| SebG | Vom Krüppel in den Fluten Orientierungslos treibt der Krüppel in den Fluten. Wild reissen ihn die Wellen umher. Kaum findet er Halt in all dem Treiben. Unsicher blicken seine ängstlichen Äuglein auf das scheinbar unendliche Nass, dass ihm all seine Sicherheit nimmt. Ohne Vorwarnung überschwemmt eine weitere Welle seinen nackten Leib und reisst ihn mit. Eine Verzweiflung, ungleichderer, die er scheint zu kennen, entreisst ihm jeden Tropfen Hoffnung und Zuversicht. Zu schnell kommen die Wellen, als dass er seinen schutzlosen Körper vor ihnen retten kann. Noch ein weitere Welle erfasst den Krüppel, überschüttet wird er einst mehr mit Kälte. Letzte Hoffnungen scheinen zu weichen, seine haltsuchenden Hände landen im Leeren, wie stark er sich auch immer anstrengen mag. Der Krüppel in der Flut, er sehnt sich nach Liebe, die er längst fand, nach Zweisamkeit, die man ihm schon schenkte. Doch die Wellen überfallen ihn weiter, lassen nicht von seinem erschöpften Selbst ab. Er denkt, spürt, empfängt lang ersehnte Ruhe, doch lassen die unbezähmbaren Wellen ihn zweifeln, lassen ihn nicht das warme Ufer erblicken. Von Zweifeln übermannt versucht er sich treiben zu lassen, versucht er zu akzeptieren, was er nicht akzeptieren kann, findet doch keinen Moment der Klarheit. Immer noch nicht das Land in Sicht rafft er sich auf, lässt sich treiben, verliert mehr als er verlieren kann, gibt mehr als er geben kann. Immer noch nicht das Land in Sicht bricht er aus in Tränen, die das Wasser sofort schluckt, und er weiß nicht wann man ihm endlich die Ruhe schenkt, die er sich doch so sehr verdient hat... ----- Ich freue mich immer wieder über reichliche Kritik (aber auch Lob^^)! Danke. |