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  Forum: Nebelpfade
    Thema: "Bootstour"
Caranaldion„Magst du da mitkommen?“ Er hält mir einen Zeitungsausschnitt vor die Nase. Irgendwas von einer Schiffstour auf dem Rhein steht da . „B. kommt auch mit, und ein, zwei Leute aus ihrer Verwandschaft. Machen wir Familienzusammenführung.“ meint er leicht grinsend.
„Nein, wir machen keine „Familienzusammenführung“, DU stellst mir die Familie Deiner Freundin vor .“ Das Grinsen verschwindet, und eine (für ihn) peinliche Ruhe macht sich breit. „Ich überlegs mir mal“, füge ich hinzu.

Einige Tage später.
„Fährst Du nun mit, oder nicht ? Ich muss die Karten bestellen!?“
Eigentlich will ich nicht, noch nicht mal ansatzweise. Aber man soll mir nicht fehlenden guten Willen vorwerfen können, vor allem er nicht. Und wenn das eh was ernsteres werden sollte, komm ich auf lange Sicht eh nicht drumherum. „Wer fährt nochmal mit ?“ erkundige ich mich . „B. , ihre Tochter, und noch so zwei drei Leute“ . Fein, werden ja immer mehr. Ach scheiss was drauf. „Ja, ist gut, bestell ne Karte für mich mit“

Freitag, 27.Juni
Der obligatorische „Wie-sieht-denn-der-schon-wieder-aus“-Blick wird ausgepackt. Ob er treffen soll, weiss ich nicht, jedenfalls tut er es nicht. Wir gehen zur Bushaltestelle. Warum fahren wir nicht mit dem Auto? Ach ja, ich vergas, ist ja alles voll geplant, damit jeder was vom Freibier hat. Zwischendurch lesen wir B. auf. Ich hab nichts gegen sie, sie ist nett & höflich zu mir, und ich im Gegenzug ebenso, nur damit kein falscher Eindruck entsteht. „Die anderen Sieben warten am Bahnhof, wir müssen uns beeilen“, sagt sie. Sieben????? Welche Sieben???? Ich schaue ihn an, pralle aber an dem „Hatt-ich-das-nicht-erwähnt?“-Blick ab. Etikette und Fassade wahren. Ob er sich manchmal selber beobachtet, wie enorm wichtig ihm ist, was andere von ihm denken ? Egal. Was soll schon passieren ? Think positive, Junge.
Am Bahnhof dann Begrüssung unter grossem Hallo und Getue . Ich halt mich mal zurück, kenne ja noch keinen von den tatsächlich sieben anderen. Er scheint sie aber schon Jahre zu kennen, ebenso im Gegenzug. Zumindest der Begrüssung nach. Wie lange waren die noch gleich zusammen ? 2,5 Monate ? Na dann. Aha, man beruhigt sich.
„Das ist mein Herr Sohn“ sagt er, und vollführt eine einladende Geste mit der Hand. Ein „Hallo“ kommt mir entgegen, es klingt etwas aufgesetzt. Aber das liegt vielleicht auch an meiner Wahrnehmung, die doch evtl. nur auf einen „Negativinput“ wartet . Gut, die Erwähnung meines Namens hätte vielleicht etwas geholfen, darauf wartete ich jedoch vergebens. Aber es sollte sich doch noch herausstellen, dass mein Name bei Weitem nicht das Einzigste war, was von mir bekannt war, ohne dass ich es wusste.
Zum Ersten Mal an diesem Abend stelle ich mir die Frage , was ich hier mache. Finde keine Antwort, also lasse ich es bleibe, darüber nachzudenken. Rein in die Bahn, schweigend (mit ausnahme von 3 Sätzen) „geniesse“ ich die vorbeifliegende Landschaft. Erstes Unbehagen macht sich breit.
Wir kommen an. Stiefeln unter guter Laune hinunter zu Vater Rhein. Da liegt ein Schiff an der Mauer, von dem Karnevalslieder in exorbitanter Lautstärke dröhnen. Das ist ein Scherz oder ? Nein, ist es nicht. Inmitten von Leuten, grösstenteils nach „Auf-zur-Ballermann-6-Kegeltour“ aussehend, fühle ich mich so wohl wie eine langschwänzige Katze in einem Raum voller Schaukelstühle. Ein weiteres Mal Selbstermahnung, gefälligst positiv zu denken. Wir betreten das Schiff. Nach wie vor kenn ich nur drei Namen der Personen um mich rum. Das würde sich auch nicht mehr ändern. Ja, ich hätte fragen können, aber ich wollte nicht. Wer sich eher unerwünscht fühlt (Was aber auch vielleciht rein subjektiv gewesen sein könnte), unterlässt solche Fragen. Trotzdem nehm ich das Bier an, das mir von irgendwo gereicht wird. Prost zusammen. Ich nutze die erstbeste Gelegenheit, um mal eine Runde über das Schiff zu drehen. An einer Treppe prangert ein Plakat, welches eine Rockband ankündigt. Ok, wenigstens würde es auch mal vernünftige Musik geben. Der Abend vergeht, und – und um zum unrühmlichen Teil zu kommen- mit ihm steigt auch der Bierkonsum. Leider reicht er nie aus, um irgendwie das alles was lockerer sehen zu können. Schliesslich spielt die Band. Ich tanze mehr oder weniger beschwingt und beschwipst vor mich hin. Am Rande bemerke ich dann auch ihn, der mittlerweile seit bestimmt 30 min. (alleine !) in meiner Gegenwart verweilt. Später sollte ich dann erfahren, dass er sich mit B. gestritten hatte, und dem dann so entging.
Hielt ihn das aber dann doch nicht davon ab , mit einer mir unbekannten Frau in einer über das „normale“ Maß hinausgehenden Art und Weise zu tanzen. Aber wie immer kriegt sowas keiner mit, wo es mal wichtig wäre. Egal, er ist erwachsen, ich genau so, soll er machen was er will.
Das Schiff legt wieder am Ausgangspunkt an, wir schwanken zum Bahnhof. Auch mit leicht vernebeltem Sinne ist noch zu merken, dass es da wohl irgendwie im Laufe des Abends mal gerappelt hatte, aber genauso ist zu merken, dass das alles mit jeder Minute verheilt.
Wir sitzen in der Bahn zurück. Ich komme mit N. (Tochter von B.) ins Gespräch. Sie sagt viel, was ich nicht hören will, und trotzdem bin ich dankbar darum.
Sie erzählt, dass es ihre Idee war, mich zu fragen, ob ich mit wollte. Und das er gar nicht begeistert war. Dass er sagt, ich sei komisch. Sie erzählt, was sie und ihre Familie von mir wissen. Und das ist scheisse viel. Was ich mache, was mein Beruf ist, wer meine Freundin ist. Sie wissen soviel von mir, und er hat niemals was davon erwähnt.
Ich könnte ihr auch einiges sagen. Dass sie vielleicht ihrer Mutter sagen sollte, sie solle aufpassen, denn ich weiss mehr über ihn als ihm lieb ist und er weiss. Vielleicht besser für mich. Aber ich sage nichts, und lasse mir mein Leben und mein Ich weiter von ihr erzählen.
Wir steigen aus, zwei Taxis stehen bereit. Das eine fährt direkt in den Ort wo sie wohnen, das andere fährt über meinen „Heimatort“. Vor der Haustür steige ich aus – alleine. Als das Taxi um die Ecke biegt, verwerfe ich endgültig den Gedanken (oder gar den Wunsch ?) doch noch irgendwo mehr als nur die Postadresse und den Namen mit ihm zu teilen.

