| BlackElvenTear | Ich mag die Sprache und experimentiere gerne mit ihren Möglichkeiten. Manches wird mehr und manches weniger gelingen... __________________________________________________ Der Kerker Ich bin allein In einem kleinen Raum Und ich laufe Die Wand entlang Und suche die Tür Doch ich finde sie nicht Immer näher Rücken mir die Wände Drohen mich zu Ersticken in Angst Zu erdrücken In Verzweiflung Ich will fort Aus dieser Falle Will frei sein Von den Fesseln Der Vernunft Und des Pflichtbewusstseins Wer darf denn Über mich bestimmen Wenn nicht ich Und ich darf es nicht ‘man’ hat mich In seiner Tretmühle angekettet So muss ich Meine Runden drehen Tag um Tag Und Jahr um Jahr Resignation tötet Meinen Traum von Freiheit ‘man’ hat Seine Schergen Die Pläne und Pflichten Die Vorschriften Die Notwendigkeiten Und ein Heer von Sklaven Sie rufen mir zu Sei einer von uns! Doch ich wehre mich Wahre mein ‘ich’ Kämpfe für es Bis zum letzen Atemzug |
| BlackElvenTear | Wehmut Du hast mir Damals So viel bedeutet Und tust es Immer noch Da wolltest du Mich nicht Und heute Denkst du wohl Nicht mehr an mich Ich wollte vergessen Stürzte mich Von der höchsten Zinne Meines Traumschlosses Ins Nichts Haltlos Knallte ich bald Auf den harten Boden Desillusionierender Realität Ich übte Verrat An dir Ich hatte dir nie Etwas versprochen Und doch... Ich möchte zurück In die Zeit Als ich glücklich Leise hoffend Träumte |
| BlackElvenTear | Konjunktiv Du hättest dort sein können Wäre das alles nicht jetzt Sondern in einem Jahr geschehen Und du mittendrin Hätte dich die Kugel getroffen Wärst du gestorben Hätte ich dich noch geliebt War mein Traum Zu sterben mit dir Zu folgen dir in den Tod Die Andeutung meiner Treue Hat dich erschreckt Du wolltest mich Für den Fall der Fälle Überreden weiterzumachen Nach der Trauer zu vergessen Doch ohne dich wollte ich Nicht mehr leben Der Gedanke war unerträglich Ich wähnte dich unersätzlich Die Gefahr der du begegenen wolltest Sie flößte mir Furcht ein Denn ich wollte leben Und nicht um mein Leben fürchten Nun weiß ich Du wärst es nicht wert Dein Leben zu teilen Noch viel weniger deinen Tod Ich hasse dich nicht Doch die Liebe ist verflogen Du hast sie verjagt Mir unwissentlich die Freiheit geschenkt |
| BlackElvenTear | Marionettentanz Die Fassade Schön hochglanzpoliert Um zu verbergen Dass dahinter ein Schutthaufen liegt Hier ein Lachen Und dort ein Scherz Um nicht zu zeigen Dass einem nach Weinen zumute wär’ Voller Wut Freundlich sein Damit der Vulkan Nicht außer Kontrolle gerät Ja, Maskenbildner, Marionettenspieler, Was an deiner Puppe Ist denn bitteschön noch echt? Öffne die Augen Sie sagt mehr als du denkst Jenseits meiner Macht Lebt sie wirklich! |
| BlackElvenTear | Der goldene Käfig Alles zu haben Und bettelarm zu sein In bester Gesellschaft Voll Einsamkeit Unendliche Möglichkeiten Von Vernunft begrenzt Erstickt in Liebe Vergiftet von Unverständnis Mit blühendem Verstand Doch im Herzen krank Ein Schrei ohne Antwort... |
