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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: Wolve
WolveWerde hier ein paar Kurzgeschichten & Gedichte von mir reinstellen... hoffe sie gefallen.

[B]Der Anfang[/B]
Der Abend hatte gerade erst begonnen, als Vorian schon in Richtung der Taverne schritt - wer weiß, vielleicht hätte er heute Glück und eine neue Gelegenheit würde sich ihm anbieten. Vorian Elon, ein junger Schwertkämpfer. Er ist in seinem Leben schon fiel herumgekommen. Sein Weg des Lebens führte ihn einmal auf ein Insel, 1 Monat Schifffahrt vom Festland entfernt. Seine Kleidung war Reisetauglich, ein paar Leinenhosen, ein kurzes Hemd und dazu noch sein altes, doch treues Schwert. Er setzte die Hand an der Türklinge und trat hindurch. Flüchtig sah er sich um.
Er nickte der Wirtin zu und setzte sich an den Tresen - wie immer warf er dabei flüchtig einen Blick zu der Uhr. Gerade mal die 20. Stunde hatte begonnen, doch draußen erblickte man keinen Sonnenstrahl mehr. Neben ihm gähnte jemand. Nein - nicht dieser Möchtegern, dachte sich Vorian noch als er langsam aufstand. Er hatte ihn einen Abend davor kennen gelernt und hatte ihm erzählt was für ein guter Schwertkämpfer er doch ist, wie stolz er auf seinem Meister sei und wie unverständlich es ihm war das Vorian in noch keiner Gilde war.
Mit ruhigem Schritt ging Vorian auf die Hinterräume zu, eine Frau sah über die Schulter zu ihm, einsam saß sie da an dem großen Tisch. Ihre Kleidung verriet, dass sie wohl kaum Geldsorgen hatte, überhaupt sah sie sehr gepflegt aus, eine reine Haut... Und als sie den Kopf wandte, sah man für kaum eine Sekunde ein verstümmeltes Auge, sonst wohl unter ihren Haaren verborgen. Mh. Kein Schwert an ihrer Seite und doch Kampfwunden? Eine Magierin? Das könnte interessant werden...
Mit diesen Gedanken ging er auf den Stuhl zu und deutete kurz auf ihm. "Es sei erlaubt?", sprach er mit ruhiger Stimme. Die Frau deutete mit einem sachten Nicken an, dass es wohl so wäre. Dankbar nickte Vorian und ließ sich auf den Platz nieder.
Oh, er wusste noch nicht welch interessanter Frau er begegnet war...

[i]Stunden später im Park[/i]

[i]Ihr habt mich sehr neugierig gemacht, werte Frau....[/i] Sie begegnete dem nur mit einem offenen lächeln und erwiderte leise [i]und wenn ihr weiterhin so charmant seid, werde ich euch bald in so manches einweihen... Doch nicht mehr in dieser Nacht. Ich muss mich auf meinem Rückweg machen... Ich habe diese Nacht sehr mit euch genossen, werter Herr Elon[/i]
Langsam nickte Verion, wenn auch ihm die Enttäuschung anzusehen war. Estelle nickte ihm noch mal leicht zu, und sprach noch leise zu ihm "gehabet euch wohl", ehe sie schon mit einigen arkanen Worten im Nichts verschwunden war.
Jetzt, am Tage, war er immer noch im Park und saß auf der Brüstung - er blickte gedankenverloren in den Himmel hinauf. Es kam ihm wie ein ferner Traum vor... Sie war so.. so unbeschreiblich. Ein unbeschwertes lächeln machte sich auf seinen Lippen breit. Sie teilte seine Gedanken in so vielen dingen... der Bürger Britains... der Garde... den Templern?
Anfangs wusste er nicht was in ihm gefahren war, als er ihr über seine Ansichten berichtete. Es war nur so, dass er ein Gefühl hatte, dass er ihr trauen konnte. Sie würde ihn nicht verraten. Jede einzelne ihrer Fragen übte einen besonderen reiz aus. jede einzelne machte ihn nachdenklich... Es war fast so als ob seine Antworten sowohl für ihn als auch für sie waren. Ach sie.. Estelle Barum... Sie war so schön und zart. Das Auge störte ihn nicht, nein, es ließ sie eher in seinem Ansehen wachsen. Es zeigte, dass sie kämpfen konnte. Derjenige der ihr Auge auf dem Gewissen hatte, würde sicherlich bereits seine ewige Ruhe gefunden haben. Davon war er überzeugt...
Ihre Haare... Die edle Kleidung.. Ach wenn es doch schon Nacht wäre und sie wieder in Britain... Er wollte sie soviel fragen - nur um alles über sie zu erfahren... Wohnte sie schon immer hier? War sie wirklich eine Magierin?
Jedes einzelne Detail aus ihrem leben wollte er wissen. Gier konnte er es sogar nennen - Sie war nicht wie die anderen, nein. Sie war besser. Scharfsinniger. Dinge sah sie, die jeglicher Hausfrau oder den plumpen Kriegerinnen auf ewig verborgen blieben...
Ach wenn es doch schon Abend wäre...
Wenn er doch nur die Zeit beeinflussen könnte...
WolveSterben

