German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 
  Forum: Nebelpfade
    Thema: Feuer
L-I-L-I-T-HStilles Lärmen durchdringt die Wärme einer kalten Nacht,
in Naturnähe werden die Laute eins mit der Umgebung.

Wie hell können Glanzlichter einer sich umarmenden Ewigkeit strahlen?
Wenn unser Blick den Kosmos streift und wir zu Füßen liegen, der Unendlichkeit ...

Die Stille in uns wird zur Gravitation für das Fühlen eines Pulses,
der jenseits liegt, fernab der Städte und Strassen, erbaut um das rasende Vergessen zu beschleunigen.

Lichtgeschwindigkeit wider des Verstehens, wider der Erinnerung, wider des Verlangens.
Denkst du zurück an die Sommer deiner Kindheit ?
Denkst du zurück an die absolute Dunkelheit?
Fühlst du noch das Fühlen ?
Fühlen einer Einheit?

-----------------------------------------
Warm und fest liegt deine Hand um meine, geleitet mich zu dem was du „die Feuerwache“ nennst. Ich kenne dieses Terrain nicht, bin deiner Führung ausgeliefert, deiner Sicht und Sicherheit und doch habe ich mich niemals so gut gefühlt. Auf halbem Wege liegt die Lichtung, einladend den Blick ins Firmament zu heben und dem was sich da göttlich nennt,
in sein tiefblaues, fast schwarzes Antlitz zu blicken. Die gewaltigen Feuer des Universums, zusammengeschrumpft zu Millionen kleiner Lichtpunkte geben mir Gewissheit und die Antwort auf eine Frage. Tränen brennen wenn sie fließen wollen, doch wir gehen weiter, zu dem was irdisch sich selbst zerfrisst.

Den ganze Nachmittag waren wir beschäftigt. Ich bei euch und eurem Tagwerk, das Holz des Ganzen Jahres. Das was die Stürme sich erbeuteten, was tot und alt, gestürzt, zerfetzt und morsch war, aufzuschichten und zu entzünden. Einiges ist zusammengekommen auf diesem großen Areal und so leuchtet der Schein weit in die Dunkelheit. Der Asphalt des alten Tennisplatzes ist gesprungen, durchzogen von tiefen Furchen der Zeit, eigentlich nutzlos, doch in dieser Nacht ist dies ein Festplatz. Es schlägt meterhoch, ein herangehen ist nur bis aus zwei Meter möglich, es ist einfach zu heiß. Fasziniert sehe ich die Funken, steigend wie tausende Glühwürmchen, sich verlierend in der Schwärze. Die Äste sterben prasselnd, die Gewalt der Hitze lässt die Feuchtigkeit verdampfen und manchmal knackt es wie ein Schuss.
Ehrfürchtig starre ich auf das, was ich hier so nicht erwartet hätte. Werde mir bewusst das deine Hand verschwunden ist, drehe mich um und sehe dich an. Eigentlich wollte ich was sagen, doch ich sehe dich nur an.

Sehe was ich nicht vermutet habe, was ich nicht wusste und doch schon immer ahnte. Erfasse das was wir so lange schon gesagt haben, doch niemals war es möglich zu begreifen, zu ergreifen, innerlich zu umarmen. Wie oft habe ich von Freundschaft gesprochen ? Wie oft von Emotion ? Ich kann es nicht mehr zählen, doch begriffen habe ich es nie, nie wirklich. Und ich denke an den anderen Freund, sage dir, wie schön es wäre, wie perfekt, wäre auch er jetzt hier. Doch er ist es ohnehin, in unseren Gedanken ...


Feuer ...

In seiner Zerstörung liegt die Geburt des Neuen,
in seinem Licht scheint die Gewissheit der Vergänglichkeit.
In seiner Wärme wird das Überleben zugesichert,
in seiner Hitze verbirgt sich reine Energie.

Angesichts einer Gewalt wie dieser,
wirken die Kleinlichkeiten unseres Alltags,
wie ein schlechter Witz.
Dazu erst geboren um in der Schnelllebigkeit und deren Nebel zu ertrinken.

Im roten Schein der Glut erst sieht man das was wir die Seele nennen und sei sie auch
Sehr ungewöhnlich und macht sie uns auch frieren, so können wir sie ertragen in der Gegengewalt des Feuers Hitze.

Es friert mich noch heute, das was ich sah in jener Nacht ...

Doch was mir ewig bleiben wird, ist die Erinnerung welche ich nun mit dir teile. Ein Geschenk das uns verbindet und zukünftig verbinden wird. Ein Garten und ein Feuer und die Gewissheit das es Milliarden von Lebenswegen gibt unter den Sternen. Viele werden sich gleichen, doch manche sind einzigartig. So einzigartig wie Du und diese eine Nacht ...

Feuer ...

... ich habe es nicht vergessen und ich werde es niemals vergessen.

Mein Dank an einen einzigartigen und niemals fassbaren Freund ... nun hier geschrieben, in sein virtuelles Heim ...
L-I-L-I-T-HGuten Morgen,

du bringst mich in Verlegenheit. Stellt sich mir doch die Aufgabe etwas niederzuschreiben was ich zwar sehr genau wahrnahm und es auch benennen kann, es jedoch so zu verpacken das es "öffentlichkeitstauglich" wird. Ich weis nicht, ich hätte das Gefühl dir zwangsweise eine Jacke von Leib reissen zu wollen. Obwohl, eigentlich ist das verrückt, du hast ja niemals versucht dich zu verstecken. Manchmal, im Nachhinein, kommt es mir so vor, als seist du als Person immer nur "bei dir selbst zu Besuch". In einigen Momenten, wenn man Glück hat, darf man dabei zusehen. Vielleicht ist das was dich da "besucht" aber auch nur der Teil deiner selbst den ich erfassen und verstehen kann und daher realisiere ich ihn als Person, wärend das andere, das was sonst zu sehen ist, mir ein Rätsel bleibt und somit von mir nicht als Teil einer Persönlichkeit wirklich zu erfassen ist.

Aber das was ich wirklich sah, dass was mich wirklich frieren ließ, das warst nicht du, sondern das Wissen um deine Umwelt und deren Verhalten und deine Reaktion darauf. Ich erlag immer dem Irrtum des "Glauben wollens" an das "Gute", das "Einzigartige". Du nanntest das immer "Langeweile" .... in jener Nacht erfasste ich erstmalig warum und, du erinnerst dich? Träume die gehen wollen beweint sein, aber soweit kam es nicht wirklich, wir waren dann am Feuer ...

Es war schon verrückt, in dem Moment wo ich endlich aufhörte dich ändern und therapieren zu wollen, durfte ich erfahren wie logisch dein Verhalten ist. Hast auch du mir endlich einen Blick auf die Gründe gewährt und hatte ich erstmalig das Gefühl das auch du meine Anwesenheit sehr genossen hast. Vorher war es immer eine Art "Nutzverhältnis" ... in jener Nacht hatte ich das Gefühl von Vertrautheit auf beiden Seiten. Vielleicht weil ich begann dich zu verstehen und seit jener Nacht hat der Wunsch dich ändern zu wollen sich verflüchtigt. Am stärksten war eigentlich das Gefühl von Erkennen, einen Teil, und ich betone, nur einen Teil deiner selbst, der mir selbst zu eigen ist. Nur haben wir beide komplett andere Prämissen und Umgehensweisen entwickelt. Du hast diesen Teil in dir eingeschlossen, hütest ihn wie eine Art Schatz, den man nur sehr selten zu sehen bekommt. Ich hingegen jage die Perfektionierung und die Herrschaft der Emotionen. Dein Verhalten ermöglicht es Menschen dich zu sehen als was immer sie dich sehen wollen, ermöglicht ein Zugehen und Dir ein Helfen. Mich fasziniert es ungemein das du das alles messerscharf siehst und auch wahrnimmst was dabei alles auf der Strecke bleibt, aber du hast dich entschieden und du hast dir ganz bewusst Ausgleiche geschaffen. Dein Leben ist sehr kontrolliert, du beherrscht es quasi und du willst es ja so. Mich ließ der Preis und das Wissen um die ewig gleichen und oft sehr unschönen Mechanismen die Dir begegnen, wirklich frieren. Für dich sind sie Alltag ... du tust es, weil du es kannst. Diesen Satz habe ich bis zu jener Nacht nicht verstanden und heute ... nun ja ... ich bin wohl das lebende Beispiel für den Preis den man zahlt, so man sich diesen Erkenntnissen verweigert.

