| Ishvara | Naja, dann werde ich auch mal mein Geschreibsel der letzten Monate hierrein stellen. Wenn jemand Kritik üben möchte, dann soll er dafür einen Thread eröffnen, ich werde es nämlich nicht tun...bin nicht kritikfähig :D Kritik:[URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?threadid=50065]Neonaturalismus, oder Ästhetizismuskritik[/URL] |
| Ishvara | Adaption Like one who`s on a lonesome road doth walk in fear and dread and having once turned round, walks on and no more turns his head because he knows a frightful fiend doth close ehind him tread. Mary Shelly Wie einer auf einsamen Wegen In Furcht und Schrecken schreiten Und einstmals umgesehen, geht weiter Und blickt nicht mehr zu den Seiten Denn weiß er schrecklich´ Gegner nah hinter sich schreiten. Von Mir |
| Ishvara | Im Mondlicht In bleichem Mondlichtschein perlmutweiße Knochen tanzen wunderschön im neuem Kleid Geliebte, längst verloren, nicht vergessen -------------------- Totentanz (rev) Tanz, mit mir Geliebte Leicht lässt sich dein Bein* führen Tanz, vom Tod besiegte wandelst leicht auf harten Sohlen Tanz, Lebensversiegte werde dich zur schönsten kühren Tanz, Weltvertriebne Im Walzertakt fahr über kalte Bohlen Tanz, von mir Verschiedne zu Eisengatter, Friedhofstüren Tanz, nicht mehr, bleich Verbliebne leg dich zurück ins Grab wie Kohlen * Damit ist natürlich das Bein im Sinne von Knochen gemeint, wie in Scheinbein, Jochbein, usw. Es geht hier ja nicht ums Tanzen. |
| Ishvara | Akrostikon* Mädchen schöner noch als Tod Aus tiefen Bahnen dunkles Rot Den schönen liebend`Schnitt Einmal nur der Trieb und Ritt Leben rinnt aus tausend Netzen Einmal uns in Liebe hetzen In silbrigem Mondlichtschein Nur einmal Blut, im Blute sein! Einmal geliebt, leider nur! (pour les amoures miserable?) * Alte Griechische Gedichtform, bei der die Anfangsbuchstaben der Verse den Gedichtgegenstand be-oder umschreiben. |
| Ishvara | Akrostikon III Der Tod, der kommt auf raschen Sohlen Einstmals wünschte ich, Rastlose würde er schneller holen. Schnell ist er, doch nicht schnell genug Chimären Trug: Ich sehe mehr! Hab`endlich Freud`am Selbstbetrug Nachts liege ich Stunden wach In meinem Rausche achso schwer! Tod so komm leise, ohne Krach, Tod komm nur recht bald Einstmals meine Kraft, versiegt? Richtiges Sterben, Kunst so Kalt. ------------------------------------------ Chronogramm* Am Anfang Bei dir Mutter Omnipotent und Schwach Beisetzung der Treue Alles was ich liebte In Ethanol ertränkt Ährengold Ganz schnell überreift! *Alte Gedichtform, die sich die Zahlen Werte alter Alphabete zunütze macht. Hier das Griechische Alphabet, und zwar die Buchstaben, Alpha, Beta, Omega, Beta, Alpha, Iota, Ätha und Gamma, mit den Zahlwerten 1,2,0,2,1,9,8,3. Das wäre dann mein Geburtstag, der 12.02.1983. Super was! |
| Ishvara | Moderne Skizze Ein Radiergummi Das wäre ich gerne Nichts würde ich schaffen ausser leere Blätter Doch aus meiner Leere kann prächtiges entstehen aus dem was ich getilgt Wahrheit formt sich Bild! Ein bisschen wie ein Phönix! Ein Tintenkiller noch lieber dann könnt ich was ich verdamment ausradierte gleich Richtig stellen. Wäre es nur mein Leben lang so gewesen! |
| Ishvara | Mit akrostischem Charakter (Miserable II) -Mein einziges Geliebtes -In dir schrecklich, -Tierhaft die Liebe. -Tod lieber, als noch einmal, -Wunden dir so zu zufügen. -Ohne Hemmungen sChreckliches dir angetan. -Hälst mich trotzdem fest. accusor a mea amicea! ----------------------------------- Im Tannengrün Hell würde ich die Vögel hören Grell würde mich die Sonne stören So hell würd ich mich sehen unter Föhren. In diesem dunklem Tannewalde liegen Ich würde in Gedanken zu Sternen fliegen Ausgestreckt auf weichem Moose liegen. Alles dies könnt und würd ich tun wenn ich nicht gestern Nacht gestorben wäre hier! |
