| Mell | Ich weiß nicht wer ich bin. Irgendwie kann ich mich nur noch daran erinnern, dass ich plötzlich da war - keine Ahnung was vorher war und woher ich eigentlich kam. Auf einmal fing da etwas an zu denken , zu reden,zu fühlen und hörte einfach nicht mehr auf. Und da waren auch noch andere, sie wuselten wie wild umher, oder saßen stumm und starr in großen Räumen. Sie schrieen, weinten und lachten aber keiner hatte eine befriedigende Antwort auf meine Fragen und keiner wollte hören, oder verstehen, dass vielleicht alles nur ein Traum ist. Kann sein , dass ich selbst auch nicht wahr haben will, dass man sich mit den Menschen, die nur in den Träumen vorkommen, nicht darüber unterhalten kann, was passiert, wenn man aufwacht. Irgendwie versuche ich diese Welt zu verstehen, - versuche mich mit meiner unerklärlichen Existenz abzufinden , vielleicht sogar irgend etwas daraus zu machen, ich weiß nur noch nicht richtig was. Ich weiß ja nicht, wies euch geht aber ich kann mich einfach nicht an diese Welt gewöhnen und auch nicht an die Dinge, die jeden Tag wieder geschehen. Wunder bleiben Wunder- oder nicht ? Jedenfalls bleibt das alles für mich so unerklärlich, dass ich ,wenn mir bewusst wird in was für einem unfassbaren Märchen wir hier sind, weinen muss, vor Verwunderung. Manchmal habe ich Menschen getroffen, von denen ich gedacht habe, dass sie sich auch über das Leben wundern und auch die Dinge nicht als selbstverständlich hinnehmen aber es gibt schon komische Leute auf der Welt, mit denen kann man einfach nicht reden, die haben Angst, vor irgendetwas , wollen es aber nicht zugeben und fühlen sich stark mit ihrer Weltsicht, die zum größten Teil aus Gleichgültikeit besteht. Man kommt nicht an sie ran. Dann gibt es noch welche, die keinen Sinn mehr sehen, weil sie etwas wichtiges vergessen und verlernt haben, sich aber an nichts mehr zurück erinnern können außer an die Sehnsucht und den Schmerz. Die fallen dann den tiefschwarzen Abgrund und reißen andere mit, wenn sie nicht aufpassen. Es gibt noch unzählige andere- die meisten von ihnen sind tot. Der Rest wartet darauf. Sie verkaufen ihre Zeit für Geld um sich dafür etwas zu kaufen, was sie "Zufriedenheit" nennen. Sie bekommen es nur manchmal. Sie freuen sich auf "freie Zeit" , tun irgendwas und bemerken am Ende, dass alles vorbei gegangen ist. Doch sie sind immer noch da. Und so geht es fort, mit mir und mit uns, vielleicht wird der Lauf der Welt uns irgendwohin führen, vielleicht gibt es einen höheren Sinn und einen großen Zusammenhang zwischen allen Zufällen, den wir noch nicht sehen. Vielleicht auch nicht |
| Mell | Der Strom der Zeit währt ewiglich. Nur kurz fließt Silber staubend, königlich durch unsre brennend´Augen. Wann hört ihr auf vergängliche, zerflossene Momente aufzusaugen? Zerschlagt das Glück in bängliche Ruinen vogelscheuer Heiterkeit ? Ihr mordet Leben! - Gottgefickte, idyllenhafte Leichtigkeit |
| Mell | [...] ich wollte traurig darüber sein, dass ich nichts fühle aber konnte es nicht, konnte nichts empfinden, kein glück, nichts, nicht mal leere. Ich wollte weinen aber es ging nicht. Ich wollte lachen und mich dabei gut fühlen , frei oder so, aber mein lachen war nur gespielt, eine maske. Ich wollte ihn küssen und mich dabei gut fühlen, geborgen fühlen aber ich nahm nichts wahr. Nur feuchte Zungen, die sich berührten, nur ein bisschen saugen und beißen, ich wollte, dass er s richtig hart macht, dass ich wenigstens noch körperlichen Schmerz fühlen kann , aber das ist natürlich nicht das gleiche. Ich fühlte mich, als wäre ich nicht da, wie eine puppe, wie ein stück, ein gegenstand, gefangen, nur noch fähig wahrzunehmen , dass ich nichts mehr wahrnehmen konnte. [...] 29.03. |
| Mell | An den meisten Tagen spür ich nur das Leben um mich rum aber ich selbst bin nicht da. -Betäubung.- An den restlichen Tagen spür ich mich selbst , aber die Welt ist nicht mehr da. -Schmerz.- |