Es schmerzt nicht, dass du eine Freundin hast, bei Gott nicht, ich gönne es dir. Aber es schmerzt, deswegen an Wert zu verlieren, wenn man deswegen nicht mehr dazu passt. Aber jeder setzts eine Prioritäten halt anders.
Am folgenden Tag sehe ich ihn nur kurz. Er kommt „nach Hause“, setzt mir einen Kaffee auf. „Bleibst du heut abend hier?“ „nein, ich fahre gleich weg“. „Ja, ich bin dann auch mal wieder weg.Tschüss“ . Die Türe geht, es ist mir egal. Es geht wohl nicht anders. Eben hast du angerufen. Und stillschweigend haben wir beide uns spätestens jetzt darauf geeinigt, das Spiel nach deinen Regeln zu spielen.
Ausser uns beiden spielt keiner mehr mit, das weißt du, ja ? Nein, tust du nicht, und bei allem Gefühl, das nicht mehr da ist, wirst du mir an dem Tag, an dem du es verstehst, doch sehr leid tun.
DieKraeheWas soll ich sagen..
es war vor ungefähr zwei Monaten.

Mein Vater rief morgens an, schrie mir als Begrüssung ins Telefon, ich solle doch gefälligst mal aufräumen, wir würden Besuch bekommen.
Ich hatte schon seit mehreren Jahren keinen richtigen Besuch, abgesehen von meiner besten Freundin, mehr bekommen.. da sie weiss, wie es hier manchmal aussieht, und auch um die Tatsache, dass es mich schlicht und ergreifend des öfteren überfordert, alleine Ordnung in dieses grosse Haus zu bringen.. vor allem, wenn der Vater die Stunde, die er manchmal da ist, alles wieder liegen lässt, um mit dem Kommentar zu fahren, wie ausserordentlich schlampig ich doch bin.
Doch man arrangiert sich mit vielem..

Ich verdrängte den Gedanken an was nun schon wieder los sein könnte, räumte also auf und putzte noch einmal. Nichtsdestotrotz das Gefühl, er würde vielleicht einen seiner Arbeitskollegen mitbringen..
Eine halbe Stunde später kam eine "Vorwarnung" meiner Mutter. Sie erzählte mir am Telefon von der plötzlichen "Familienzusammenführung", die er geplant hatte..

Also machte ich die Tür wenige Minuten später auf, erntete abschätzende, wertende Blicke von seitens meines Vaters sowie der Frau und dem Kind, die neben ihm standen. Doch es war mir egal, es waren lediglich die Menschen, die ich niemals kennenlernen wollte.. weshalb sollte ich mich bemühen, akzeptiert zu werden?
Es folgten inhaltslose Gespräche, von beiden Seiten gezwungen und nicht gewollt. Es folgten Vergleiche, die ich zwangsläufig zog..