| Ishvara | Ein Abend am Strand Tosend bricht die große Welle --auf uns zu Wir bewegen uns nicht von der Stelle --liegen nur da Golden ist es um uns herum. --nur der Strand Himmelblau ist es um uns herum --nur das Firmament Seite an Seite liegen wir zwei --doch alleine Niemand hörte den Schrei Ich gehe du bleibst --hier für immer. |
| Ishvara | An ein rothaariges Mädchen Noch schöner als der Wald aus Stahlbeton so kalt, bist du, wie du dort liegst auf rostigem Eisen, alles was du kriegst, der Winterkälte zu entfliehen. Das rote Haar im Strom der Heizung. Werde mich neben dich Knien. Die Haut blaublass, steif die Kleidung liegst lange schon hier, so kalt im Stahl betoniertem Wald. Wunderschön, eiskalt du liegst, hier wo Armut dich besiegt. (An anthem for the queenliest dead that ever died so young- A dirge for her the doubly dead in that she died so young. A.E Poe; Lenore) |
| Ishvara | Eine anrührende Geschichte "Hast de mal ne Kippe" "Ja hier,...siehst hungrig aus, magst du den Apfel?" "Mh, ja danke" Gierig ist sie den Apfel ganz und gar auf "Danke" "Schöner Ohrring" "Findste? Von meiner Mutter, schon länger her." "Was ist den mit der?" "Wees ich nich, bin ja weggelofen." "Es ist ganz schön kalt, wollen wir nen Kaffe trinken gehen?" "Wenn du zahlst." Lächelt sie mich an. "Bei mir da kostet es nichts." "Okay" Sie geht mit mir durch den Park, nach Hause dort komme ich nur alleine an, neben ihr im Schnee liegt ein Apfel, die mochte sie doch so gerne, das Ausreißermädchen. |
| Ishvara | Semper Fidelis Als ich den Spaten in die nasse Erde steche, mich Stich um Stich durch Stein und Wurzeln breche, fällt Regen und feuchtes Laub nieder. Ich komme immer näher, komme wieder. Endlich breche ich durch`s Eichenholz, dort liegst du faulig, modrig, stolz. Ich nehme dich mit zu mir Heim, wasch dich, kleid dich, hier wirst du sein. Ich ha dich zurück geholt aus nasser Erde, bei mir wirst du sein bis ich sterbe. Arm in Arm dein Leib zerfällt, deine Schönheit fault, dein Blut das gällt. Dein modernder Leib, er tötet auch mich. Die Liebe lässt uns doch im Stich. |
| Ishvara | Für´s Poesiealbum Durch Blut zu Worten der Wahrheit Endloser Schmerz brennt im Herz in meinem Blut liegt Wahrheit in des Hasses Glut allein ist Klarheit! |
| Ishvara | Clouded by fog, upon a hill, sorounded by myth`far from will, there is a throne of bleeched bone t'is where sorrow grown, in dark glow'n in rubin glowin', forecasting crown. From this noble place, one rightfull call besigned the graze 'n frightfull fall of that House called Brim. Thy fearfull arms, thy reign in grim Für E.A. P. |
| Ishvara | Trunken Wie ist das wohl, wenn man alles vergisst. Wie ist man hohl, wenn man das Leben misst. Wie ist man leer, wenn man Atmen nicht braucht. wie ist's Herz schwer, wenn's Leben sich staucht, zu Kurzen Bahnen, wenn man es dreht, zu fliehenden Fahnen, wenn man unsteht, zusammen ist allein. Rastlos wegläuft, zurück haltend sein, die Seele versäuft. |
| Ishvara | Zitate Poesie ist tiefes Schmerzen, und es kommt das echte Lied einzig aus dem Menschenherzen, das ein tiefes Leid durchglüht. (J. Kerner, Poesie) Sahest du nie die Schönheit im Augenblicke des Leidens niemals hast du die Schönheit gesehen. (Schiller) Es gibt kein solches Verbrechen, von dem ich mir nicht vorstellen könnte es zu tun. (Goehte) |
