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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: seelenmalerei
vampiria-noireZersprungen

Melodien im Innern zur Stille zersprungen.
Gleißendes Feuer verbrennt mich mit aller Macht.
Mein Lied verstummt, nichts hört man mehr singen,
Wenn der Tag versiegt und der Geist der Nacht
Seinen frostigen Atem durch meine Adern schickt.
Mein Zittern lässt mich gefrieren in dieser Kälte Gesicht.
Am Himmel der Mond mich trauernd anblickt
Als wolle er sagen, Kind, fürchte dich nicht.
Doch Angst verbreitet sich im ganzen Raum
Mein Kopf hält diesem Druck schwer stand.
Ein Schmerz erdrückt mich, ich ertrage es kaum.
Meine Schreie zerschellen zu Staub an der Wand.
Scherben meiner selbst liegen dort am Grund,
Ruinen erwachsen im Zimmer aus Glas.
Das Fenster wird zu einem düsteren Schlund.
Mich wehrend werde ich der Dunkelheit Fraß.
vampiria-noireZeit (Erwachen)

Die Stimme der Nacht besingt sanft die kahle Stille.
Tränen versickern im Tal der sinnlichen Schmerzen.
In der Tiefe des Seelenozeans treibt gelähmter Wille.
Spuren im Sand der Zeit tief vergraben im Herzen.
Ein Traum malt unruhig Furchen ins Seelenkleid.
Eine bittersüße Träne gefriert zu Staub im Winterdunst.
Der hohle Glanz der Trauerwelt besiegelt sonderbare Weisheit.
Frostig warm und schaurig schön der Klang düsterer Kunst.
Ein Weg, der nur zu Ende begangen Grausamkeit verklärt.
Aus dem Angesicht erstickter Gefühlsaufruhr blickt verborgen das Kind.
Endzeit wird zum Erwachen einer Wahrheit, die Hoffnung gewährt.
Im Geiste- kühl und leicht- verewigt sich neuer Lebenswind.
vampiria-noireVision

Wasser erzittert wie Espenlaub.
Die Zeit zerfällt zu Engelsstaub.
Der Wind malt sanfte Kreise.
Der Regen tröpfelt leise.
Der Mond sich silbern regt,
sich wiegend im See bewegt.
Traumhaft leicht schwebt das Licht,
im Wasser sein Schein sich bricht.
Atemberaubend klar die Nacht.
So hat mein Traum das Bild gemacht.
vampiria-noireStumm

Eine seltsame Kraft lenkt meinen Willen,
will meinen Durst nach Liebe stillen.
Wahn im Angesicht meines Verlangens steht,
mein zartes Gemüt um Nähe fleht.
Doch niemand erhört meine stummen Schreie,
so sehr hoffend, dass man mich befreie
von meiner Qual, aus meiner Not.
Aber mich hört keiner mehr - ich bin schon tot.
vampiria-noireTod

In später Stunde gefallen,
der Schwarze Reiter naht heran.
Ein Vogel schlägt fest seine Krallen
in sein Opfer - das Werk ist getan.
Sich windend, sich wehrend, doch... vorbei.
Der Hauch des Todes hat dich geküsst.
Ein Leben auf Verderb & Gedeih.
Nun spüre, wie vergänglich es ist.
vampiria-noireSpielmann

Spielmann, ich hörte Dein tragisch´ Lied.
Es singt mir von Krieg und Verfall.
Immer wenn dieser vorüberzieht
Erklingt laut der klagende Schall.
Ein Lied als Zeugnis von Teufel und Hass.
Eine Ode an der Welten Brand.
Schlägt heraus den Boden aus dem Fass.
Die Gesänge versickern im Sand...
vampiria-noireSeelenvampir

Ich verlor mich in Deinen Augen, entfesselt, gefangen.
Ein Blick, ein Taumeln, endloses Verlangen.
Ich sah nicht genau hin, vergaß, es zu suchen.
Unendlich die Lust, zu spät kam das Rufen.
Ein Schrei meiner Seele, nach dem Teil, der entschwand.
Herausgesaugt wie Blut, war es das, was und verband?
Nicht Liebe, nur Schmerz hattest Du mir zu geben.
Stahlst mir meine Hoffnung, meine Vertrauen, mein Leben.
War willenlos und bereit, ich ließ Dich gewähren.
Übergab Dir mein Seelenblut, es sollte Dich nähren.
Ich genoss das Gefühl, mich völlig zu verschenken.
So gab ich mich hin, völlig nackt, ließ mich lenken.
Die Macht Deiner Gier zwang mich liebevoll nieder.
Haltlos, schreiend, sich wehrend, immer wieder.
Doch zärtliche Klauen machten mich sanft glauben,
Du hieltest mich fest, um nicht zu erlauben,
mich fallen zu lassen, zu lösen den Griff.
Ich wollt´ es nicht sehen, unser sinkendes Schiff.
Einem Vampir verfallen, mein Wille war gebrochen.
Seine hungrigen Zähne ins Herz mir gestochen.
Stillte so sein Verlangen, betäubte seine Pein.
Zurück blieb nur Leere, drang tief in mein Sein.
vampiria-noireSchmerz

