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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: Projekt Genesis
TaxiM[URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1216618#post1216618]Benthos[/URL]

[URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1190676#post1190676]Schach (Eine Erzählung)[/URL]

[URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1185457#post1185457]Der Punkt[/URL]

[URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1170652#post1170652]Inkompatibel[/URL]

[URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1164576#post1164576]Die Wolken[/URL]

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[URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1164597#post1164597]Geisterbahn[/URL]

[URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1164602#post1164602]Mein Richter[/URL]

[URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1164607#post1164607]Suche ohne Sinn (S.O.S.)[/URL]

[URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1164611#post1164611]Menschenkind[/URL]
TaxiMDie Wolken


Wo ihr Junges im Sande hilflos krepiert
Die Mutter mit achten weiter marschiert
Wo Spinne sich listig im Erdreich verscharrt
Ein silberner Rücken den Frieden bewahrt

Wo rastlose Seelen stillschweigend leiden
Sicherheitsmaßnahmen den Terror vermeiden
Wo Freundschaft und Liebe dem Rassenhass weichen
Staatsoberhäupter die Hände sich reichen

Hier blick ich nach oben in´s Himmelblau
Sehe die Wolken in weiß und in grau
Lautstark brechen die Dunklen das Licht
Nein, selbst die Wolken vertragen sich nicht



(C) 2005 Taxim
TaxiMHangar Vier


In der ewigen Nacht
Des Weltenraums
Schwebt ein Käfig
Aus kaltem Stahl

Da ist keine Tür
Durch die Du kamst
Du bist einfach hier
[i]Ungefragt[/i]

Die völlige Stille
Gleich schwarzem Matsch
Nichts durchdringt sie
Beklommenes Gefühl

Sehr schwere Luft
Elektrisiert die Lungen
Es pocht Dein Herz
Schweiß auf der Stirn

Du gehst nur langsam
Mit Schuhen aus Beton
Getrieben von nichts
Weißt nicht wohin

Da ist ein Raumschiff
Neben dem Lift
Er öffnet sich
Nichts ist zu sehen

Aus dem toten Winkel
Schießt er hervor
Sein Antlitz silbern
Entschlossen sein Gang

Er kommt näher
Hält auf Dich zu
Du bist versteinert
Kannst Dich nicht rühren

Schläge prallen ab
Von seiner Brust
Ein Schritt noch
Du stoppst ihn nicht

Da ist eine Brille
Die Augen verhüllt
Sie reflektiert Dich
[i]Gnadenlos[/i]

Und keine Seele
War vor Dir hier
Du bist allein
Im Hangar Vier



(C) 2005 Taxim
TaxiMZeitreise


Am Anfang, zwei Noten hast du nur -
Passend zur bevorstehenden Tortur
Spiel sie hart und spiel sie weich -
Das Resultat ist immer gleich

Zeit vergeht, du siehst dich um -
Drei Noten hast du, eine stumm
Die Mitte spielen sei zu gewagt -
Jemand hat dir dies einmal gesagt

Zeit vergeht, du blickst zurück -
Vier Noten umfaßt dein letztes Stück
Die Mitte hast du integriert -
Um sie einjeder Ton gefriert

Am Ende, fünf Noten spielst du leise -
Doch nur zwei nimmst du mit auf deine Reise
Tief eingeschlossen in dein Herz -
Begleiten wird dich nur noch Scmerz

[i]In die Ewigkeit![/i]



(C) 2004 Taxim
TaxiMKerzenlicht


Dunkel ist´s in meinem Herz
Mein Streichholz Stille bricht
Tief in diesem grellen Schmerz
Erkenne ich mich selber nicht

Dunkel ist´s in Deinem Herz
Dein Streichholz Stille bricht
Tief in diesem grellen Schmerz
Erkennst Du Dich selber nicht

Dunkel ist´s in diesem Raum
Im Winde flackert Kerzenlicht
Tief in diesem hellen Traum
Erkennen wir einander nicht