Mein Weg ist der gegensätzliche ... somit ist es kaum möglich mit mir umzugehen. Du kannst es, weil du so anders bist. Aber nur, weil du dich entschieden hast anders zu sein, nicht weil du es unbedingt bist. Sonst würden wir uns nicht so verstehen wie wir es tun, in manchen winzigen (und mir sehr wertvollen) Momenten ...

So, ich höre jetzt auf, es wird sonst zu lang und ich weis auch nicht inwieweit dir dieses laut darauf herumdenken recht ist. Ich weis nur eines, wären wir in jener Nacht nicht zum Feuer gegangen, ich hätte ernsthaft darüber nachgedacht, als Ersatzhandlung einen PC zu ermorden *Grins*

Danke für die weitaus bessere Alternative einer wunderbaren Erinnerung ...

Grüsse
L-I-L-I-T-Hhm ... Nachtrag ...

Ich stand von Rechner auf, ging duschen und hatte ständig das Wort "untot" im Kopf. Ja, ich denke das war es was ich in dieser Nacht erstmalig verstand ...

Und heute, es ist völlig verrückt, ich habe mir immer gewünscht zu sein wie Du, damit endlich Ruhe wäre. In jener Nacht und auch in einer davor, als ich erstmalig die Kälte fühlte die von diesem Zustand abstrahlt, als ich kurzzeitig nur, fühlte wie all meine Ideale in's Wanken kamen und einer tiefen zynischen Stille Platz machten, da begann ich erst zu begreifen was ich mir da gewünscht hatte. Heute weis ich das Du es warst der verhinderte das ich dort blieb, schlicht indem Du mir zeigtest was es auf die Dauer tut, tun würde. Indem Du mir vor Augen führtest was der Preis wäre ... manchmal habe ich Dich gehasst.

Mein Leben war eine Katastrophe, eine Aneinanderreihung von Wahnsinn und ich bin einfach irgendwie hindurchgerast und habe es überlebt, auch emotional überlebt. Als wir uns trafen war ich der Meinung es sei vorbei, doch dann trat etwas ein was ich niemals vermutet hätte. Erstmalig jagte ich bewusst, erstmalig mit völliger Unnötigkeit stellte ich mir eine Situation her die mich in Gefahr brachte und ebenso erstmalig, wäre ich diesmal wirklich darin umgekommen. Denn diese Gefahr war selbstgebaut, erstmalig bewusst herbeigeführt. Wohl aus dem Wunsch heraus endlich loslassen zu können und all das erfasste ich in dieser einen Nacht. Ausformulieren konnte ich es noch nicht, erst kommt das Erleben, dann das Verarbeiten ...

Man könnte sagen wir sind wie Tod und Leben, und doch mögen wir uns, da das Eine ohne das Andere den Sinn seiner Existenz verliert und somit auch die Faszination voneinander. Mit dem Unterschied das das Leben sterben will, der Tod aber nicht Leben. Und Du hast mir gezeigt das das Leben unsterblich ist da der Tod es nicht will und es sich verdammt nochmal endlich damit abfinden soll zu sein was es ist. Kurz und gut, ich bin "unkaputtbar" und ich kann mir viel Leid ersparen wenn ich aufhöre meine Zerstörung zu jagen. Denn das was Du bist ist nicht erstrebenswert und resultiert aus der Notwendigkeit Deines Willens. Aber meine Bewunderung und Faszination bleibt und die Freude das Du dich entschieden hast, trotz Allem, nicht bitterböse und gemein zu sein. Denn Grund hättest du dazu zu Hauf ...

Eine bewusste Entscheidung hin zum "Guten" das in dieser Welt witzigerweise den Stempel Satan erhält. Obwohl es nichts ist als die völlige Freiheit gut zu sein oder böse, beides lässt dich "kalt". Dann obliegt die Entscheidung ob man vertraut oder hasst. Was ich fatal finde ist das niemals gefragt wird was Du willst, man will dich besitzen und zur Not versucht man dich zu erstechen, rücklinks, Hauptsache die Jagdtrophäe stimmt. Und du weist das und hälst still ... erschreckend unberührt. Ein Spiegel einer traurigen Realität ... ja, ich wollte weinen. Weinen über das ewig gleiche Spiel und ich war unglaublich zornig. Wollte dich umarmen und trösten, doch nicht einmal Trost brauchst Du ...

... und sie nennen Dich einen Blutsauger. Nun hasse ich sie und gleichzeitig weis ich, sie können nicht anders. Ich konnte nicht anders ... aber jetzt kann ich es. Und seitdem ich das weis, will ich nicht mehr sterben ...

... ich wusste nicht einmal das ich es jemals wollte ...

bis es soweit war ...

nein, ich kann es nicht sein ... untot ... und das ist gut so, denn ich wäre bitterböse.

Und so stehen wir auf zwei entgegengesetzten Seiten und sehen doch das Gleiche. Haben wohl eine Basis uns auszutauschen ohne einander beherrschen zu wollen und können uns mögen und interessant finden, da wir uns nicht in's Gehege kommen. Dazu sind wir viel zu unterschiedlich ... und ich kann es akzeptieren, denn du hast es mir vorgeführt und mitgeteilt. Dein Wesen und Deine Beweggründe, so wie ich Dir das Meine. Soweit wir uns verstehen, können wir das auch ...

Das habe ich gesehen ...

Gruss
L-I-L-I-T-HGuten Morgen,
was ein wunderbar sonniger Tag. Die Welt strahlt, sie ruft und man kann an einem solchen Tag einfach nur fröhlich sein. Mein guten Morgen Kaffee steht hier neben mir und ich weis noch nicht recht was ich mit diesem Tag tun werde. Aber ich denke das gleiche wie du, wenn nicht beiderseits etwas dazwischen kommt.
Äusserlich unterscheiden sich unsere Leben nicht unbedingt frappierend ...


[QUOTE][i]Original geschrieben von John Milton [/i]
[B]das leben redet - aber der tod schweigt...[/B] [/QUOTE]

Was sollte er auch groß erzählen? Zumindest was das grundsätzliche, das darunterliegende betrifft? Ist es doch für ihn ewig gleich und bleibt ihm nur die Erstarrung der Wiederholungen so gut wie möglich zu ertragen. Ich weis um den Preis, du selbst hast ihn mir gezeigt. Daher finde ich es ja so bemerkenswert das du auf einer Seite stehenbleibst und deine Entscheidung gelassen beibehälst ohne zu überlegen einmal die Seiten vollends zu wechseln und sei es wider der Langeweile. Das Leben ist ist wohl ein fürchterliches Waschweib *lacht*, aber für das Leben ist es ja auch des öfteren noch spannend. Was wohl einfach daran liegt, dass das Leben geneigt ist die Utopie zu jagen, sich selbst etwas vorzumachen wider des besseren Wissens. Denn es liegt nicht an eingeschränkter Sicht, eher im Gegenteil. Das Leben versteckt und schützt sich vor all zu widerlich Erscheinendem um sich zu erhalten. Aber gesehen hat es das Elend schon längst. Doch sind wir mal ehrlich, die Annahme dessen und damit der Tod der Hoffnung, des Glaubens, der Träume, mag dazu angetan sein ein möglichst realistisches Bild herzustellen. Aber wo bitte bleibt der Spass ?
Ich denke Du verstehst schon was ich meine. Beweglich sein durch Selbstlügen und Utopie oder Festgenagelt auf die reine Ratio. Was also hätte er schon zu erzählen ...? Obwohl es mich wundert und sehr erfreut, dass wir uns eigentlich immer etwas zu erzählen haben ...



