| sternenfeuer | ~ D i e G ö t t e r d e r S t a d t ~ In der Stadt haben Götter ihr Lager aufgeschlagen. Gebete aus Lärm und Licht flehen um ihre Gunst. Priester der Verblendung, Meister ihrer Kunst, Verführen die Massen, sich um sie zu scharen. Altäre aus Stahl, wo einstmals Bäume waren Und atmendes Leben. Den Göttern geweiht, vergiften sie die Erde; Zeichen dieser Zeit, die tödlich und grausam zum Himmel ragen. In Scharen fliehen Träume auf endlosem Asphalt mit blutenden Füßen aus der Wüste aus Stein. Die kalte Ödnis der Toten wird ihre Stätte sein, Die Leere auf dem Feld vor der Hölle aus Licht. Sie zeigt ihren Glanz, der Götter Gesicht, ein Mörder der Seelen. Für Leben kein Ort. Flieh zu den toten Träumen. Lauf fort! Lauf fort! Schau die Entseelten in der Götter Gewalt. Sie beten zu Idolen aus Neon und Stahl, die Gehirne verbrannt im Lichtspiel der Farben. Sie irren umher, wissen nicht, dass sie starben. Lauf davon! Zu den Toten, aufs kalte Feld vor der Stadt, deine Zuflucht dort jenseits der Welt. Die Priester des Lichts opfern täglich dein Leben. Flieh mit den Träumen, die zum Abgrund entschweben. Wer weiß ihre Namen? Wer kennt ihre Zahl? Die Zeit der Götter bricht an. Die Zeit der Toten mag kommen. [SIZE=1]edit: rechtschreibfehler von jemand, der meine schrift nicht lesen konnte, korrigiert[/SIZE] |
| sternenfeuer | Der Sterne Splitter Die sternberaubte Nacht ist eine Wunde. Sie blutet nicht; jedoch sie schmerzt. Das Licht, Vom Nebel ihr geraubt, verlischt in Scherben. Der Sterne Splitter, leblos, tief am Grunde. Ein Nebel hüllt sie ein in leises Sterben. Kein Seelenhauch aus ihren Augen spricht. Der Sterne Splitter tragen meine Schritte. Sie schneiden tief ins Fleisch. Kein Schmerz berührt, Was sie der Nacht entriss, die sie geboren. Kein Auge sieht der Scherben tiefe Schnitte. Sie alle - an den Nebel längst verloren, Der Sternentod zu seinem Leben führt. Ich tanze auf den Splittern dieser Sterne, Greif nach dem Nebel. Sieh: mein Schmerz entflieht. Der Mutter Nacht bringt ihren Tod die Wunde. Ich seh sie sterben, leise, in der Ferne. Von ihrem Tode bringt der Wind nur Kunde. Ich sing dem Sternenstaub mein Totenlied. |
| sternenfeuer | Farbenspiel Spiegel säen Illusionen In den Glanz des Wahren Lebens Wahnsinn schenkt dem Geist Visionen Tötet leis den Sinn des Strebens. Kalte Ketten von Gedanken Wollen täuschend mich umfangen Hüllen meinen Geist in Schranken Zeit der Träume ist vergangen Trügerisches Spiel der Farben Mordet glänzend stille Stunden Sieh, wie jene Seelen starben, Die ihr Leben nie gefunden Die, vom Farbenrausch geblendet Von der Bilder Gift sich nähren Totentanz, der niemals endet Dieses Spiel wird ewig währen Ohne Seele, ohne Namen: Augen, die im Licht erblinden Selig sind wir geistig Armen, die nicht suchen, niemals finden Längst erstickt am falschen Lachen Werden wir uns je befreien? Wird das Schlafende erwachen Und sein Sein dem Leben weihen? Glas zerbricht an Illusionen Vor dem Glanz des Wahren Lebens Sterne senden uns Visionen Sprechen einst vom Sinn des Strebens |
| sternenfeuer | explosiv herausgerissene augen erblicken im staube liegend die realität der lüge sehnervstümpfe erfreuen sich an buntem farbengeflimmer die toten dieses krieges versanken in der wüste der hirnüberreste cerebralamputierten menschenmaterials blutende neuronenfetzen vergaßen das grauen die tagesschau wird zum automatismus invertebraten die sich menschen nennen beugen ihre rückgratlosen körper einer unsichtbaren nervenzerfetzenden macht denaturierte erinnerungen und reflexionen werden zu blindheit metabolisiert und vergiften das bewusstsein verstümmelte neuronen haben den anblick toter kinderkörper vergessen eine neue kampagne beglückt blutende augenreste hirnexplosionen in neuen flimmernden farben es lebe die freiheit |
| sternenfeuer | Unvollendete Legende Ein lichtgekrönter Augenblick kristallisiert im Gewebe der Zeit. Ein Muster, traumgleich nur gefügt ins Unvollendete. Es spricht mir : diese Welt ist nicht genug. Was gilt mir Existenz, wenn sich in ihm das Leben spiegelt? Ich reise zu jenen Hüllen, die das Licht zerbrach, ich atme Fremdheit, ein Kind der Sonne, geküsst vom kalten Strahlen des Saturn, das Wahrheit in verblasste Realitäten pflanzt. Der Same jener Wirklichkeit wird Blüten tragen und wachsen, und selbst die Apathie der Städte wird ihn nicht zu ersticken vermögen. Und tausend lichtgekrönte Augenblicke werden Kristalle weben traumgleich ins Gefüge der Zeit. Die Schwingen des Drachen entfalten sich Und Wanderer gehen von Welt zu Welt wie ihr von gestern zu heute - zu morgen...? Ein weiter Weg. Eine unvollendete Legende. |