| Ishvara | Ein anderer Schnitter In goldenem Sonnenschein, senst der Bauer das Feld Halm und Ähre fallen nieder, in Augusts Sonne Nie hörte man sie schreien, so doch eins ums andere fällt. Und so wie der Wirt, hat auch der Tod die Sense Wie Ähren eins stirbt, führt der Tod uns an der Trense Die Zeit um uns sie wirbt, mit der Vergänglichkeit doch letztlich siegt der Schnitter, von Zeit zu Zeit zu Ewigkeit. De profundis clamavi |
| Ishvara | Als man endlich sie gefunden Tag um Tag im tiefen Wasser liegen, werde ich auf den Tisch sie kriegen, um dann festzustellen, dass wie und warum. Als dann die Schädelplatte abgetrennt ein Nest von Ratten quickend, schaut einige nagend am Hirne, mir graut es, das dies die klügsten Ratten werden. (Wenn Benn nur weniger geschrieben hätte) |
| Ishvara | Teif blaues Himmelsfirmament, von oben die Julisonne brennt. Kühlender Schatten im Waldeshain friedlich und ruhig ist alles Sein. Die Blätter wiegen in des Windes Hauche doch dort was raschelt im Strauche? Bwegung dort am Fuße dieser Buche beunruhigt beginn ich die Suche Schiebe achtsam die losen Äste weg dort wimmelt's und krabbelt's im Dreck. In schimmerndem Schwarz, pulsierend tausend Fliegenmaden, fluktuierend Im Wellengange auf und nieder wälzen sich über den Toten wieder. So beißend ist der faulige Gestank, dass ich taumelnd auf die Knie sank. Näher dran als mein Ekel es erlaubte am Leichnam, der faulend die Sinne mir raubte. Schillert im warmen Sonnenlicht das auf tausend Fliegen sich bricht. Ich weiche zurück vom Fliegenschwarm zurück aus dem Hain, die Sonne so warm Tief blaues Himmelsfirmament von oben die Junisonne brennt. |
| Ishvara | Ach wenn ich doch nur etwas schreiben könnte was nicht nur Fantasie wäre, sondern mein Leben (Puccini) Mein Hirn so leer, so sorgenschwer was soll ich schreiben, kein Sinn zu bleiben Mein Geist läuft, in Windungen sich ersäuft vom Weine trunken, ins Labyrinth gesunken. Was lohnt noch alles Kämpfen, ich winde mich in Krämpfen und nicht hinaus finden, klahrheit sie wird schwinden Schluck um Schluck, ich in die leere Flasche kuck doch besser wird es nicht, bis mein Geist dann bricht Ach hätte ich in mir große Poesie, die hatte ich nie würden mir Worte durch die Adern rauschen, würde mich an mir berauschen. |
| Ishvara | Wie Wattebauschen die Wolken am Himmel Die Blätter ein rauschendes Gewimmel Die sich im Sommerwinde drehen Die Bäume die in der Sonne stehen Breiten die Arme, wie Himmel so weit Streben zum Himmel seit ewiger Zeit Die Borke so rissig, so narbenschwer Soviele Äste und noch mehr die niemals Triebe hatten Die niemals gelebt, in Schatten des Vaters und der Zeit vergingen dem gebrochnem Sproß wird niemand singen Wohl aber der Eiche, die stolz auf dem Felde ein Denkmal aus Holz für Deutsche Lande steht und so sicher wie diese vergeht. |
| Ishvara | Auf ein großes Blatt weißes Papier, habe ich mit meinem eignem Blut in großen freundlichen Buchstaben geschrieben: Für kommende Genetiker zur Analyse! |
| Ishvara | Wie eine Linie Husaren, stehen die Pappeln am Feld und wie diese der Sturm sind, werden jene vom Sturm geschüttelt wie der Donner der Hufe, so donnert der Himmel, gerüttelt vom Sturm. Und hin und wieder Blitzt es und Kracht und einer fällt. Wie Ähren, Reihe um Reihe, die Grenadiere im Feld und diese der Sturm knickt und jener im Winde fror. Wie das Rauschen des Kornes, rauscht das Pulver ins Rohr und hin und wieder ein Hagelschlag, mäht aus die Reihe die fällt. |
| Ishvara | Der Glaube ist die unglaubliche Eigenschaft, des Menschen, die es uns erlaubt Dinge zu sehen, die wir als unwahr erkannt haben. Nosferatu, Phantom der Finsternis |