Und wenn ich dann da liege,
einsam nur noch vor mich hinsieche,
Die Augen längst geschlossen,
Das Herz bereits vor Jahren verschlossen,

Meine Seele ist fort,
es war nur ein mord,
nichts neues mehr hier,
Wie der Tot von einem Tier,

Niemand hat mich je gesehen,
ihr wolltet es nicht verstehen,
ihr habt es akzeptiert,
und ich habe längst resigniert,

Mein Herz verschlossen,
Die Augen geschlossen,
Die Seele fort,
doch mein Verstand hütet den Ort,

Ich bin noch hier,
was bleibt mir?
Werde ich doch übersehen,
Niemand hat je herübergesehen,

Das Schicksal des anderen war egal,
war doch alles legal,
hat es niemanden geschert,
habt ihr mich doch längst eingeäschert,

Mein Sein verraten,
gehörte man nur zu den Soldaten,
Meine Existenz erfunden,
Doch jetzt bin ich von allem entbunden,

Bin ich frei von allem,
frei von gedankenvollem,
nie wieder denken,
nie wieder schenken,
nie mehr sein,
auch nicht mehr dein,
nicht mal mehr mein,

ich bin niemandes besitz.
WolveIch sitze immernoch hier,
starre hoch zum Mond,
einsam wie ein Chevalier,
renne ich hinauf zur Kriegsfront,

kann den Gedanken nicht ertragen,
mal ich mir doch schon alles aus,
doch kann ich die Last nicht mehr tragen,
stürme ich nun hinaus,

will ich nicht mehr zurück,
kann eure Augen nicht mehr sehen,
euer strafender Blick - gebt euch doch einen Ruck,
werde ich von euch gehen?

suche ich nur ehrlichkeit,
suche doch nur Wahrheit,
doch lebe ich in abgeschiedenheit,
vielleicht ist es auch nur die Anfangszeit?

ich sitze noch immer,
starre aus dem fenster,
werde ich wieder grausamer,
verfolgen mich die gespenster,

48 Stunden vergangen,
chance vertan,
ich lebe weiter,
immer weiter.
WolveMein bett ist leer,
ich denke wieder an dich,
wie es war - vorher,
fühle die leere in mich,

denk noch immer über das wenn,
sehe den lächeln in meinem kopf,
wann werd ichs erkenn?
fühle deinen schwarzen Zopf...

