| Sintra | Vor mir liegt ein See Groß, Schön und Natürlich Im Sommer oft besucht, doch im Winter ist es zu kalt. Der Wind weht kalt, in den vergangenen Nächten hat es gefroren. Schön und glänzend seine Oberfläche sein Inneres nicht zu sehen. Behutsam betrette ich die spiegelnde Fläche. Schon nach wenigen Augenblicken vergesse ich die Gefahr. Werde unvorsichtig. Überhöre mit meiner Inneren Ruhe das knacken und knistern unter mir. Vor mir taucht in mitten des Sees ein Boot auf, fest gefroren mit dem See. Übermütig nähere ich mich ihm, das Eis wird immer dünner. Wie lange wird es noch halten? Wann bricht es ein? Neugierig betrachte ich das Boot, nichts ist in ihm, es liegt nur da. Ich steige ein. Mein Gefühl versucht mich noch zu warnen, doch es ist zu spät. Das Boot kentert nicht und doch geht es unter. Eis zerbricht unter dem morschen Boot. Es sinkt in die Tiefe des Sees. Kaltes Wasser umschliesst mich. Noch immer bin ich ruhig, kein Funke der Panik oder Unwohlseins bricht aus. Wirres Blau und Grün umgibt mich. Doch bald folgt nur noch Dunkelheit. Der Abstand zur Oberfläche ist zu groß, um ds mich irgendwer sieht. Nur noch verschwommen nehme ich wahr, dass sich über mir das Eis wieder geschlossen hat. Umgeben vom Nichts höre ich auf zu Atmen. Seelenruhig verabschiede ich mich von der Welt die ich einst kannte. |
| Sintra | Wieder gehe ich in die Dunkelheit, alleine. Wieder denke ich, sollte ich weinen nur, weil mich keiner umarmt? Wie lange ist wohl der Weg, Der noch vor mir liegt. Oder habe ich das Ende schon erreicht? Habe ich wohl den richtigen Weg gewählt? Es regnet und ist kalt, doch niemand mag mich wärmen. Soll ich zurück oder weiter? Ich weiß es nicht. Weißt du es? Drum gehe ich weiter alleine durch die kalte, verregnete Nacht, wie so oft und so wie immer. Alleine, wohl für immer. |
| Sintra | Wie Würdelos Du mich Anschauts Siehst Nicht Wie Ich hier Kauer Und wie ein verängstigtes Tier meine Wunden Lecke Im licht der Aufmerksamkeit Gezerrtes Verhalten Spiegelt Deine Vergifteten Worte Dein Erwachen So gepriesen schmeckt so bitter nach Selbstbetrug Dass ich es aus meinem Inneren Würgen möchte Draußen beginnt das Dunkle den Horizont zu verhüllen Und Ich Suche immer noch Vergeblich Einen Weg um aus der Stille auszubrechen Ohne in Deiner Ahnungslosigkeit zu Verhungern. |
| Sintra | [U]Attentat[/U] Unendliche Leere füllt mein Inneres. Ich versuche, in mich hineinzublicken, doch ich finde dort nichts. Diese Leere schmerzt und füllt meine Augen mit Tränen. Die Tränen suchen sich einen Weg über mein Gesicht und mein Hirn füllt sich wieder mit Gedanken an Dich. So füllt sich mein Inneres wieder, nämlich mit diesen Gedanken. Sind sie Sinnlos? Zeitverschwendung? Ich weiß es nicht! Ich weiß nur dass sie mich zerstören! Ich bin der Meinung, am Ende zu sein. Hat mein Leben so noch einen Sinn? Unmöglich! Einerseits hasse ich Dich, gelegentlich, aber andererseits reicht ein winziger, kurzer Blick, und dieser Hass ist verschwunden. Mein Leben bekommt aufeinmal wieder Sinn, für einen kurzen Augenblick. Gefolgt von dieser erstickenden Leere, die mich nieder macht. Und alles nur wegen Dir! Bist Du es Wert, dass ich mir Gedanken darüber mache, untern mein Leben einen Schlußstrich zu ziehen? Ich weiß es nicht! Aber bis jetzt hat mich doch immer wieder etwas davon abgehalten. Allerdings habe ich keine Ahnung, wie lange es noch bis zum großen Knall dauert. Dann garantiere ich für nichts mehr. Wie lautet mein aktueller Spruch? >> Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Attentat!<< Ein nächster folgt bestimmt, in absehbarer Zeit! |
