

Schwarz die Möwen, schwarz der Kai
Schwarz die Matrosen, schwarze Dirnen dabei

Schwarz die Kneipe, schwarz das Bier
Hell mein Gemüt, komm trink mit mir
skaldenblutEin Skalde

Ein Skalde is kühn, prescht gerne voran
Doch ist der Feind zu mächtig, dann stellt er sich an

Ein Skalde is eitel, die Kluft ist ihm wichtig
Doch spürst du die Wange, rasiert ist er flüchtig

Ein Skalde ist nüchtern, sieht nur sein Gedicht
Doch gib ihm ein Bier, dann braucht er das nicht

Ein Skalde ist keusch, nur Worte sein Lohn
Doch streich ihm den Rücken, dann hast du ihn schon

Ein Skalde liebt Ordnung, denn Ordnung muss sein
Doch in seine Hütte, da kommst du kaum rein

Ein Skalde ist freundlich, ehrlich, gerecht
Doch mancher inner Disco amüsiert ihn nicht schlecht

Ein Skalde ist höflich, bringt gerne was mit
Lässt die Klobrille oben, so ist man dann quitt

Ein Skalde hat Fehler, und siehst du hier einen
Dann sags nicht direkt, sonst beginnt er zu weinen
skaldenblutGeißelung

Das Leben eine Geißel, streichelt dich sacht.
Weiches Leder, schwarz wie die Nacht
Lustvoll zärtlioch auf deinem Rücken

Das Leben eine Geißel, ein lauter Knall
Die Riemen unerbittlich bringen zu Fall
Zerreißender Schmerz nur langsam vegeht

Das Leben eine Geißel, doch was führt die Hand
Bittersüße Spiele vernarben den Verstand
Versorgt dir die Wunden um neue zu schlagen
skaldenblutTotengräber

Meine Schritte auf geweihter Erde
Mein Abdruck tief im weichen Grund
Wen ich wohl heute finden werde
Die Turmuhr schlägt die zwölfte Stund
Unterm langen Kutschermantel
Trage ich den Spaten hier
Und gefällt mir dann dein Grabstein
Gehört dein Leichnam bald schon mir
Komm ich hole dich da raus
Grab dich aus dem Moder aus
Dein Gebein nehm ich noch mit
Klapper für mich dann sind wir quit
skaldenblutMeine Wurzeln
im Grund
der Leben verspricht
Pflanzt eine tote Eiche
im Morgenlicht
Ich spüre
wie neue Blätter sprießen
Deine Feuchte
durch meine Äste fließen
Meine Blüten
niemehr der Rose gleich
Doch
du willst sie in deinem Reich
Du bist mein Garten ohne Tor
Durch dich
bring ich die Frucht hervor
Und kann der Sommer auch nicht bleiben
Das Rauschen der Blätter
wird niemals schweigen
skaldenblutWaage

Mein Herz so schwer
Senkt die Schale
Was ich auch tu
Die andere wie leer

Werfe ich deine Liebe hinein
Werden wir niemals in Waage sein

Nehme ich den Wein und Kerzenschein
Werden wir niemals in Waage sein

Werfe ich unsere Nächte hinein
Werden wir niemals in Waage sein

Das Gewicht meiner Liebe finde ich nicht
Fülle nur die Schale bis der Balken bricht
skaldenblutRacheengel

Ich bin gesandt mit flammenden Schwert
Mit stählernen Flügeln und tödlichen Blick
Um mich nur Leichen und alles verheert
Den Dämonen entgegen es gibt kein zurück

Ich hole aus, die Klinge trifft
Ein Heulen, Wimmern, Schrein
Verstümmelte Leiber von Lüge versifft
Ihr Tod ist besser als verzeihn

Meine Schwingen blitzen auf im Licht
Zerfetzen Muskeln, Fett, Gebein
Bald ist der Hass im Mark in Sicht
Ein Schulterzucken haut nochmal rein

Eine saubere Horde flieht vom Feld
Haben versklavt und ausgenutzt
Ich schlage ihre Köpfe auf den Fels
Bis ihr Egoismus sie selbst beschmutzt

Die Augen lass ich Stricke drehn
Fangen schnell die schwarzen Seelen
So mancher Hochmut wird vergehn
Ganz entstellt von all dem quälen