Die Nacht am sonnigen Tage,
alles spüre ich noch,
es versetzt mich in Rage,
hoffte ich doch?

diene warmen Lippen,
es gab nur dich,
nun sit nichts mehr hinter meinen Rippen,
verloren bist du - für mich,


doch bleibe ich bei dir,
als freund an deiner Seite,
für immer hier,
gleich ob ich in der Weite,

respektiere deinen wunsch,
kann ihn doch nicht teilen,
wehre mich gegen den Putsch,
oder soll ich hoffen - mit dir keilen?

will dich nicht verlieren,
dein Wort noch hören,
dich noch sehen und zu wissen:
Ich bin nicht alleine
WolveSchatten ziehen über meine WElt,
ich kann es nicht mehr fühlen,
alles scheint so abgedunkelt,
kann es nicht mehr spüren,

dachte es geht dir schlecht,
dachte du brauchst mich,
es löst sich auf - dein Masken geflecht,
wollte nur trösten - dich,

wollte nicht dich küssen,
wollte nur an dich glauben,
doch du wolltest es nicht versüssen,
wollte dir nichts rauben,

es klingt dumm,
glaubte ich dich verloren,
jetzt fühle ich mich stumm,
habe mir dies eingeschworen,

suche ienen Weg zurück,
versuche dich zu erreichen,
will nur dein glück
vermag ich auszureichzen?

versuche es weiter,
nerve dich,
verliere mich,
damit auch dich,
WolveLebe nicht für mich,
lebe nicht für andere Leute,
lebe nur für dich,
und das stets im heute
WolveEs ist jetzt Drei Uhr Sieben,
ich denke immernoch an dich,
Denk daran wie wir verbleiben,
fühl ich einen Stich in mich,

Wollt nie einen Scherz machen,
nahm dich damals schon ernst,
Und nicht deine Gefühle auslachen,
habe gesehen wie du dich entfernst,

Doch trage ich noch Hoffnung in mir,
hast dich immer mehr geöffnet,
Erzähltest mir soviel von dir,
und dich selbst entwaffnet,

Dieses Gefühl das ich dabei trug,
ist nicht zu beschreiben,
mein Herz immerzu zu dir flug,
werd dich noch nicht abschreiben,

denn was wir teilen,
mag es uns auch manchmal stören,
wird es nicht immer so weilen,
sind da auch Momente wo wir uns betören,

immer wenn ich dir Halt gebe,
oder dich vom Boden aufhebe,
deine Lippen spüre,
oder dich nur bei mir fühle,
wenn wir lachen,
oder miteinander schlafen,
wenn du mir zuhörst,
oder mich anrührst,
ich deine schönen Augen sehe,
mich durch die Stadt führst,
und ich dir beistehe,
dir Zärtlichkeiten gebe,
ich dich verstehe,
und wir teilen diese Hassliebe,
ich zu dir strebe,
oder dir diese Zeilen schriebe,
und dich liebte,
wird mir eines wieder klar,
dieser schöne Traum ist wahr,
und all dafür liebe ich dich,
gleich der Gefahr.
WolveIch freue mich natürlich noch immer über [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1124157#post1124157]Kritik[/URL]


"Ich glaube nicht, dass er Tod ist!", rief Rikonia hysterisch in der kleinen Dachgeschosswohnung. Vor ihr stand seelenruhig ein Mann, sein Alter würde man auf mitte 30 schätzen. Er trug kurzes schwarzes Haar, seine Augen waren von einem schwarzen Kayalstrich nur leicht betont. Er besaß blasse Hautfarbe und trug nur schwarz und einen langen Ledermantel. Mit kühlem, fast schon melancholischen, Blick sah er zu Rikonia. "Du musst es nicht glauben. Aber das wird nichts an seinem Tod ändern.", murmelte er dann.
Sie schüttelte energisch den Kopf und ging auf und ab. Ihre grünen Augen glänzten. "Selbstmord! ER! Niemals...", sprach sie dann zu sich selbst. Es schien als würde sie langsam wirklich begreifen, dass er nicht mehr da ist. "Es tut mir leid.", sprach dann der Herr und verließ die Wohnung. Sie sah ihm noch stunden hinterher. Starrte an die Stelle auf die er stand. Die Stelle wo er sie so oft in den Arm nahm udn geküsst hat. Die Stelle wo er schon lachend da stand, wegen irgendeines makaberen Scherzes den nur er verstand. Oder wie er an dieser Stelle so oft schon über seine eigenen Füsse gestolpert ist. Oder wie er sich langsam den Mantel anzog, ihr zulächelte und dann wortlos durch die Tür ging. Jetzt sollte er fort sein? Für immer? Entrissen durch das Schicksal? Nein... das konnte doch nicht wahr sein. Das hätte niemals geschehen dürfen. WIe sollte sie ohne ihn leben? Was sollte sie jetzt tun....? Langsam neigte sich die Sonne gen Horizont um der Dunkelheit zu weichen.