(C) 2005 Taxim
TaxiMWorte für die Ewigkeit


Da gehst Du nun, von jetzt auf gleich
Zurück bleib ich, im Schattenreich
Ich kann Dich sehen, zu jeder Zeit
Und doch - Dein Pfad, er ist so weit
Denn dort zu gehen, es braucht viel Kraft
Zu steil, ich hab es nicht geschafft
Warum getrennt? Ich weiß es nicht
Ich bleib im Schatten, geh Du in´s Licht

Da bin ich nun, für mich allein
Das Licht ist aus - Es muß so sein
Doch halt! Sieh da, dort ist ein Schimmer
Vielleicht scheint dieses Licht... für immer?
Ich krauche hin, auf Knien und Händen
Gefühl der Sehnsucht, wird´s nun enden?
Es tut mir gut, das warme Licht
Doch zu Haus, das bin ich nicht

Da blick ich nun, zum letzten Mal
Dir hinterher, und spür die Qual
Dort links und rechts, am Wegesrand
Das Schicksal greift - Mit starker Hand
Es zuckt in mir, die Seele schreit!
Ich kann nichts tun, bist schon zu weit
Was wird nur sein, wenn irgendwann
Dein Weg zu End - Wer wartet dann?



(C) 1999 Taxim
TaxiMGENETISCHES MATERIAL


Genetisch manipuliert
Versuchsobjekt rebelliert
Die Forscher sind irritiert
Alarm, Objekt kollabiert

[i]Alarm, Objekt kollabiert![/i]

Option B selektiert
Den Oberarzt konsultiert
Objekt hat nicht reagiert
In der Option geirrt

[i]In der Option geirrt![/i]



(C) 2000 Taxim
TaxiMFreier Fall


Flieg hoch...
und du wirst tief fallen

Flieg nicht hoch...
und du wirst noch viel tiefer fallen

Halt dich fest an deinem Glauben...
und du wirst in´s Unendliche fallen

Schrei nur um Hilfe -
Es wird niemand da sein!

Warte doch auf den Tod -
Du wirst wiedergeboren werden!

[i]Laß los, Mensch -
Laß endlich los![/i]



(C) 2001 Taxim
TaxiMSeelenfraß


Da wären wir also wieder.
Zurück in dem Zustand, der keiner ist.
Die völlige geistige Verwarlosung.
Ich schreibe wieder.

Meine Seele ist manchmal ein Buch,
das sich öffnet,
doch lesen tut niemand darin.
Bücher mit Bildern sind beliebter.

Zu verwirrend meine Worte
und zu fragend mein Blick.
Und doch fragt er nicht nur,
er gibt auch Antworten.

Antworten auf das,
was in mir geschieht.
Ich kann es sehen,
doch erkenne ich den Menschen dort im Spiegel nicht mehr.

Noch nie war sein Blick so starr und leer.
Noch nie war sein Gesichtsausdruck so leblos.
Das Leben entweicht.


[i]Eines wird mir immer klarer,
ich war schon zu Lebzeiten tot.[/i]


Tod durch dieses Leben.
Tod durch Menschen.
Doch es ist eine andere Art des Todes,
nicht absolut.

Es ist der schrecklichste Tod,
den man sich vorstellen kann.
Meine Seele scheint zu sterben.
Sich aufzugeben.

Mein Umfeld versucht, mich zu motivieren,
doch es ist zu spät.
Eine Seele belebt man nicht durch Elektroschocks wieder.
Denn meine Seele wird gefressen.

Es verschwinden die Fetzen im ewigen Nichts.
Diese Teile von mir werden nie zurückkehren.


[i]Seelenfraß.[/i]


Ich bin nicht mehr der, der ich war.
Doch nicht erst seit gestern!
Genommen wurden mir alle Illusionen schon
als mein Geist sich lichtete.

Das erste, was ich zu sehen bekam,
war das Chaos.
Zu früh. Zu früh habe ich das Chaos gesehen,
als daß man meine Seele noch retten könnte.

Hat es dich einmal, ist der Prozeß des Fraßes
nicht mehr aufzuhalten.
Denn es holt dich ein.
Immer wieder!

Wie ein Hai schnappt es nach dir,
es verschlingt dich Stück für Stück.
Sehr langsam.
Du kannst deinen eigenen Tod mitverfolgen.