| BlackElvenTear | Lebewohl Ich wollte dir meine Seele geben Doch es gelang mir nicht Weite Strecken überbrückte ich Im Glauben an meine Träume Du hast versucht meine Seele zu berühren Tag für Tag mit aller Kraft Doch du konntest sie nie erreichen Denn sie liebt die Freiheit über alles Schritt für Schritt verstand ich Dass zwischen uns ein Abgrund klaffte Der uns unüberwindlich trennte Unsere Tagträume waren Fassade Auch meinen Körper gab ich dir Und den hast du genommen Da gab es nichts zu verstehen Und damit kanntest du dich aus Dann kam der Tag für mich An dem ich meinen Wert für dich sah Die Achtlosigkeit war mir unbegreiflich Mit der du mich verstoßen hast Es gibt keine Entschuldigung Für deinen Verrat Was ich für dich empfand ist verloren Ich bin nicht länger deine Gespielin Leb’ wohl, mein Freund |
| BlackElvenTear | Abwehr Ihr sagt So wäre das Leben Es sei nun mal so Man könne nichts ändern Ihr baut Mauern aus Worten Verliese aus Tatenlosigkeit Monumente aus Grausamkeit! Das alles nur Weil ihr euch vor dem Leben fürchtet Vor eurer Verantwortung zurückschreckt Eure eigenen Fähigkeiten unterschätzt Warum denn nicht Sich ins Gewühl des Lebens stürzen Initiativen ergreifen und die Richtung bestimmen Und vordringen bis zu den Grenzen? |
| BlackElvenTear | Scherbenglück Ich könnte zerspringen Vor Glück Das Leben wurde Zu einem Fest Weil ich dir Begegnet bin Und weil ich Für einen Augenblick Zu deiner Seele Zutritt bekam Doch jedes Fest Hat ein Ende Jetzt rinnen die Tränen Meine Wangen hinunter Weil ich dich Verloren habe Und weil ich Nicht mehr hoffen kann Dich jemals Wiederzufinden |
| BlackElvenTear | Hilflosigkeit Ich will den Schmerz nicht mehr spüren Der meine Traumwelt zerfrisst Der keine Berechtigung hat Überhaupt zu existieren Ihn zu besiegen ist schwerer als schwer Er ist ein Steh-auf-Männchen Er ist wie das Blümchen Wiederkehr Ich will ihn betäuben mit Arbeit Ihn untergehen lassen Ihn ersticken sehen In Sachlichkeit Ich versuche ihm mit Seinesgleichen Mit Grausamkeit unterzukriegen Doch leider kann ich damit Gar nichts erreichen Es tut nur weh Und so nagt der Schmerz an meiner Seele Brennt er auf meiner Haut Stachelt den Hass in mir wach Gegen mich und meine Reaktion Ich bin mir selbst Die größte Schmach |
| BlackElvenTear | diese geschichte ist mir beim stöbern in die hände gefallen, sie ist schon etwas älter... der engel, von dem sie handelt, hat nichts mit den "herkömmlichen religions-engeln" zu tun...ist gewissermaßen als "sphärisches wesen" zu verstehen, er leiht sich nur die gestalt... ------------------------------------------------------------- Den Engel, dessen Geschichte ich erzählen möchte, gab es nur für einen einzigen Menschen. Nur dieser eine Mensch konnte ihn sehen, mit ihm sprechen und nur für diesen einen Mensche trug der Engel Sorge. Eines Tages fiel dem Engel eine Feder aus seinem Flügel. Das passierte manchmal und war nicht weiter schlimm. Doch an diesem Tag schmerzte ihn der Verlust. Dennoch wandte er seinen Blick wieder dem einen – seinem – Menschen zu. Als dieser voll Sehnsucht an seinen Engel dachte, geschah, was noch niemals geschehen war: Heiße schwarze Tropfen, die flüssigem Teer glichen, fielen auf den Engel. Sie brannten bei ihrem Auftreffen Löcher in sein Gewand und seine Flügel. Der Engel nahm es hin, denn er