[QUOTE][i]Original geschrieben von John Milton [/i]
[B]ich weiss *lächel*
gesagt hatte ich es dir ja ganz am anfang, dass du mich eines tages hassen würdest. tröstet es dich, zu wissen, dass das normal ist?
jeder, den ich in meine "nähe" lasse, hasst mich eines tages.
nicht für das,was ich bin, sondern dafür, dass ich weiss, [B]wer[/B] mein gegenüber ist.
manchmal hasst man eben den spiegel für das bild, das man zu sehen bekommt.[/b] [/QUOTE]

Hm ... brauche ich denn Trost? In diesem Falle nicht, man hasst es immer wenn man Schmerzen hat und dann bohrt da noch jemand gnadenlos drin herum. Heute weis ich, dass es gut war das du mich nie belogen hast und sei es um den Schmerz zu lindern. Manchmal hast du ihn bis in's rasende gesteigert. Aber auch das war dir nur möglich da ich es zuliess und weil ich das tat, wird ein Teil von mir es so gewollt haben. Auch du warst manchmal ja geneigt es zu beenden, auch du gingst an deine Grenzen, zumindest hast du das gesagt und ich glaube dir. Vielleicht hast du durchgehalten weil es so nicht ganz so langweilig war wie sonst, vielleicht ist das der Grund warum auch du mich magst, warum wir uns voneinander angezogen fühlen, wir langweilen uns nicht so oft. Mal abgesehen von vielen anderen Dingen die wir aneinander wohl schätzen, darüber sprachen wir ja längst. Ich bin schwierig, ich weis das und von daher ist dieser Hass nicht verwerflich, sondern eher eine logische Folge. Darum konntest du es auch voraussehen. Wichtig ist doch, dass er nicht so übermächtig wurde das er überdauerte. Heute ist es vorbei, heute kann ich dich schätzen und mögen und, was wohl den Umgang sehr erleichtert, teilweise verstehen und hinnehmen wie du bist und was du dich entschieden hast zu sein. Ich sagte einmal, "es gibt immer einen Weg zurück". Mag sein das es diesen Weg gibt. Aber du bist der erste Mensch dem ich glaube das er ihn niemals wird gehen können. Heute habe ich manchmal den Wunsch zu weinen wenn ich an dich denke. Bist du doch das lebende Beispiel was Grausamkeit bei einem Menschen anzurichten vermag ... Und gerade bei dir macht mich das sehr traurig. Also doch Trost, aber nicht für den Hass ...


[QUOTE][i]Original geschrieben von John Milton [/i]
[B]wie gefährlich wäre es, den spiegel zu zerschlagen?
was würde denn geschehen, wenn ich - und sei es auch nur ein einziges mal, "zurückschlagen" würde?

weisst du, manchmal berührt es mich schon, wenn einer der menschen, die mir wirklich wichtig sind, sagt, ich würde ihn nicht an mich heranlassen. ihm nicht wirklich sagen, was ich denke...
aber wie sollte ich das tun?
niemand - am allerwenigsten ich selbst - würde mir glauben, dass ich mir nicht jederzeit über jedes wort - und seine wirkung auf den anderen, bewusst wäre. die option, etwas "im eifer des gefechts" gesagt zu haben, zu sagen, was ich "fühle", die gibt es nicht. also sage ich nur das, was der andere erträgt.
worte als waffen....[/B] [/QUOTE]

Ich weis nicht. Ich würde dir diese Option durchaus zugestehen und habe es auch so manches Mal getan. Allerdings habe ich es dir nie gesagt ... Du kennst mich sehr gut und du weist, dass ich ein wirklich guter Beobachter sein kann. Wenn ich das "Mich" abschalte kann ich viele Dinge sehen, natürlich nur, was zu sehen ist, aber das erfolgt nicht immer bewusst. Früher einmal, es ist wohl sehr lange her, da waren wir gleich, hatten die gleichen Voraussetzungen in unseren Genen mitgegeben und, soweit du dich auch davon entfernt haben magst, es war einmal da. Und manchmal, verzeih mir, aber manchmal, da "geht es mit dir durch". Mag sein du willst das nicht wahrnehmen oder aber es interessiert dich nicht in seiner Winzigkeit von Sekunden, schliesslich steht deine Persönlichkeit fest und ist davon niemals bedroht, aber es ist wahrzunehmen so man dich genau beobachtet, wenn du dich "frei fühlst". Ich sehe es als Kompliment und Bestätigung das du mir vertraust wenn du dich so unbefangen gibst und mich in deine Nähe lässt. Aber es war auch erst der Grund das ich im Anfang meinte, du würdest dir etwas vormachen und bestrebt war, dich davon zu "befreien". Witzigerweise sehe ich es nun öfter. Jetzt wo ich hinehme das es nichts gibt wovon ich dich "befreien" müsste. Jetzt, als ich aufhörte dich unbedingt begreifen, verändern und "für mich einnehmen" zu wollen, jetzt wo ich aufhörte an dir "herumzuzerren", jetzt funktioniert das ... Du hast mir eine sehr neue Definition von Freundschaft beigebracht. Den Anderen zwar nicht unbedingt verstehen zu können, ihn aber zu schätzen und interessant und sympathisch zu finden, ihn hinzunehmen und sich an dem zu freuen was von ganz allein entsteht. Besonders im Umgang mit dir ist es sehr wichtig eine gewisse Distanz zu halten, dich nicht zwingen zu wollen, dir zumindest nicht das Gefühl zu vermitteln, dich zwingen zu wollen. Du bist sehr empfindlich auf diesem Sektor, wohl weil du es zu oft erlebt hast.

Den Spiegel zerschlagen, der Spiegel der zurückschlägt. Ich weis es nicht, ehrlich ... es käme auf einen Versuch an. Aber gab es den nicht schon längst? Ich meine, es gab viele die versuchten den Spiegel zu zerschlagen, aber in deinem Fall, er liess sich nicht zerschlagen, er trat einfach beiseite. Und zurückschlagen, könntest du das? Du wirfst etwas zurück, etwas was sowieso schon da ist. Kann ein solcher Schlag tödlich sein? Und, sind wir einmal ehrlich, es ist doch nicht dein Ziel, den sich Spiegelnden zu verscheuchen, sonst wäre all dein Handeln seines Sinnes beraubt.
Irgendwie ist es doch die ewig gleiche "Zitterpartie": Na ... ? wird er / sie es ertragen oder nicht? Wird er /sie dem Hass und dem Egoismus erliegen und mich zu "erlegen" versuchen?

Du hälst an deinem "Ehrenkodex" der Ehrlichkeit fest, was bleibt dir auch, du willst schliesslich noch in dich selber blicken können. Im Grunde weist du längst was in 99,999% der Fälle geschehen wird. Und doch tust du es weiterhin ... Und manchmal sticht dich wer von dem du es nicht erwartet hättest, ebenso wie jemand dem du es von Anfang an zugebilligt hast. Ich denke an eben diese "Feuernacht".

--------------------------------------

Du brauchst keinen Trost mehr.


[QUOTE][i]Original geschrieben von John Milton [/i]
[B]erschreckt es dich?
macht es mich noch etwas unmenschlicher?

all das ist lange abgelebt....[/B] [/QUOTE]
L-I-L-I-T-H*blöde Zeichenbegrenzung, grummel*

Weiter im Text:

Nein, es erschreckt mich nicht. Es macht mich traurig und erzeugt in mir ein Gefühl der Resignation. Es muss etwas geben was man tun kann, aber ich bin nicht diejenige die es tun kann. Das wärest du nur selbst und du siehst dafür keinerlei Notwendigkeit. Somit ist diese nicht vorhanden. Unmenschlich? Was ist menschlicher als das was du getan hast ... loslassen, vor langer Zeit ... ich habe es doch auch versucht. Bin ich unmenschlich ? Menschlichkeit ... ist oft auch Grausamkeit und du bist die lebende Reaktion darauf. Das ist es was mich, manchmal nur, erschreckt. Menschlich hat zwei Seiten ... Deine und Meine. Wir beide beinhalten wiederum beides, nur sind unsere Prämissen spiegelverkehrt. Ja, du hattest sehr viel Zeit und du nutztest sie um eine Persönlichkeit zu formen, einen Weg für dich zu finden, sei dieser auch ungewöhnlich und nicht völlig verständlich, so ist es ein Weg den du gefunden hast. Und das, verdient in Anbetracht der Umstände, auf jeden Fall Respekt.


