| TaxiM | [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1216618#post1216618]Benthos[/URL] [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1190676#post1190676]Schach (Eine Erzählung)[/URL] [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1185457#post1185457]Der Punkt[/URL] [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1170652#post1170652]Inkompatibel[/URL] [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1164576#post1164576]Die Wolken[/URL] [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1164579#post1164579]Hangar Vier[/URL] [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1165599#post1165599]Projekt Genesis: Endoparasit[/URL] [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1164581#post1164581]Zeitreise[/URL] [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1164583#post1164583]Kerzenlicht[/URL] [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1164587#post1164587]Worte für die Ewigkeit[/URL] [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1164588#post1164588]Genetisches Material[/URL] [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1164589#post1164589]Freier Fall[/URL] [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1164592#post1164592]Seelenfraß[/URL] [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1164597#post1164597]Geisterbahn[/URL] [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1164602#post1164602]Mein Richter[/URL] [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1164607#post1164607]Suche ohne Sinn (S.O.S.)[/URL] [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1164611#post1164611]Menschenkind[/URL] |
| TaxiM | Die Wolken Wo ihr Junges im Sande hilflos krepiert Die Mutter mit achten weiter marschiert Wo Spinne sich listig im Erdreich verscharrt Ein silberner Rücken den Frieden bewahrt Wo rastlose Seelen stillschweigend leiden Sicherheitsmaßnahmen den Terror vermeiden Wo Freundschaft und Liebe dem Rassenhass weichen Staatsoberhäupter die Hände sich reichen Hier blick ich nach oben in´s Himmelblau Sehe die Wolken in weiß und in grau Lautstark brechen die Dunklen das Licht Nein, selbst die Wolken vertragen sich nicht (C) 2005 Taxim |
| TaxiM | Hangar Vier In der ewigen Nacht Des Weltenraums Schwebt ein Käfig Aus kaltem Stahl Da ist keine Tür Durch die Du kamst Du bist einfach hier [i]Ungefragt[/i] Die völlige Stille Gleich schwarzem Matsch Nichts durchdringt sie Beklommenes Gefühl Sehr schwere Luft Elektrisiert die Lungen Es pocht Dein Herz Schweiß auf der Stirn Du gehst nur langsam Mit Schuhen aus Beton Getrieben von nichts Weißt nicht wohin Da ist ein Raumschiff Neben dem Lift Er öffnet sich Nichts ist zu sehen Aus dem toten Winkel Schießt er hervor Sein Antlitz silbern Entschlossen sein Gang Er kommt näher Hält auf Dich zu Du bist versteinert Kannst Dich nicht rühren Schläge prallen ab Von seiner Brust Ein Schritt noch Du stoppst ihn nicht Da ist eine Brille Die Augen verhüllt Sie reflektiert Dich [i]Gnadenlos[/i] Und keine Seele War vor Dir hier Du bist allein Im Hangar Vier (C) 2005 Taxim |