Am Ende all meiner Kraft
Seh ich dich zwischen Kadavern gehn
Halt dich im Arm, es ist geschafft
Kann vor Schwäche kaum noch stehn
skaldenblutKomm ich ficke mein eigenes Herz
Auch wenn es schreit und sich wehrt
Trocken verkrampft verliert es Lust
Es beißt in Lippen, Hals und Brust
Bis es blutet und ich nicht mehr kann
Zieh den Schwanz doch irgendwann
Auf diese Schmerzen musst ich lange warten
Jetzt ist es missbraucht und halb totgeschlagen
skaldenblutDu und ich und wir
Sind zerbrochen darum sind wir hier
Uns hat die Liebe nur Leid gebracht
An deiner Seite zehr ich von der Nacht

Ich seh es dir an, du schwitzt es aus
Bin hungrig auf deinen Leichenschmaus

Deine Last ohne Schuld
Erwartet in lüsterner Ungeduld
Versteckst du vor mir in deiner Brust
Leider zu spät, hab alles gewusst

Ich dringe ein, ich kenn den Weg
Zu deinem Herzen das niemand versteht
An bittersüßer Speise lass ich mich nieder
Weine für mich immer wieder

Deine Tränen sind mein Blut
Deine Ängste sind mein Mut
Deine Nacht ist mein Tag
Dein Kadaver macht mich stark

Willst du von mir auch mal kosten
Zerpflück mich doch, schaffst das im Nu
Bist du zu schüchtern fütter ich zu
Geschmäcker sind verschieden
Doch ich schmecke wie du
skaldenblutEin Dämon im freinen Fall

Ein Dämon im freien Fall
Engel verbrannten seine Schwingen
Mit flammenden Schwertern
Sucht in der Tiefe des Abgrunds
Sicheren Halt den er nicht sieht
Greift nach den Ästen zarter Bäume
An lockeren Felsen
Können ihn nicht lange fangen
Sind zu schwach
Er schaut dann nach oben
Zum Himmel den er liebt und fürchtet
Bevor er weiter stürtzt
skaldenblutEuer Barde

Das Fest ist rauschend und spät die Stund
Ihr habt mich gerufen aus welchen Grund
Soll ich vor euch knien euch küssen die Hand
Darf euren Leib nicht berühren nur Herz und Verstand
Euer Gatte wirft Münzen, ich tu meine Pflicht
Die Gefahr in mir erkennt er wohl nicht
Ich spiele für euch und singe von Ferne
Von Liebe und Treue, dem Licht der Sterne
Mein Herz so schwer, die Minne so leicht
Den Tränen nahe reißen Seiten, es reicht
Ihr umarmt euren Gatten doch was soll ich tun
Ergreife euren Becher und werde dann ruhn
Denn euer Gift führt mich vom Leben zum Tod
Wie Rosen zum Herzen, doch ich kenn das Gebot
Du sollst nicht begehren deines nächsten Weib
Für mich zu gehen ists nun an der Zeit
Ich verneige mich, verlasse den Saal
Glöckchen klingen, verbergen die Qual
Bevor euer Barde zusammenbricht
Sternschnuppen fallen doch seh ich sie nicht
skaldenblutIn meinem Haar ruht Morgentau
Bis ich in deine Augen schau
Auf mein Gesicht fällt frischer Schnee
Bis ich in dein Antlitz wieder seh
An meiner Kleidung klammert Regen
Bis du mir gibst den letzten Segen

Ich blicke starr zum Himmel auf
Den Herzschlag hielt ich für dich auf
Wollte dir folgen irgendwann
Von dir gefunden werden
Ein Engel bist du schon so lang
Doch unsre Liebe fängt erst an
Holst du mich von der Erden
skaldenblutLangsam bricht die Nacht herein
Vor uns stirbt ein neuer Tag
Ich ruhe sanft in deinem Schein
Du bist das Licht auf meinem Grab

Mondlos schwarz verbirgt die Nacht
Was kein Stern zu zeigen wagt
Ich ruhe sanft in deinem Schein
Du bist der Engel an meinem Grab

Das Licht erlischt, der Engel weint
Kalt und nass graut uns der Morgen
Ich erwach aus ewgen Schlaf
In dem Sarg meiner Sorgen
skaldenblutGefallner Engel

So viele Engel sind gefallen
Ihre Schwingen sind zerfetzt
Ihre Leiber sind geschunden
Ihre Seelen sind verletzt

Ich bin das Licht am Höllenschlund
Meine Flügel sind voll Blut
Was hat man euch nur angetan
Mich packt die blanke Wut