Und nahezu gleichzeitig erwachte er in einem alten Herrenhaus. Er lag auf einem Bett. Wolve. Langsam suchte sein Blick den Platz neben sich. Nein, Rikonia wird niemals wieder neben ihn liegen. Er gilt als Tod. Und die Entscheidung hatte er selbst getroffen. Sie und jeden verlassen der ihn kannte um einem neuen Leben Platz zu machen. Ein sachtes Schmunzeln glitt über seine Lippen als er sich erhob und die schwarzen Sachen anzog. Flüchtig warf er einen Blick in den Spiegel und strich sich über die rasierten Kopfstellen. War seine Entscheidung klug? Eshrim hatte heute die Nachricht an Rikonia überbracht, dass er Tod war. Eshrim... Er traute ihm nicht. Als er noch zu den Menschen gehörte, hatte Eshrim ihn oft verfolgt. Hat gar einmal versucht ihn umzubringen, rein nach einer Laune heraus. Eshrim gehörte zu den Unsterblichen, die sich keinen Deut um die Menschen scherten. Wolve verabscheute sie alle. Flüchtig sah er sich in seinem Zimmer um, als er Pandora erblickte. Seine Erschafferin, Hüterin und Mutter. Sie lächelte sachte zu ihm und murmelte dann leise:"Zweifel nicht an deiner Entscheidung. Sie war die Richtige. Du hättest ohnehin keine Zukunft als Mensch mehr gehabt.". Leise lachte er, sie hatte zweifelsohne Recht. Dennoch vermisste er Rikonia. "Ich vermisse sie", sprach er dann auch seinen Gedanken aus.
"Natürlich tust du das. Und wenn du das nicht tätest, wäre ich sehr enttäuscht von dir.", stimmte sie ihm dann zu, ehe sie fortfuhr, "doch wenn du dich ihr offenbarst, wird uns das alle gefährden und sie noch mehr als du es dir jemals vorstellen könntest.". Resignierend sah er zu ihr. Sie konnte nicht begreifen, dass er sie schützen würde. Konnte nicht verstehen was er für sie empfand. Alles würde er für sie aufgeben.
Als hätte sie seine Gedanken gelesen, schmunzelte sie amüsiert. "Ich weiss das du alles für sie aufgeben würdest. Ich weiss auch, dass du versuchen würdest sie zu schützen. Doch es würde bei dem Versuch bleiben. Übe dich in Geduld, Wolve, Estelle tut bereits alles um sie zu lehren. Wenn sie so ist wie du es glaubst wird sie dann auch bald zu uns gehören.. Warte nur ein paar Jahre ab."
Nun sah er zu ihr auf und murmelte leise, was ihn scheinbar sehr schwer fiel: "Ein paar Jahre... Das ist es für euch Unsterbliche. Nur eine Zeitangabe. Doch die Zeit ist dazu in der Lage alles zu verändern, eine Minute genügt. Was wenn sie sich umbringt? Was wenn sie jemand neues kennen lernt? Was wenn sie nicht mehr auf Estelle hört? Was wenn Eshrim sie doch tötet? Zeit... "
Pandora schüttelte nur den Kopf. "Denk darüber nach und dir wird klar werden, dass nichts davon geschehen wird, wenn dein Bild von ihr stimmen sollte."
Wolve lachte rauh als antwort, während Pandora weiter sprach. "Du musst verstehen, du siehst sie in einem ganz anderen Licht als wir alle. Du siehst Dinge die uns scheinbar verborgen bleiben und übersiehst Dinge die uns so sehr an sie stören. Hat es dich nicht tief verletzt, als sie dich verleugnet hat?"
Nun stoppte sein Lachen, sein Gesicht war verzerrt von zwiegespaltenen Gefühlen. "Wie kann ich auf jemanden Sauer sein, wenn ich nicht das gleiche tun würde? Ich weiss was es heißt, wenn man als Aussenstehender dasteht wegen seiner Liebe. ich weiss was es heißt, wenn man alle verliert weil man etwas unbegreifliches tut. Ich will ihr all jenes ersparen - auf meine Gefühle kam es damals nicht an."
Pandora lächelte gütig. "Dennoch hat es dich verletzt. Gefühle sind nicht logisch und man kann sie nicht kontrollieren, dass weisst du ganz genau.". Wolve nickte wiederstrebend. "Das kann ich ihr jedoch niemals vorwerfen. Ich kann diese Entscheidung verstehen und stehe hinter ihr."