[i]Aber nicht aufhalten.[/i]


Ich sah das Chaos und nun spiegele ich es.
Denn nichts sonst wurde mir entgegengebracht.
Ich kenne nichts anderes.
Und nun - angefüllt mit Leid, versucht es mich endgültig zu töten.

Es heuchelt Liebe.
Nach was würde ich mich sonst sehnen?
Endstation?
Noch nie ist es mir so nahe getreten.

Bald kann es mich verschlingen.
Wovor fürchte ich mich noch?
Warum erschrecke ich vor unbekannten Geräuschen?
Was habe ich noch zu verlieren?

Aus Angst vor dem, was sich in der Dunkelheit verbirgt,
wurde Leidenschaft.
Aus Angst vor dem Tod wird...


[i]wird was?[/i]



(C) 1998 Taxim
TaxiMGeisterbahn


Auf geraden Schien durchfahr ich
Die Geisterbahn in das Licht
Doch Fortbewegung... fühl ich nicht

Einsam blicke ich zurück
Für einen kurzen Augenblick
Im Dunkel kurzweil´ges Glück

Und plötzlich wird alles hell
Mein Wagen fährt viel zu schnell
Das andere Licht brennt zu grell

Unlängst hatte ich´s erkannt
Mich selbst in´s Dunkel verbannt
Und´s doch beim Namen genannt

Auf geraden Schien fahr ich nun fort
Hin zu diesem noch viel helleren Ort

Dem Ort, wo die Erlösung sei
Dem Ort, wo ich nur kurz verweil

Der mich zurück -
An den Anfang versetzt

Ich hoffe -
Mein nächster Körper wird nie verletzt



(C) 2003 Taxim
TaxiMMein Richter


Ich renne durch den Korridor
und pralle gegen schwarze Wände
Ich wate durch das tiefe Moor
und spüre starke Knochenhände

Kein Mensch, der mich liebt
Kein Drache, der noch fliegt
Kein Nebel, der sich lichtet
Kein Schöpfer, der mich richtet

Ich renne durch den weiten Raum
und werde dabei schwer verletzt
Ich stapfe durch den Sand der Zeit
und bin allein hier ausgesetzt

Kein Mensch, der mich liebt
Kein Drache, der noch fliegt
Nur Geist, der sich lichtet
Nur Willkür, die mich richtet



(C) 2005 Taxim & Nyctea scandiaca
TaxiMSuche ohne Sinn (S.O.S.)


Ein innerer Trieb sagt mir "Lebe",
doch ich kann es nicht.
Mein Lebenstrieb quält mich.

Ich suche, und ich weiß nicht was.
Ich suche, und ich finde nichts.

Ich liebe, und ich suche Liebe,
doch ich finde sie nicht.
Ich hasse, und wie ich hasse,
doch ich bewege nichts.

Ich bin jemand, irgendjemand,
und ich bedeute nichts.
Da ist immer dieses Nichts,
Nichts.

Mein Tod? Er bedeuted
nichts.

Warum mein Charakter
und diese Existenz?

Wer?
Schickt mich auf eine Suche ohne Sinn?
Mein Horizont ist zu begrenzt.

Doch, ich will über ihn hinaus,
Ich will diese Grenzen brechen,
das mir nicht bekannte finden, doch,

Die Suche ohne Sinn macht mich müd.

Ich bin sehr müde geworden,
diese Reise scheint mir eine Ewigkeit.
Ich habe Kopfschmerzen vom vielen Denken,
eine Einsicht ist mir nicht vergönnt.

Wohin?
Es wird ohne mich weitergehen.

Ich suche Hilfe
und Antworten.
Ich bin allein.

Ich kann nur warten, oder verlieren.

Das Ende.
Gibt es das Ende?



Gekürzte Fassung
(C) 1997 Taxim
TaxiMMenschenkind


Die Überheblicheit,
ein Zeichen unsrer Zeit,
Selbstsucht überall,
zeugt von unserem Zerfall.

Früh lernen wir zu lügen,
alle Menschen zu betrügen,
die Warheit unbekannt,
aus dem Gedächtnis längst verbannt.

