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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: Einige tiefgründige Gedichte
Siren666Blumengesang

Hörst du die Klänge tief im Feld?
Jenes Zwitschern wie aus Elfenmündern?
Dieses Lied sangen die Blumen
Ich hörte es
Als ich dem Flüstern folgte
Es brachte mich in einen Garten
- so bunt und prachtvoll

Wie Blumen singen?
Nicht mit Noten oder Takten
Sie singen keine Melodien
Sie singen mit Farben
Mit ihrer Schönheit
Ihren zärtlichsten Blüten
Und ihrem Duft

Bald nehm’ ich dich mit zu diesem Garten
und wenn du lauscht, hörst du es auch.
Siren666Das Fenster

Ich hab mich so allein gefühlt
Hab um mich nur Kälte gespürt
Habe nicht bemerkt dass mein eig’ner Weg
Verschlossen ist - nicht weiter geht

Am Wegesrande war ein Fenster
Verschlossen verstaubt dunkel und finster
Es war das Fenster meiner Gefühle
Einsamkeit Sehnsucht Trauer und Leere

Doch bald wollt’ ich auferstehen
Endlich leben - den Himmel sehen
Wollte das Fenster endlich öffnen
Schwarze Welten endlich lüften

Doch mir fehlten die Hoffnung und der Wille
Mir fehlte Geduld und die Stille
Ich weinte seither Tag und Nacht
Nach dem Wunder das mein Herz entfacht

Nach langer Zeit sah ich hinaus
Ohne Hoffnung aufs Leides Aus
Und sah dabei den göttlichsten Schein
Das war das Wunder und konnt’ mich befrei’n

Da war eine Taube weiß wie Schnee
Hatte sanfte Flügel wie die einer Fee
Sie glühte in Kraft in hellem Feuer
Und war so stark wie ein Ungeheuer

Sie war der hellste Sonnenschein
Von Hass Neid und Lügen rein
Ein Symbol der Hoffnung - der Freiheit
Das dort am Himmel das Leben feiert

Sie erlöste mich auf sanfte Weise
Nahm mich mit auf ihre Reise
Horizonten entgegen übers Meer
Flogen wir voll Kraft wie ein riesiges Heer
Siren666Der Schöpfer

Sieh’ all die Nixen, die für ihn sangen
Im dunklen blauen Meer!
In seine Welt, in die sie gelangten
Ist die Welt der Worte - verträumt und fern
Das Bild der Erde - in seiner Feder
Der Verlauf der Flüsse - in seiner Hand
Fern von Wiesen, Blumenfeldern
Sitzt er verträumt im schwarzen Wald
Wo der verborgene Garten liegt
In dem er sein Gedichtlein schreibt
Wo er den Körper um ihn schmiegt:
Seinen Baum des Lebens - den Geist der Zeit

Mit kleinsten Worten die er schreibt
Und über weite Reiche gießt
Belebt er die Fruchtbarkeit
Im tobende Lande - verträumt und weit
Sein junges Lächeln - so unerfahren
Seine Welt – naiv, verschachtelt und klein
Er ist ein Dichter - einer dieser Narren
Und in schönen Worten frei, daheim
jedem Getreidehalm, kleinstem Teil
Seiner liebenden Welt - verträumt und heil
Lässt er den Worten freien Lauf
Denn nur die Feder hat ihn zum Schöpfer getauft
Siren666Die Blume

Ich sehe
Wie auf die staubige Blume
Im einst blühenden Garten
Ein Regentropfen
Vom Himmel fällt
Doch kein Regen erlöscht
Ihr eisernes Warten
Und den Durst
Der in Wurzeln gesperrt

Ich bin diese Blume
Vertrocknet verschlossen
Einsam
Vergeh ich
In Sehnsucht und Zeit
Habe schönste Blüten
In mir geschlossen
Nie dem Sonnenlicht gezeigt

Und jetzt steh ich auf
Der weiten Wiese
Singe mein Lied
Zum Himmel empor
Meinen einzigen Wunsch
Flüster’ ich leise
Hinauf zu den Göttern
Mit Winden im Chor

