| Yuggoth | Hier ist also mein Gedichte-Thread. Anfangs gibt es einige alte Gedichte, die verstreut über diverse Foren, in denen ich irgendwann mal aktiv war, ihr Dasein fristen und nun hier eine neue, gemeinsame Heimat finden sollen. Sobald die Muse mich wieder küsst gibt es auch neues. Viel Spaß beim Lesen. [B]Der Mond ist tot[/B] Der Mond ist tot und hat mit sich genommen die einst hellen Sternbilder Beide sind ertrunken in dem grauen Meer das alles von uns geschaffene wie ein stinkendes Myzel durchzieht, hervorquillt und die Schönheit im Gleichschritt erstickt assimiliert und unsichtbar macht mit Philisterseele im Utopia der Technokraten |
| Yuggoth | [B]Tod des Dichters[/B] Manchmal kannst du keine Worte finden, bildest Sätze, Reihen die sich endlos winden. Suchst nach Silben, die sich reimen, läßt manche Schönheit selbst auf Unrat keimen. Wie im Wahn drehst du dich weiter, schreibst Ungesagtes, traurig, mal auch heiter. Dann marschieren vor dem Auge die Kolonnen, klar wird, was bisher war verschwommen, fühlst dich vielleicht gar benommen, und die Worte, endlich Worte kommen! Frei wie ein Vogel fliegt jetzt deine Feder, über Seiten, die in Gedanken schon gefüllt, liebkosend streichelst du das feine Leder, in das dein Herz bald eingehüllt. Du schreibst und schreibst, kannst gar nicht enden, hältst dein Innerstes in deinen Händen, legst mit freudigem Schmerz die Seele aufs Papier, schreibst von Liebe, Hass und dunkler Gier. Erschöpft sackst schließlich du zurück, siehst die Welt um dich verweh'n, die Liebe, Hass, das Leid vergeh'n, nimmst deinen allerletzten Atemzug - und fühlst dann nur noch ---- Glück. [B]Auf der Suche[/B] Der Wahrheit heilend Zauberworte will ich suchen, stets auch finden ob Himmel, oder Hölle, alle Orte will ich forschen und erkunden Im Wein der Priester will ich lesen ihren salbungsvollen Sängen lauschen mit ihnen Streitgespräche führen und mein Gewand zur Kutte tauschen In Eingeweiden will ich wühlen Orakelsprüche solln mich leiten totgeglaubten Zauber will ich fühlen und altes Wissen will ich trinken Im Rausch des Morgens mich verlieren und Zukunftsbilder vor mir jagen wilde Gedankentrümmer will ich stapeln und Traumgestalten in mir tragen An jedem Ort, zu jeder Zeit wo auch immer ich verweile such ich in stetger Einsamkeit Frieden meiner wunden Seele Ich will und kann nicht ruhen ehe ich nicht hab' gefunden was dereinst mir spenden sollt Wärme, selbst in kalten Stunden |