Ich kenne dich, Angst, man nennt dich Liebe.
Du schenktest mir ein Kind, so traurig und rein.
Es trägt den Namen " Sehnsucht ", ist Frucht meiner Triebe.
Wie kann etwas so Pures so qualvoll doch sein?
So schmerzlich & schwer, doch wunderbar zugleich,
habe ich diese Macht stets blind verkannt.
Doch nun, da ich sie spüre, bin ich so reich.
So unzerbrechlich fest ist jetzt schon das Band.
Die Sehnsucht erwächst & reift heran,
wird größer noch und erfüllt mich mit Pein.
So schön doch das Leiden - ich flehe es an.
Sei immer da, Schmerz, ich kann sonst nicht sein.
vampiria-noireSchlacht

Der Krieger kehrt Heim aus gewonnener Schlacht,
läuft freudig durch´ s Tal bei tiefer Nacht.
Erreicht dann sein liebgewonnenes Haus.
Kein Licht mehr dort brennt, die Laternen sind aus.

" Ach, ist´ s auch schon spät, die Liebste wohl ruht."
Beruhigt er sich rasch, nimmt ab seinen Hut.
Knarrend die Tür gibt den Blick ihm nun frei
ins Innere der Hütte - ein gellender Schrei...

Im Bette der Liebsten Körper ganz weiß.
Ihr Antlitz einst warm, doch nun kalt wie Eis.
Wo stets ihre Augen so lebendig & schön,
nun starrt ihn der Tod an,, was ist ihr geschehen?

Der Krieger hebt auf ihren leblosen Leib.
Er trauert & kauert ganz nah seinem Weib.
Die Frucht nahm sie mit - im Todeskampf gezwungen.
Das reifende Kind, der Liebe entsprungen.

Nun wird es nie wissen um der Erde Licht.
Der Vater am Bette zusammenbricht.
Ein letztes Mal noch ihren vollen Mund küssen,
doch nie mehr ihre Lippen ihn freudig begrüßen.

Will einmal noch sagen: " Ich liebe dich sehr."
Aber die Augen der Frau sind tot & leer.
Die Schlacht des Kriegers im Felde gewonnen.
Das Glück seiner Liebe soeben zerronnen.

Sie kämpfte allein, er war nicht bei ihr,
sie erlag ihrer Krankheit wie ein leidendes Tier.
Sie hat ihre Schlacht ganz im Stillen verloren,
das Kind ihrer Liebe wird niemals geboren.
vampiria-noireReigen

Küss mich, hauch mir den eisigen Atem
hinein in mein Herz, ich will nicht mehr warten.
Tanze mit mir den letzen Reigen,
noch ein einziges Mal ertönen die Geigen.
Ein Lied, so schwer, so wunderbar,
all meine Träume werden heut´ wahr.
Wir tanzen & tanzen, mir dreht sich die Welt
noch einmal im Kreise, der Vorhang sanft fällt.
vampiria-noireRosengrab

Den Leib auf Dornen ganz sachte gebettet,
so hat er ihre Seele vielleicht gerettet.
Klauenartig durchbohren sie ihre zarte Haut.
Rot färbt sich das unbefleckte Kleid der Braut.
Dort liegt sie nun, ruhig & friedlich, im Blut,
im Rosenbett ihr schöner Körper sanft ruht.
Wer hat ihre Seele entrissen dem Leid?
Den irrenden Geist nun endlich befreit?
Ihr Liebster hat in dieser kalten Nacht
ganz einfach ihr Weinen zum Schweigen gebracht.
Ein süßer Trank, so rot, so schwer.
Sie kostete ihn, jetzt weint sie nicht mehr.
Er hat ihr ein Grab unter Tränen errichtet,
sich durch diesen Trank dann selbst gerichtet.
vampiria-noireMorbid