[QUOTE][i]Original geschrieben von John Milton [/i]
[B]hexenjagd im jahre des unheils 2003
und auch das nur als langweilige wiederholung...
trotzdem - du hast es ja in den vergangenen tagen mitbekommen, ist das ein thema, das mich immer noch zutiefst trifft. nicht so sehr das,was jetzt geschieht, sondern wenn ich mir für einen augenblick vorstelle: was wäre, wenn...
vielleicht tue ich es, wenn ich eines tages die nachtwelten verlasse.[/B] [/QUOTE]

Auch das ist eine Sache auf die ich erst durch dich aufmerksam wurde. Auch dies ein neuer Impuls den ich durch dich erhielt. Einer der Gründe warum ich den Umgang mit dir sehr schätze, du bringst mich vorwärts. Wenn du diesen Gedankengang des "was wäre wenn" gehst, so verliere Folgendes bitte nicht aus den Augen:

Wissen schützt vor Thorheit nicht ...
Traurig genug und zusätzlich ... "Denn sie wissen nicht was sie tun (in diesem Falle, wovon sie reden) ...
Das in Kombination ist "tödlich" ... und vielleicht, nur vielleicht, wirst du etwas damit bewegen, doch um welchen Preis?
In letzter Zeit sprichst Du öfter vom "Verlassen" ... mag sein ich irre mich, doch nun mal eine Voraussage von mir. "Du warst immer nur zum Teil hier. Und du wirst auch nur zum Teil gehen".
Tu was richtig ist, in deinen Augen richtig. Damit bist du immer gut beraten ...



[QUOTE][i]Original geschrieben von John Milton [/i]
[B]und vielleicht erzähle ich dir eines tages die ganze geschichte...
[/B][/QUOTE]

Das must du nicht. Ich sehe den "Ist-Zustand" und da weis ich ehrlich gesagt nicht einmal, ob ich es wirklich wissen will. Aber wenn du es eines Tages wünscht, werde ich dir zuhören und mich über dein Vertrauen freuen ...

Grüsse
L-I-L-I-T-HUnd wieder ein Sommermorgen,

die Nebel taucht alles in einen leichten Grauschimmer und ich bin um 4.30 Uhr aus dem Bett gefallen. Die "Killer-Woche" ist endlich vorbei und gestern haben sie zum Abschluss nochmals richtig Lärm gemacht. Ausgeschlafen bin ich also nicht, hellwach dennoch.

Dem Garten hat ein Gewitter der letzten Tage übel mitgespielt. Ich war gestern noch Rosen schneiden, es gibt welche, die riechen wie Himbeeren und haben auch die gleiche Farbe, ich liebe meine Rosen ... Es hat einige Büsche zerfetzt und Stauden flachgelegt. Hoffentlich erholt sich das wieder ...

Dein Lachen habe ich noch im Ohr. Du bist irgendwie schon erstaunlich, es gibt kaum jemanden mit dem ich mich besser so richtig hemmungslos beömmeln kann. Manchmal denke ich, "man muss den Horror erst gesehen haben um sich darüber kaputt zu lachen". Manche mögen das Zynismus nennen, ich nenne es die "einzige Verteidigung". Zynismus beisst, er lacht nicht ...
Es ist als ob man es von sich weghält, ihm verbietet das Leben zu beherrschen und ist sich doch seines Vorhandenseins immer bewusst. Es ist wie Umschalten wenn im TV wieder einmal zerfetzte Leichen oder halbverhungerte Kinder gezeigt werden. Ein Fluchtpunkt und eine Befreiung. Ich glaube wer viel zu weinen hätte, der kann ersatzweise furchtbar herzhaft lachen und ich geniesse das sehr.

Manchmal frage ich mich ob ich ein Biest bin, manchmal denke ich, ich bin es mit Sicherheit und dann werde ich sehr wütend und auch traurig. Ich habe mir oft gewünscht ein typisches "Weibchen" zu sein. So eines mit sanfter Stimme und unschuldigem Augenaufschlag. So eines was man(n) hofiert. So war ich nie und doch hätte es vieles einfacher gemacht oder mich getötet, je nach dem. Stattdessen hasse ich diese Art von Frauen, wohl auch aus Neid ...
Sie können das was ich nie konnte, Männer um den Finger wickeln und sich daran freuen. Gut, ich habe den Männern Unmengen Geld abgenommen, aber das ist irgendwie was anderes. Ich wurde nicht hofiert weil sie mich verehrten, ich wurde bezahlt. Irgendwie verfolgt mich das bis heute, gibt mir ein Gefühl von "Minderwert". Weiblichem Minderwert ...
Ich habe mir immer einmal gewünscht hofiert und "gejagt" zu werden, nur ein einziges Mal. Immer war ich es die sich ihre Männer "erlegte" und am Ende blieb nichts als der schale Nachgeschmack. Ich glaube daran hakt es auch in meiner jetzigen Beziehung, nur ein weiteres "Opfer", wenn auch ein wunderbares ...

Immer schon hatte ich den Stempel der "Funktionierenden" auf mir. Mein Grossvater lies mich zum Singen und "zu seiner Freude" antreten und gab mir danach Geld. Das beherrschte immer schon mein Leben. Zuwendung für Geld ... und es wurde immer von mir erwartet... eben Zuwendung in welcher Form auch immer, für gute Bezahlung. So kommt es mir heute noch vor, wenn auch die Situation sich völlig geändert hat. Ich habe eine "Kodderschnauze", bin passioniert unhöflich und sprunghaft, doch nur, weil ich mir wünsche das jemand dort "hindurchsieht" und mich trotzdem mag. irgendwie ist mir das in Fleisch und Blut übergegangen und ich kann inzwischen nicht mehr anders und obwohl ich mir selbst zusehe wie ich alles zerstöre, tue ich es trotzdem. Vielleicht weil ich Angst habe jemand könnte wirklich einmal hindurchsehen und erkennen wie angreifbar ich eigentlich bin. Du hast es gesehen und siehst es auch noch und du bist gnadenlos. Vielleicht lerne ich so, es auch andere sehen zu lassen ... denn ich lebe ja noch. Oder gerade dadurch lebe ich noch ...

Hab einen wunderbaren Tag ...

Grüsse
MahsheedIch muss mich nur einmal zwischendurch zu Wort melden ... dein Text hat diesen Drang in mir wach gerufen ...

Ich glaube ganz einfach nicht, dass du nur Jägerin bist ... Du bist ganz sicher begehrenswert, nur hast du vor lauter Feuer und Kampf in den Augen nicht den Blick dafür, dies zu sehen ... Du hast sogar etwas ganz wertvolles an dir, wenn du nicht als Fleischpüppchen sondern als MENSCH wahr genommen wirst.

Und: verkehrt ist gar keiner ... egal wie zwiegespalten du dir erscheinst, wieviele Gesichter du zu tragen versuchst; du bist immer nur die eine ... Und so wie du bist, ist es gut.

Ich habe dich erst nicht erkannt, aber mir gefiel sofort deine Feinfühligkeit, deine Sanftheit und beruhigende Art, Stellung zu beziehen, der Wirbelwind in dir ist doch was heiliges!

Grüße
L-I-L-I-T-HGuten Tag Masheed,

ich bin etwas verwundert Dich hier anzutreffen. Es ist sehr freundlich von Dir mir zuzusprechen. Jedoch bringt es mir nichts (mehr) Dinge mir schönzureden. Heilig *lächelt* , es gab mal einen grottenschlechten Film auf Sat1, "Die heilige Hure" ...
schoss mir gerade so durch den Kopf.

Es bringt mir nichts mehr, mir meine Einzigartigkeit, meine Besonderheit vor Augen zu führen. Auch nicht mein Feigefühl oder sonstige (vermutete) Vorzüge. Was mich weiterbringt ist das Finden meiner Fehler und Unzulänglichkeiten. Nur so komme ich dort hinaus. Klar tut das weh, erschreckt mich, macht mich verzweifelt, manchmal will ich einfach nicht mehr, aber nur so habe ich noch eine Chance das sich die, ewig eingefahrenen Mechanismen, einmal ändern lassen. John Milton hilft mir in der ihm eigenen Art dabei. Ungewöhnliche Dinge erfordern wohl ungewöhnliche Methoden oder aber auch, etwas Zerstörtes kann seine nicht völlige Zerstörtheit nur erfassen, wenn es das Wesen der Zerstörung begreifen kann.