Pandora seufzte matt und erhob sich, dabei fiel ihr weisses Gewand nun vollends über ihren Körper. Es schien fast als ob der Stoff den sie trug nur aus Luft bestand, so schwerelos fiel er. Ganz im Gegenzug zu der Garderobe von Wolve. Er trug einen schweren, schwarzen Ledermantel, dazu ein paar schwarze Stoffhosen die seitlich geschnürt wurden und ein normalen schwarzen Longsleeve. Alles war Hauteng und man konnte seine Körperstatur gut dadurch erkennen. Pandora musterte flüchtig seine Kleidung und lächelte dann, ehe sie noch einen Kommentar verlor. "Die Bundeswehr hat dir gut getan. Auch deine Maße hatte ich genau richtig im Kopf." Wolve schmunzelte sachte und wandte sich gen Tür. "Komm, Pandora. Genießen wir die Nacht.". Sie blinzelte einmal verwirrt und schien dann zu erkennen.
Sie schüttelte lächelnd den Kopf und folgte ihm durch die Türe.
Er atmete tief die frische Nachtluft ein und sah sich flüchtig um. Sie waren tief im Wald, weit entfernt von Erkelenz. Er drehte seinen Kopf zu Pandora und hob eine Braue. "Wo genau sind wir?", fragte er dann. SIe sah sich flüchtig um, als ob sie sich erst gewissheit schaffen müsste. "Zu Hause.", ein leichtes Lächeln umspielte dabei ihre Lippen. Wolve schüttelte grinsend den Kopf. "Wie machst du das immer?", fragte er sie erneut. Überrascht sah sie über ihre Schulter und hob ihre Augenbrauen dabei an, ehe sie unschuldig säuselte:"Wie mache ich was immer?". Das Grinsen von Wolve erblasste nicht und er winkte wortlos ab, ehe er erneut ansetzte:"Fahren wir nun?"
Sie blickte nachdenklich nach vorne. "Ja", hauchte sie in den Wind. Und als sie das tate, schien es fast so als ob der Wind nicht nur ihre Worte mitnahm, sondern auch die Körper von Wolve und Pandora. Es war nicht fliegen - es war auch nicht ein gleiten. Sie schienen einfach mit dem Wind zu ziehen. Entfernung schien nur noch ein Gefüge aus Silben zu sein, eine Erfindung einer paradoxen Spezies.
Und genauso schnell wie die Reise beging, endete sie auch. Pandora und Wolve fanden sich in einer dunklen Seitengasse wieder: Die Lichter, welche aus den Fenstern eienr entfernten Kneipe sprangen, beleuchteten die Strassen leicht. Nur noch jede 2. Strassenlaterne leuchtete, was die Stadt beklemmend und einsam machte. Pandora seufzte , ehe sie leise murmelte:"Ich habe gehofft, dass ich nicht mehr in diese Stadt muss seitdem du zu uns gehörst.". Wolve sah neben sich zu Pandora und grinste ertappt. "Du weisst doch, dass ich niemand alleine zurücklasse."
Wolve erinnerte sich noch zu gut wie er dieses Versprechen seiner Geliebten machte, seinen Freunden und seiner Familie. "Du wirst nie alleine sein, es wird immer jemand da draussen sein der auf dich Acht gibt. Du bist alles, du bist ich und ohne dich wäre ich nie der gewesen, der ich bin. Ich danke dir von ganzem Herzen, du bist ein wunderbarer Mensch und lass dir von niemanden etwas anderes sagen.", diese Worte sagte er zu jedem einzelnen. Rikonia hat ihn schief angesehen und sich verschlossen, Wolve sollte nciht sehen was diese Worte ihr bedeuteten. Minera schmunzelte damals amüsiert und flüsterte leise:"Wieder einer deiner Momente, mh?". Während Aramil rauh lachte und ihm auf die Schulter klopfte und dann meinte:"Für mich ist es noch immer ein Wunder, dass du nicht schwul bist.". Seine Familie hat ihn nur angesehen und ist wieder gegangen. Ob sein angeblicher Selbstmord überraschend kam? Er konnte sich noch an die Gesichter an seiner eigenen Beerdigung erinnern. Dabei schmunzelte er leicht und flüsterte in die Gasse "Es tut mir leid."