liebte den Menschen. Auch er wurde von einer unbezwingbaren Sehnsucht erfasst. Sie zerrte an ihm wie ein Sturmwind. Der Mensch bemerkte den Aufruhr, der in der Luft lag, und rief nach dem Engel. Der Engel hörte sein Rufen nicht, doch jedes Mal, wenn der Mensch nach ihm rief, löste sich eine Feder und fiel sacht zu Boden. Verzweifelt begann der Engel nach seinem Menschen zu suchen. Seine Federn fielen zu Boden wie Schneeflocken und bald konnten ihn seine Flügel nicht mehr tragen. Das konnte den Engel an seiner Suche nicht hindern, mit zerrupften Flügeln und zerschlissenem Gewand lief er und lief und lief. Er spürte, wie er immer schwächer wurde. Immer mühsamer schleppte er sich dahin. Als seine Kraft ihn zu verlassen drohte, fand er den Menschen endlich. Doch in dem Moment da ihre Blicke sich trafen, sank der Engel, von einem gleißenden Lichtstrahl getroffen, als ein Häuflein Asche zu Boden. Der Wind trug die Asche davon und der Mensch begann, seinen Engel zu vergessen. Mit dem letzten Körnchen Asche, das weggeblasen wurde, erlosch seine Erinnerung an ihn gänzlich und es war, als hätte es den Engel nie gegeben. |
| BlackElvenTear | Geliebter Du bist fort Wo, weiß ich nicht Auch nicht bei wem In welcher Welt Und ich blieb zurück Allein mit der Erinnerung An deine Blicke Und dein Lächeln Nun lebst du in mir Gehst mit mir jeden Schritt Bis ich dich wieder Finde – oder ganz verliere Vergib mein Eindringen In dein Leben Du sollst nicht leiden Unter meiner Sehnsucht Nach allem Was du verheißen Ohne zu wissen Was du getan |
| BlackElvenTear | Traumasche Jeder Blick in den Spiegel Trifft mich wie ein Schlag ins Gesicht Denn ich sehe dich in mir Folterknecht meiner Träume Was vergessen schien Taucht auf lebendiger denn je Du hast hier nichts mehr verloren Schattengespenst meiner Träume Ich schenkte dir meine Lebenszeit Doch es war umsonst Du hast sie – hast mich – verschmäht Höllenfürst meiner Träume Durch meine Hingabe an den da Trug ich dich zu Grabe Du bist verschüttet und verwest Begreif’ doch – unsere Zeit ist abgelaufen Es gibt kein Zurück Hohepriesterin meiner Träume Bin ich! |
| BlackElvenTear | Du Du bist mein Phantom der Nacht bist der eine Gedanke der all meine Träume beherrscht der mich verfolgt von der Dämmerung bis zum Morgengrauen Du hast meine Seele geraubt hast meine Sehnsucht an dich gefesselt an dich gezogen in dem einen Moment da unsre Blicke sich trafen Du wirst mich vergessen wirst niemals erfüllen was deine Augen versprachen was ich erträumt damals und auch heute noch Du musst weitergehen musst mich hinter dir lassen weil dein Weg hier nicht endet weil er den meinen vielleicht kreuzt irgendwo – dort im Nebel der Zukunft Du brauchst dich nicht zu kümmern brauchst dich nicht zu sorgen um mein glühendes Verlangen um den Schmerz der Leere den du hinterlässt ich liebe dich. |
| BlackElvenTear | Märchenmahnung Meine Seele liegt Dir zu Füßen Dir zu gehorchen Deine treue Sklavin Doch ehre sie Denn edles Blut Fließt in ihren Adern Dir eine würdige Herrin Erhebe sie Aus dem Staub In den sie Deinetwegen sank Nimm an dein Herz Jene die dein Als Verschleppte Die Königliche kam Die Liebe entführte sie Legte Fesseln ihr an Schleifte sie hier Zu Dir |