Natürlich hat alles zwei Seiten, meine Gnadenlosigkeit und Kampfeslust (wut) ist erst aus der, von Dir angeführten, Feinfühligkeit entstanden. Ich lebte ein Leben in dem ich mir derartiges eigentlich niemals hätte leisten können und da es aber nunmal so ist das ich ein fürchterliches Sensibelchen bin, musste ich Abwehrmechanismen und Schutzwälle entwickeln um mich, diesen Teil von mir, erhalten zu können. Heute haben sich diese Mechanismen überlebt, da mein Leben ein Kämpfen in dieser Form nicht mehr fordert, und doch sind sie noch da und erweisen sich nun als hinderlich. Ich habe ein ausgesprochenes Talent mich unbeliebt zu machen. Durch meine sehr verworrene Lebensgeschichte in der soviel passierte das ich auch öfter mal Daten und Fakten nicht ordentlich in Reihenfolge bringe, könnte ein aufmerksamer Leser mir einen Strick drehen und mich Lügen schimpfen. Es liegt daran, dass ich mancherlei verdrängt habe und meine Gedanken und Gefühle sich sehr oft ändern. Wahrheit ist für mich immer eine Spiegelung des "Ist Zustandes", quasi ein Polaroid meiner Selbst. Und da ich dererlei nicht in blumigen Worten vortrage sondern oftmals hoffnungslos platt, mache ich mich scheinbar häufig zu dem berühmt berüchtigten roten Tuch vor der Nase des Stiers.

Auch verweigere ich in der Regel Entschuldigungen und verzichte auf Höflichkeiten. Zum Einen, weil ich es nie lernte, zum Anderen, weil ich oftmals nicht einsehe mich für meine Emotionen zu Entschuldigen und Höflichkeiten mir sehr oft wie hohle Phrasen erscheinen. Dies alles, in Kombination mit meiner unbestreitbar vorhandenen Herrschsucht, machen mich nicht unbedingt Gesellschaftskompatibel. Das Problem ist, nur weil ich anderen durchaus Verfehlungen vorwerfen kann, rechtfertig das nicht meine eigenen. Ich bin ein Biest, glaub es mir ruhig. Jeder der mich näher kennt wird dir das bestätigen. Zwar ein Biest mit durchaus sympathischen Seiten, aber ein Biest. Mit Abstand muss ich das einfach zugeben und daher muss ich mich fragen ob ich bereit bin den Preis dafür zu zahlen. Wenn nämlich nicht, so muss ich etwas ändern und das geht eben nur indem ich es sehe, auch wenn es mir nicht gefällt.

-------------------------------

Was Du hier nun siehst, ist ein Weg den ich versuche zu finden. Ein Weg der es mir ermöglicht mich auf einer Seite zu bedanken und mitzuteilen wie wertvoll mir etwas ist und warum. (Das konnte ich bisher wirklich nicht sehr gut.) Und endlich zu erlernen eine andere Seite, eben die, die sich Frieden wünscht, sprechen zu lassen. Die Seite die einfach müde ist des "Freakstatus" der "Kriegerin & Durchgeknallten". Ja, so peinlich das auch ist, ich wünsche mir gemocht zu werden, wünsche mir, kompatibel zu sein,- irgendwie. Nicht in der Art das ich mich nun verlieren wollte um den Preis der allgemeinen Beliebtheit und Achtung, aber einen Weg um zumindest mit Menschen zurechtzukommen ohne, sobald ich irgendwen mag, ich diesem, fast schon wie im Zwang, den Krieg erkläre um mich davor zu schützen selbst in Abhängikeit zu geraten. Und das ich damit leben muss wenn man mich eben nicht mag ... das ist eigentlich die Regel. Und ich versuche herauszufinden warum das so ist.
Denn,- es macht mir Todesangst, dieses immer gleiche Spiel der Ablehnung die ich irgendwie zu provozieren scheine und es hindert mich ganz massiv daran in das "normale" Leben und Umgehen der Welt einzusteigen. Ich lebte im Milieu, dort kam ich so zurecht, aber jetzt, im Hier und Heute, bin ich damit aufgeschmissen und kreuzunglücklich. Ich brauche einen Mittelweg zwischen Liebe und Hass. Eine Art Toleranz die schweigt ... besser kann ich es noch nicht benennen.
Eigentlich wäre da dann wohl ein Spiegelzeitthread angesagt, aber, ich trau mich nicht. Kein Freibrief, Marke "Jetzt haut mich, ich will mich selbst erkennen" ... (es tut mir weh und macht mir Angst was dabei herauskommen könnte, denn ich habe mich mit Sicherheit nicht ausschliesslich mit Ruhm bekleckert und war mit Sicherheit nicht zimperlich im Austeilen. Aber im Einstecken war ich es schon immer ... ich konnte es nur sehr gut verbergen. Ich würde gern aufhören so "zwanghaft" auszuteilen, weiss aber nicht recht wie, da ich mich darüber definierte ...)

Das hätte wieder was von der typischen "Michaela" ... viel Bohai und Krieg ... ich mag nicht mehr. Du hast mich "erkannt" ... nun ja, ich habe mich auch nicht versteckt, aber der Nick Michaela, was tatsächlich mein Name ist, Michaela Junge, um genau zu sein, ist irgendwie mittlerweile für mich zum Garant für Krach geworden. Ausserdem habe ich mein Passwort zu diesem Nick ebenfalls vergessen, wie auch zu anderen und die Adressen sind nicht mehr aktuell. Manchmal frage ich mich, warum ich hier nicht endlich verschwinde ... darauf suche ich die Antwort noch. Grund zu gehen hätte ich wahrlich genug ... aber ich mag "den alten Moloch" und auch Einige die hier zugegen sind ...

Grüsse
L-I-L-I-T-HAch so ...
bevor ich es vergesse ...

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mahsheed [/i]
[B]... Du hast sogar etwas ganz wertvolles an dir, wenn du nicht als Fleischpüppchen sondern als MENSCH wahr genommen wirst.
[/B][/QUOTE]

Als "Fleischpüppchen" habe ich sehr viel Geld verdient und, so komisch das klingen mag, ich bekam eine gewisse Anerkennung für mein weiblich sein und eine Bestätigung das es zu etwas gut ist. Sei es auch auf das rein sexuelle begrenzt ...

Heute ... ich wirke wohl nicht wirklich weiblich in meinem Charakter und somit ist mir mein weiblich sein (vielmehr mein "nicht sein") ein furchtbares Hindernis. Ich meinte diese Sanftheit und vielleicht auch das "Zarte" was vielen Frauen zu Eigen ist. Es fehlt mir völlig, zumindest kann ich es nicht zulassen es zu zeigen. Die Erfahrung lehrte das ich dann aufgeschmissen bin. Ich erzähle Dir was ...

Ich wünschte mir immer einen Mann dem ich Liebesbriefe schreiben kann und der mir welche zurückschreibt, einen "sensiblen und empfindlichen Träumer" ... aber auf solche Männer wirke ich grundsätzlich wie die Axt im Walde. Und die die mit mir zurechtkommen sind in der Regel wenig bis gar nicht romantisch veranlagt. Witzigerweise wünsche ich mir solch einen Mann um endlich selbst mal sensibel und verträumt sein zu dürfen, hoffe es so endlich einmal zulassen zu können und mich dabei dann beschützt und geborgen zu fühlen bei eben einem solchen Mann. Ich selbst habe beide Seiten und suche eigentlich nichts als den Gegenpart ... zwecklos und somit muss ich verlagern. Aber wie das geht ... keine Ahnung ...

Und es ist auch zu spät um jetzt noch mein Leben zu kippen, also Abschied von der Utopie, Abfindung mit den Gegebenheiten und ein Mittelweg um zumindest soweit mit der Umwelt zurechtzukommen das ich mir Ausgleiche schaffen und Zufriedenheit herstellen kann.

Grüsse
MahsheedWerte L-I-L-I-T-H,

es war ganz und gar nicht mein Anliegen, dich zu demaskieren und es tut mir leid, dass ich dich wie einen Friede gefunden habenden Vogel aufgescheucht haben scheine. Ich habe in diesem thread gar nichts zu suchen ... Dessen war ich mir bewusst, nur, mit pn´s tue ich mich schwer ... Meine Antwort werde ich dir, wenn du gestattest, dennoch per mail zukommen lassen.

Liebe Grüße
L-I-L-I-T-HDas dürfte Dir schwerlich möglich sein...

Belassen wir es einfach dabei ... das mit dem Demaskieren, kein Problem, jeder der auch nur minimal etwas über mich weiss hätte es sowieso gesehen. Und,- wenn ich dich hier nicht hätte haben wollen, glaub mir, ich hätte es gesagt ... anstatt Dir zu antworten.

Wie dem auch sei ...