Mein Flammenschwert wird die bestrafen
Die mein scharfer Blick erfasst
Grausam wird die Rache sein
An denen die ein Engel hasst

Doch weinend sink ich vor euch nieder
Halte euch in meinen Armen
Was haben sie euch angetan
Kannten sie denn kein Erbarmen

Die Hölle ist mir Heimat nun
Ich halte Wacht am Tränenfluss
Und immer wenn ein Engel fällt
Weiß ich wen ich retten muss
skaldenblutFeuer frei

Von der Decke fallen Tropfen
In einen See aus Blut
Stalakniten, Stalaktiten
In den Spalten kocht die Glut

Friedlich ruhend auf Gebeinen
Die einst stolze Recken waren
Liegt er reglos in der Höhle
Doch es lauern stetz gefahren

Der Schein einer schwachen Fackel
Bricht auf Schuppen sich zum Glanz
An den Wänden zieht ein Schatten
Läd nun ein zum Totentanz

Macht Musik mit scheppernd Rüstung
Singt mit einem lauten Schrei
Als verbranntes Fleisch zu Boden
Der Drache schläft nie
Feuer frei
skaldenblutDrei Reiter

Sie holn dich ein
Du läufst davon
Suchst Sicherheit und Ruh
Doch entrinnen kannst du nie
Sie schlagen wieder zu

Der erste tilgt Vergangenheit
Erinnerung verblasst
Löscht Zeilen die das Leben schrieb
Die Liebe wie den Hass

Der zweite greift die Gegenwart
Ist der Kampf in dir
Das Böse Wort zur falschen Zeit
Macht den Mensch zum Tier

Der dritte zerstört die Zukunft
Stellt sich in den Weg
Brücken schwanken, Fähren kentern
Es bricht der letzte Steg

Und traben sie an dir vorbei
Dann trifft es einen andern
Sie kommen bald zu dir zurück
So schnell kannst du nicht wandern
skaldenblutMephisto

Verbrannte Engel liegen vor mir
Verletzte Dämonen
Doch kein Gott ist hier
Werden euch nicht retten
Nicht lindern die Qual
Doch ich bin Mephisto
Und ich zieh den Stahl
Denn er ist mein Eigen
Aber was seh ich nun
Ihr hab ihn gestohlen
Um das hier zu tun
Hab euch of gegeben
Zu oft beschenkt
Habt alles entartet
Habt alles verdränkt
Und ich war der Teufel
Und ihr wart dann rein
Den Blutzoll eurer Lügen
Den nehm ich nun Heim
Mach aus euch Maschinen
Und reiß die Welt ein
skaldenblutDes Puppenpielers Schauermärchen

Als Puppenspieler und als Barde
Ziehe ich durchs ganze Land
Auf die Feste auf die Märkte
Bin sehr beliebt und auch bekannt

Einst bin ich durch das Moor gezogen
Und die Nacht brach schon herein
Traf einen alten Mann am Feuer
"Komm ruht hier" lud er mich ein

Er war ein Ritter satt und träge
Trunken warn wir bald vom Wein
Ich schlief bald tief am warmen Feuer
Denn ich war ja nicht allein

Der Mond erwachte und die Sterne
Ich erwachte ebenso
Durch des Käutzchens lauten Schrei
Darüber war ich doch sehr froh

Denn das Feuer war erloschen
Und im weißen Vollmondlicht
Stand der Ritter bei dem Pferde
Wie ich ihn sah das glaubst du nicht

Blanke Knochen, nur Skelette
Der Ritter sattelte grad auf
Ich erschrak und viel in Ohnmacht
Den ich dacht nun geh ich drauf

Am Morgen wurd ich wachgerüttelt
Komm steh auf was ruhst du hier
Sie warn im Dienste unsres Königs
Sein Wappen trugen sie zur Zier

Sie suchten den Leichnam eines Ritters
Der hier eine Nacht verbracht
Von Räubern wurd er überfallen
Danach von ihnen umgebracht

Seid dieser Nacht voller Schrecken
Betrete ich das Moor nicht mehr
Nur tote Räuber werden gefunden
Und ein Gerücht geht nun umher
skaldenblutMaschineMensch