„Oh du hohe Macht
Unendlichkeit
Lass mich schlafen
Und träumen
Lass mich sehen
was in Zukunft naht
Erfülle mich mit
Visionen

Lass mich von
Dem Tage träumen
An dem ich aufblüh’
erwach’
An dem ich die Schönheit
Der Sonne zeige
In Lebenslust
In Pracht

Vielleicht erwache ich dann
In Freude und Lust
Und finde den Weg
zum Morgen
Doch vielleicht bleibt es ein Traum
Und dann bleibt mir das Ziel
Für immer
Im Staube verborgen

Doch dann habe ich
Von der Sonne geträumt
Den Grund zum
Hoffen gefunden
Und vielleicht hilft mir der Traum
Lässt mich erkennen
Heilt den Durst
die Wunden“

So wurde mein Wunsch
Von den Göttern erfüllt:
Ich träumte nur Schönheit
Für Stunden
Spürte die Wärme die Zärtlichkeit
Und der Durst
Er schien verschwunden

Erwacht rief ich voll Schmerz
Voll Wut
„Wann wird dieser Tag
denn kommen?“
Doch erkannte dabei
Im Echo im Licht
Dieser Tag
Ist heute gekommen
Siren666Die Kerze

Weißt du noch mein Kind
Von der roten Kerze?
Die vorm Grabstein brennt
Vorm Grabstein erlischt?
Von der tanzenden Flamme
So rot wie die Liebe
Die in Tränen des Schmerzes
Der Sehnsucht erstickt

So denke mein Kind
Wenn der Tod flüstert
Du zum Leben zum Hoffen
Keinen Sinn mehr siehst
Sobald sich die Kerze
Der Liebe entzündet
Diese ewig im Herzen
Verborgen liegt
Siren666Die Reise Im Winter

Ich bin in einem Wald
Voll schwarzer Bäume
Es ist kalt es ist Winter
Tiefster tiefster Winter

Und so irre ich umher
Stampfe durch den Schnee
Suche Sonne suche Wärme
Raus aus diesem Käfig

Doch jetzt lieg’ ich ohne Hoffnung
Allein im Sarg - im Nebel
Jeder Weg ein Labyrinth
Jedes Ziel gefriert zu Eis

Doch die kleine Elfe flüstert an diesem grauen Ort
„Steh auf, schon bald ist Frühling - setz deine Reise fort!“
Siren666Die Klangreise

Die Engelsstimme klar und edel
Steigt vom himmlischen Zuhaus’
Ihre Tonleiter hinunter
Riecht der Chöre wind’gen Hauch

Barfuß läuft sie über Wiesen
Osterglöckchen klingeln leis’
Eine bunte Nymphenflöte
Flattert um sie wild im Kreis

Oboen zwitschern ihre Lieder
Paukendonner hämmern wild
Geigen streicheln sanft die Wangen
Die Harfe schwebt verträumt im Wind

Der Pfad führt sie zu Pathoswäldern
Wo Blatt für Blatt ein Liedlein spielt
Wo der Bach der Klaviaturen
Von Bergen spritzt, hinunterfließt

Dort, an jener lauschenden Tür
Das End’ der Reise bald erklingt
Wo sie mit goldnem Notenschlüssel
Herzen öffnet, zum Schmelzen bringt
Siren666Künstlerherzen


Musiker

Ich höre wie
Im plätschernden Bach
Eine Stimme lacht
Im rauschenden Wind
Das Orchester erklingt
Auch hinter Berg und Hügel
Hört man die Melancholie
Der Klänge auf Flügeln
Meiner schönsten Symphonie


Maler

Ich sehe
In Engeln aus Stein
Den Abendschein
Im Regenfall
Den Glanz von Kristall
Auch in stummen Wäldern
Sieht man Dynamik so wild –
Den Gesang der Farbe
In meinem schönsten Bild


Dichter

Ich höre die Klänge
Sehe den Glanz
Verwandle in Worte
Den Singsang, den Tanz
Die Farben, Kontraste
- meine schönste Poesie -
Wo jeder Vers ein Gemälde
Ein Lied der Harmonie
Siren666Lebensfluss