Pandora sah verwirrt zu ihm. "Was tut dir leid?"
Mit einem Schlag war er wieder in der Gegenwart, er war nicht mehr bei seinen Freunden. Er war bei Pandora die ihm ein neues Leben geschenkt hatte, dafür sorgte das er mit allem abgeschlossen hatte. In einer dunklen Gasse, niemand sonst war hier zu sehen. "Nichts, ich war nur in Gedanken...", murmelte er dann beschämt. Pandora wandte sich zum gehen. "In 3 Stunden vor der alten Kirche - ich erwarte dich.". Wolve nickte dazu und sah der anmutigen Gestalt nach die sich in Richtung der Innenstadt bewegte. Heute war dies aber ihr Ziel, nicht das seine. Er wandte sich in die andere Richtung zum Park. Als er lautlos durch die Strassen und Wegen ging, dachte er wieder an sein altes menschliches Leben zurück, was er hinter sich gelassen hatte.
WolveRechnete erneut was er verloren und was er gewonnen hatte. Diese Rechnung ging nie auf. Nie hatte er sie begriffen, doch vielleicht wird er sie einmal schriftlich niederlegen. Und wie seine Gedanken reisten, reiste auch er über die alten Waldwege, durch die Schatten - niemand sonst streifte seinen Weg. Kein Auto passierte die Strassen, als er sie überquerte. Nur vereinzelte Lichter waren in den Häusern zu sehen. Bis er dann in sein Ziel einbog. Ein altes Einfamilienhaus. In den oberen Geschossen lebte Minera. Er sah sich flüchtig um und blickte dann auf das Dach. Kaum einen Augenblick später befand er sich auf den Dach, getragen vom Wind. Er ging in die Hocke und blickte durch das Dachfenster in ein schwach beleuchtetes Zimmer, darin sah er Rikonia, Minera und Aramil wie sie um ein Brett saßen. Auf dem Brett das Alphabet, Zahlen von 0-9, ein Ja und ein Nein. Alles geschrieben in schwarzer Schrift. In den Ecken jeweils ein Ankh. Ein Glas auf dem Brett, alle hatten sie einen Finger darauf. Das Gehör von Wolve erlaubte ihm so zuzuhören, als ob er dabei sitzen würde. Und dann hörte er auch schon die Stimme von Minera: "Ist jemand hier?". Wolves Blick ging auf das Glas, er konzentrierte sich darauf. Konnte das Glas fast so spüren, als ob sein Finger darauf wäre. Fühlte die glatte und leblose Oberfläche. Langsam bewegte er seinen Finger so, dass sich das Glas langsam auf das "ja" bewegte. Die Augen von Rikonia weiteten sich, Aramil schmunzelte sacht und Minera schien