Sein Geist schwebt
Gut sichtbar was er denkt
An der Farbe des Nebels
In einer Kuppel aus Glas
Direkt über seinen Augen
Sind nach unten gerichtet
Emotionslos leerer Blick
Der Torso ist aus Aluminium
Aus ihm treten Schläuche
Fluoreszierend rot gefüllt
Fließt in die Beine
In die Arme, in die Fingerspitzen
Aus Titan und Plastik
An der Hüfte ein Gürtel
Versorgungsleitungen und Datenkabel
Immer bereit, immer online
24 Stunden im Einsatz
Keine Störungen, sparsam im Verbrauch
Leistungsstark, wirtschaftlich
Ein Wartungsteam kommt
Wischt die Tränen auf
Sonst verursacht er noch einen Kurzschluss
skaldenblutSeltsam, es tut immer noch weh

Schau mal da, siehst du den
Der ist krass, den musst du sehn
Schau dir an, is der geschminkt
Schau die Kette, schau der Ring
Der ist durch, meine Fresse
Der will wohl zur Schwarzen Messe

Ich lehne an der Wand neben dem Eingang
Leicht verschwitzt vom tanzen
Ein paar Meter weiter ein Imbiss
Davor stehn ein paar Halbstarke
Die Sorte Jungs die ich nie war
Deren Art ich nie verstanden habe
Ich schaue nach oben zu den Sternen
Und höre ihnen zu

Schau dir nur die Hose an
Schau dir nur die Jacke an
Schau die Schuhe, die sind krass
Der ist durch, ich sag dir das

Dann höre ich: Heil Satan...Satan...

Die Tür geht auf
Ein Pärchen verlässt die Disco
Auf sie habe ich gewartet
Wir gehen an ihnen vorbei zum Auto
Sprüche kommen, ich höre nicht hin
Ich denke daran wie oft ich das erlebt habe
Seltsam, es tut immer noch weh
skaldenblutHör mir zu

Das Eis ist längst geschmolzen
Feuer hat mein Herz entfacht
Pulst die Glut durch meine Venen
In der Nacht bin ich erwacht

Meine Schwingen sind zum bersten
Mit heißem Blut gefüllt
Und nun höre meine Stimme
Wie sie hoch zum Himmel brüllt

Leg mich nicht in deine Ketten
Die mich nur zu Boden ziehn
Werde sie dir sonst zerreißen
Werd für immer von hier fliehn

Bind mich los von deinen Fesseln
Bitte komm zu mir zurück
Um den Hals bandst du die Schlinge
Die mir nun die Luft abdrückt

Ich zerfetz sonst deine Flügel
Und verbrenne deine Haut
Und entflieh unsern Gefühlen
Wenn der jüngste Tag uns graut

Hör mir zu
Ich will dich nicht verliehren
skaldenblutDie Jagd

Ein einsamer Wolf
Sucht seine Opfer in der Nacht

Sein Fell glänzt seidig im Mondenschein
Sein Blick verführt und läd dich ein

Lächel ihn an dann spielt er mit dir
Doch sei dir bewusst er ist nur ein Tier

Er springt dich an wenn du ihn lässt
Sanft doch kraftvoll hält er dich fest

Er wittert dein Blut unter blasser Haut
Wirst ihm erliegen eh der Morgen graut

Den Hunger zu stillen dringt er tief ein
Du stöhnst auf und bald ist es sein

Scharfe Fänge entreißen dein Herz
Schicken deine Seele himmelwerts

Dein Leichnam gebadet in weißem Licht
Er lässt von dir ab doch satt ist er nicht

Doch dein blanker Stahl ragt aus seiner Brust
Denn du warst der Jäger er hats nicht gewusst
skaldenblutFinal Phantasie

Dunkelheit, Kälte, der Himmel stürtzt ein
Die Gräber verlassen, wandelt Gebein
Schwarze Dämonen, tilgen das Leben
Stürmische See, heftiges Beben
Die Erde gerissen, kochende Glut
Das Höllentor offen, ein Schwall aus Blut
Gehörnt, nackt, stolz, geschickt
Feuer gebadet, flammender Blick
Steigt der Herrschaft entgegen
Schrecken und Elend auf seinen Wegen

Dunkelheit, Kälte, der Himmel stürzt ein
Die Engel fallen, in hellem Schein
Göttliche Rüstung, heiliger Schild
Heilende Hände, sanft und mild
Gestählte Leiber, weite Schwingen
Goldene Herzen, silberne Klingen
Mutig trotzend, dem finstren Despot
Rettender Schutz, niemals devot
Reinheit, Güte, Gerechtigkeit, Wacht
Erbittertes Ringen, Kampf um die Macht