| TaxiM | Zeitreise Am Anfang, zwei Noten hast du nur - Passend zur bevorstehenden Tortur Spiel sie hart und spiel sie weich - Das Resultat ist immer gleich Zeit vergeht, du siehst dich um - Drei Noten hast du, eine stumm Die Mitte spielen sei zu gewagt - Jemand hat dir dies einmal gesagt Zeit vergeht, du blickst zurück - Vier Noten umfaßt dein letztes Stück Die Mitte hast du integriert - Um sie einjeder Ton gefriert Am Ende, fünf Noten spielst du leise - Doch nur zwei nimmst du mit auf deine Reise Tief eingeschlossen in dein Herz - Begleiten wird dich nur noch Scmerz [i]In die Ewigkeit![/i] (C) 2004 Taxim |
| TaxiM | Kerzenlicht Dunkel ist´s in meinem Herz Mein Streichholz Stille bricht Tief in diesem grellen Schmerz Erkenne ich mich selber nicht Dunkel ist´s in Deinem Herz Dein Streichholz Stille bricht Tief in diesem grellen Schmerz Erkennst Du Dich selber nicht Dunkel ist´s in diesem Raum Im Winde flackert Kerzenlicht Tief in diesem hellen Traum Erkennen wir einander nicht (C) 2005 Taxim |
| TaxiM | Worte für die Ewigkeit Da gehst Du nun, von jetzt auf gleich Zurück bleib ich, im Schattenreich Ich kann Dich sehen, zu jeder Zeit Und doch - Dein Pfad, er ist so weit Denn dort zu gehen, es braucht viel Kraft Zu steil, ich hab es nicht geschafft Warum getrennt? Ich weiß es nicht Ich bleib im Schatten, geh Du in´s Licht Da bin ich nun, für mich allein Das Licht ist aus - Es muß so sein Doch halt! Sieh da, dort ist ein Schimmer Vielleicht scheint dieses Licht... für immer? Ich krauche hin, auf Knien und Händen Gefühl der Sehnsucht, wird´s nun enden? Es tut mir gut, das warme Licht Doch zu Haus, das bin ich nicht Da blick ich nun, zum letzten Mal Dir hinterher, und spür die Qual Dort links und rechts, am Wegesrand Das Schicksal greift - Mit starker Hand Es zuckt in mir, die Seele schreit! Ich kann nichts tun, bist schon zu weit Was wird nur sein, wenn irgendwann Dein Weg zu End - Wer wartet dann? (C) 1999 Taxim |
| TaxiM | GENETISCHES MATERIAL Genetisch manipuliert Versuchsobjekt rebelliert Die Forscher sind irritiert Alarm, Objekt kollabiert [i]Alarm, Objekt kollabiert![/i] Option B selektiert Den Oberarzt konsultiert Objekt hat nicht reagiert In der Option geirrt [i]In der Option geirrt![/i] (C) 2000 Taxim |
| TaxiM | Freier Fall Flieg hoch... und du wirst tief fallen Flieg nicht hoch... und du wirst noch viel tiefer fallen Halt dich fest an deinem Glauben... und du wirst in´s Unendliche fallen Schrei nur um Hilfe - Es wird niemand da sein! Warte doch auf den Tod - Du wirst wiedergeboren werden! [i]Laß los, Mensch - Laß endlich los![/i] (C) 2001 Taxim |
| TaxiM | Seelenfraß Da wären wir also wieder. Zurück in dem Zustand, der keiner ist. Die völlige geistige Verwarlosung. Ich schreibe wieder. Meine Seele ist manchmal ein Buch, das sich öffnet, doch lesen tut niemand darin. Bücher mit Bildern sind beliebter. Zu verwirrend meine Worte und zu fragend mein Blick. Und doch fragt er nicht nur, er gibt auch Antworten. Antworten auf das, was in mir geschieht. Ich kann es sehen, doch erkenne ich den Menschen dort im Spiegel nicht mehr. Noch nie war sein Blick so starr und leer. Noch nie war sein Gesichtsausdruck so leblos. Das Leben entweicht. [i]Eines wird mir immer klarer, ich war schon zu Lebzeiten tot.[/i] Tod durch dieses Leben. Tod durch Menschen. Doch es ist eine andere Art des Todes, nicht absolut. Es ist der schrecklichste Tod, den man sich vorstellen kann. Meine Seele scheint zu sterben. Sich aufzugeben. Mein Umfeld versucht, mich zu motivieren, doch es ist zu spät. Eine Seele belebt man nicht durch Elektroschocks wieder. Denn meine Seele wird gefressen. Es verschwinden die Fetzen im ewigen Nichts. Diese Teile von mir werden nie zurückkehren. [i]Seelenfraß.