Dahin siechend und nach Nähe trachtend,
Sich dennoch jeglicher Wärme entziehend,
Gelockt und verführt durch ein Spiel,
dessen Macht darin besteht, wahre Empfindungen im Schmerz zu vereiteln.
Ein Mantel aus morbiden Phantasien legt sich um das verletzbare Gemüt.
Die Seele verbirgt leise ihr Antlitz hinter stummen Tränen,
die freudvoll geweint die Haut wie Säure verätzen.
Spuren, die sich wie Ornamente in die vergängliche Hülle brennen.
Kälte legt sich in das Herz hinein, will Wärme mir geben.
Dennoch- Schmerz lindert die Angst,
denn nur er ist mein ewiger Begleiter,
nicht fremd, sondern einem Bruder gleich.
Schmerz, dich kenne ich besser noch als meine Identität.
Du bist es, der mich lockt, verführt, mich vergessen lässt.
Erst Leiden, um geliebt zu werden.
Erst weinen, um lachen zu dürfen.
Erst sterben um leben zu können...
Hingabe setzt Abhängigkeit voraus.
Sucht, Zerstörung und Schmerzen
Eine Ästhetik des Augenblicks.
Eine Erotik der Devotion.
Wunden, tief geschlagen ins Innere der Seele.
Narben, stolz gezeigt, sich daran labend und ergötzend.
Immer weiter die Grenzen überschreitend.
Sich im Angesicht des Wahns verlierend und den Willen gebrochen.
Meine Zunge hat Blut geleckt, eine süße Gefahr gewittert,
Sieht den Abgrund, der darauf wartet, mich in sich aufzunehmen,
mich zu verschlingen und zu vergelten meine Suche.
Verkommenheit und Unnahbarkeit,
Arroganz und Erhabenheit
Wie ein Bann habt ihr meine Aufmerksamkeit erregt.
Selbsttäuschung als Schutz vor Realität und Verlust
Lügengerüste als Beteuerung einer Wahrheit,
die schmerzvoller ist als der Drang, sich zu verschenken,
sich knechten und bestrafen zu lassen.
Bestrafung, um Belohnungen erst als schön zu empfinden.
Schmerz, um Liebe erst schätzen zu lernen.
vampiria-noireJenseits

Ein Dolch stößt mir zärtlich die Klinge ins Herz,
das Blut mir warm aus dem Leibe entrinnt.
Langsam & wunderbar sanft ist der Schmerz.
Ich breite die Flügel aus & rufe dich, Wind...
Mein Lächeln, so glücklich wie niemals zuvor.
So trägst du mich fort, meine Seele befreit.
Wie schön doch das Leben nun hinter dem Tor,
so fern aller Sorgen, so ganz ohne Leid.
Die Erfüllung bekommt einen tieferen Sinn.
Nicht irdisch, nicht greifbar, ruht sie in mir.
Nun erkenne ich, was ich wirklich bin,
ein Geistwesen, ein Engel, ich gehöre nur dir...
vampiria-noireFragment I

Melodien der Dunkelheit.
Klänge messerscharf - klirrend kalt.
Warm das Blut im Schnee zu Eis erstarrt
- Hört der Tanz auf, das Lied verstummt.
vampiria-noireFragment II

Das Lied nun wieder zum Leben erwacht,
Die Melodie den Puls antreibt,
beginnt der Tanz, das Blut entfacht.
Doch auch dieses Lied verstummt - irgendwann...
vampiria-noireFlüstern

Die Luft zum Schneiden dick,
eine eiskalte Hand im Genick.
Dort verharrt sie, bleiern & schwer,
der Kopf ist plötzlich ganz leer.
Eine Stimme flüstert leise
auf sonderbar groteske Weise.
Man versteht ihre Worte nicht,
doch klingt es wie ein Gedicht.
Hat man es einst vernommen,
sind sie bald da - sie kommen.
Die Hand sich enger legt
um´ s Genick, es ist zu spät.
vampiria-noireDas Messer

Ein Messer, die Klinge glänzt, der Schaft ist golden.
Hübsch anzusehen - ein Gegenstand - so unbescholten.
Kaltes Metall bricht das Kerzenlicht,
unschuldig spiegelt sich darin mein Gesicht.
Ein Antlitz, erfüllt mit Angst & Trauer,
doch dieser Zustand ist nur noch kurzer Dauer.
Das Messer, geführt mit gekonnter Hand -
noch einmal schnell den Muskel angespannt.
Ein kurzer Schnitt - die Wärme kehrt zurück.
In der Klinge Spiegel ruht nun ein ruhiger Blick.
Noch einmal, so verlockend ist der Schritt,
vollführt das Messer den nächsten Schnitt.
vampiria-noireAugen auf