| Mell | Wenn man auch, sich selbst verloren hat Das Leben ist Einsam-sein. Kann sein, dass es besser ist, Vergessen zu versuchen, durch laute Musik, sinnfreie Gespräche, Küsse, Bücher, oder Lachen, das Gedanken verdrängt. Doch tief im Innern ist alles so Einsam, dass man schon selbst nicht mehr weiß, dass dort noch etwas wichtiges ist, etwas verborgenes, nie ausgesprochenes, das noch fehlt. Noch träumt es sich in laue Sommernächte. -*~ Man wird sich sehr nah sein~*- .doch die Einsamkeit wird bleiben. -------------------------------------------------------------------------------- Blutende Harmonie schwingt durch die Zeit. Kälte und Lust, Enge und Weichheit, verbinden sich nie, zu blutender Harmonie -------------------------------------------------------------------------------- Smaragdgrüne Tinte klopfte freundlich auf winterlich ,kahle Baumrinde, „ Ich will dir geben, was du brauchst, “, versprach sie und malte Blütenknospen, auch kleine Blätter. Doch in Unkenntnis festgelegter Wesenszüge, musste sie zusehen, selbst in Luft aufgesogen zu werden. - zurück blieben nur blasse Flecken -------------------------------------------------------------------------------- Unbegrenzte Dämmerung ! Viel zu spät, erreicht deine Schwärze meine warme Haut. Die Zeit versiegte zwischendurch nur 3 Mal : Einmal im Rauch, dann im flimmern eines Fernsehers und zuletzt in viel zu lauten Gitarrenklängen. Danach war von ihr nicht besonders viel übrig. Zu weiterer, sinnloser Existenz hätte sie sich als vorzüglich geeignet erwiesen. Doch eine undefinierbare Macht hielt das Geschehnis davon ab sich in diese Richtung weiterzuentwickeln. So verbrachte ich meine letzten Minuten In altbekannter, hübscher Nachdenklichkeit… Bis die Stille einsetzte -------------------------------------------------------------------------------- ...So wie Trauerweiden, die nichts sehen wollen -lieber leiden unter vorgetäuschtem Schmerz -------------------------------------------------------------------------------- Nichts wartet mehr am grünen Hain Blumen welken Glücklich sein Rot und doch nur tot Wasserspiele fliegen Holundersaft bejaht mit Dieben Keine Lust Schwer auf der Brust Will lieber ... schlafen -------------------------------------------------------------------------------- Morgendämmerung… Ostergrüne Grashalme, eben Vom Sonnenlicht wachgeküsst, Glitzernde, unzählige Tautropfen . Nichts flüsternd in Tränen. Munter, fließender Bach, kühle, frische Luft. Wiese in buntgrünen Farben. Hellblau, strahlender Himmel Orangeroter Horizont. Fröhlicher singen die Vögel Lieder von Hoffnung -------------------------------------------------------------------------------- Bau dir deine kranke Welt unter nichtbelebte Bäume, über unerfüllte Träume, damit sie bleiben, was sie sind. Jeder ist in sich und blind. Auf Synthetik Blut gerinnt. Aufgetaut, doch nicht vertraut, Aufgebaut, nicht angeschaut. Latex zwischen nackter Haut. Letzter Blick durch Leuchtstoffröhren. Plüschig, samtig, nah. Mich stören: Isolation, Künstlichkeit, Plastik, Unnatürlichkeit. Unaufhörlich stumm es schreit. Vakuum: moderne Zeit. -------------------------------------------------------------------------------- geschrieben von: Mell […] und schlug mit dem Kopf gegen die Wand, um den Schmerz zu betäuben. Dann strömte viel von dieser tiefroten Flüssigkeit hinab, hoch in den Himmel und die Gedanken waren endlich frei. Wachkoma 18.04.05 -------------------------------------------------------------------------------- Nie so glücklich aufgewacht Haut an Haut Warm an Warm Weich an Weich Von Gefühlen alles reich, füllte meine dunkle Leere, nur im Kopf ist noch die Schwere wegen leichter Müdigkeit, kaum merklich, weil übertönt von lang vermisster Leichtigkeit des Seins. Jetzt allein und doch zu zweit. Ich bin deins. Weil es dich gibt. 19.04.05 -------------------------------------------------------------------------------- Schnell durch den Regen Kühle Tropfen auf weißer Haut. Stillstand ist Tod. Wir halten an. Nun sitzt du da, die tiefblauen Augen so leer. Dein Körper ist nur noch eine leblose Hülle, unfähig, auch nur zur kleinsten Bewegung. Wer hat dich zu sich genommen ? Traurig, verzweifelt versuche ich deine Seele wieder zu meiner zu küssen. Hoffend, dass es dir diesmal nicht gelungen ist dein Herz anzuhalten. . . ... ____ Die Angst vergeht, denn dein Atem ist noch ganz warm. Du denkst nur nach. Es ist nicht so leicht, wenn man anders ist. -------------------------------------------------------------------------------- So viel zum Sagen und doch nichts gesagt. So viel zum Tun -Handeln blieb ohne Tat. Wo sind wir gewesen als sie uns gefragt, nach der Unendlichkeit und dem Licht und nach den Reimen in deinem Gedicht? Um uns sie war, doch sahen wir nicht. Kältehauch in ihren Augen gefangen. Schnee erschwert nicht mehr die Äste der Tannen -auch du bist gegangen- -------------------------------------------------------------------------------- Tage zu zweit zusammen gedacht, immer ähnlicher die selben Dinge gemacht, drüber gelacht. Nach einer kurzen Nacht erschrocken morgens aufgewacht. Die Tränen der Weiden schmecken nach Wein. Ungewohntes Gefühl, plötzlich mal wieder alleine zu sein. |