Grüsse
Mahsheed[QUOTE][i]Original geschrieben von L-I-L-I-T-H [/i]
[B]ich bin etwas verwundert Dich hier anzutreffen.
Jedoch bringt es mir nichts (mehr) Dinge mir schönzureden. [/B][/QUOTE]

[B][QUOTE]Es bringt mir nichts mehr, mir meine Einzigartigkeit, meine Besonderheit vor Augen zu führen. Auch nicht mein Feigefühl oder sonstige (vermutete) Vorzüge. Was mich weiterbringt ist das Finden meiner Fehler und Unzulänglichkeiten. Nur so komme ich dort hinaus.[/B][/QUOTE]

Schön reden ist nicht meine Art, eher bin ich, so weit es mir möglich ist, ehrlich. Und nur - weil - mich deine Worte berührt haben, habe ich dir - ehrlích - widersprechen müssen.

Vielleicht geht es dir so, dass du angenehme Dinge nicht glauben, nicht annehmen kannst. Und nur die unangenehmen mit dir verbindest, ihnen vertraust und sie daher als ehrlich empfindest.

[QUOTE][B]Heilig *lächelt* , es gab mal einen grottenschlechten Film auf Sat1, "Die heilige Hure" ...
schoss mir gerade so durch den Kopf.[/QUOTE][/B]

[QUOTE][B]Als "Fleischpüppchen" habe ich sehr viel Geld verdient und, so komisch das klingen mag, ich bekam eine gewisse Anerkennung für mein weiblich sein und eine Bestätigung das es zu etwas gut ist. Sei es auch auf das rein sexuelle begrenzt ...[/QUOTE][/B]

Das eine bist DU privat ... (als Mensch geschätzt, betrachtet)

Im anderen Fall warst du lediglich Funktionsglied in einem BERUFSSYSTEM, das auf diese "Fleischpüppchenweise" funktionierte. Der private Mensch hat in diesem Beruf - wie in vielen anderen Berufen - nichts zu suchen.

[B][QUOTE]Ungewöhnliche Dinge erfordern wohl ungewöhnliche Methoden oder aber auch, etwas Zerstörtes kann seine nicht völlige Zerstörtheit nur erfassen, wenn es das Wesen der Zerstörung begreifen kann. [/B][/QUOTE]

Ich wünsche dir sehr, dass das gelingt und dass es auf diese Weise der richtige Weg sein wird.

Ich bin zudem davon überzeugt, dass, wenn man etwas ändern WILL, und weiß, WAS das Ziel ist - jeder Weg recht sein kann, man wird ankommen.

[B][QUOTE]Natürlich hat alles zwei Seiten, meine Gnadenlosigkeit und Kampfeslust (wut) ist erst aus der, von Dir angeführten, Feinfühligkeit entstanden. [/B][/QUOTE]

[B][QUOTE]Heute haben sich diese Mechanismen überlebt, da mein Leben ein Kämpfen in dieser Form nicht mehr fordert, und doch sind sie noch da und erweisen sich nun als hinderlich. [/B][/QUOTE]

[B][QUOTE]Ich habe ein ausgesprochenes Talent mich unbeliebt zu machen. [/B][/QUOTE]

Alles erscheint mir richtig ... bis auf das letzte der drei Zitate, dieses ist denke ich - überzogen, aber aus deiner Logik heraus betrachtet, nachvollziehbar.

Es ist Wankelmut, Unstetigkeit, welche verunsichern können. Wankelmut und Unstetigkeit werden gerade in so einem Board ausgeprägt sichtbar und deutlich, da sich alles nachlesen, nachverfolgen und belegen lässt, was man selbst vorher vielleicht gar nicht wahr haben wollte.

Damit bist du, wenn du dich aufmerksam umschaust, ganz und gar nicht allein. Es zeigt die Zerrissenheit, die viele Menschen plagt, die Spiegelung dessen, dass man nicht aus nur einer einzigen Facette besteht und dass weder Gedächtnis noch Konsequenz, noch Orientierungsfähigkeit ausreichend ausgeprägt sind, um uns mit schnellen Schritten der Unfehlbarkeit anzunähern.

Meistens kommt ein furchtbarer Mangel an Geduld und Beherrschung hinzu. Man erkennt seine Fehler und erwartet nun - zack - zack - dass sie sich aufgrund der Erkenntnis nun auch wie im Flug verändern. Dabei sind Denkweisen und damit verbunden Handlungsweisen von unserer Geburt an bis zum Erkennen ihrer Funktion - also eine ganz schön lange Zeit - eingeschliffen worden. Sie sind nicht mit zart bewucherten Waldpfaden, die man flexibel und besonnen umgehen und wechseln kann, zu vergleichen, mir erscheinen sie wie fest zementierte Sprungschanzen. Es dauert seine Zeit, bis man aufhören kann, einen erkannten Fehler nicht mehr zu wiederholen.

Wir glauben manchmal, mit dem Geist unser Handeln kontrollieren zu können - ich halte das mittlerweile für eine Fehlanzeige ... Nicht alle Menschen sind gleich, manchen mag das besser gelingen. Das ist jedoch kein Grund, sich damit zu vergleichen und sich mit dem festgestellten "Defizit" verrückt zu machen.

Ebenso bedeutsam erscheint mir die Einsicht darin, dass man sich -von anderen- nicht durch dieses "Defizit" verrückt machen lassen darf. Das Defizit setze ich nicht umsonst in Gänsefüßchen. Denn es ist keins. Es zeigt nur, dass wir unterschiedlich sind und uns mit unserer Unterschiedlichkeit annehmen sollten.

Was man ändern, und wofür man sich selbst ruhig tadeln kann ist, wenn man sich so verhält, dass man ehrlicherweise zu sich sagen kann: Da habe ich mich aber gehen lassen. Das hätte nicht sein müssen. Ich hätte auch anders gekonnt, aber habe mich nicht beherrscht, obwohl ich mich - mit etwas mehr Anstrenung und Konzentration - beherrschen hätte können.

Denn : nicht für alles sind unsere Vergangenheiten verantwortlich, einen gewissen - und gar nicht mal kleinen Anteil - verantworten wir ganz allein selbst. Wir sind erwachsen, kennen gut und schlecht. Und ohne, dass einem das jemand sagen müsste, wissen wir - allermeistens - , wie es sich schlecht und wie es sich gut handelt.

[B][QUOTE]Eigentlich wäre da dann wohl ein Spiegelzeitthread angesagt, aber, ich trau mich nicht. [/B][/QUOTE]

Das musst du wissen, ich denke, dass es einen anderen, als den von dir erwünschten Zweck bewirken könnte ... Denn wird es - so wie du es dir wüscht - um -dich- gehen oder wird wieder ein "Nebenschlachtfeld" konstruiert - und schwuppdiwupp bist du wieder als Kämpferin in der Manege.

[B][QUOTE]Manchmal frage ich mich, warum ich hier nicht endlich verschwinde ... darauf suche ich die Antwort noch. Grund zu gehen hätte ich wahrlich genug ... aber ich mag "den alten Moloch" und auch Einige die hier zugegen sind ... [/B][/QUOTE]

Wenn ihr doch endlich mal dieses blöde "Ich-geh-jetzt-Spielchen" lassen würdet ... Dás räumt dir doch automatisch Freiheiten aus dem Weg, die du braucht, schafft Verfänglichkeiten, falls du doch noch zurück gehen willst. Und was ist schon tatsächlich schlimm daran, zurück gehen zu wollen bzw. zu bleiben ... Da macht man sich meines Erachtens gewaltig was vor und treibt sich selbst in die Enge ... macht sich unnötigerweise unglaubwürdig.

Mir selbst geht es so, dass ich den wenigsten lange "böse", wenn überhaupt richtig böse sein kann (Vorsicht bleibt). Gerade die Schrift, das Schreiben zeigt mir, wie ähnlich wir uns alle sind, wie menschlich, jeder auf seine eigene Weise. Viele Unterschiede und Probleme macht man sich selbst vor. Und man beraubt sich selbst vieler Freiheit, wenn man jemanden auf "Fehler" , eigentlich auf das Fremde, dessen Kennenlernen man sich verweigert, fixiert.
Mahsheed[QUOTE][i]Original geschrieben von L-I-L-I-T-H [/i]
[B]Ich wünschte mir immer einen Mann dem ich Liebesbriefe schreiben kann und der mir welche zurückschreibt, einen "sensiblen und empfindlichen Träumer" ... aber auf solche Männer wirke ich grundsätzlich wie die Axt im Walde. Und die die mit mir zurechtkommen sind in der Regel wenig bis gar nicht romantisch veranlagt. Witzigerweise wünsche ich mir solch einen Mann um endlich selbst mal sensibel und verträumt sein zu dürfen, hoffe es so endlich einmal zulassen zu können und mich dabei dann beschützt und geborgen zu fühlen bei eben einem solchen Mann. Ich selbst habe beide Seiten und suche eigentlich nichts als den Gegenpart ... zwecklos und somit muss ich verlagern. Aber wie das geht ... keine Ahnung ...
[/B][/QUOTE]

Ich glaube, es gibt Leute, die nicht wahrhaben wollen - ja wollen - wenn sie jemand liebt und vergöttert. Warum kannst du bestimmt selbst beantworten.
Ich denke jedenfalls, dass es mit dem zu tun haben könnte, was ich dir oben beschrieb ... Jedes Lob sieht man als Floskel, unterstellt Unehrlich- oder Relevanzlosigkeit.