| BlackElvenTear | Meine Wünsche für Dich Ich wünsche Dir Eine bilderreiche Nacht Traumgesichte Aus Erinnerungsfetzen An mich Ich wünsche Dir Tausend Gedanken heut’ Nacht Was-wäre-wenns Du lasest bewusste Zeilen Von mir Ich wünsche Dir Ein unruhiges Erwachen morgen Früh Gespinstversponnen Dass die Unruhe Dich treibe Zu mir Ich wünsche Dir eine wilde Jagd heute Nacht Verfolgungsgefühle Die Verlockung jener Blicke Von mir Ich wünsche Dir Schlaflose Stunden heute Nacht Grübelphasen Voller Gedanken An mich Und das alles Wünsche ich Dir Nicht aus Bosheit Verzweiflungswünsche Aus hoffnungsloser Sehnsucht |
| BlackElvenTear | Wintermond Ich trete hinaus Ins fahle Licht des Mondes Blauschimmernder Schnee Sternfunkelnde Kälte Die Winternacht ruft Meine Füße versinken Im unbarmherzigen Weiß Doch gebannt von der Schönheit Dieser großen Einsamkeit Spüre ich keinen Schmerz Was hinter mir liegt Ist Vergangenheit Vor mir liegt keine Zukunft Und ich weiß, dass Diese Nacht die letzte ist Ich gleite zu Boden Liege reglos im Schnee Glückdurchströmt Schließe ich die Augen Werde eins mit dieser Nacht |
| BlackElvenTear | Nur einmal Nur einmal Sie mich wieder so an Lass deine Augen widerspiegeln, was ich nicht zu hoffen wage Nur einmal Erwecke mit deinem Lächeln Meine sehnsuchtsvollen Träume wieder zum Leben Nur einmal Schließ mich in deine Arme Schenk mir deine Nähe, deine Wärme Nur einmal Küsse mich voll Zärtlichkeit Sprich zu mir erlösende Worte tiefsten Verstehens Fremder, bitte enttäusche mich nicht Sei der, dessen Bild sich meiner Seele eingebrannt - keine Fata Morgana Sei kein Irrtum! |
| BlackElvenTear | Wisse! Dass ich jetzt Den Blick vor dir senke Heißt keineswegs Dass du mir Gleichgültig bist Doch ich will Dir Nicht in die Augen sehen Denn dann könntest Du In meiner Seele Lesen von alledem Was vorgestern brannte Was ich gestern erstickte Was noch immer glüht Doch die Zeit dafür Ist endgültig Vorbei. |
| BlackElvenTear | Sinnverloren Im Schein der Kerze Schreibe ich Nur für dich Und träume davon Das Licht zu sein Dir allein Die Kerzenflamme flackert Ich frage mich Was ich bin für dich Und hab Angst davor Dass ich Schatten lege Auf deine Wege Der Docht im Wachs ertrinkt Sicherlich Bin ich hinderlich Nur eine weitere Last In deinem Gepäck Wirf mich weg |
| BlackElvenTear | Maskentrauer Wer will denn sehen Mein wahres Gesicht Diese Fratze aus Narben Von Tränen verschmiert Von Verzweiflung verzerrt Entstellt Maskiert nur erträglich Wer will denn teilen Meinen tiefen Schmerz Sinfonie der Sehnsucht Nach Lebensbeglückendem Nach Schönheitsgesegnetem Unerreichbar Musiziert nur erwünscht Ich kehr’ dir den Rücken heut’ Garstige Welt Und niemals komme ich Zu dir zurück |
| BlackElvenTear | Ohne Worte Mein Blick Ein stummer Schrei Doch Du Hast ihn gehört Trotz allem Funkkontakt Den Du in Eile Unterbrochen Erschrocken Über die Nachricht Theoretisch Hätte ich es Dir Auch vor allen Ins Gesicht Sagen können Es ginge nicht Deutlicher Aber unangenehmer Ginge es Durchaus Doch das hätte Dich zur Reaktion Gezwungen Und wozu sollte Ich dich provozieren Worte waren nie Viele zwischen uns Und so haben sie Da auch jetzt Nichts verloren Das Aufflackern Der Erinnerung War alles Was ich von Dir Bekommen konnte Denn das andere Das verschüttet liegt Kann man leider Von den Trümmern Nicht befreien |
