| Sunnhilda | Feuer im Dunkel Noch ist der Himmel wolkenschwarz verhangen Der Mensch des Menschen Wolf, der Neid regiert Das Niedere, es ist emporgestiegen Die Seele ward geraubt, der Glaube massakriert. Herrschaft der Lüge, sie wird immer dreister Verschüttet ist der Weg, der zu den Wurzeln führt In Staub getreten alles, was erhaben Und durch die Lüge werden Angst und Haß geschürt. Und doch: da ist ein Licht in all dem Dunkel Man sieht es nicht, da es im Innern glüht Doch jene, die das Feuer in sich spüren Sind die, mit welchen einst ein Friedensreich erblüht. |
| Sunnhilda | Erwachen der Schläfer Ihr glaubt, sie sind tot, doch das sind sie nicht Sie scheinen zu schlafen, doch nicht mehr lang Es ist an der Zeit, da sie alle erwachen Zu lange schon sind wir zu Kreuze gekrochen Der Geistknechtschaft Ende ist angebrochen Wahrheit und Klarheit kehren ein Vom Thron stürzen jene, die Lügen gesprochen. Ihr glaubt, sie sind tot, doch das sind sie nicht Auch wenn’s euch so lieb wär‘, erbärmliche Brut Doch hattet ihr wirklich geglaubt, ihr könntet Mit Trug, Neid und Haß eine Herrschaft errichten Zur Vergiftung der Seelen Lügen erdichten? Bald werdet ihr ernten, was ihr gesät Was göttlich und echt, könnt ihr niemals vernichten. Ihr glaubt, sie sind tot, doch das sind sie nicht Sie wirken im Schatten und folgen dem Ruf Des inneren Feuers, des Sonnenrades Seine Strahlen sind in ihre Seelen gesandt Wo sie sich entfachen zu loderndem Brand Und werden zu einem Feuersturm Hinwegbrennend alles, was Lüge und Tand. Ihr glaubt, sie sind tot ... doch das sind W I R nicht. |
| Sunnhilda | Wohin der Weg mich führt Das Sonnwendfeuer glüht In mondesheller Nacht Hör ich den Ruf der Trommel Ein Tor wird aufgemacht Ich betrete das Portal Vor mir zeigt sich ein Pfad Wohin er mich wohl führen mag? Es zieht mich magisch an... Und ich renne, renne, renne Und ich kenne nicht das Ziel Weiß noch nicht, was mich erwartet Weiß nur, daß ich dorthin will. Hier und da zeigen sich Tiere An des Weges Seiten Doch ich weiche nicht vom Wege Laß‘ mich nicht verleiten Dies sind nicht die, die auf mich warten; Irrung bringt Verwirrung nur Ich nehme meine Kraft zusammen Folge einer inneren Spur Und ich renne, renne, weiter Und ich kenne nicht das Ziel Weiß noch nicht, was mich erwartet Weiß nur, daß ich dorthin will Plötzlich taucht aus dem Dunkel auf Ein Aar mit stolzen, starken Schwingen Das ist er, der auf mich gewartet Ich weiß, er wird mich dorthin bringen Wohin ich mich so lang gesehnt Kommt direkt auf mich zugeflogen Nun gleitet er sanft unter mich ich werde in die Luft gehoben O trag mich fort, o Göttervogel, Zu allem bin ich jetzt gewillt Du kennst das Land meiner Bestimmung Wo mein Schicksal sich erfüllt Und wir fliegen durch die Lüfte Und ich kenne nicht das Ziel Weiß noch nicht, was mich erwartet Weiß nur, daß ich dorthin will Doch was ist das – die Luft wird eisig, Tief unten seh ich Schlachten toben Das Himmelslicht verfinstert sich Und Rauch und Dunst steigen nach oben Durch dunkler Wolken Donnergrollen Tönt Todesschrei und Kriegsgeheul Doch der Adler trägt mich weiter Schwingt sich hoch über alle Greuel O trag mich fort, Vogel der Götter, Soll dies wirklich mein Schicksal sein? Doch ich weiß, ich kann Dir vertrauen Und ich weiß, Du führst mich heim. Dann sehe ich den Rauch sich lichten Die Landschaft menschenleer, verheert Das Schlachtgetöse ist verstummt Friedhofsruh‘ ist eingekehrt. Und es geht weiter durch die Lüfte Ich spüre es, das Ziel rückt nah Über Täler, Felsen, Klüfte Ich spüre es, bald bin ich da Über nebeldunst‘gem Tale Setzt der Aar zur Landung an Nur Geröll und karger Stein Kaum eine Pflanze siehet man Er läßt mich in der Mitte nieder Und zögernd sehe ich mich um Dunstige Wolken hie und da Ruhe herrscht ringsum. Friede, Ruhe, Einsamkeit Nichts kündet hier von Schlacht und Tod Und hinter einem Berg hinauf Steigt violettes Morgenrot. Violette Morgenröte Taucht das Tal in magisch Licht Göttlich, doch was es bedeutet Erschließt sich mir noch immer nicht Hier soll meine Bestimmung sein? Ich schaue suchend nach dem Aar Und schon befinde ich mich nicht mehr dort, wo gerade ich noch war Ich stehe vor einer Höhl‘ am Berg