| Sintra | Monotonie Lärm Frust Liebe Nichts Wissen Sich gut fühlen Sich schlecht fühlen Gleichzeitig Warum? Tausend Fragen Wo sind die Antworten? Unsinnige Gebärden Nervenzusammenbruch Tiefe Einöde Keine Ziele Schrei Nützen nicht Unbekannte Gefühle Unerträgliche Kühle Eis Kälte |
| Sintra | [B]Momente[/B] Momente werden kommen, in denen du Einsam bist. Momente werden kommen, in denen du zweisam bist. Momente werden kommen, in denen du verlassen bist. Momente werden Dein Leben verändern. Momente werden alles verändern. Momente, in denen Du hoffst auf neues Leben. Momente der Nacht, werden Momente des Tages sein. Momente, die Dein Sein bestimmen. - Doch all diese Momente werden Dir in einem Moment entrinnen. |
| Sintra | Als sei Tun lediglich ein Spiegel der Materie innerster Wünsche, gestraft mit der Pein des Seins. So drückt die schwere Laste eine schwächliche Kreatur unbarmherzig zu Boden, getränkt in der Essenz der Zeit. Verdriesslich trott sie dem Gelächter der Umgebenden, die Flut häßlicher Gefühle nährt den Tumor ihrer Seele, gestärkt con der Essenz der Zeit. Klammes Bedauern verdrängt schieren Hass. Angst bäumt sich auf, unterdrückt von träger Gleichgültigkeit. Blut zuckt aus zerstörtem Gewebe. Eine vo Vielen, vergessenen in der Essenz der Zeit. |
| Sintra | [U]Gerichtet wird über die, die richten[/U] Banal und belanglos ohne jegliche Zugehörigkeit zu kontrollierbaren und übersichtlichen Systemverzweigungen, trotzen sie der Übermacht, in der Hoffnung, respektiert zu werden, nun, ein Sieg? Nein, ein Patt? Vielleicht. Aber um welchen Preis? Wird im Rausch der Euphorie nicht Grundsätzliches vergessen? Ist ein Konsens unter ihresgleichen überhaupt noch vorhanden? Nicht der plötzliche ausbruch des Ichs ist ausschlaggebend als vielmehr die Beharrlichkeit. Charkterlos erscheinen jene "individuen" getrieben von Naivität und dem Reiz des Augenblicks. Kaum gesehen, verschwinden sie sogleich, jedoch nicht, ohne sich vorher an Vorteilen reich zu fressen. Und sobald sie das Ufer der Übermacht erklommen, beugen sie sich, macht Hast auf die, unter deren Reigen síe sich kurz zuvor rühmten, gewesen zu sein. Doch bedenkt: Gerichtet wird über die, die richten |
| Sintra | Alles was ich wollte war dazu sitzen ab deinem Bett in dein Gesicht zu sehen während du schläfst dein glückliches Lächeln zu sehen während du schläfst deine hand zu spüren die meine festhält dich atmen zu hören doch ist es zerbrochen, noch bevor ich das durfte war es zuviel verlangt? |
| Sintra | Gefühle Kennst du das Gefühl die Welt an dir vorbei fliegen zu sehen? Kennst du das Gefühl? Dass sich im unbeschreiblich klaren Himmel deine Seele wiederspiegelt? Im Himmel nach einem Gewitterregen Wenn die Sonne scheint und schon der Abendmond zu sehen ist. Kennst du das? Kennst du das Gefühl, dass ein Mensch dein Leben durcheinander bringt? Kennst du auch das Gefühl, das alles, was Gestern wahr, vertraut und felsenfest schien Heute vom Wind verweht ist? Sowie die Wolken nach dem Gewitter, schier vergessen zu sein scheinen. Kennst du das? Kennst du die Angst, die Angst die sich in dir breit macht? Kennst du dann auch das Gefühl niht mehr zu wissen, wo du stehst, ob es regnet oder der unendliche blaue Himmel dich betört. Hast du das auch schon mal gefühlt? Ja? Dann kannst du mir doch helfen, oder? Kannst du mir sagen, dass du mich verstehst Und ich dir vertrauen kann! Vertrauen, wie gerne würde ich das. Doch ich kann ja nicht mal mir vertrauen. Wenn die Gefühle von Heute morgen, die Geühle von gestern sein können! Ich will endlcih wissen wo ihc hingehöre, mit sicherheit! |