Erstmal ist Werbung, ich hol mir ein Bier
Doch wenn der Tod anpfeift, bin ich wieder hier
skaldenblutEngel im Sonderangebot

Der Engel ist Plastik
Der Engel ist Gold
Ist fröhlich, ist ernst
So wie ihr es wollt

Der Engel ist schlank
Der Engel ist stark
Zärtlich und weich
Oder hart bis ins Mark

Der Engel ist Diener
Der Engel ist Herr
So wie ihr es wollt
Doch er ist nochmehr

Der Engel ist kühl
Der Engel ist heiß
Gefallen und schwarz
Die Unschuld und weiß

Die Nachfrage ist groß
Wahre Engel sind rar
Unsre immer günstig
Auf Rechnung oder bar

Hinweis:
Nach Gebrauch bitte sorgfälltig Flügel entfernen und Herz entnehmen.
Nich wiederverwendbar.
Gebrauchte Engel sind Sondermüll.
skaldenblutMeine Rose

Ich halte dich in meiner Hand
Ich lass dich niemehr los
Meine Suche war so lang
Und meine Sehnsucht groß
Deine Dornen sind das Leid
Ich greif hinein aus Liebe
Blut fließt für dich und es schmerzt
Ich schenk dir neue Triebe
Du gibst mir deinen Duft dafür
Und deine zarten Blüten
Rosenstock in meinem Herz
Ich werde dich behüten
skaldenblutMaskenball

Alles tanzt, alles lacht
Auf diesem Karneval
Vornehm hinter feinen Masken
Doch ihre kommt zu fall

Alles lacht, alles tanzt
Lärmt um sie herum
Sie weint Tränen bitterlich
Und ich stehe stumm

Ich hebe ihre Maske auf
Und schaue sie mir an
Stolz und Kraft lächelt frech
Gemalt auf Porzellan

Ein Gast sollte draußen bleiben
Der Tod geht in der Stadt umher
Wir alle sind von ihm gezeichnet
Doch sie schützt keine Maske mehr

Alles tanzt, alles lacht
Lärmt um sie herum
Sie weint leis an meiner Schulter
Und ich stehe stumm
skaldenblutSchmetterling

Ich frage nicht warum
Nicht heute Nacht
Ich schaue dich nur an
Und ich halte Wacht
Wenn du nie gestorben bist
Hast du nie gelebt
Doch dein Kokon verändert sich
Und der Schmerz vergeht
Wenn der neue Tag anbricht
Wirst du ein Schmetterling
Der niemehr weint
Dem Netz entflieht
In dem die Puppe hing
skaldenblutUmbruch

Das Schloss ist leer
Das Schloss ist kalt
Dunkel ist nun jeder Saal
Ich leg den feinsten Gehrochk an
Den Degen aus blanken Stahl

Die Nacht ist laut
Die Nacht ist wild
Hell von all dem Fackelschein
Ich lege meine Orden an
Bald bricht es auch zu mir herein

Die Zeit vergeht
Und ändert sich
Meine Werke sind getan
Ich trage gern den alten Zopf
Schau des Königs Bildnis an

Das Licht bricht sich
Im roten Wein
Ich heb das Glas, Majestät
Türen werden aufgerissen
Durch die der neue Wind nun weht

Mein Weib ruht still
Mein Kind im Arm
Ich hab sie schon vorgeschickt
Wollt ihnen diese Zeit ersparn
Die sich nun ins Zimmer bricht

Die Waffe ist schon angesetzt
Der Hahn gespannt
Es macht leis klick
Das elend schon so oft gesehn
Weicht der Pöbel nicht zurück
skaldenblutKarneval

Mondlicht spiegelt sich im Wasser
Die Nacht ist mild und schattenreich
Durch die Straßen zieht der Tod
Schwarz das Gewand, die Maske bleich

Die Sterne spiegeln sich im Wasser
Die Nacht ist laut und stimmenreich
In der Gondel fährt der Arzt
Schwarz das Gewand, die Maske bleich

Fackeln spiegeln sich im Wasser
Die Nacht begrüßt von Arm und Reich
Das Volk feiert Karneval
Schwarz das Gewand, die Maske bleich

Mein Abbíld spiegelt nicht im Wasser
Die Kerze erloschen, der Odem entweicht
Mein Geist zieht still durch Venedig
Schwarz das Gewand, die Maske bleich
skaldenblutTrauerGrufti

Flieh nur flieh
Flieh vor der Vergangenheit
Maskiere dich vor dem Spiegel
Vertletz doch deinen eignen Leib

Flieh nur flieh
In andre Leiden
Um die eignen nicht zu sehn
Flieh in Trauer Lied und Zeile
Hast du Angst dich selbst zu sehn?