Mit einer Fackel in der Hand Ein kühler Wind weht durch mein Haar Andächtig schau ich in das Land Und es beschleicht mich eine Ahnung Wie aus unbekannter Tiefe Und es ist, als ob im Stillen Eine Stimme nach mir riefe Und ich schau zu meiner Rechten Und sehe ich bin nicht allein. Auf der anderen Seite des Höhlentores Lodert noch ein Fackelschein Fackelträger, mir seltsam bekannt... Wie kommst Du in meinen Traum? Der Wind weht das Haar in sein Gesicht Jetzt schaut er mich an, und ich fasse es kaum Kriegerseele blitzt aus seinen Augen, Eiserner Wille und heilige Wut doch strahlt sein Blick wie die Sonne voll Wärme Herzensflamme und Liebesglut Sonnenritter, woher kenn‘ ich Dich? Was verbindet Dich mit mir? Sonnenritter, kannst Du mir sagen Warum sind wir hier? Und wieder treffen sich unsere Blicke Wir verstehen uns ohne ein Wort In unseren Herzen glüht dasselbe Feuer DAS trieb uns hin zu diesem Ort Aus der Flamme unserer Augen schleudern violette Blitze Wo sie sich in der Mitte treffen Verschmelzen sie zu Licht und Hitze Dann geht mein Blick hinein zur Höhle Dort sehe ich ein Banner wehen Das Zeichen ist‘s der Sonnenkrieger Jetzt beginn‘ ich zu verstehen! Unsere Zeit - sie ist gekommen Alle Kälte sie wird schwinden Und das Licht in unseren Herzen Wird alte Schrecken überwinden Das Licht steigt auf hinter dem Berg Der Aar kommt, mich zurückzubringen Wir steigen in die Luft empor Und ich verschmelze mit den Schwingen Langsam erstirbt der Trommel Klang Von ferne hör ich Lieder Das Sonnwendfeuer lodert noch Midgard hat mich wieder Doch die Sonnenkraft in mir Ist mir stets zur Stelle In Zeiten tiefster Dunkelheit Ist sie mir heil’ge Quelle Was ich schon so lang erahnt Nun endlich ist es mir gewiß: Der Sonnenkrieger Herzensflammen Bezwingen alle Finsternis Unsere Zeit - sie ist gekommen Alle Kälte sie wird schwinden Und das Licht in unseren Herzen Wird alte Schrecken überwinden |
| Sunnhilda | Spürt ihr denn die Schmerzen nicht? Schau ich hinaus in diese Welt Mich kaltes Grausen überfällt Ich blicke in erstarrte Gesichter Erloschen sind in den Augen die Lichter. Sie hängen den Mantel nach dem Wind Weil sie zum Selbst-sein zu feige sind Leblos und lieblos, doch voll Haß und Wut Auf jene, die in sich noch spüren die Glut Das Herzensfeuer, den Drang nach Leben Die sich nicht damit zufriedengeben Teil einer grauen Masse zu sein Wenn ich euch so sehe, dann könnte ich schrei‘n: Spürt ihr denn die Schmerzen nicht, wenn sie euch von den Wurzeln trennen? Dürstet euch denn nicht nach Licht Fühlt ihr kein Feuer in euch brennen? Ist es denn euer Lebenssinn Gebückt zu kriechen an der Erden Strebt ihr denn nicht zur Sonne hin Wollt ihr nicht wie die Götter werden? Die Desinformation regiert Durch Lügen wird der Geist verwirrt Auf allen Kanälen das Volk verdummt Der Schrei der Seele fast verstummt. Abgelenkt durch Brot und Spiele Suhlen sie sich im Massengewühle Unterwerfen sich brav allen Denkverboten Mutieren dabei zu lebenden Toten Finden den Weg zu den Wurzeln nicht mehr Und setzen sich nicht mehr dagegen zur Wehr Die Herzen erkalten und werden zu Stein Wenn ich euch so sehe, dann könnte ich schrei’n: Spürt ihr denn die Schmerzen nicht, wenn sie euch von den Wurzeln trennen? Dürstet es euch denn nicht nach Licht Fühlt ihr kein Feuer in euch brennen? Ist es denn euer Lebenssinn Gebückt zu kriechen an der Erden Strebt ihr denn nicht zur Sonne hin Wollt ihr nicht wie die Götter werden? Am Horizont steigt Licht herauf Ihr Schlafenden, wacht endlich auf! Kommt mit uns, nach dem Quell zu suchen Und mag die Welt uns auch verfluchen: Anstatt im Dumpfsinn zu erblinden Woll’n wir den Weg zum Lichte finden Das, wenn es erst hat die Herzen berührt Aus geistesfinstrer Nacht heraus führt Vergehen wird endlich der tiefe Schmerz Für den, der die Strahlen läßt in sein Herz Folgt nicht mehr dem Geschwätz übler Wichte Und suchet den Weg zum inneren Lichte Dann spürt auch ihr das Blatt sich wenden Euch mit den Wurzeln neu verbinden Herrschaft der Lügen, sie wird enden Das Volk die Freiheit wiederfinden Der Sonne Streiter stehn zusammen In diesem schweren Geisteskrieg Hell lodern ihre Herzensflammen - Glück Auf! Es naht der Sonne Sieg! |