| Sintra | Vorbei Es ist vorbei Das Leben ist in zwei Man steht auf der Brücke bereit zum Springen doch niemand zwingt dich zum Springen Schachtel Tabletten in der Hand Ich hatte Angst Ja Angst Doch die Angst verschwand Ich war bereit zu sterben Nur damit wirst du die zurückgelassenen das Leben verderben Was soll ich machen aus lauter Verzweiflung Ich stehe wieder auf der Brücke doch diesmal bereit zu springen! |
| Sintra | Es ist zwar schon etwas länger her das ich dieses Geschrieben habe aber trotzdem finde ich es sehr schön. Liebeswahn Ein gefühl tief in mir drin ein kleines flackerndes licht ist erloschen antwortet nicht seit du von mir gegegangen bist nachdem du mich ein letztes mal geküsst hast mir nicht ins gesicht gesehen hast mich verhöhnt liessest mich doch nicht gehen spöttisch blickst du auch mich herab dein bett scheint für mich wie ein grab eine hand hielt mich fest die andere stiess mich von dir weg hattest wohl genug von mir und wolltest doch noch mehr labtest dich an meiner verwirrung und warst doch selbst vor verwirrung stumm in unsrer beider arme wir lagen um unser leid zu beklagen es war wie ein spiel in dem nur einer den ausgang fand ich klammerte an deiner hand es wurde dir zu viel konnte doch nicht loslassen konnte auch nicht festhalten sagtest mir du wüsstest nicht weiter vor freunden spieltest du heiter das endgültige ende vor und fandest doch nicht deiner verwirrung ausgangstor alles hätte ich getan gefangen in einem liebeswahn um dich zurückzugewinnen und ich bin immernoch von sinnen ich gab sehr viel auf für dich veränderte mich und doch glaubtest du mir noch nicht wollte dich nicht mehr bedrängen keine entscheidung mehr erzwängen ich liess dich in ruh da fandest du mut weiß nicht wie es geschah doch plötzlich warst du wieder da. |
| Sintra | Ein Moment weniger 1 Jahr 1 Woche und 1 Tag ist es her, Wo das leben mir einen fiesen streich spielte. Viel ist in der Zwischenzeit passiert. Vieles was ich jetzt ändern würde, wenn ich es bloß könnte, doch ich kann nicht. Wo ist die Zeit bloß geblieben? Viele Freunde sind gegangen einige wenige nur geblieben Wieso hab ich nur auf Ihn gehört? Vieles hätte ich verhindern können wenn ich nur einen Moment weniger überlegt und gehandelt hätte Nichts hätte mich mehr interessiert, wäre einfach verschwunden aus dieser Welt. |
| Sintra | Ihr wolltet mich tiefgründing, verständnisvoll, nett und lustig. Und Ich war es. Ihr dachtet Ich wäre so wie Ihr mich kanntet. Doch Ich war es nicht. Ihr kennt nur die eine Seite von mir. Das schönere, sozial bessere Ich. Nicht die Seite, die Ich so liebevoll für mich selber hege und pflege. Dieses Ich wollt Ihr nicht sehen. Nie wolltet Ihr diese Seite von mir. Und jetzt da Ich diese Seite nicht immer unterverschluss halte sondern sie auslebe, sagt Ihr Ich hätte mich verändert, wäre aggressiv, gemein und launisch geworden. Doch das stimmt nicht, denn ich war schon immer so. |
| Sintra | Schwarz oder Weiß Schwarz oder Weiß? Ja oder Nein? Du oder Ich? Nichts dazwischen Hass, Angst, Trauigkeit, Entscheidung, Liebe, Sehnsucht, Verlangen, Entscheidung! Schwarz oder Weiß Verwirrung Zu spät! Du hast entschieden Die Würfel fallen Gleichgültigkeit Warum Keine Antwort Zeit Frage Antwort Gezögert Liebe Freiheit Freiheitsliebe Vorbei |