Flieh nur flieh
In andre Tränen
Um die eignen nicht zu weinen
Flieh nur in die Dunkelheit
Die Sonne wird stetz weiterscheinen

Deine Leiche seh ich tanzen
Die Wunden faulen unterm Kleid
Heilst dich nicht, hast keinen Arzt
Stirbst so lang vor deiner Zeit
skaldenblutVampirsex

Meine Zunge schmeckt ihre Haut
Sinkend unter meinem Biss
Lang bevor der Morgen graut
Werden wir eins das ist gewiss

Meine Zähne in ihrem Fleisch
Gierig saugend an ihrer Brust
Langsam auf das Laken gleitend
Erliegt sie einem blutigen Kuss

Lustvoll stöhnend unter mir
Sinke ich in ihren Schoß
Ein sanfter Hauch, sie windet sich
Ich koste sie so feucht und bloß

Rytmisch kreisend, zuckend, bebend
Ergießend sich im letzten Stoß
Fest in ihrem Hals verbissen
Erwacht die Sonne rot und groß

Vom Wind verweht, von keinem gesehn
Liegt sie schlafend vom Staub bedeckt
Als wärs nie geschehn
skaldenblutPersephone

Hörst du die Stimmen
Sie rufen im Wind
Folge ihm...
Folge ihm nicht mein Kind
Wie oft wurd es Winter
Wie oft wurd beweint
Das in seinem Reich
Die Sonne nie scheint
Wie oft bin ich
In Kummer erstarrt
Hat mit mir die Welt
Deiner Rückkehr geharrt

Komm zu mir meine Schöne
Komm ins Weiße Licht
Tauche in die Wärme
Die mein Herz verspricht
Meine Liebe ich bin dein Tod
Ein ewiger Kreis
Den niemand bedroht

Die Blätter fallen
Schon beim ersten Schritt
Ziehen die Vögel
Sie geht mit ihm mit
Die Mutter folgt ihr
Fegt Wald und Flur
Schließt letzte Blüten
Trostlos ihre Spur
Streicht ihre Wange
Kalt wie Eis
Komm bald zurück
Flüstert sie leiß.
skaldenblutNach meinem Geschmack

Sie sitzen da so knackig frisch
Die jungen Gruftihühnchen
Sie locken mit gedecktem Tisch
Die zarten Gruftihühnchen
2 Schenkel, Brüstchen, luftig verpackt
Fleisch aller bester Güte
Doch ohne Kopf und Innerein
Kommt mir nix in die Tüte

Ich schau mich um , seh sie tanzen
Die Madonna so reif und wunderbar
Der Tod tanzt an ihrer Seite
Begleitet sie schon Jahr um Jahr
Das Herz so schwer, ihr Blick erzählt
Von tausenden von Jahren
Für diese Lady klassisch schön
Würd ich zur Hölle fahren
skaldenblutDieses Gedicht von mir basiert auf einer wahren Begebenheit, die zur Zeit von König Ludwig XIV in Paris geschah.

Die Hexe von Paris

Seht ihr das Häuflein Asche dort
Ich erzähl euch wer sie war
Die Königin der Hexen
Voller Schönheit und Gefahr

Am Hofe seiner Majestät
Hielt sie schwarze Messen
So mancher feine Edelmann
Mischte ihr Gift unters Essen

Vor ihrem Haus in Paris
Standen morgens schon die Leute
Madame lest uns doch aus der Hand
Was erwartet uns denn heute

Und kam ein Kind mal unerwünscht
Machte sie daraus nen Engel
War selbst kein Kind von Traurigkeit
Ging manchem an den Schängel

Abends spielten Geigen auf
Gekleidet in Samt und Seide
Brachte sie mit Tanz und Wein
So manchem Priester Freude

Dann wurde sie vor Gericht gebracht
Eine Marquise hat gestanden
Das ein gekaufter Hexentank
War Tod ihrer Verwanten

Der Prozess war wirklich ein Skandal
So mancher floh vor einem Jahr
Doch heute hat man sie verbrand
All das ist wirklich war
skaldenblutAndockManöver