[/i] Ich bin nicht mehr der, der ich war. Doch nicht erst seit gestern! Genommen wurden mir alle Illusionen schon als mein Geist sich lichtete. Das erste, was ich zu sehen bekam, war das Chaos. Zu früh. Zu früh habe ich das Chaos gesehen, als daß man meine Seele noch retten könnte. Hat es dich einmal, ist der Prozeß des Fraßes nicht mehr aufzuhalten. Denn es holt dich ein. Immer wieder! Wie ein Hai schnappt es nach dir, es verschlingt dich Stück für Stück. Sehr langsam. Du kannst deinen eigenen Tod mitverfolgen. [i]Aber nicht aufhalten.[/i] Ich sah das Chaos und nun spiegele ich es. Denn nichts sonst wurde mir entgegengebracht. Ich kenne nichts anderes. Und nun - angefüllt mit Leid, versucht es mich endgültig zu töten. Es heuchelt Liebe. Nach was würde ich mich sonst sehnen? Endstation? Noch nie ist es mir so nahe getreten. Bald kann es mich verschlingen. Wovor fürchte ich mich noch? Warum erschrecke ich vor unbekannten Geräuschen? Was habe ich noch zu verlieren? Aus Angst vor dem, was sich in der Dunkelheit verbirgt, wurde Leidenschaft. Aus Angst vor dem Tod wird... [i]wird was?[/i] (C) 1998 Taxim |
| TaxiM | Geisterbahn Auf geraden Schien durchfahr ich Die Geisterbahn in das Licht Doch Fortbewegung... fühl ich nicht Einsam blicke ich zurück Für einen kurzen Augenblick Im Dunkel kurzweil´ges Glück Und plötzlich wird alles hell Mein Wagen fährt viel zu schnell Das andere Licht brennt zu grell Unlängst hatte ich´s erkannt Mich selbst in´s Dunkel verbannt Und´s doch beim Namen genannt Auf geraden Schien fahr ich nun fort Hin zu diesem noch viel helleren Ort Dem Ort, wo die Erlösung sei Dem Ort, wo ich nur kurz verweil Der mich zurück - An den Anfang versetzt Ich hoffe - Mein nächster Körper wird nie verletzt (C) 2003 Taxim |
| TaxiM | Mein Richter Ich renne durch den Korridor und pralle gegen schwarze Wände Ich wate durch das tiefe Moor und spüre starke Knochenhände Kein Mensch, der mich liebt Kein Drache, der noch fliegt Kein Nebel, der sich lichtet Kein Schöpfer, der mich richtet Ich renne durch den weiten Raum und werde dabei schwer verletzt Ich stapfe durch den Sand der Zeit und bin allein hier ausgesetzt Kein Mensch, der mich liebt Kein Drache, der noch fliegt Nur Geist, der sich lichtet Nur Willkür, die mich richtet (C) 2005 Taxim & Nyctea scandiaca |
| TaxiM | Suche ohne Sinn (S.O.S.) Ein innerer Trieb sagt mir "Lebe", doch ich kann es nicht. Mein Lebenstrieb quält mich. Ich suche, und ich weiß nicht was. Ich suche, und ich finde nichts. Ich liebe, und ich suche Liebe, doch ich finde sie nicht. Ich hasse, und wie ich hasse, doch ich bewege nichts. Ich bin jemand, irgendjemand, und ich bedeute nichts. Da ist immer dieses Nichts, Nichts. Mein Tod? Er bedeuted nichts. Warum mein Charakter und diese Existenz? Wer? Schickt mich auf eine Suche ohne Sinn? Mein Horizont ist zu begrenzt. Doch, ich will über ihn hinaus, Ich will diese Grenzen brechen, das mir nicht bekannte finden, doch, Die Suche ohne Sinn macht mich müd. Ich bin sehr müde geworden, diese Reise scheint mir eine Ewigkeit. Ich habe Kopfschmerzen vom vielen Denken, eine Einsicht ist mir nicht vergönnt. Wohin? Es wird ohne mich weitergehen. Ich suche Hilfe und Antworten. Ich bin allein. Ich kann nur warten, oder verlieren. Das Ende. Gibt es das Ende? Gekürzte Fassung (C) 1997 Taxim |