Wieder stehe ich hier
im dunklen Wald
so farbenlos
wieder liege ich hier
in Rosenblüten
in ihrem Staub
Tränen sind zu Sand zerronnen
Unterbrochen ist ihr Lebensfluss
Doch wohin führt die Güte?
Auf welchen Wogen
Durchquert sie die Schatten
und ihren Verlust

Suchend im Wald
Auf leeren Feldern
Suchend auf Bergen
Im verlassenen Tal
Nach dem Weg
Der am Ufer endet
Nach dem Wind
Der mich nach Hause weht

Ich suche den Fluss der einst gelebt
Die Quelle die aus den Felsen schoss
Ich suche den Stein der in ihr zerbrach
Ihr den Weg für immer verschloss

Doch jetzt ich folg’ ihr
laufe ihren Weg
dort wo sie zum Bächlein wird
sehe wie auch er springt und wächst
und flüsternd Geschichten erzählt

Und bald nach Schritten
Lebensdurst
Sehe ich ihn:
Meinen stürmischen Fluss
Der mal tobt keine Ruhe lässt
Und dann wieder stetig wird

Jetzt seh’ ich das Spiel in seinem Leben
Seinen endlos lebendigen Weg
Und ich sehe: er hat nicht aufgegeben
Er hat gekämpft sich bewegt

Doch da schwimmt ein Mädchen
Dem Fluss entlang
Treibt ans Ufer
Ist schwerelos
Sie ist gestürzt und tief gesunken
Aber in den Schlaf gefallen
Nicht ertrunken

Sie schläft nur
Hat alles vergessen
Wie viel er ihr hat offen gelegt
Während ihr Fluss lebt und spielt
Seinem Weg entlang geht
Schwimmt sie leer und halbertrunken
Schlafend blind vor Zorn
Ohne Erlösung immer weiter
In seinem Strome davon
Siren666In der Sanduhr

Im gläsernen Sarg verriegelt
Getaucht in Wüstenweiten.
Hier lieg ich nun – gestrandet,
Gesteinigt von den Zeiten.

Kiesel fallen, Stund für Stund
Bedeckt mein Leib mit Schwermut.
Uhren ticken, Stund für Stund
Füllt mit Sand die tiefste Wund.

So blick ich hoch gen Himmelsrand,
Seh’ freie Vögel, wie sie fliegen.
Ach, könnt zerbrechen ich die Wand,
Um nicht verfault im Grab zu liegen.

Unerhört blieb mein Gebet,
Welch hustend aus der Lunge drang,
Die voller Staub - vom Schlamm verklebt
Mir Hoffnung aus dem Geiste zwang.

Und trotzdem lächle ich ein wenig,
Warte auf des Sandmanns Zeit,
Bis er die Äuglein mir bedeckt,
Mich Sand vergräbt, der Tod befreit.
Siren666Stilles Heim

Ich steh an einem Ort der Tränen
Am Ort des Trauerns des Sehnens
Am Ort des Todes des Lebens
Am Ort des Abschiedes Vergebens

An diesem Ort des ewigen Leides
Betracht’ ich einsam den Namen im Stein
Es ist nun Zeit Abschied zu nehmen
Doch du wirst immer in meinem Herzen sein

Nur für dich entflammen Kerzen
Glühen in Liebe kommen vom Herzen
Blumen verwelken vorm kühlsten Grab
Beschützen die Seele im verschlossenen Sarg

Für die Sehnsucht nach dir gibt es kein Wort
Drum besuch ich dein stilles Heim
Weil ich weiß – nichts bis auf den Tod
Kann mich von diesem Leid befrei’n
Siren666Wertloser Edelstein

Am Wegesrande fand man mich
Oft weggestoßen und verschmutzt
Manchmal sogar aufgehoben
Doch bloß verletzt benutzt

Doch dann kamst du und nahmst mich auf
Befreitest mich von Schmutz und Staub
Schenktest mir Geborgenheit
In deinem Heim voll Zärtlichkeit

Ich war nicht edel war nicht rund
Nicht glänzend oder kunterbunt
Ich war ein grauer schlichter Stein
So hässlich wertlos krumm und klein

Doch du trugst mich an deinem Finger
Als Talisman des Glückes Bringer
Und kein Rubin kein Diamant
Ersetzten mich an deiner Hand