| Ishvara | In einer Nacht, da mein Durst mich auf die Straße trieb, wandelnt den Weg hinab, sprach sie mich an, wohin ich wollte, wolle sie wissen. Ich sah sie an und schaute ihren alten Leib die runzelige Haut, das abgehalfterte Leiben, bleib doch bei mir, dachte ich und ging weiter. Oh, wie muss ich mich nach Liebe aushungern, dass ich aus dieser alten Mäze, nicht ungern noch die Säfte gekostet hätte, die fließen wenn zwei Menschen sich das Lager teilen, denn so legt ein Toter sich zu einem Leichnam hin. |
| Ishvara | Unter Stahlstalakniten wird eine Reisegruppe in den Moloch geworfen. Ein Mann füllt Zettel aus und wirft sie in den Rinn- stein, zu seinem durchgekautem Essen. Ein Drogendealer wispert leise seine Ware anpreisend. Eine alte Mäze, schaut sehnsuchtsvoll, greisend, auf zwei Männer, die den Eingang zur U-Bahn noch verschlossen finden. Zwei Rettungswagen, blaublitzend vorüber fahr'n. Unterm Stahlgewölbe drängen sich Düfte und Viecher, Osmanische Gerüche mit Pariser Düften. Und über allem leuchtet hell das Neon und Kriecher, ziehen auf das groß M zu, welches golden Freiheit nur verspricht. |
| Ishvara | Was habe ich noch, seitdem ich meine Kampfansage an den Kapitalismus an eine Obdachlose verschenkt habe. Zwischen Schnittblumen, sanft gebettet schläft sie Frau, der ich die Machtlosigkeit gerettet, selig Säuferschlaf, Stückpreis 2,90. |
| Ishvara | Akrostikon II Als es begann, nur schlank. Nur wenig wurde zu krank. Oder das Leben wie ein Schiff das sank. Reiß dich an mich Einmal nur, ich liebe dich. Xenotyp ist mir das Mehr.* Indes so leicht, nicht sorgenschwer. Ehrlich Hunger, ich lieb dich sehr. *gemeint ist nicht das Meer, also kein Rechtschreibfehler, sonder das Mehr im Sinne von mehr, zusätzlich. |
| Ishvara | Versehentlich (Akrostikon IV) Gewalt gegen mich? Enervierend, findest du nicht? Schon mal ein Stich... Charaktermenschen brauchen das nicht? Habe ich es so schrecklich? Nur getrieben von sich In mir schwach, so jämmerlich. Tastend meine Adern such ich, Tosend die Adern, treffend, tödlich, Ein tiefer Schnitt, erlösend endlich. Nicht mal gemerkt. |
| Ishvara | Teichbrandung und Windwetter Grasgrün und Seeblau keuchende Sackluden tanzen mit verschalten Gebärerinnen aus dem Takt eines einstmals großen Liedes, würde Beethoven wohl an seinem blutigem Erbrochenem ersticken, würde er dieses Prooimion des gegenseitigem in einander hineinbrechens sehen? schäkert die Schöße heiß! Tanzball! |
| Ishvara | Die lebenden Toten Mit ihren roten Augen starren sie ins Nichts wandeln wankend durch die Hallen aus Stahl zerzaustes Haar, die Haut blutig und fahl. Mit ihren irren Augen starren sie ins Nichts gierig, geifernt greifen sie nach der Sucht so nah verzehren sich dafür und doch es ist nichts da. Mit ihren wilden Augen starren sie ins Nichts wahnwitzig zucken ihre zerstochenen Glieder der Shunt rosenrot und violett wie Flieder. Mit ihren toten Augen starren sie ins Nichts zuckend, keuchend im Tode sich noch winden liegen dort jene, die sich durch Heroin zu tode schinden. Mit ihren zugenähten Augen starren sie nach innen und vielleicht werden sie in diesem Sarg aus Kiefernholz endlich Ruhe finden, Ruhe angenehm, stoisch, stolz. |
| Ishvara | Kategorischer Imperativ Als man einmal bei einer Hure die Nacht verbrachte, und die ledrige Haut betrachtete die schlaffen Brüste und die delligen Schenkel, die Macht die trotz allem noch in ihnen ist. Als man gierig ihre Lenden striegelte und fasst und hart und sabbernd in die schlammige Frucht stößt und geifernt noch die letzten Tropfen von den feuchten Lippen trinkt. Rast- los mit erregten Nerven, immer rein das Triebinstrument. Als man dann das geile Stöhnschauspiel ex(s)tatisch vorgeheuchelt fasst und in Krämpfen flutend die Scham mit Lebensdreck, endlich am Ziel wälzt man sich von ihr ab, betrachtet den eingeschlammten Luderleib und fragt sich ob DAS richtig war. |
