| tods scherge | Hier könnt ihr euer Urteil fällen [url]http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1125175#post1125175[/url] Ein Engelwesen bricht entzwei Und blinde Wut hallt weit empor Starrend Auge schimmert Flammen Stumme Schreie dringen fort und Angst zerfrisst ein Engelherz Das nicht mehr tanzt in Sündertraum und müder stiller Reigenwelt Die Seele splittert lautlos auf Und schöne Qual bricht Glut hervor Malt monochromen Farbensang Und gleißend heißen Scherbentod Zornes Wüten haucht in gellend stumme Nacht Und wühlt in spöttisch Scherbenglas In Trümmern toten Spiegelbilds Bis zarte Hand voll Sündenblut Der Engel schluchzt in scheuer Not Und fleht bis fahle Tränen springen Er wendet ab sein Angesicht wird still zu Stein und merkt es nicht |
| tods scherge | Finsternis der ärgsten Schrecken ein Abgrund tut sich auf vor mir ’Weiche nicht’ so schallt es wider ’Weiche nicht’ hör ich sie klagen Vorwurf liegt in ihren Stimmen schwer wie Samt und hart wie eine Wand aus Stahl ein Sonnenstrahl durchdringt mein Hirn frisst sich durch dunkle Nebelschwaden - ein Augenblick voll Glanz und Stolz - Spiegel zeigen Macht und Freiheit zitternd greife ich danach sie stoßen mich, ich tauche ein Chaos offenbart sich mir mein Albtraum wird nun Wirklichkeit Feuer spuckend, Tod verheißend ungezähmt mit schwarzen Schwingen stößt herab und reißt mich nieder schreit voll Gier nach Selbstverleugnung treibt heiße Klingen in mein Herz - rot wie Rosen, Freiheit suchend bitter weil aus Schmerz geboren unaufhaltsam finden Tränen ihren Weg geboren, gestorben, ertrunken im blutigen Meer der Hoffnung |
| tods scherge | Ein Blatt, in herbstlich bunter Farbenpracht getragen von des Windes Schwingen hör ich es bald ein Lied anstimmen; Es singt und schluchzt voll Bitterkeit erinnert an vergangne Zeit es tanzt im Wind und lässt sich treiben und resigniert ob Tods Geheißen; fängt den letzten Sonnenstrahl und bunte Tränen klein und fahl benetzen bald den Leib der Seele die traurig niedersinkt und mit des Todes Willkür ringt Einsamkeit neigt sich hernieder Die leise Melodie verklingt das Blatt nun in den Rinnstein sinkt Es wollt’ den nächsten Sommer sehn doch Vergänglichkeit bleibt ewiglich besteh’n |
| tods scherge | Nicht ein Laut wagt es, die samtene Ruhe meiner heiligen vier Wände zu zerstören. Nur eine Kerze flackert lautlos vor sich hin und erschafft gespenstisch tanzende Silhouetten und zuckende Fratzen, die von Zeit zu Zeit ein hämisches Lächeln zu offenbaren scheinen. Ich sitze wieder schlaf- und ruhelos an meinem Fenster und beobachte den schimmernden Mond, der mir einen kurzen traurigen Blick zuwirft und ich nicke einmal leise. Ich genieße diesen Moment der Schönheit und bitteren Melancholie und gebe mich tiefschwarzen und unbarmherzigen Gedanken hin. Sie durchwandern gnadenlos und mit unendlicher Geduld meinen Geist, lassen mein Herz vor Angst gefrieren und Dunkelheit in meinen Körper strömen. Sie zwingen mich wieder einmal tiefer in ein Chaos aus Hass und Verzweiflung, blinder Wut und Unsicherheit, Misanthropie und Selbstverachtung und ich entsinne mich niemals enden wollender Tage und Wochen, aus denen es kein Entrinnen zu geben schien. In einem Moment der Unachtsamkeit flackern Bilder in den dunklen Nebelschwaden meines Innern zornig auf, zeigen mir Schmerz und Bürde vergangener Tage, die mich immer wieder einholen, martern und traktieren, bis mein Körper müde und schwer wird wie Blei. Bittere Schwärze frisst sich durch meinen Geist und scheint mir das Denken unmöglich zu machen, lässt mich wieder die haushohen Mauern spüren, die mir keinen Raum zum Atmen oder Leben lassen; jene Mauern, die mich in Hoffnungslosigkeit und Resignation Stein um Stein ersticken lassen. Eine leise Träne bahnt sich ihren Weg in die Freiheit und zieht mich sanft aus dem dunklen Strom meiner wirren Überlegungen und Ängste. Das gedankenverlorene Seufzen des Windes schaukelt die vom Mond beschienenen Gräser und die zarten Blätter der Trauerweide, streift schließlich sacht meine Wangen und ringt mir ein trauriges Lächeln ab. |
| tods scherge | Töte mich, Schicksal mit den Waffen des Hasses nimm das Kreuz zur Hand und stoße es mir tief ins Herz bis mein Flehen um Vergebung verklingt Verfolge mich, Verdammnis denn mein Gewissen ist geschändet Ich habe es eingetauscht gegen Wut und Hass denen ich mich unterworfen Umfange mich, Sehnsucht mit blinder Willkür die mich geißelt lasse die Dämonen tanzen welche –einst verbannt- meine Gier beherrschen Schenke mir die Dunkelheit Nimm mich, Ewigkeit denn mein Schicksal ist besiegelt |