Du siehst dich selbst als das nicht-typisch-weibliche Wesen an. Und L-I-L-I-T-H- ich rede nichts schön - es IST so. Du machst das aus dir, du glaubst von dir, so unwirksam zu sein.

Ich rede nicht davon, dass jeder Mensch das Glück hat, ein porzellangleiches diamantenstaubglänzendes Elfenwesen zu sein. Ich war erst am Wochenende wieder auf einer persischen Geburtstagsparty. Dort fielen mir zwei Frauen auf, Anfang vierzig, schätze ich ... normale Figur, nicht übermäßig zierlich, keinesfalls modelltypisch, nein, ganz fraulich und normal gesund ernährt. Und diese wirkten wie die Stare des Abends, das kannst du mir glauben. Wie die gelacht, getanzt und sich amüsiert haben, wie die sich gepflegt und rausputzt haben, sowas von elegant. Es waren ihre Bewegungen, ihre Lebensfreude, die diese unglaubliche Faszination auf Männer ausstrahlen muss und die mir einmal mehr verdeutlichten, dass es keine hohle Floskel ist, wenn davon gesprochen wird, dass die Ausstrahlung jemanden schön macht.

~*~

Ich habe den Eindruck, dass man gerne nach den Früchten greift, die in der Ferne wie eine Fatamorgana schimmern. Erst, wenn man davon gekostet hat, weiß, dass sich ihr besonderer Geschmack durch die Erlaubnis des eigenen Erfahrens zum Alltäglichen wandelt, erhält man die innere Ruhe, mit der man sich nun erst recht wieder mit der Realität anfreunden kann.

Das "Normale" erklimmt aufeinmal als das, was auf der Welt kaum noch auffindbar wirkt und daher bitter vermisst und hoch geschätzt wird.
MahsheedIch habe mich in deinen Thread einfach so eingeschlichen; er gehört dir und jm. Denn ich möchte nicht weiter stören, du hast dir dabei was gedacht, du hast es weiter oben erklärt ...
Daher würde ich mich nun wieder zurückziehen und sogar, wenn dir das lieber wäre, meine Beiträge wieder entfernen.

freundliche Grüße
L-I-L-I-T-H[QUOTE][i]Original geschrieben von Mahsheed [/i]
[B]...und sogar, wenn dir das lieber wäre, meine Beiträge wieder entfernen.
[/B][/QUOTE]

Das lass einmal schön bleiben, die sind schon gut wie und wo sie sind. Ich werde auch noch darauf Antworten, morgen ... wenn es mir wieder besser geht. Manchmal kann einem ein einziges Wort den Tag nachhaltig verleiden, heute ist ein solcher Tag.

Grüsse
MahsheedHallo L-I-L-I-T-H ... Willst du das Wort nicht einfach löschen? Es ist doch deine Angelegenheit und wenn du das nicht magst, ich werde es nicht gebrauchen. Tut mir sehr leid, ich war sehr tollpatschig, denn ich habe nicht bedacht, dass du nicht wissen konntest, was ich mit meiner ersten Aussage wollte, musstest geradezu falsch verstehen.
L-I-L-I-T-H[QUOTE][i]Original geschrieben von Mahsheed [/i]
[B]Hallo L-I-L-I-T-H ... Willst du das Wort nicht einfach löschen? Es ist doch deine Angelegenheit und wenn du das nicht magst, ich werde es nicht gebrauchen. Tut mir sehr leid, ich war sehr tollpatschig, denn ich habe nicht bedacht, dass du nicht wissen konntest, was ich mit meiner ersten Aussage wollte, musstest geradezu falsch verstehen. [/B][/QUOTE]


welches wort ??

ich weiss nicht was du generell mit "falsch verstanden" meinst ...
und was sollte ich warum löschen wollen ??

Gruss
L-I-L-I-T-HNoch mal kurz bevor ich in's Bett gehe ...

Masheed,
ich glaube hier liegt ein klassisches Missverständnis vor. Nich Du hast etwas falsches gesagt, bzw. geschrieben. Es war etwas das ausserhalb dieser Diskussion und dieses Boardes stattfand. Ich habe mich wohl missverständlich ausgedrückt.

-------------------------------

ach John ... no more comment ...

-------------------------------

Morgen ... verschieben wir's auf Morgen ... ich gehe jetzt schlafen um sechs klingelt der Wecker und der Kater meint gerade er müsse der Welt lauthals erklären das er nachtaktiv ist. Jetzt werde ich mir dieses verrückte Wollknäuel mit in's Bett nehmen und gut is ...

Gute Nacht
L-I-L-I-T-HGuten Morgen ...

Masheed, verzeih, ich fange mit John an, da es in das hineinspielt was ich dir antworten möchte, eigentlich resultiert das Eine aus dem Anderen, daher beginne ich eben mit meiner Antwort für John ...

@John Milton

[b]Das "Wenn" ...[/b]

... ist es, was mich verrückt macht. Manchmal kann sich ein Wort in etwas Dreidimensionales verwandeln, schwebt schwer, an einem dünnem Faden über meinem Kopf und ich hebe mein Gesicht empor, sehe dieses Wenn an. Wohlweislich das es fallen wird, meine Nase zerschmettert und die Knochen in mein Hirn drücken wird, wo es dann explodiert.

Wenn ...

... ich nicht so schwach gewesen wäre, hätte ich nicht eine Achtzehnjährige an alte Säcke verschachert.

Wenn ...

... ich nicht so zugedröhnt gewesen wäre, hätte ich den Kerl nicht fast todgeprügelt.

Wenn...

...ich nicht so widerlich dumm wäre, hätte ich etwas anderes tun können als DAS!

Wenn...

...ich nicht so ekelhaft duldsam gewesen wäre, wäre ich nicht selbst zum Täter mutiert und hätte mich verweigert, anstatt zu funktionieren.


Wenn ...

... ich nicht so geldgeil gewesen wäre, hätte ich viel früher aufhören können, bevor ich selbst das Elend weitergab.

Wenn ...

...ich könnte würde ich die Zeit zurückdrehen und dann würde ich mir wünschen das ich mich hätte verlieben können, als Teenie mit Herzlopfen, den ersten tastenden und schüchtenen Berührungen, noch verschämt und unsicher und nicht bereits abgeklärt. Ich hätte mir eine Kindheit verschafft und eine typisch katastrophale Pubertät ...

Wenn ...

... Frank damals abgedrückt hätte ...

Wenn ...

... dieser Laster mich erfasst hätte, damals, auf der Autobahn ...

Wenn...

... der Tod dem ich so oft so nah war, einfach aus Zufall, nur einmal zugeschlagen hätte, aber ich hatte in all Dem ein fast unheimlich zu nennendes Glück.

... ja ich sollte leben und ich war der Meinung eine Zeche gezahlt zu haben. Aber ich hatte nicht mal angefangen.

-------------------------------------------------------------

Dann der Weg hinaus, der Zusammenbruch, die vielen helfenden Hände und auch die immerwiederkehrende Aussage ich sei zum Fürchten, man müsse Andere vor mir schützen und ich solle mir endlich verzeihen, das würde es erleichtern. Ich habe es trotzdem geschafft, auch ohne Absolution ... aber ich sehe ihre Augen, manchmal träume ich davon und dann fällt das Wenn mitten in mein Gesicht und ich schlage um mich. Roland hatte schon blaue Flecken und einmal sagte er:" Wann wirst du endlich aufhören?" ...