| TaxiM | Menschenkind Die Überheblicheit, ein Zeichen unsrer Zeit, Selbstsucht überall, zeugt von unserem Zerfall. Früh lernen wir zu lügen, alle Menschen zu betrügen, die Warheit unbekannt, aus dem Gedächtnis längst verbannt. Es ist die Ignoranz, geboren durch die Arroganz, die uns macht zu was wir sind, Fleisch und Blut, ein Menschenkind. Verbittert ist das Herz, verkümmert längst durch Hass und Schmerz, bittersüsse Pein, ein Jeder lebt mit ihr allein. Der Wunsch nach Zweisamkeit, zerstört durch unsre Eitelkeit, die Suche nach dem Glück, es gibt kein Vor und kein Zurück. Es ist die Ignoranz, geboren durch die Arroganz, die uns macht zu was wir sind, Fleisch und Blut, ein Menschenkind. (C) 2005 NaguN für Taxim (Songtext) |
| TaxiM | Projekt Genesis: Endoparasit Freiwild schwebt durch Raum und Zeit Geführt von unsichtbarer Hand Energie aus dunkelster Vergangenheit Tief in eines Menschen Körper verbannt Vom Leiter unendlich lang geschunden So wird das Opfer nun zum Täter Ganz fest mit der Plazenta verbunden Wird er laut schreien bald in den Äther Doch Schreie verhallen hier im Labor Und niemand weiß wie es geschieht Aus den tiefsten Tiefen tritt er hevor Er, sein ganz eigener Endoparasit (C) 2005 Taxim |
| TaxiM | Inkompatibel Du schaust ganz tief in meine Augen Und siehst nur das, was Raum einnimmt Du flüsterst schöne Worte in mein Ohr Und willst nur das, was Dich erfüllt Ich habe [i]Angst[/i]. Und Du? Du weinst viele Tränen hier vor mir Und lebst nur das, was Dich verändert Du schreist nach mir aus weiter Ferne Und gibst nur das, was mich zerstört Ich fühle [i]Hass[/i]. Und Du? [i]UND DU?[/i] Du sagst zu mir, daß Du mich liebst Und weißt nicht einmal, wovon Du sprichst (C) 2005 Taxim |
| TaxiM | Der Punkt Du fragst Dich nach dem Sinn denn Du weißt nicht wo Du stehst Du stehst auf jenem Punkt auf dem alles existiert Du bist unsichtbar für sie denn Du bist gar nicht präsent Der Raum wird immer kleiner und auch Zeit scheint relativ Du siehst manchmal die Schatten denn es liegt kein Fehler vor Das Uhrwerk läuft voran und die Bombe tickt und tickt (C) 2005 Taxim |
| TaxiM | Schach Es ist schon die dritte schwere Glastür, die ich öffne. Mühsam. Gott, wie oft habe ich diese langen, weißen Korridore in diesem kurzen Leben schon gesehen, ihre Sterilität und Kälte gehasst. Selbst das Sonnenlicht, das am hinteren Ende durch das ungeputzte Fenster hereinscheint und den Staub in der Luft sichtbar macht, ertrage ich nicht. Wieder blicke ich in viele fremde Gesichter, die mir auf eine gewisse Art und Weise jedoch vertraut erscheinen. Manche hier gehen ziemlich langsam - in etwa so langsam wie ich -, manche hinken. Einer geht überhaupt nicht. Doch was ist dieser Anblick schon... Damals, als die Sirenen heulten und sie mit ihm in einen Luftschutzkeller floh, sah es hier sicher viel schlimmer aus. Damals... Viele Gedanken schießen mir durch den Kopf; ich möchte noch nicht zu ihm. Rechts von mir entdecke ich eine Sitzgelegenheit, die mich förmlich anzieht. So setze ich mich und lege den dunkelbraunen Holzkasten, den ich mit mir gebracht habe, neben mir ab. "Endstation", lächle ich in mich hinein. Es ist nichts neues für ihn, auf einem Zimmer zu liegen, das ihm nicht gehört. Mit dem Unterschied, daß dieses Zimmer hell ist. In dem Dunklen lehrte er mich einst das Schach spielen, wenn er wach