| BlackElvenTear | Grau in Grau Grau in grau Verblichene Photos Die Vergangenheit In ihrer ganzen Glamourösen Schönheit Man sieht Die Gesichter Schemenhaft oft nur noch Und hinter jedem Verbirgt sich das Schicksal Lauern Leben und Tod Grau in grau Verblichene Photos Die Vergangenheit In ihrer ganzen Unverblümten Hässlichkeit Unzählige Schreie Gequälter Kreaturen Für immer gebannt Auf Hochglanzpapier Die letzten Zeugen Grausamer Verbrechen Grau in grau Verblichene Photos Die Vergangenheit In ihrer ganzen Unschuldigen Unkenntnis Noch keiner Derer die man Hier heute betrachtet Wusste damals Um seine Zukunft Nur leise Ahnung Grau in grau Verblichene Photos Die Vergangenheit In ihrer ganzen Eisigen Unaufhaltsamkeit Man kann das Schicksal Nicht aufhalten Für die Bildgestalten Kann ihre Geschichte Nicht abwenden Genausowenig Kann man sein eigenes Leben anhalten Sich gegen den Lauf Der Zeit zu stemmen Ist immer Vergebens |
| BlackElvenTear | Filmriss Der kalte Stahl Streicht über Seidenweiche Bleiche Haut Die Spur ist zart Und kaum zu seh’n Ein feiner Riss Im Elfenbein Die Bilder ziehen vorüber, Vergessengeglaubtes Ersteigt aus den finsteren Gewölben, befreit Und alles, was je von Bedeutung, erwacht Aufs Neue zum Leben, verurteilt zum Tod Die Klinge Sinkt tiefer Hin und her Gleitet sie Perlenschnur Darunter liegen Blaue Lebensadern Der erste Kuss, wie im Liebesroman – war leider Nur Täuschung, wie Vieles nur leerer Wahn Taten können nicht Worte ersetzen, sind Ohne Denken dem Scheitern geweiht Brennender Schmerz Befreit den Geist Aus Endlosschlaufen Vergangenens Ein warmer Strom Beginnt zu rinnen Fällt zu Boden Und erstarrt Die ganzen Pläne, die über Bord gegangen Zum Opfer gefallen den Umständen Sprich – ein sich überschlagendes Rad Nicht anders möglich, doch viel zu schnell Sturzflut Nimmt auch Den letzten Widerstand Das Wrack Versunken Im roten Tränenmeer Vom Dunkel Verschluckt Fort |
| BlackElvenTear | Auf ewig Fremder Geliebter Lass mich spüren Deinen Atem Und die Wärme Deines Körpers Mich umfangen Ich möchte Deine Lippen Mit meinen berühren Dem Schlagen Deines Herzens lauschen Und wenn du mich In deinen Armen hältst So sprich zu mir Die Worte Dieses Zaubers Leise und ernst Dränge mich nicht Zu einer hastigen Antwort Meine Worte Sorgsam bedacht Werden gleichen Einem Schwur Geliebter Fremder |
| BlackElvenTear | Nebelreise Du warst bei mir In der Stille Hast mich begleitet Schattengleich Ich sah dich nicht Doch ich spürte dein Wesen Im Dunkel der Nacht Wurdest du Wahrheit Sachte Berührungen Gleich Schmetterlingsflügeln Auf meinem Gesicht Drangen in meine Seele Deine geistergleichen Hände schrieben In mir die Geschichte Meines Lebenstraumes Ich wollte dich halten Im Morgengrauen Doch du wurdest wieder Zur Jenseitsgestalt Endlose Stunden Vergehen nur schleppend Ich suche und warte und Suche und finde Dich nicht |