| Ishvara | Homogenes Gefühlsgemisch, keine Statik im Hirnhaus. Nicht eine Schaumgeborene der ich Äpfel schenken könnte. In deren Arme ich mich senken könnte. Mehrstimmiges Solo kanonisiert in meinem Hirn, emotionales Troja, Schmerz: Schild und Schirm. Kolaterale Emotionsschäden lassen mich alleine zurück. Kann nicht fassen, greifen. Überschäumender Sehnsuchts Apoplex. Gegossen sind Desonanzen unaufhörlich donnernt. Verschlossen ist die Tür, Trommelwirbel: Jahrmarkt der Ideologien. Keiner, einer; Nicht ich aner wer? Hilfe? Ich, du, wer? Rote Granatapfelkerne, blutrot tropfende aterielle Lebenssterne ethanolgetränkte, venöse, Lyrik zerfetzend. Sträubend, geifernt, Prometheus an den Steinen lechzend nach Leben. Nur Leben! |
| Ishvara | Mediale Schaltungen wie Tranquilizer apliziert. In den Hirnwindungen Meinungsmäßig telekommandiert. Zeile um Zeile gesetzt, bildlich ausformuliert. Nachricht aus dem TV gehetzt, Weltwissen Konzern diktiert. Meinungsmäßige Massen, geisttum fingiert. Redaktionell nich fassen, es ist alles; nichts passiert. Oh Schöne neue Welt, vom Medienmogul regiert, der selbst Arbeitern gefällt, obwohl Geld und Geist stagniert. |
| Ishvara | Fremdlyrik Weltende Es liegt ein Weinen in der Welt, Als ob der Liebe Gott gestorben wär, Und der bleierne Schatten, der niederfällt, Lastet grabesschwer. Komm, wir wollen uns näher verbergen... Das Leben liegt in aller Herzen Wie in Särgen. Du! wir wollen uns tief küssen - Es pocht eine Sehnsucht an die Welt, An der wir sterben müssen. Else Lasker-Schüler |
| Ishvara | Krieg Der Mann auf der Bank zeigt die Narbe am Bauch und redet und zeiget vom Krieg. Ich zeige das Loch, das der Stahl in mich biss und rede und zeige vom Krieg. Die Frau auf der Bank sieht die Narbe am Bauch, hört wie der Stahl mich biss und fürchtet und fröstelt vorm Krieg. |
| Ishvara | Winterland Wenn es eist im Lande, Himmelweit weisst es, Heller die Nacht als Tag. Angleichend weisselt, grün Und grau und gelb und blau, Einheit in Vielfalt, weiss. Weiss ist alle Farbe So ist die Welt so bunt Und doch ist alles gleich. |
| Ishvara | Sie? Weißgoldhaar umramt ein Engelslächeln und Sternenseeaugen. Alabasterweißhaut und Glutrotlippen, Schaumgekröntenkörper. Honigsüß und bitter salzig ist Träumerei und Wahrheitsliebegedanken. |
| Ishvara | Geist alter Zeiten verglommen zu Glutfetzen, zu Disharmonien von Tod und Leben. Aufgestauchtes Atmen und zerbrochenes Glanzgesicht das Scherben in das Herz mir wirft. Und weiß ich die Zeichen auch nicht zudeuten, so breche doch auch ich und werfe Himmelsscherben an den Dunkelhimmel und tanze lachend über die Gräber meiner Vorväter und weiß doch nicht um Sie und ihre Zeit und ihre Träume. |
| Ishvara | Weißgekröntes, verwelktes Gras wiegt im Wind hin und her, zwischen den Gleisen. Auch sie alt, rostbraun wie das wiegenden Gras, zwischen den Gleisen. Und der grüne Ginster blüht nicht mehr safrangelb, zwischen den Gleisen. Farbtupfer nur gelblackierte Maschinen beim Ginster, zwischen den Gleisen. _____________________________________ Dunkle Schattengerippe werfen sich gegen den blass violleten Rest von Himmel, der sich über der schwarzen Waldwand zusammenkauert. Aus Fensterlosen Augen, starrt ein Backsteingemäuer über schwarz vor dem Himmel dräuende Pappeln hinweg, spärlich der Blick; Horizont. Begrenzte Grenzenlosigkeit, Eingesperrte Weite. |
| Ishvara | Augestellt vor dem, mit gold-violettem Wolkenschaum beworfenem, Himmel sind die rauchenden Türme, die zerfasernde Wolken in das Nichts werfen. Ich möchte mit dem Rauch ziehen, mich auflösen im All im Nichts. |