Spürst du wie die Funken fliegen
Wenn du meine Haut berührst
Spürst du wie die Drähte glühn
Wenn du mich lustvoll verführst

Siehst du die Maschinen beben
Volldampf voraus lauf ich aus
Weit geöffnet lockt die Luke
Du streichelst es aus mir heraus

Aus prallem Schlauch leckt das Öl
Bewegungen sind monoton
In stereo schallen die Boxen
Los komm nur komm, komm doch schon

Sorgsam stell ich die Ventile
Und der Druck wird übergroß
Regulier ich nicht das Tempo
Geht der ganze Kessel hoch

Hochspannung fließt durch die Feuchte
Mein Verstand steht auf off
Ich zerschell in deiner Tiefe
Scharfe Felsen ragen schroff

Ein letzter Funkruf in der Nacht
Das Licht wird grell dann wird es still
Ich versink in deinen Armen
Ich hab bekommen was ich will
skaldenblutGrüble nicht, lebe

Wie oft hast du schon bereut
Wie oft alleine leis geweint
Wie oft die Einsamkeit gefühlt
Wie oft den tiefen Schmerz gespürt

Wieso hat man dir wehgetan
Hast du dich das je gefragt
Dafür solln sie zur Hölle fahrn
Hast du das nie still gesagt
Trägt dein Herz auch tiefe Narben
Kennt die Trauer keine Farben

Was wäre wenn
Wo wärst du jetzt
Wer hätte deinen Platz ersetzt
Das frag ich mich an meinem Sarg
Bevor ich mich zu Grabe trag
Will ich erst nochmal tanzen gehn
Ein Mädel in die Arme nehm
Und einfach meinen Spaß
Und irgendwann in hundert Jahrn
Deckel drauf das wars.
skaldenblutApollons Traum

Ich träumte von einer Priesterin
Mit seidig goldnem Haar
Die Brüste und die Hüfte
So schön und wunderbar
Ich träumte von einem Priester
Mit Augen wunderschön
Stattlich und doch sanft
Ich konnt sie beide sehn

Langsam spannte ich den Bogen
Meine Pfeile fällten Sterne
Sie verglühten Kometen gleich
Als heller Schein in weiter Ferne
Meine Lyra spielte leise
Nur vom Mond still bewacht
Hat Eros uns in dieser Nacht
Im weißen Licht zu eins gemacht

Ich erwachte aus dem Traum
Gehüllt in Duft der Fleischeslust
Das Blut pulste in meinen Lenden
Und ein Stern in meiner Brust
skaldenblutMein schwarzes Sein

Hab ich mich denn selbst verlohren
Worin hab ich mich aufgelöst
Schwimm ich in der großen Masse
Wie ein Trank mir eingeflößt
Und ich bin schon so betrunken
Das die Muse kaum noch küsst
Wendet sich mit Ekel ab
Ich weiß nicht mehr wer du bist
Ihre Worte hallen in mir
Weit weg von jedem Düsterclub
Weit weg von jedem Gothicshop
Weit weg von jedem Konsumprodukt
Weit weg von Cd Regalen
Jedem mittelalterlichen Stand
Weit weg von jedem Lob, jedem Kleidchenmädchen
Komm ich wieder zu Verstand
Die Muse bei mir und doch allein
Führt sie sacht mir meine Hand
Was von mir bleibt das steht geschrieben
Denn das war ich, bin ich geblieben
skaldenblutEngel der Nacht

Der Horizont brennt, die Sonne verglüht
So fern scheint die Hitze, der Tag
Ich spüre wie Kälte und Einsamkeit
Ein lautloser Schatten mir naht
Engel wo sind deine Flügel heut Nacht
Mein Leben schwindet ich warte auf dich
Halt mich warm bis der Morgen erwacht
Ich bitte dich verlass mich nicht
skaldenblutIllusion

Ich spüre mich tief in deinem Leib
Ich spüre dich in jeder Zeile die ich schreib
In jedem Gedanken bist du bei mir
Magie der Liebe, denn du bist nicht hier

Ich spüre deine Haut und atme deinen Duft
Ich lausche deiner Stimme, sie schwingt in der Luft
Ich spüre deine Zärtlichkeit als wärst du bei mir
Magie der Liebe, denn du bist nicht hier

Illusion durchdringt Raum und Zeit
Augen sehn getrennt, das Herz vereint

German Gothic Board
 
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