Nun bin ich edel habe dich
Bin nicht mehr grau und lächerlich
Denn du bist es der mich erhellt
Und nicht den Wert in Frage stellt

Und nun mein Held schwör mir eins
Gib mir dein Versprechen
Wirf mich bitte niemals fort
das würde mich zerbrechen
Siren666Ritter Edelmann

Ich lief als Ritter durch das Feuer
Ritt auch stolz durch Glut
Sie ist erreicht die Siegesfeier
Ich vergoss das Blut
Doch ich war nicht mehr ein Edelmann
Verlor den Stolz als Mensch
Als ich den Krieg für mich gewann
Als mir mein Schwert entgegenkam

Ich sah in Männern tot voll Blut
Nicht Feinde nicht Verräter
Sie waren Leut’ voll Heldenmut
Ehemänner Väter
Doch ich bin kein Mörder der Leben nimmt
Aus Habgier oder Streit
Dem das Ziel nur dann gelingt
Wenn er Leben löscht aus Neid

Ich kämpfte für das Vaterland
Für die Hoffnung die erwacht
Die Heimat sie hielt meine Hand
Bei der schmerzerfüllten Schlacht
Jetzt weiß ich bin mir felsensicher
Es ist eine Frage der Zeit
Bis Kinderlachen Vogelgezwitscher
Übers blutige Land erscheint
Siren666Goldene Worte
Gewidmet Katja Kunst

Ich wollt’ dir eine Rose geben
Aus purem purem Gold
Dir das schönste Kleidchen weben
Aus purem purem Gold

Ich wollt’ für dich mit Drachen kämpfen
Für dich dahin geh’n
Dir die Schätz’ der Meere schenken
Für dich im Feuer stehen

Für dich würde ich alles stehlen
Wäre hundert Jahr’ gefangen
Würd’ die halbe Welt durchqueren
Um zu dir zu gelangen

Doch es ist egal was ich gewollt
Denn eine Heldin bin ich nicht
Doch nun schenk ich dir aus purem Gold
Dieses kleine doch feine Gedicht
Siren666Fauler Junge (... mal was Lustiges)

Ein schlimmer Bursche war der Mark,
Der nur auf faulen Häuten lag.
Wenn er mal sprach im Unterricht,
Dann nur den Satz: „Ich weiß es nicht.“

Sein einz’ges Ziel war’s, wie es schien,
Der Arbeit gänzlich zu entflieh’n.
Die Bücher staubig, tot die Pflicht,
Bloß lebt der Satz: „Ich weiß es nicht.“

Nach Jahren aber hat’s gereicht.
Er merkte – er hat nichts erreicht.
Sein Weg voll Lücken - dicht an dicht,
Ob er sie füllt – das weiß er nicht!
Siren666Zufluchtsort

An einem Ort, wo es keine Zeit gibt, sitzt das Mädchen mit der rosigen Haut auf einer goldenen Schaukel mit einem Teddybären im Arm. Sie singt.
Sie singt ihre wunderschönste Melodie, die so verträumt und kindlich naiv klingt, dass es selbst die Elfen nicht in Noten fassen könnten. Und sie singt ständig, während sie sich an den flauschigen Teddybären kuschelt. Wie niedlich der Anblick doch ist.
Doch Schwung um Schwung, Ton um Ton, schwindet ihr Lächeln in ihrem so unschuldig sanftem Gesicht. Sie erkennt. Sie erkennt wie klein und bunt ihr Zufluchtsort ist und wie groß, schwarz und voll ironisch grinsender Clownsgesichter die Welt, vor der sie sich versteckt. Sie ist nicht tapfer, sondern einsam. Sie will endlich lieben, endlich leben. So kullern die Tränen auf den Teddybären – er ist längst kein Trost mehr und ihr verzweifeltes Schluchzen hallt durch Wälder, rauscht über Meere und Hügel – vielleicht trifft es dich mal - wenn du in deinem herzförmigen Kästchen liegst und stumm von Honig träumst.
Und mag es dich auch zum Weinen bringen, so erinnere dich an ihr glückliches Liedlein und halte stets ein Ohr offen.
Siren666Freu mich auf Feedback!

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