| BlackElvenTear | Lacrimae mosae Einsame Tränen Geweint Im Schutz der Dunkelheit Meine Gedanken Sie kreisen Wie Hyänen um ein verendendes Tier Um dich Um mich Um Vergangenes Längst ist die Erinnerung Nur noch ein bleiches Gerippe Im Sand Längst sind alle Gefühle Reste getrockneten Blutes Doch ich kann Sie noch immer riechen Mit geschlossenen Augen Spüre ich noch Deinen Atem Auf meiner Haut Deine Hände In meinem Haar Und glühender denn je Brennt dein Verrat In meinem Herzen Auf meiner Seele Eine offene Wunde Ein schwelender Brand Doch langsam legt sich Ein kühlender Tränenschleier Darüber Ohne Aussicht Auf Besserung Bringt er doch Ein wenig Linderung Für den Moment Auch wenn die Zeit Meine Wunden nicht heilt Verkrusten sie doch Und schmerzen Nur manchmal noch |
| BlackElvenTear | Traumbegegnungen Träumst du auch Träume, die meinen gleichen? Pflanzt du drin Bäume, sezierst du Leichen? Träumst du auch Träume, suchst mich wie ich dich? Irrst durch die Räume – findest du mich? Träumst du auch Träume, hältst sie wie ich auch nur für Schäume? Beim Gedenken an mich – wünschst du dir da, sie wären wahr? |
| BlackElvenTear | Fata Morgana Du bist so nah Und doch so fern Du hörst mich Und berührst mich nicht Doch deine Blicke Forschen tief In meinen Augen Ich glaube schon Dass du den Grund erspähst Dass du die Zeichen liest Dein Lächeln schmilzt Das Eis in mir Und totgeglaubte Träume Erheben wieder ihre Schwingen Zu neuen Reisen Es ist das Glück nur Illusion Käm’ ich dir näher würdest du Mich voller Abscheu Weit von dir stoßen Du bist so fern Und doch so nah Ich liebe dich! Dich liebe ich?? |
| BlackElvenTear | Bitte verzeih, Dass du stehst im Schatten Meiner Lebensliebe Ihre Reste sind doch nur für Ratten Heißhungrige Traumesdiebe Dass du jene Totenwelt Sollst mit deinem Blute gießen Von Erinnerung vergällt Bittre Tränen fließen Komm, Und pflanze auf das Grab Einen jungen Baum Dass es jene Liebe gab Soll nähren unsern Traum Lass mein Versprechen Mich küssend besiegeln Nie werd dir die Treue ich brechen Auch in Todes Arme Folge ich dir |
| BlackElvenTear | Der Wolf Einsame Nächte folgen Auf einsame Tage Allein heult der Wolf Zu Nordlicht und Mond Hört in der Ferne Das Rudel jaulen Und zähnefletschend Nimmt er Reißaus Fort, fort nur von hier Weg von den Gefährten Und weg von Freunden Die keine sind Voller Hast rennt er In großen Sätzen Flieht er ins kalte Polarnachtsdunkel Sein Ziel kennt er nicht Und sein Wolfsherz Das fragt nicht Nach woher und wohin Nur die Sehnsucht gebietet ihm Allein zu jagen Und einsam jagt er Heult er und wacht Denn seinen Pfad Kreuzen nicht Freund und nicht Feind Und einsam eingerollt Wie er gelebt So wird er sterben |
| BlackElvenTear | Im Gefängnis Eingesperrt Unterdrückte Flüche Mein Rütteln am Gitter Bittere Tränen Der Brief unterm Fenster Wartend Auf einen Empfänger In der Außenwelt Flehende Worte Bittend und suchend Bringen mich Zum Schweigen Zwingen mich In die Rolle Der verständnisvollen Nachsichtigen Wohltaten und Zuwendungen meist Materieller Art Rufen Die Dankbare Auf den Plan Die erträgt Als Gegenleistung Die Schauspielerin Tröstet sich Nicht mehr lange Dann werde sie... Kauert sich In die Zellenecke Zeigt doch dem Wärter Ein lächelndes Gesicht Lasst mich frei Unausgesprochen Nie soll die Schwäche Treten ans Licht Stolz erträgt vieles Was Schmerzen bringt Heimlich Ich will hier raus |