war. Ich weiß nicht einmal mehr, ob wir jemals eine ganze Partie gespielt hatten; ich war doch immer so aufgelöst vor Freude, bei ihm sein zu dürfen. Ab und zu, kurz bevor er das Zimmer verließ, um sich etwas zu trinken zu holen, zog er die grünen Vorhänge zurück und öffnete das Fenster. Er rauchte viel, aber das störte mich nicht. Genauso wenig, wie die Dunkelheit. Sie hatte doch irgendwie etwas gemütliches und daß er ständig im Bett lag, fiel mir überhaupt nicht auf. Plötzlich geht hastig ein Mann an mir vorbei und reißt mich aus meinen Gedanken heraus. Ich blicke ihm nach... Nein, er geht woanders hin. Immer noch druckse ich, habe ich ihn doch schließlich seit 13 Jahren nicht mehr gesehen. Auf der anderen Seite freue ich mich, denn heute soll sich das erfüllen, was ich mir all die ganzen Jahre über so gewünscht habe. Und es ist die letzte Chance. So hole ich noch einmal tief Luft, nehme den Holzkasten wieder an mich und gehe, nun etwas schneller, in Richtung seines Zimmers. Das Schild wird immer größer, "Zimmer 48". Ja, das ist es. Ich muß die Tür nicht öffnen; ein älterer Herr in grauem Bademantel kommt heraus und grüßt mich leise. Ich nicke ihm freundlich zu und betrete mit einem mulmigen Gefühl das große, weiße Zimmer. "Kumpel", höre ich eine mir wohlbekannte Stimme freudig rufen. Ich blicke mich um... Bis ich das einzige strahlende Gesicht hier entdecke und von Sekunde zu Sekunde mehr wiedererkenne. "Kumpel", rufe auch ich und lache. Ich lache Tränen... Er lacht nur. Eine lange, innige Umarmung. Dann zücke ich den Holzkasten - er weiß nicht, was ich vorhabe. "Ohne das kommst Du mir nicht davon", sage ich zu ihm, woraufhin er noch lauter lacht. Schach. Unter breitem Grinsen baue ich die Figuren auf, zunächst falsch. Weiße Dame auf schwarzem Feld. "Da ist aber nicht viel hängengeblieben", scherzt der Mann, der schon alle fünf Kontinente bereist hatte. Viel hat er von der Welt gesehen, doch dies war alles vor dem Drama in Berlin. "Wart´s ab", brummle ich nur und strecke ihm die Fäuste entgegen. Er spielt Weiß. Ich meine, er hätte damals immer Schwarz gespielt... Unspektakuläre Eröffnung, klare Antwort. Wir beide kommen mit den Springern heraus, alles logische Züge. Ob ich ihn auf Berlin ansprechen soll? Zu spät, er zieht die Dame vor und ich muß mich wieder konzentrieren. Etwas ist anders, kein Qualm zwischen uns. Ich bin irritiert, verliere die ersten Figuren. "Wie geht es meinem Schwesterherz?", fragt er. "Gut", antworte ich nur, "Gut". Wenige Züge später ist mein König auch schon festgenagelt. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. "Du hast da etwas übersehen". Er stellt seine Dame vor meinen König; sie ist gedeckt, ich kann nicht mehr ziehen. Matt. Erleichtert schaue ich in sein Gesicht. Noch so viele Fragen... Was hast Du erlebt - in der Karibik, in Afrika? Und hast Du sie wirklich geschlagen? Aber ich gebe ihm einfach nur die Hand. So, wie ich einem Kumpel die Hand gebe. "Du gehst als Sieger", sage ich zu ihm... In meinen Gedanken. Dann schalte ich ab. (C) 2005 Taxim |
| TaxiM | Benthos Sonne durchflutet die obere Schicht - Pelagial, das Benthal nicht. [i]Denn wir sind ein blaues Meer, in das man Wasserbomben warf.[/i] Strände beschützen den kleinen Geist - Illusionär, Ein Teil vereist. [i]Denn wir sind Ertrinkende, an die man sich nicht klammern darf.[/i] (C) 2005 Taxim |