völlig abwesend dabei. Zaghaft öffneten sich Rikonias Lippen, als sie leise murmelte:"Bist du es?". Wolve ließ das Glas kurz zur Seite, dann wieder auf das Ja streichen. Rikonia schloss ihre Augen, kehrte sich in sich. Aramil ließ ein halblautes "Tze" verlauten, während Minera weiter sprach. "Bist du Tot?". Wolve schmunzelte amüsiert bei dieser Frage, und ließ das Glas nur sehr langsam zwischen Ja und Nein streichen. "Gehörst du nun zu ihnen?", die nächste Frage von Minera. Dieses mal rückte das Glas entschieden auf das Ja. "Wo bis..", setzte Minera an, ehe Rikonia sie barsch unterbrach. "Warum hast du mich verlassen? Ich konnte mich nie von dir verabschieden. Warum bist du fort gegangen? Waren wir dir nicht gut genug?", Wut und Schmerz in ihrer Stimme. Wolve schloss die Augen um sich besser konzentrieren zu können und gleichzeitig den Schmerz in seinem Herzen zu ignorieren, dass Glas glitt derweil nun zu den Buchstaben. Nur schleppend bewegte sich das Glas und es brauchte fast 15 Minuten bis der Satz zu ende geschrieben wurde. "Ich bin nicht fort.", hieß jener. Rikonia wandte ihren Blick von dem Brett und sah in eine unbestimmte Ferne. Ihr Finger blieb dennoch auf dem Glas, als es sich auf das "Goodbye" bewegte. Kaum einem Atemzug später, war Wolve auch im Zimmer von den dreien. Er saß neben Rikonia und betrachtete ihr makelloses Gesicht. Unendlich lange tat er dies- und gleichzeitig dauerte jener Moment nicht einmal eine Sekunde. Einfach weil er nicht mehr innerhalb der Zeit existierte. Er war Tot, gestorben an Selbstmord - gleichzeitig am Leben, ein Lachen gegenüber Gevatter Tot. Er lebte, aber nicht mehr in dieser Zeit. Zeit bedeutete nichts, wenn man außerhalb ihrer lebt. Als er sie so betrachtete, neigte er seinen Kopf und hacuhte einen Kuss auf ihren roten Lippen. Bereits dann war er wieder verschwunden.
Rikonia sah nun schnell wieder auf das Glas. "ich... er...". Minera und Aramil sahen erschrocken zu ihr. Minera legte ihren Kopf schief und flüsterte leise:"Was ist passiert?", während Aramil leise schnaufte. Rikonia sah Minera nur an, unfähig zu beschreiben, dass sie gerade seinen Kuss gespürt hat. Seine Nähe bei ihr fühlte. Die Pause verging und sie schüttelte dann nur den Kopf, als Antwort nur ein leises "Es ist nichts... nur Einbildung."