| BlackElvenTear | Versiegelte Lippen Werd’ ich je Sprechen Mit Dir? Werd’ ich dir Jemals So ganz vertrauen Wie ich mir das Lange schon Wünsche? Kann ich je Fliehen zu Dir Hilfe zu holen Zur Zeit der Not? Darf ich je Teilen Dein Leben Ganz? Und wenn es Dies „jemals“ Sollte tatsächlich Geben – Ist es dann Bald? |
| BlackElvenTear | Abrechnung Betrug Jenseits von Recht und Gesetz Fern aller Sitten, frei jeder Moral Beschämend nicht weniger Ja, eigentlich mehr Geständnis Wird es nie geben, denn es Stieße auf Unverständnis Und taube Ohren Für seinen Inhalt Verzeihung Zu erlangen – unmöglich Weil niemand die Schande bemerkt Die eisig kalte Ignoranz rings Wie eine Mauer steht Scham Bleibt versteckt In dunklen Winkeln Tritt nur beizeiten Hervor, ist heilungslos |
| BlackElvenTear | Circenses Armselig, verschämt Steht meine Seele Vor dir Abgehalfterte Schindmäre Rostiges Wrack Narbengebilde Verblichene Schönheit Entstellt Eine einzige Frage Sagst du dann „ja“ Wird sie sich krümmen Unter dem Fußtritt Wirst du nie erfahren Welche Ruinen Deinen Weg Säumen Seit heute Doch sagst du „nein“ („nö“, „nee“ oder „na“) Wird sie erblühen In deinen Händen Als Phönixrose dunkelrot Wirst du bemerken Das Wunder, das du Selbst hast vollbracht |
| BlackElvenTear | Sommer Sonnenhitze Gleißend grell Verbrennt meine Haut Verbrennt die Gedanken Die Sehnsucht bleibt Geblendet die Augen Geblendet das Herz Ich bin dir Verfallen |
| BlackElvenTear | Zeitlos Spinne in Glas Wesen ohne Zeit Was bist du? Was sehe ich? Gekrümmt ist er Der Tod der Spinne Doch du hast noch Lebensgestalt Unbewegt Eingeglast Spinnst du kein Netz Frisst keine Fliege Rennst nicht mehr weg Wo ist dein Geist? Was bist du jetzt? Eine Dimension Hat man dir geraubt Ich habe sie noch Und kann so lang nur Existieren Und voller Staunen Blicke ich – auf dich In dieser Scheibe Glas Was wurde dir da angetan? Was hast du noch gefühlt? Spinne in Glas Nicht mehr diese Welt Du bist doch nicht tot Wie Spinnen tot sind Natürlich Lebst du nicht mehr In welchem wundersamen Zwischenland bist du gefangen? Wohin kann ich sehen? Welchen Halbtod noch begreifen? Wie kann das sein – die Kugel blickt Ins Flächenland? |
| BlackElvenTear | Himmel und Hölle Ich möchte Dich finden Gerate nur immer tiefer In Finsternis Ich suchte Dich schon Hoch in den Wolken Und auf den Bergen Ich grub hinab In den Schoß der Erde Segelte mit dem Wind Und lotete des Meeres Tiefe Bei den Sternen fragte ich Ob nicht sie dich gesehen Durch Himmel und Hölle Sahen suchend meine Augen Du aber bliebst verborgen Jetzt warte ich nur noch Darin mich übend und geübt Geduld zu haben Die Zeit verrinnt Der Countdown läuft Du bist doch da – Dort draußen irgendwo Auch Suchender wie ich Was zögerst Du Komm doch ans Ziel Den Himmel Und manchmal So wie jetzt ohne Dich Die Hölle |