| Ishvara | Fremdlyrik, für jemanden der damit etwas anfangen kann, in der Hoffnung das es auch gelesen wird. August Stramm - Werben Geheimnis bogt das Tor Erde Himmel Harren! Harren! Auf schließt dein Blick! Blend Wirrt und greift Und tastet Krampf in leeren Händen. Dein Lächeln wehrt. Verschlossen blickt das Tor. Mein Harren harrt Und Gott und Himmel pochen! |
| Ishvara | Und noch einmal Fremdlyrik. Else Lasker-Schüler (1869-1945) NERVUS EROTIS Dass uns nach all' der heissen Tagesglut Nicht eine Nacht gehört... Die Tuberosen färben sich mit meinem Blut, Aus ihren Kelchen lodert's brandrot! Sag' mir, ob auch in Nächten Deine Seele schreit, Wenn sie aus bangem Schlummer auffährt, Wie wilde Vögel schreien durch die Nachtzeit. Die ganze Welt scheint rot, Als ob des Lebens weite Seele blutet. Mein Herz stöhnt wie das Leid der Hungersnot, Aus roten Geisteraugen stiert der Tod! Sag' mir, ob auch in Nächten Deine Seele klagt, Vom starken Tuberosenduft umflutet, Und an dem Nerv des bunten Traumes nagt. |
| Ishvara | Und mal wieder was von mir, an einen ganz besonderen Menschen. D'accord? Das Lächeln, was die Sehnsucht wehrt, das Erinnern, das das Fühlen eist. Das brennende Prickeln sanfter Haut auf meinen suchend brechenden Händen. Den ruhigen Atem zu spüren, das Hauchen wird stürmend. Den steigenden Puls bei einer Berührung, mein Körper flammt die Welt erlischt. Die wärme eines Körpers den man kennt, der Glut entfacht zu feuer. Das den geist lodernd fast verbrennt, das auch der kalte nachtwind, nicht löscht sondern aus Asche, Flamme zwängt und auch die vermissende Träne des Abends ist nicht die Hoffnung, die man fängt, nur Tropfen auf den Stein aus Liebesglut. Werden die mir versagten, so begehrten Lippen doch irgendwann die meinen treffen? Mein Liebesfühlen, kehrt ein zu dir, aus Lust dein Dunkel zu entfachen. Einmal geküsst,die begehrten Lippen, vielleicht dereinst begehrend werden? Was hat dein liebes Herz nur so zu Stahl geschmiedet, das deine Seele Laubwelk wittert selbst in Liebe? |
| Ishvara | Mh, ist es der Mangel an Zeit oder an Eindrücken, nein auf der sinnlichen Ebene ist dieser Mangel nicht zu suchen, aber dennoch, werde ich weiter werkeln um etwas neues zu schaffen, bis dahin verbleibe ich mit den Worten der sehr verehrten Else Lasker - Schüler, für einen besonderen Menschen. Else Lasker-Schüler (1869-1945) Athanatoi Du, ich liebe Dich grenzenlos! Über alles Lieben, über alles Hassen! Möchte Dich wie einen Edelstein In die Strahlen meiner Seele fassen. Leg' Deine Träume in meinen Schoss, Ich liess ihn mit goldenen Mauern umschliessen Und ihn mit süssem griechischem Wein Und mit dem Oele der Rosen begiessen. O, ich flog nach Dir wie ein Vogel aus, In Wüstenstürmen, in Meereswinden, In meiner Tage Sonnenrot In meiner Nächte Stern Dich zu finden. Du! breite die Kraft Deines Willens aus, Dass wir über alle Herbste schweben, Und Immergrün schlingen wir um den Tod Und geben ihm Leben. |
| Ishvara | Ich muss euch wohl mal wieder mit Fremdlyrik abspeisen... ich komme im moment einfach nicht weiter... Paul Celan - Sprachgitter Augenrund zwischen den Stäben. Flimmertier Lid rudert nach oben, gibt einen Blick frei. Iris, Schwimmerin, traumlos und trüb: der Himmel, herzgrau, muss nah sein. Schräg, in der eisernen Tülle, der blakende Span. Am Lichtsinn errätst du die Seele. (Wär ich wie du. Wärst du wie ich. Standen wir nicht unter einem Passat? Wir sind Fremde.) Die Fliesen. Darauf, dicht beieinander, die beiden herzgrauen Lachen: zwei Mundvoll Schweigen. |