Es ist die Ignoranz,
geboren durch die Arroganz,
die uns macht zu was wir sind,
Fleisch und Blut, ein Menschenkind.

Verbittert ist das Herz,
verkümmert längst durch Hass und Schmerz,
bittersüsse Pein,
ein Jeder lebt mit ihr allein.

Der Wunsch nach Zweisamkeit,
zerstört durch unsre Eitelkeit,
die Suche nach dem Glück,
es gibt kein Vor und kein Zurück.

Es ist die Ignoranz,
geboren durch die Arroganz,
die uns macht zu was wir sind,
Fleisch und Blut, ein Menschenkind.


(C) 2005 NaguN für Taxim (Songtext)
TaxiMProjekt Genesis: Endoparasit


Freiwild schwebt durch Raum und Zeit
Geführt von unsichtbarer Hand
Energie aus dunkelster Vergangenheit
Tief in eines Menschen Körper verbannt

Vom Leiter unendlich lang geschunden
So wird das Opfer nun zum Täter
Ganz fest mit der Plazenta verbunden
Wird er laut schreien bald in den Äther

Doch Schreie verhallen hier im Labor
Und niemand weiß wie es geschieht
Aus den tiefsten Tiefen tritt er hevor
Er, sein ganz eigener Endoparasit



(C) 2005 Taxim
TaxiMInkompatibel


Du schaust ganz tief in meine Augen
Und siehst nur das, was Raum einnimmt
Du flüsterst schöne Worte in mein Ohr
Und willst nur das, was Dich erfüllt

Ich habe [i]Angst[/i]. Und Du?

Du weinst viele Tränen hier vor mir
Und lebst nur das, was Dich verändert
Du schreist nach mir aus weiter Ferne
Und gibst nur das, was mich zerstört

Ich fühle [i]Hass[/i]. Und Du?

[i]UND DU?[/i]
Du sagst zu mir, daß Du mich liebst
Und weißt nicht einmal, wovon Du sprichst



(C) 2005 Taxim
TaxiMDer Punkt


Du fragst Dich nach dem Sinn
denn Du weißt nicht wo Du stehst
Du stehst auf jenem Punkt
auf dem alles existiert

Du bist unsichtbar für sie
denn Du bist gar nicht präsent
Der Raum wird immer kleiner
und auch Zeit scheint relativ

Du siehst manchmal die Schatten
denn es liegt kein Fehler vor
Das Uhrwerk läuft voran
und die Bombe tickt und tickt



(C) 2005 Taxim
TaxiMSchach


Es ist schon die dritte schwere Glastür, die ich öffne. Mühsam.
Gott, wie oft habe ich diese langen, weißen Korridore in diesem kurzen Leben schon gesehen, ihre Sterilität und Kälte gehasst. Selbst das Sonnenlicht, das am hinteren Ende durch das ungeputzte Fenster hereinscheint und den Staub in der Luft sichtbar macht, ertrage ich nicht.

Wieder blicke ich in viele fremde Gesichter, die mir auf eine gewisse Art und Weise jedoch vertraut erscheinen.
Manche hier gehen ziemlich langsam - in etwa so langsam wie ich -, manche hinken. Einer geht überhaupt nicht.
Doch was ist dieser Anblick schon... Damals, als die Sirenen heulten und sie mit ihm in einen Luftschutzkeller floh, sah es hier sicher viel schlimmer aus.
Damals... Viele Gedanken schießen mir durch den Kopf; ich möchte noch nicht zu ihm. Rechts von mir entdecke ich eine Sitzgelegenheit, die mich förmlich anzieht. So setze ich mich und lege den dunkelbraunen Holzkasten, den ich mit mir gebracht habe, neben mir ab.
"Endstation", lächle ich in mich hinein.