| Mell | Fräulein Lebensmüde Fräulein Lebensmüde ist des Lebens müde . Oft fragt sie sich, warum sie überhaupt in dieser Welt aufgewacht ist. An manchen Tagen, wenn sie viel zu früh von kratziger, rauschender Musik aus dem Schlaf gerissen wird und sich frierend in den dunklen Tag begeben muss, denkt sie sich, dass es ihr lieber gewesen wäre über Nacht gestorben zu sein oder etwas ähnliches. Sie redet den Tag über nicht viel, weil sie sich so fühlt als würde sie die Dinge durch eine Glasscheibe hindurch, von Außen anschauen. Sie denkt, wenn sie den Mund auftun würde damit irgendwelche Laute ihren Geist verlassen könnten, würde sie sowieso keiner hören, und wenn, dann würde sie niemand verstehen. Deshalb hat sie auch nicht viele Freunde. Sie mag die Menschen nicht, die sich am Schulhof in den Pausen in Menschentrauben zusammenstellen um nicht alleine sein zu müssen oder um nach außen hin stark zu wirken, weil sie noch schlechte Erfahrungen von solchen Gruppen aus jüngeren Jahren in sich drin hat. Immer, wenn sie sich selbst in einer Menschenansammlung befindet, schließt sie sich irgendwie aus. Am liebsten mag sie es dann, etwas ganz anderes und unerwartetes zu tun um den anderen zu zeigen, dass man nicht normal sein muss. Und sie hat es gern, dann ganz alleine rum zu stehen oder zu laufen, weil sie nicht das Gefühl haben will von anderen abhängig zu sein. Aber oft passiert es dann, dass sie sich ganz plötzlich ganzschön einsam fühlt, dann verfällt sie in so ein komisches Verhalten- sie tut so als wäre sie nicht da, lässt keine wirklichen Lebensäußerungen mehr nach draußen und wünscht sich, irgendjemand würde sie ansprechen und sie fragen wie sie sich fühlt und sie aus ihrer Traumwelt rausholen. Aber das macht, verständlicherweise, oft niemand und dann wünscht sie sich, sie wäre wirklich nicht mehr da. In anderen Momenten sitzt sie daheim an ihrem Schreibtisch und schreibt Tagebuch und hört dabei cranberries oder the cure, placebo oder coldplay oder etwas in der Art. Dann macht sie sich Kerzen an und trinkt heißen Tee. Wenn es dann noch draußen dämmrig ist und regnet kann es vorkommen, dass sie sogar mal ganz kurz, von einem Schauer von Melancholie überlaufen wird, dass sie richtig traurig und wahnsinnig glücklich zugleich ist. Dann ist sie in eine andere Welt- ihre eigene- eingetaucht und das Leben außen ist ihr völlig egal. Sie fühlt dann, dass das alles, was sonst alltäglich erscheint in Wirklichkeit ein unfassbares Geheimnis in sich trägt und, dass es schade ist, dass so viele Menschen sich schon an die Welt gewöhnt haben. Dann hat sie auch keine Angst mehr vor dem Morgen. Sie hat dann ein tiefes, schmerzendes Gefühl im Bauch, dass sie kaum atmen kann, so schwer ist das. Sie will keine Liebe mehr und keine Küsse, nur noch diesen Schmerz fühlen von Stille, Wärme und Tod. Am nächsten Tag muss sie erfahren, dass dieser Frieden nur von kurzer Dauer war und ihre Lebenszeit weiter, mit sinnlosen Wegen und Zielen verschwendet wird, die ihr überhaupt nichts bedeuten und dass ihr Leben vorbei geht und es doch so scheint als würde es ewig dauern. Dann tut ihr Kopf weh und etwas sticht in ihren Augen und drückt im Hals. Dann spürt sie die Sehnsucht nach irgendetwas, nach irgendjemandem, der unerreichbar ist. Das tut sie gerne um sich das Leben unerträglich zu machen. Wenn man sie so von außen beobachtet, könnte man fast Mitleid kriegen. Aber helfen kann sie nur sich selbst, deshalb wünsche ich ihr noch einen schönen Tag. |
| Mell | Mit geschlossenen Augen durch den Tag gehen, das Leben scheint auch ohne Drogen ein Rausch zu sein. Man denkt nicht mehr viel, spürt nicht mehr viel nur unbehagen und ein bisschen Angst und viel Anspannung. Keine wirkliche Müdigkeit , nur etwas in der Art, so dass die Augen dreiviertelst zu sind, wenn man mal wieder irgendwohin läuft. Das Leben besteht aus einer riesigen Ansammlung von Banalitäten. Die Zeit vergeht einfach so, mit dem Ziel, dass die Zeit vergeht. Wenn es noch kälter wird sehn ich mich nach jemandem, etwas dickem,weichem,das innendrin ganz warm ist und mich beschützt. Wie früher. Ich muss nichts mehr entscheiden. Nichts mehr tun. Nur da sein. |