| Dysis | Siehst du den Vollmond? Siehe gen Himmel, und du wirst ihn sehen. Siehst du sein Licht? Sein weißes Licht leuchtet über jeden von uns, blendet nicht, und spendet doch Licht. Sein Licht erzeugt keine Schatten, denn es ist weich und schön. Siehst du seine Kälte? Er strahlt nicht die Wärme der Sonne Er strahlt nicht die Hitze der Liebe Er strahlt nicht die Temperatur der Leidenschaft aus. Und dennoch ist sein Licht das schönste, das existiert. Siehst du die Wolken? Siehst du, wie sie versuchen, ihn zu verdecken? Siehst du, wie er sie immer wieder durchbricht? Siehst du, wie er dennoch immer weiterstrahlt? Und siehe, er ist unerreichbar, ob der Entfernung, auf die er uns erleuchtet. Und doch hat der Mensch ihn erobert. Siehst du die Krater seiner Oberfläche? Siehst du, wie er die Erde beschützte? Siehst du, wie er uns rettete? Und siehst du, wie er deinen Blick erwidert? Siehst du seine Zuneigung zu den Menschen? Siehst du seine Liebe zur Sonne? Wie kann sich solch Gegensätzliches lieben? Wie kann solch Verschiedenes zueinander finden? Nie – und doch immer! Spürst du meinen Blick, der dir durch den Mond gezeigt wird? Spürst du meine Sorge um dich? Spürst du meine Sehnsucht nach dir? Spürst du meine Eifersucht? Spürst du meine Liebe? Ich trug dem Mond auf, dir einen Kuss von mir zu bringen. Ich bat ihn, dir diesen jetzt zu schenken. Spürst du den Kuss auf deiner Stirn? Spürst du ihn, voll Sehnsucht und Wärme? Spürst du ihn, gefüllt mit Liebe? Ich schenke dir mein Herz, wenn du mir deines schenkst. Ich schenke dir meine Seele, wenn du mir deine gibst. Ich schenke dir den Mond, legest du mir die Welt zu Füßen. Siehst du den Mond? so voll, so strahlend, so kalt? Siehst du die Sonne? so schön, so warm, so tödlich? Siehst du die Erde? so groß, so voll leben, so furchtbar? Und siehe, der Mond leuchtet! Und siehe, er leuchtet nur für dich! Und siehe, er ward von mir gesandt. Wie hast du gefunden, was du suchtest? Was hast du gefunden, als du es suchtest? Ich finde nichts, als was mir schon bekannt sei. Ich finde nichts, als was mir schon erkannt sei. Verstehst du mich? Ich nicht. Siehe den Mond, spürst du den Kuss, den er dir bringt? - von mir Siehe den Mond, spürst du die Wärme, die mein Herz dir schenkt? Siehe den Mond, spürst du, welche Macht er hat? Siehe den Mond, spürst du, sein Verderben? Ich habe erkannt, was mein Ziel ist! Hast du deines schon gefunden? Ich habe erkannt, was mein Zweck ist! Hast du den deinen schon gefunden? Ich habe erkannt, dass ich mich auflehne gegen mein Schicksal! Würdest du dich mir anschließen? Ich habe erkannt, dass du mir fehlst. Sei dir gewiss, dass ich bei dir bin, wenn du mich brauchst. Sei dir gewiss, dass ich da sein werde, wenn du mich brauchst. Sei dir gewiss, dass ich dich liebe. Siehst du? --- 10.11.2003 bzw. Überarbeitet und erweitert: 3.9.2004 |
| Dysis | Ich sah antwort gegeben, von dir gebracht. Ich sah nur was du sprachest War es dein Herz, welches sprach? Ich sah nicht mehr die Augen verschleiert, rot die Welt, rot wie Blut welches den Schmutz wegspült und Schmerz hinterlässt. Tränen löschen das Feuer Schmerzen löschen das Leben Es endete doch zum Glück war es Dezember Die Kälte ermöglichte mir, das Herz zu erfrieren. Der Schmerz starb, doch Schmerzen blieben. Jetzt sehe ich nur noch Kälte. Glut im Herzen Kälte in der Stimme Eis in den Augen Siehst du es? Warum? - Antworte doch doch nein - Kälte ist es, die bleibt Diese Stille, Geräusche erstickend Siehst du was du getan hast? Siehst du? --- 17.3.2005 |