| BlackElvenTear | Prenez garde Monsieur ! Prenez garde Monsieur L’amour est un oiseau rebelle, Vous savez ça ! Prenez garde Monsieur Un jour il sera trop tard Peut-être déjà demain ! Prenez garde Monsieur Une femme dépitée Devient un lémure Qui vous talonnera Jour et nuit Prenez garde Monsieur ! Prenez garde Monsieur Ne jetez pas votre avenir Vous n’avez qu’un ! Prenez garde Monsieur Il y a des faux pas Sans retour ! Prenez garde Monsieur Les fantômes Ne sont pas des jolis copains Ils vous tiendront emprisonné Toute votre vie – donc Prenez garde Monsieur ! |
| BlackElvenTear | Brückenträumer Wie ein Falke Kreise ich Du schöner Panther Am Himmel Hoch über dir Ich spähe aus Nach jedem deiner Sommerschweren Schritte Dort weit unten Streichst du Durch die Steppe Auf den Fell Die Sonne brennt Ich kreise Über dir Verfolge dich Auf deinem Weg Kann nicht hinunter Zu dir Und du Siehst niemals herauf Ich muss fliegen Bis die Flügel erlahmen Bis die Augen blind Dann erst darf ich Fallen Zu dir |
| BlackElvenTear | Das Urteil In deiner Hand Ist scharfe Munition Du bist der Herr Über Leben und Tod Da stehst du – ahnungslos Begreifst nicht das Urteil Das du selbst fällen wirst Ich erwart’ es – sprich! Erschieß’ mich oder lass es sein Doch steh’ nicht länger still Oh Richter sprich! Beende diese Angst Die Ungewissheit Die Geist und Wille lähmt Noch wart’ ich – aber bald Ist Henkers Werk vollbracht Von meiner eigenen Hand Kommt jeder Freispruch Zu spät |
| BlackElvenTear | Delirio Im Traum Streiche ich Über deinen Schönen Körper Hingegeben Dem Moment Spüre deine Haut An meiner liegen Und bin glücklich Deine Küsse sind Feuersturm und Wasserfall Eingehüllt in Diene Arme Ist des Lebens Unbill fern Hab ich endlich Dich erbeutet Schlag ich Die Krallen Dir ins Fleisch Möcht’ dich halten So für immer Dass du niemals Mich verlässt Deine Kraft Lässt mich Erlahmen Knochen ächzen Atem stockt Doch ich trinke Lebensfluten Deiner Lippen Sehnsuchtsstrom Tauche ein Ins tiefe Meer Unsrer Liebe Spielesweisen Lass mich treiben Tief und tiefer Aufzutauchen Nie mehr möglich Unerwünscht Denn ich möchte Heut’ ertrinken Vergehen Am letzten Grund Deines Herzens Ewig ruhen In der Dunkelheit Sinke ich Tief und tiefer Schlage auf Und bin erwacht Allein |
| BlackElvenTear | Engels Tagwerk Hast heute Eispanzer geknackt Und mit einer Geste Gebirge zermalmt Hast heute Das edle Metall Im Feuer befreit Mit einem Blick Hast heute Die Wüste begrünt Mit deinem Hauch Zum Leben erweckt Hast heute Die Scherben gefegt Von meinem Weg Mit einem Lächeln Hast heute Mich über den Abgrund Des Krieges sicher getragen In deinen starken Armen Hast heute Mir Obdach und Schutz gewährt Hast mir Frieden gegeben An deiner breiten Brust Ich konnte dir nicht danken Denn du bist ein Engel Der im Vorübergehen Die Welt verzaubert Fortgeweht vom sanften Wind Doch ich trage für immer Dein Zeichen in meinem Herz |
| BlackElvenTear | Lichtens Verwandlungen Zitternd Schwankend Ein Licht in der Ferne Darüber wölben sich Majestätisch die Sterne Ein Mensch Im Dunkel Allein Ich wünschte Du Wärest er Darüber wölbten sich Majestätisch die Sterne Dein Licht in der Ferne Funkelnd Glänzend |
| BlackElvenTear | Gesucht: Du Welkende Pracht und Alternde Träume Werde ich Dich wiederfinden? Ein leuchtendes Blatt im bunten Gewirbel Suchende Worte im lauten Gerede Und – Du? Wo? |