Das Laken so rein, das Kissen so weich.
Du streichelst mich sanft - einer Feder gleich.
Ich spüre dich, ja, ich weiß, du bist hier.
Dein warmer Hauch bewegt etwas in mir...
Nie da gewesene Sehnsucht, dich endlich zu sehen,
die Augen zu öffnen & mit dir zu gehen.
Doch weiß ich, schau ich dich an, ist es vorbei.
Seh´ ich dich, gibst du mich nie wieder frei.
Die Verlockung ist zu groß, ich will dich anschauen,
will sehen, was mich hält mit eisernen Klauen,
wer mich verführt, ihm zu verfallen.
Du lockst mich, du weißt, es wird mir gefallen...
Ich öffne die Augen, du bist wunderschön & rein.
Nimm mich mit, ich will auf ewig bei dir sein.
vampiria-noireZeilen an die Liebe

Schmerz zu kultivieren, ja, darin sind wir alle gut, Liebe hingegen zu bewahren scheint wie ein Verzweiflungsakt, ein wonniges Gefühl zu erschaffen, dessen Haupteigenschaft darin besteht, wieder bloß den Schmerz zu vermehren, nachdem dieser doch erst so fern erschien- fast unreal.
So schließt sich ein uralter Kreis in formvollendeter Schönheit, der im Innern zerbröckelt wie altes Gestein.
Verkanntes Wort- Liebe- sollst niemals wissen um Deine Zerbrechlichkeit, Deine Maßlosigkeit und Deinen unsäglichen Blendungswert. Du schlägst mir fest Deine Klauen in den Schädel, umgarnst mich und lockst mich mit süßen Versprechen, stiehlst Dich nachts in meine Träume und bringst mich dazu, meine Seele zu opfern.
Doch alles was ich sehe, ist Lüge.
Ich will es dir nicht sagen. Denn weißt Du einmal um Deinen Schein, stirbt alle Hoffnung, stirbst Du, Liebe, weil Du erkennst, dass bloße Illusionen Dich einst erschafften, tief in mir. Und ich werde mein Lebtag nichts anderes tun, als zu glauben, dass es Dich gibt mit dem Wissen, dass Du nur ein Traum bleiben wirst.
vampiria-noireBleib

Nebelschwaden schwer in der Luft,
feuchter Waldboden - die Dämmerung ruft.
Der junge Reiter sattelt das Pferd,
edel es ihm den Kopf zukehrt.
Einen letzten Blick der Liebsten er schenkt.
Die Schöne voller Trauer ihr Haupt nieder senkt.

Er ist bereit, er muss nun fort,
verlassen diesen verwunschenen Ort.
Die Schöne im Schutze der Bäume fleht:
" Liebster, bleib doch, ohne dich alles vergeht."
Er schwingt sich auf´s Ross, ohne Blick zurück.
Es zerreißt ihm die Brust, doch so will´s das Geschick.

Wenn die Sonne am Morgen ihr Licht dann bringt,
die Schöne ganz langsam zur Erde sinkt.
Ihr Wesen sich wandelt - keines Menschen Gestalt.
Mit Tagesanbruch dann ein Fluch mit Gewalt
sich ihrer Schönheit bemächtigt, dazu auserkoren,
sich bei Tage zu verstecken, so ward sie geboren.

Der Anblick brächte den Liebsten zum Weinen.
Ein Fluch, so grausam - kein Weg, sich zu einen.
Ein teuflisches Werk nur so schrecklich kann sein,
die Schöne zu knechten, für immer allein.
Der Jüngling verlässt sie, er hat keine Wahl.
Einen Geist zu lieben birgt unendliche Qual.
vampiria-noireWillenlos

Ich falle, sinke, ertrinke, ersticke
im tiefen Ozean deiner mächtigen Blicke.
Du fesselst, knebelst, beherrschst mich so sehr,
machst mich verrückt, mein Kopf ist so leer.
Du ziehst mich fest an dich, vergreifst dich an mir.
Nimmst mich mit Leidenschaft, ich spüre deine Gier,
die sich regt, da ich so wehrlos bin.
Mein Wille in deinen Armen schwindet dahin.
vampiria-noireWehrlos

Des Schmerzes Stille in einsamer Nacht.
Bittersüßes Verlangen die Leere füllt.
Mein Körper sich windet, genießt diese Macht,
die mich besitzt & in tiefste Sehnsucht hüllt.
Todesangst, sich in dir zu verlieren,
treibt die Seele zum stillen Weinen.
Ich krieche am Boden auf allen Vieren,
so will ich dich halten, mich mit dir einen.
vampiria-noireWarum

Wie schön doch unsre Zeit,
doch leider viel zu kurz.
Jeder Augenblick zu Zweit...
Was bleibt ist nur ein Schmerz.

Naives Herz in meiner Brust,
du hast noch immer diesen Traum.
Es denkt an Dich & spürt die Lust,
doch besser, ich halte es im Zaum.

Wohin mit mir, mit all der Last?
Meine Seele will nur zu Dir.
Nun ist sie gefangen unter all dem Ballst,
mein Liebster, warum bist Du nicht hier?

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