Es ist nichts neues für ihn, auf einem Zimmer zu liegen, das ihm nicht gehört. Mit dem Unterschied, daß dieses Zimmer hell ist.
In dem Dunklen lehrte er mich einst das Schach spielen, wenn er wach war. Ich weiß nicht einmal mehr, ob wir jemals eine ganze Partie gespielt hatten; ich war doch immer so aufgelöst vor Freude, bei ihm sein zu dürfen.
Ab und zu, kurz bevor er das Zimmer verließ, um sich etwas zu trinken zu holen, zog er die grünen Vorhänge zurück und öffnete das Fenster.
Er rauchte viel, aber das störte mich nicht. Genauso wenig, wie die Dunkelheit. Sie hatte doch irgendwie etwas gemütliches und daß er ständig im Bett lag, fiel mir überhaupt nicht auf.

Plötzlich geht hastig ein Mann an mir vorbei und reißt mich aus meinen Gedanken heraus. Ich blicke ihm nach... Nein, er geht woanders hin.
Immer noch druckse ich, habe ich ihn doch schließlich seit 13 Jahren nicht mehr gesehen.
Auf der anderen Seite freue ich mich, denn heute soll sich das erfüllen, was ich mir all die ganzen Jahre über so gewünscht habe. Und es ist die letzte Chance.
So hole ich noch einmal tief Luft, nehme den Holzkasten wieder an mich und gehe, nun etwas schneller, in Richtung seines Zimmers.
Das Schild wird immer größer, "Zimmer 48".
Ja, das ist es.

Ich muß die Tür nicht öffnen; ein älterer Herr in grauem Bademantel kommt heraus und grüßt mich leise. Ich nicke ihm freundlich zu und betrete mit einem mulmigen Gefühl das große, weiße Zimmer.
"Kumpel", höre ich eine mir wohlbekannte Stimme freudig rufen.
Ich blicke mich um... Bis ich das einzige strahlende Gesicht hier entdecke und von Sekunde zu Sekunde mehr wiedererkenne.
"Kumpel", rufe auch ich und lache. Ich lache Tränen... Er lacht nur.

Eine lange, innige Umarmung. Dann zücke ich den Holzkasten - er weiß nicht, was ich vorhabe.
"Ohne das kommst Du mir nicht davon", sage ich zu ihm, woraufhin er noch lauter lacht.
Schach. Unter breitem Grinsen baue ich die Figuren auf, zunächst falsch. Weiße Dame auf schwarzem Feld.
"Da ist aber nicht viel hängengeblieben", scherzt der Mann, der schon alle fünf Kontinente bereist hatte. Viel hat er von der Welt gesehen, doch dies war alles vor dem Drama in Berlin.
"Wart´s ab", brummle ich nur und strecke ihm die Fäuste entgegen. Er spielt Weiß.
Ich meine, er hätte damals immer Schwarz gespielt...

Unspektakuläre Eröffnung, klare Antwort. Wir beide kommen mit den Springern heraus, alles logische Züge. Ob ich ihn auf Berlin ansprechen soll?
Zu spät, er zieht die Dame vor und ich muß mich wieder konzentrieren.
Etwas ist anders, kein Qualm zwischen uns. Ich bin irritiert, verliere die ersten Figuren.
"Wie geht es meinem Schwesterherz?", fragt er. "Gut", antworte ich nur, "Gut".
Wenige Züge später ist mein König auch schon festgenagelt. So hatte ich mir das nicht vorgestellt.
"Du hast da etwas übersehen". Er stellt seine Dame vor meinen König; sie ist gedeckt, ich kann nicht mehr ziehen. Matt.

Erleichtert schaue ich in sein Gesicht. Noch so viele Fragen... Was hast Du erlebt - in der Karibik, in Afrika? Und hast Du sie wirklich geschlagen?
Aber ich gebe ihm einfach nur die Hand. So, wie ich einem Kumpel die Hand gebe.
"Du gehst als Sieger", sage ich zu ihm... In meinen Gedanken. Dann schalte ich ab.



(C) 2005 Taxim
TaxiMBenthos


Sonne
durchflutet
die obere Schicht -

Pelagial,
das Benthal nicht.


[i]Denn wir sind ein blaues Meer,
in das man Wasserbomben warf.[/i]


Strände
beschützen
den kleinen Geist -

Illusionär,
Ein Teil vereist.


[i]Denn wir sind Ertrinkende,
an die man sich nicht klammern darf.[/i]



(C) 2005 Taxim

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