Wolve ging den Weg zurück. Die letzten Worte von Rikonia immernoch in seinem Kopf. Einbildung.. ja. Vielleicht traf das sogar zu. Aber du solltest wissen, Rikonia, dass ich dich liebe und immer bei dir sein werde. Ich werde dich diese Nähe spüren lassen - ob es nun Einbildung oder Wahr ist, sei nicht weiter von relevanz, dachte sich Wolve bei seinem Rückweg.
Hinter einem Baum schien sich ein Schatten zu bewegen und blieb genau am Weg stehen - Eshrim. Er trug wieder seinen langen weissen Stoffmantel, darunter nur weisse Bekleidung. "Hach, Wolve, was für ein amüsierender Zufall dich hier zu treffen", sprach er gut gelaunt - ein Grinsen umspielte seine Lippen. Wolve bleibte stehen und verschränkte die Arme vor seiner Brust. "Zufall? Was willst du?", erwiederte er langsam, seine Stimme schien seine Verteidigugn genauso wie sein Körper auszudrücken.
"Was ich will? Oh, da wären Unmengen von Geld, ein schnelles Auto, viele junge Mädchen...", er stockte kurz und schien weiter ernsthaft über die Frage von Wolve nachzudenken, ehe er fortfuhr:"Ach ja, Minera wäre ja noch ganz nett. Moment - gib mir 2 Minuten, dann habe ich wenigstens einen Wunsch erfüllt von dem was ich will. Eshrims Gegenüber blieb stehen und sah nur kühl zu jenem, als er leise mit warnender Stimme sprach: "Wenn ich dich in ihrer Nähe jemals sehen sollte, wenn ich jemals erfahre das du sie verletzt hast, dann...". Eshrim lachte schallend und fragte dabei: "ja, was dann?"
Wolve schüttelte seinen Kopf, wollte nicht aussprechen welche bestialischen Tötungsarten er sich schon vor Jahren für Eshrim ausgedacht hat. "Kommst du mit zu Pandora?", fragte er dann in versöhnlichem Tonfall. Eshrim seufzte enttäuscht, wie ein geprellter Musiker dem man gesagt hatte, dass er entweder seine Geige oder sein Talent umtauschen solle, als er dann im gleichen Tonfall sprach:"Nun, warum nicht?". Wolve nickte und ging nun langsam vor, Eshrim folgte ihm in kurzem Abstand. Auf ihrem Weg zur alten Kirche, wechselten sie kein Wort. Weichten sich in ihren Blicken aus und Wolve überlegte sich erneut wie er Eshrim eigentlich aufhalten sollte. Gedanken, die er noch früher als Mensch nie beantworten konnte. Doch heute müsste es doch anders aussehen?
Doch immer wenn er sich überlegte, dass Eshrim nciht nur viel älter, sondern auch viel erfahrener als er in jeglicher Waffe war verzweifelte Wolve. Er konnte ihn nicht besiegen. Das Lächeln auf Eshrims Lippen schienen Wolves Gedanken sowohl zuzustimmen als auch zu verhöhnen. Sie bogen in die Seitenstrasse ab, in der sie auf Pandora warten sollen. Noch war die Strasse leer, niemand sonst war hier. Wolve ging zur Wand und lehnte sich an. Eshrim sah aus den Augenwinkeln zu ihm als er stehen blieb. Dann öffnete er seine Lippen und murmelte verständnislos:"Was fesselt dich so an diesen Menschen? ich verstehe es nicht.".
Wolve schüttelte seinen Kopf und erwiederte:"Ich habe jeden dieser Menschen geliebt."
-"Aber sie haben dich wie Dreck behandelt."
"und?"
"und was? Woher diese Liebe?", Eshrim wandte sich nun gen Wolve in seinen Zügen malte sich überraschung.
-"Ich liebe nicht, weil man mich gut behandelt. Ich liebe wegen ihren Charakter. Wegen dem was sie sind."
Eshrim lachte rauh, als ob Wolve einen derben Scherz gemacht hätte. Am Strassenende bewegte sich eine weisse Gestalt auf die beiden zu - Pandora. Sie ging gemütlich, so als hätte sie alle Zeit der Welt und es nicht im geringsten EIlig das Gespräch der beiden zu unterbrechen. Doch schien ihre Anwesenheit schon genug zu sein um Wolve zum schweigen zu bringen. Er sah ihr nur kühl entgegen wie sie sich in seine Richtung bewegte. Als sie vor den beiden stand, sah sie von einem zum anderen mit jeweils abschätzendem Blick, ehe sie mit einem kühlen Lächeln zu den beiden sprach:"Nanu? Eshrim ehrt uns mit seiner Anwesenheit? Und ihr beide versucht nicht euch gegenseitig umzubringen? Ihr überrascht mich immer wieder aufs Neue."
Wolve legte als Antwort seinen Kopf in den Nacken und sah dann aufforderungsvoll zu Pandora. Sie seufzte theatralisch und sah dann auch gen Himmel ehe sie halblaut zu den beiden sprach:"Auf den Also. Eshrim, begleite uns doch.". Eshrim neigte seinen Kopf in die Richtung von Pandora, ehe sie alle vom Wind getragen fort waren. Die Strasse war leer, ein wenig Laub wehte über die leere Gasse. Niemand mehr hier - nichts zeugte von der Anwesenheit der 3 Gestalten.

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