| sternenfeuer | Blüten Die Nacht treibt Blüten seltsamer Gestalt. Ich sah, wie sie aus ihren Augen brachen, Ein Blättermeer, voll Farben fremdem Licht, Das kaum ein sterblich Auge sah; ein Wald Von Formen, die mir seltne Worte sprachen, Und Feuer, das aus ihrem Dunkel bricht. Und Verse las ich in der Flammenschrift In Runenzeichen einer fremden Welt. Der Schatten Macht schrieb sie ins Licht hinein. Und trunken ward ich von der Blüten Gift, Das jener Formen Ursprung mir erhellt, Und sah mein Spiegelbild im Blutgestein, Der Menschen Leben, ewig eingebrannt Im Farbenspiel der Nacht, das viele sahen, Die sich verzehrten nach der Flamme Kuss. Doch wer hat jener Schatten Schrift erkannt? Sie fühlen träumend neue Welten nahen Wie Silberschiffe auf der Zeiten Fluss, Der Menschen Zukunft, die sie dort erschaut, ein göttliches Geschlecht, sein Geist voll Licht, Das zwischen Sternen neue Heimat fand Und in der Leere Städte sich erbaut, Und selbst des Todes Macht berührt es nicht In jenem zukunftsfernen neuen Land. Und als sein Bote leuchtet jener Stern, Der uns im Herzen brennt: wir, die ihm gleichen, Wir werden Schöpfer jener Träume sein. |
| sternenfeuer | ~ A t e m d e r S t i l l e ~ Gläserne Hülle beschützt das zerbrechliche Innen. Die Zeit atmet schwächer. Bald wird sie im Nebel ersticken. Sterbende Sehnsucht vermag nicht ihr Sein zu bestricken. Der Mensch bleibt gefangen. So mag er der Hölle entrinnen. Siehst du im Garten die Früchte der Kälte gedeihen? Er wird voller Hunger nach Tod, voller Lust sie verzehren. Dürstend nach Zeitlosigkeit ihre Reinheit begehren. Im Nebel sie suchen und bersten vor lautlosen Schreien. Lachen zerspringt im gefrorenen Geiste des Narren. Der Atem der Stille rührt sachte an gläserne Schranken. Im Eishauch des Schweigens erstickt jede Glut der Gedanken. Hörst du den Herzschlag, das Blut in den Adern erstarren? In Reinheit des Geistes wird leise der Wille vergehen. Winter des Daseins ertötet das Feuer der Seele. War einst es ersehnt, so spricht nun der Nebel: "Es fehle." Und tiefes Begehren vermag nicht darin zu bestehen. Siehst du die Früchte des Winters im eisigen Garten? Er hat sie gekostet; nun spürt er voll Lust sein Verderben. Glas wird ihn bergen in langsamem, qualvollem Sterben, Umarmend den Schnee und die Stille, den Tod zu erwarten. |
| sternenfeuer | Vernetzte Stille Gedanken sind in gläsernen Skulpturen Wie transparente Seelen eingebrannt. Von ihrem Schweigen wird dein Blick gebannt - In Eis gegossen: deine Lebensspuren. Du hältst den Atem an, nicht zu zerstören Den Klang des Schweigens, jener Seelen Traum, Der doch dein Leben ist, in Glas und Raum Gefangen, ewig dir nur zu gehören, Seit Eis und Stille dich an sich gebunden. Dies ist dein Herz: dies deines Sterbens Ort, Verstummt, gefangen, ohne Klang und Wort In gläsernem Gedankenbild verschwunden - Entzwei gespalten: schlafendes Verlangen, das tot und träumend Spiegelglas durchsetzt. Erinnerung, gefroren, unverletzt; Verblühter Schmerz, in Leere eingefangen. Dies ist dein Herz: dies Leuchten der Gedanken Im Glas geborgen, stummer Hauch aus Eis. Dies ist dein Leib: wie Schnee so kalt, so weiß, Den du geformt in deines Herzens Schranken. |
| sternenfeuer | todgeburt / spiegelkind: die rückkehr denaturierte träume dem windhauch schutzlos preisgegeben das leben, ungewollt, geschenkt und eigenes - zu grab getragen existenzersatz: eine seele, aus stein erbaut du nimmst mein herz und lässt den traum allein zurück vervollkommnung des sterbens: mein selbst fließt leise in das spiegelglas und jenes königreich aus eis und schnee ich werde meine schönheit wiederfinden: ein toter leib, aus glas und perfektion gemacht |
| sternenfeuer | Abschied Dein Kuss auf meinen kalt gewordnen Lippen Haucht meinem Herzen keine Wärme ein Mein weißer Leib liegt wohl an deiner Seite, Ich bin bei dir, und doch: du bist allein. Und siehst du Liebe dort in meinen Augen, So siehst du nur den Schatten alten Lichts. Mein junger Leib liegt wohl in deinen Armen, Doch meine Seele schwand dahin ins Nichts. Ich seh der Liebe Glanz in deinem Blicke. Mein Eiskristall sank tief in dich hinein; Mein kalter Leib liegt wohl mit dir verschlungen, Doch werde ich nicht lang die Deine sein. Nur heute Nacht lieg ich an deiner Seite, Doch bald schon, bald erwacht das Morgenrot; Nimm Abschied nun von meinen bleichen Lippen, Denn morgen, Liebster - morgen bin ich tot. >ja, ist Mist, ich weiß...< |