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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: Gedichte aus der Rabenfeder
AvenHeimweg

Wie ein Blatt im Herbst will ich fallen,
Mich wieder mit der Erde verbinden.
Wie ein Stück Holz will ich verglühen ,
Zu Asche grau, gleich Trockner Rinde.
Ich will verlöschen, versickern, verblühen,
Wie ein Lied verklingen,
Den Tod an der Hand,
Wie Pergament will ich zerbrechen,
Auslöschen was geschrieben stand.

Wie ein Tropfen im Ozean will ich vergehen,
Wie Nebeldunst in die Sphäre entschweben,
Mein Herz in der Schlacht verbluten sehen,
Meine Sinne verschenken, meinen Schulden vergeben,
Unwiderruflich will ich schwinden,
Stürzen, den tiefsten Abgrund hinab,
Meine Gedanken verstreuen in alle vier Winde,
Das Heim das ich wünsche ist das dunkelste Grab.
AvenDunkeltor

Komm mit auf deine letzte Reise,
Komm mit, komm mit, vertraue mir!
Es öffnet sich auf seltne Weise,
Das Tor zur dunklen Insel dir.

Lass los von deinem vagen Glauben!
Lass los von dieser kranken Welt!
Lass mich dir deine Sinne rauben!
Ich weiß, dass es dir gut gefällt.

Bei mir findest du den letzten Frieden,
Vollkommene Glückseligkeit,
Bei mir zwingt dich niemand zu lieben,
Komm mit, ich weiß du bist bereit.

Vergiss dein Leid und all die Plagen,
Vertrau, und reich dem Tod die Hand.
Ich werde dich auf Schatten tragen,
In mein geheimnisvolles Land.

All deine Fragen werden nichtig,
Tanz durch das Tor ins dunkle Glück,
Doch denk daran, eines ist wichtig,
Nie mehr mein Kind kannst du zurück



Der gläserne Krug


Einst war ich glasger Sand und Stein,
Gab mich in eine Form hinein.
Ein gläserner Krug, der das enthielt,
Was Pandoras Büchs' entgegenspielt.
Man sollt' mich füllen mit purem Stück,
Doch dann zerbrach ich Stück für Stück,
Bis ich ein Häufchen Scherben war.

Kein Künstler fand die alte Form,
Das Glück in mir mir war längst verloren.
Mein Dasein nun ein Mosaik.
So wechselbar und doch zerstückt.
Du kamst und nur ein Schritt allein.
Brach auf die stumpfen Scherben ein.
Mahlt' sie zu Sand und Steinen gar.


Schwarze Witwe


Mit dem neuen Tag beginnt eine neue Zeit,
Es ist mir möglich dich zu hassen.
Lauf weg, versuchs! Du kommst nicht weit.
Die Wahrheit wird dich fassen.

Ich lache über deine Taten,
All deine Worte- deine Lügen,
Auf die der Rache Netze warten;
Ich werde mich dir nicht mehr fügen.

Wie sehr veracht ich deine Person,
Du sollst es spüren, Tag für Tag,
Nun da ich sitze auf dem Thron.
Du blicks herauf und ich herab.

Es stört mich nicht, dich zu verletzen,
Selbes hast du mir angetan,
Bis Tränen meine Augen netzten;
Ich wünsch du wirst zur Hölle fahrn.

Doch vorher werd ich dich vernichten,
Bis du so klein bist, wie ichs war.
Ich bin der Kläger und der Richter.
Geb dir lebenslängelich und drei Jahr'.

Du herrschtest, grausam falsch und feige,
Kein Wunsch nach Friede, Liebe, Sinn.
Doch Herrschaften gehen zur Neige.
Ich bin die Neue Königin.

Das Blatt hat sich gewendet.
Ich spinne nun den Faden.
Der Krieg wird nur beendet,
Durch meinen Willen, meine Gnade.

Das Schicksal deiner Seele,
Liegt nun in meinen Händen,
Leg sie um deine Kehle,
Um meine Rache zu vollenden.

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