Und ich sehe seine Augen wenn ich versuche es zu erzählen, sehe das Entsetzen und auch die Fassungslosigkeit. Dann kann ich nicht mehr sprechen, es gefriert zwischen meinen Zähnen ... Er weiss nur Ansätze ... auch in der Therapie konnte ich nur Ansätze erzählen dann bremste mich der Arzt mit eben dieser Aussage:"Wir müssen die anderen Patienten schützen." ...

Und wer verdammt nochmal beschützt mich,- vor dem "Wenn"? Und dann denke ich wieder, das ist der Preis, jener den du zahlen musst, für den Rest deines jämmerlichen Daseins.

"Elend", das war das Wort was mir gestern eine Ohrfeige verpasste ... "Elend" ... ja, wie wahr. Was ein widerliches Elend, ich tue mir leid, ich will Vergebung, will das es endlich aufhört und ich das Stigmata der Erinnerung loswerden kann. Ich sollte mich in Grund und Boden schämen und ein Teil meiner Selbst tut das durchaus ... doch der andere stemmt sich mit aller Gewalt dagegen. Und so lebe ich, habe immer einen winzigen Teil von mir eingeschlossen und versucht abzuschirmen gegen diesen ganzen Wahn. Es ist mir tatsächlich gelungen, und dieser Teil sehnt sich nun so sehr.

Sehnt sich danach das tun zu dürfen und zu sehen was ich sah als ich in deine Augen blickte als ich es dir zu erzählen begann. Du hast wunderbare Augen, wie schwarze Seen in die man sich hineinfallen lassen kann und du blicks nicht schockiert, nicht fassungslos, nur ruhig. Dieser Teil sehnt sich nach einem Menschen der es versteht und mich anschliessen wenn ich ALLES erzählt habe in die Arme nimmt und mir sagt das er mich liebt,- trotzdem. Absolution ... aber vielleicht gibt es keinen solchen Menschen. Denn sein Schicksal müsste dem meinen ähnlich sein, nicht vom Verlauf, aber von den Auswirkungen und dann, könnte er nicht mehr lieben, oder doch ? Oder doch ... ??

Ich weiss es nicht ... und so lebe ich mit dem Wenn und mit einer Erinnerung die immer mehr verschwimmt, immer mehr von Nebel umhüllt ist und meinen Alltag immer mehr verlässt, bis auf die Nächte, wenn das "Wenn" zurückkommt und auch die Erinnerung an etwas anderes ...

Es liegt hier ein unfertiges Manuskript, es enthält Teile der Geschichte und mit jedem neuen Kapitel das ich schreibe erscheint es mir unwahrscheinlicher das dies alles geschehen ist, mir geschehen ist und wer sollte es je begreifen, wenn ich es selbst fast nicht mehr glauben kann?

... und Gnade ist nichts als Täuschung ...

Tja, so ist das mit dem "Wenn" ...

...
L-I-L-I-T-HSo ...

@Masheed ...

... dieser kleine Teil, er forderte das was mich nun ausmacht. Eine kalte, oft rüpelhafte und unhöfliche Fassade. Ein Wesen welches sofort blindwütig zuschlägt und beisst so es sich bedroht sieht und das erfolgt meist in Momenten der Nähe. Wenn ich begreife das ich dabei bin mich zu enttarnen und andererseits wünsche ich es mir so sehr das es weh tut. Sprunghaft, unstet und unausgegoren lässt es mich erscheinen. Einerseits schütze ich mich so, habe nur so den Erhalt dieses "inneren Kindes" gewährleisten können, andererseits hindert es mich daran dieses "Kind" endlich in's Leben hinaus und erwachsen werden zu lassen und dabei wird die Sehnsucht derartig gross, dass ich massiv Gefahr laufe mich in manischen Wahnanwandlungen zu verfangen so ich eine vermeindlicher Chance auf Glück, Liebe und Verständnis wahrnehme. Erwarte viel zu viel und schlage panisch zu, sobald ich die Gefahr wittere meine exorbitanten Erwartungen könnten nicht erfüllt werden. Erwarte Verständnis für mich, wobei mir das Verständnis für mein Gegenüber völlig abhanden kommt im Angesicht der Wünsche und der Hoffnung. So richte ich alles wieder hin und stelle mir die ewig gleiche Situation x mal her. Ich sehe es, sehe es messerscharf, sehe wie ich unfair werde, link, gemein und sehe auch worauf es hinausläuft, aber ich kann es nicht stoppen, es gibt in dem Moment kein Halten mehr, die Emotionen regieren mich und es ist als sehe ich mir selbst bei einem perfiden Spiel zu.

Ich kann es nicht trennen Masheed, ich bin Opfer und Täter, die Hure ist ich, ich bin die Hure. Ich lebte in den Läden, leitete einige davon, ich lebte diese Sache, es war kein Job, es war mein Leben. 24 Stunden am Tag ...

Ich hasse mich nicht, ich lebe nicht im Elend, mein Leben ist sogar sehr schön und es gibt keinen Grund für mich zum Klagen. Das macht es irgendwie noch schlimmer ... erscheint es mir doch umso widerlicher das ich es nicht endlich gut sein lassen kann. Das ich nicht endlich "normal" reagieren und es zufrieden sein kann. Das ich nicht freundlich sein kann, sanft, verständig und kompatibel. Ich wollte es doch immer so sehr, angenommen sein. Und jetzt hindere ich mich selbst daran indem ich zeitweilig so durchdrehe.

Mich dafür zu hassen ist nicht die Lösung, aber wenn ich es nicht endlich loswerde wird es wiederkommen und immer wieder. Es wird mich wieder und wieder dazu bewegen mein Leben durcheinander zu bringen und andere mitleiden zu lassen und das haben diese wunderbaren Menschen nicht verdient. Und so mache ich mich erneut schuldig, weil ich zu schwach bin hinauszukommen und das obwohl ich die besten Voraussetzungen habe. Freunde habe, Wärme und Geborgenheit erfahre und es alles sehe ... ich sehe es, es ist zum wahnsinnig werden und trotzdem geschieht es, trotzdem kann ich nicht aufhören Menschen zu verletzen mit meinen utopischen Wünschen, kann nicht Ruhe geben, finde keinen Ausgleich der mir Ruhe verschaffen würde. Habe Angst vor Ablehnung und fordere diese doch heraus ...

Ich habe sympathische Seiten, bin nicht blöd etc.pp. ich weiss, ich weiss, aber es hilft mir nichts, es gibt diese andere Seite und regiert diese, zerstört sie gnadenlos. Ich sollte hier gehen da ich es jekura versprach, aber ich bringe es nicht fertig, ein weiterer Grund mich zu schämen. Daher meine Aussage ...

Grüsse
L-I-L-I-T-HHm ... das Ganze hier nimmt einen Verlauf der so nicht geplant war. Ich lese es, schwanke zwischen Scham und Wut ... das ist nicht gut.

Eigentlich geht es nicht darum wem ich was versprochen habe, sondern das ich es mir selbst versprach, da ich ja weiss das es mir nicht gut tut. Manchmal denke ich, ich sollte einfach aufhören ständig darauf herumzudenken und mich zwingen mich abzulenken. Das funktioniert hervorragend, leider nur phasenweise, aber immerhin. Die einzig adäquate Lösung ist sowieso ein weiterer Klinkaufenthalt und indem ich hier rumjammere verzögere ich diese Entscheidung nur, da nicht alles eitel Sonnenschein ist in einer solchen Klinik. Aber was hilfts?

Ich muss diesen Liebeswahn, diesen Rechnerwahn und die Kommunikationssucht via Internet aus mir heraustherapieren, anders wird das eh nix. Und vielleicht schaffe ich es danach es endlich loszulassen oder was auch immer ...

Also werde ich jetzt wieder auf unbestimmte Zeit hier verschwinden, hoffentlich halte ich diesmal länger durch.

@Masheed,

danke für dein Interesse und die lieben Worte.

@John,

schliesst du hier dann bitte ab? Ich sollte solche Threads nicht eröffnen, vielleicht begreife ich das auch noch irgendwann. Anderes dann wieder auf gewohnten Wegen ...

Grüsse und Dank ...

Michaela
MahsheedSchade, aber du weißt am besten, was für dich gut ist ... Dabei wäre meine Intention, mein Wunsch eher, dass du dich nicht verstecken oder verkrümeln bräuchtest ... Wie du willst ... und kannst, und wenn dir das Netz eher schadet ...

Auch dir ... ein jederzeit Zurückwillkommen!

German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 

German Gothic Board

Startseite Chat Grüße SchwarzKultur