| Sintra | Schicksal Ich liebe dich so sehr, dass mein Herz schreit. Und ich weiß doch genau: Du liebst mich auch. Und doch - wir hassen uns sosehr wie wir uns lieben. Wir konnten uns nur streiten bis zum Schluss, Versöhnung - Streit - Versöhnung - tausend Tode. Und doch uns ewig weit nicht voneinander lösen. Jetzt sehn wir uns nie meh rund hassen uns noch mehr, weil sonst mein Herz und Deins zerbräche. Und doch denk ich an Dich in jeder stillen Nacht. Ich will mit Dir allein an einen Ort den niemand findet. Und doch kennt nur die Stille mein schreiendes Geheimnis. Die Einsamkeit wird mir zum größten Feind, denn dort ergreift mein Herz die absolute todbringende Leere! |
| Sintra | Schweigen Es wäre längst an der Zeit, miteinander zu reden, doch du schweigst. Unsere Zeit ist endlich, in Maßen bemessen, die unserem Wissen verborgen bleiben. einmal, da haben wir keine Zeit mehr, zu reden, da werden wir beide schweigen, müssen wir beide schweigen. Noch ist Zeit, zu reden, aber du schweigst, - ein tödliches Schweigen - |
| Sintra | Der Magier der Stille Gedanken fallen lautlos auf sein Pergament. Abgewandt von der hektischen Nutzlosigkeit der Gesellschaft, hat er das Reden aufgegeben. Wozu reden wenn doch niemand versteht? Als Eremit in seiner Enklave kann er nicht sehen, was seine Worte in den Menschen bewirken. Er schreibt direkt in Ihre Seelen. Die tiefe Ehrlichkeit seines Werkes verändert die Welt die er verließ und transformiert sie zu etwas Reinerem, Schönerem als sie je glaubte, sein zu können. Wortlos verharrt er dort, wohin er sich selbst verdammte, und lässt den Stift unaufhörlich wandern. Was, wenn ihm die Worte ausgehen? |
| Sintra | Zwillinge Schmale Finger, die über dünnes Glas streichen. Augen blicken in fremde Augen, jedoch die gleichen die Eine durch Licht, die Andere durch Schatten verführt hat jede die Hand der andren einst schon berührt. Wange legt sich an Wange, getrennt nur durch Glas, flüsternd die Eine, die ihre Vergangenheit vergaß Die Augen jetzt geschlossen, still bittend darum dass ihre Worte die Andre vernimmt, deren Lippen sind stumm. Schwarz glänzendes Haar auf beiden Seiten, beider Hände suchend über kaltes Glas gleiten Gebunden durch Blut und ein gewispertes Wort sind sie zusammen gefangen an einem getrennten Ort. Eingesperrt im einsamen Käfig der Zeit, müssen Tränen genügen bis man bereit dass Licht und Schatten erneut sich vereinen um zu leben und sich zu ergänzen in Einem. So sinken die Hände in finstrem Erkennen, dass keie es schafft das Glas zu zersprengen Blicken Augen in fremde Augen, jedoch die gleichen in stiller Hoffnung sie mögen den Geist der Andren erreichen. |
| Sintra | [B]Brunnen[/B] Ich sitze in einem Brunnen, dunkel und tief. Sehe ich hinauf, seh ich die Wolken und das Licht aber trotzdem schaff ich es nicht, empor zu klettern. Zu glatt die Wände, zu schwach mein Ich. Eine Hand streckt sich mir entgegen. Ich ergreife Sie und kletter mir Ihrer Hilfe auf. Doch nur kurz sehen ich, wie schön die Außenwelt ist. Denn als ich über den Rand des Brunnens greifen will, verschwindet, die helfende Hand so schnell, wie sie erschienen war. Verloren der Halt falle ich zurück in die Tiefe. Ich rufe um Hilfe, doch bleibe ich ungehört So lande ich wieder auf des Brunnens Boden und bleibe zurück als gebrochener einsamer Mensch. Ich sitze in einem Brunnen dunkel und tief. |
| Sintra | Bitte fang nicht wieder mit diesem »Ich liebe dich« an. Ich habe meine Seele gerade aus der Reinigung zurück. Ich arbeite dran, und langsam werde ich stärker. Für mich ging es immer darum, den Schmerz ertragen zu können. Je mehr ich ertrage, desto sicherer fühle ich mich. Ich ertrage das Leben bis zur Erschöpfung und zu extremem Schmerz. Ich sitze stundenlang herum, mache nichts. Also bleibe ich allein. Wenn in mir der Drang aufsteigt, jemanden anzurufen, warte ich, bis er vergeht. Ertrage den Schmerz. Werde stärker. Das einzige, was wir gemeinsam haben, ist Angst. Ich will nicht mit dir reden. Ich bin nur Leere und Nichtigkeit. Bin endlose Dunkelheit und andauernde Stille. |
| Sintra | [B]Rinnsal[/B] Der Tropfen wird zum Rinnsal, zum Bächlein, von einer verborgenen Quelle gespeist. Wasser fliesst, spritzt ins Gesicht, in die Augen. Es brennt, das Wesen schüttelt den Kopf, um das Brennen loszuwerden, und plötzlich... ... plötzlich ist die Erinnerung wieder da, die Erinnerung an Sonne auf der Haut, an Blumen und Gras, an Vögel und Schmetterlinge, an den Nebel, der über den Sümpfen liegt, und die blaue, klare Luft über den eisbedeckten Bergen. Die Erinnerung an Wärme und Geborgenheit, an Stimmen, Gespräche, an Freundschaft und Liebe. Aus seiner Kehle ringt sich ein Schrei Er steigt von unten auf, aus dem Bauch, und wie das Wasser im Fels, das sich seine Bahn sucht, ist er, einmal in Gang gesetzt, nicht mehr aufzuhalten. Der Schrei gellt, laut, schrill, verzweifelt,der Schrei einer verlorenen Seele, der ewige Schrei eines lebenden, denkender, fühlenden Wesens, das mit einem Mal erkennt, das es allein ist. [I]Allein![/I] Aus dem Plätschern des Wassers wird ihm Antwort zuteil. |
| Sintra | [B]Der Schatten des Todes folgt immer dem Leben.[/B] Sie waren einfach da. Sie waren nicht geboren, sie waren nicht entstanden. Sie hatten kein Bewußtsein; sie waren eins und doch viele. Dort wo die Toten waren, unbestattet, heimatlos, dort waren auch sie. Vielleicht waren sie die Gestalt gewordene Trauer, dort, wo niemand trauert; doch sie selbst waren solcher Begriffe nicht fähig. Sie dachten nicht, und sie fühlten nicht. Sie bezeugten nur, alein durch ihre Gegenwart, dass hier etwas Ungeheuerliches geschah, etwas, das die Ordnung der Welt auf den Kopf stellte. Und so gesehen, waren sie ein Teil dieser Ordnung und standen wiederum auch außerhalb derselben. Aber das sind alles nur Worte, und das Wort war ihnen fremd, denn es war nie an sie ergangen. Und darum, wernn alles so gebleiben wäre, wie es war, wären sie eines Tages wenn die Erde die Knochen der Toten aufgenommen hätte, wohl auch wieder verblasst, als ob sie nie existiert hätten. Dann kamen die Lebenden unter die Toten. Und gingen. Es war nicht Neugier, was die Schatten bewegte. Es war allein die Veränderung, die dies bewirkte; den Übergang vom bloßen sein zum Handeln. Nicht mehr. Nicht weniger. Der Schatten des Todes folgt immer dem Leben. |
| Sintra | [B]Licht und Schatten[/B] Noch nie hatten die Schatten ein solches Licht gesehen Es zog sie an, magisch, mit einem unwiederstehlichen Zwang wie Motten, die um eine Kerzenflamme schwirren, von ihr angezogen werden, bis sie verbrennen. Nur das Licht gibt den Schatten ein Zentrum. Nur im Feuer erkennen sie, dass sie mehr sind als die bloße Abwesenheit von Licht. Die Schatten verschmelzen, wurden zu einem Wesen, waren viele zugleich und doch eins. Mit der Einheit kam das Bewusstsein. Dort war das Licht. Hier war der Schatten. Der Schatten griff nach dem Licht. Hände, die keine waren, streckten sich ausnach dem Zentrum der Helle, bereit, alles auszulöschen, was sich zwischen die eigene Dunkelheit und das Licht stellte. Der Schatten erinnerte sich. Erinnerung ist das, was mit dem Bewusstsein kommt: das Wissen um eine Zeit, in der die Dinge anders waren, als sie sind. Aus der Veränderung entsteht das Leben, aus dem Wissen um diese Veränderung das Denken. |