Mir wurde übel, als ich sah, wie sehr er ihren Sohn R. verhätschelte, der gerade einmal zwei Jahre jünger ist. Wie er sich um E., seine Freundin, bemühte.
Für uns hatte er sich damals nie interessiert. Wir waren immer diejenigen, die sich jahrelang bemüht hatten.. und ihm war es egal gewesen.

Vielleicht regte es mich auch nur so auf, dass er mit ihm reden konnte, was er noch nie mit mir gemacht hat. Er hat mich in meinem ganzen Leben nicht einmal gefragt, wie es mir geht, doch tänzelte um R. herum. Stellte sich auch in seinem Verhalten mir gegenüber als der treusorgende Vater hin, dessen Liebe nur auf Ablehnung stösst. Wie undankbar ich doch erscheinen musste.. Doch so hart es auch klingt - wie soll ich mich einem Mann gegenüber Verhalten, vor dem ich jeglichen Respekt und jedwede Achtung verloren habe?

"Du bist so ein hübsches Mädchen, warum verschandelst du deine Arme derart, dass du ständig etwas langärmliges anziehen musst?" Ich habe mich zusammengerissen in all meinem Neid, nicht genauso "einfach" zu sein, dass mein Vater vielleicht halbwegs etwas mit mir hätte anfangen können.
Ich habe mich den ganzen Tag derart zusammengerissen..

Abends sind sie irgendwann gefahren, ich war meinem Vater sichtlich peinlich. Ins Theater. Mit mir hat er noch nie etwas gemacht, mich notgedrungen in den Urlaub genommen, wenn meine Mutter darauf beharrt hatte..
Als ich sein "Tschüss" nicht erwiderte, lief er noch einmal hoch zu mir, machte eine Szene. Als hätte er es jemals gesagt, wenn er ging, sonst war ich immer diejenige, die die Tür ins Schloss fallen hörte, nachdem eine Antwort ausblieb.
Bloss gut aussehen vor der neuen Familie, bloss gut aussehen.. und ich sass, wie jede Nacht, wieder alleine hier..

Später erfuhr ich von meiner Mutter, dass sie ihn quasi dazu "gezwungen" hatte.. dass er sagte, ich wäre ihm peinlich, er wolle sich nicht mit mir zeigen, und schon gar nicht vor E. und R., dafür seien sie ihm zu wichtig.
Mein Zimmer ist auf einmal schon versprochen, und solange ich noch hier wohne, wird dieses Haus nur noch von mir bewohnt..
___
Ich würde also lügen, wenn ich sagen würde, ich kenne das Gefühl nicht..
Doch es gibt einfach Dinge, die man nicht ändern kann, und damit muss man sich irgendwann einmal abfinden, so schwer es auch fallen mag..
Ist es das tatsächlich wert?
Es ist kein Spiel, es ist kein Gewinnen oder Verlieren.. denn er scheint schon längst verloren zu haben. Dich.
.. ist es das tatsächlich wert?
Caranaldion[QUOTE][i]Original geschrieben von DieKraehe [/i]
[B]
Bloss gut aussehen vor der neuen Familie, bloss gut aussehen.. [/B][/QUOTE]
...und das um [I]jeden[/I] Preis. Ist damit die Frage [I]Ist es das wert[/I] nicht für sie bereits beantwortet ? Sagt denn das nicht schon fast alles aus ?

[QUOTE][B]
und solange ich noch hier wohne, wird dieses Haus nur noch von mir bewohnt..[/B][/QUOTE]
Sie ist irgendwann gegangen, er war nie wirklich hier. Beide haben jeweils den Weg des geringsten Widerstandes gewählt, und ich habe mich in "Heulerei" ergötzt, anstatt ins kalte Wasser zu springen, und es alleine zu versuchen. Obwohl ich dann paradoxerweise weniger alleine gewesen wäre, als ich es jetzt bin.

[QUOTE]
Es ist kein Spiel, es ist kein Gewinnen oder Verlieren.. denn er scheint schon längst verloren zu haben. Dich.
[/B][/QUOTE]
Einerseits hast Du recht, es kann kein gewinnen und verlieren geben, wenn bereits beide verloren haben.
Wenn Du jedoch weisst, dass um etwas gespielt wurde, was niemals da war, dieses Wissen jedoch grosse Bedeutung für die Vergangenheit und noch mehr für die Zukunft hat, kann man nicht so leicht aufhören. Ich spiele nicht nach seinen Regeln (bzw. versuche es), der Fassade willens. Ich spiele, um die Zukunft grau zu halten, würde ich aufhören, wäre sie schwarz.Tiefschwarz. Nicht nur für mich. Für einen Grossteil dessen, was man als soziales Umfeld bezeichnet. Und auch wahrscheinlich für eine Handvoll Menschen, die mir nicht bekannt sind.
In der Zeit, wo ich zwischen "mitspielen" und "versuchen es zu ändern" geschwankt habe, habe ich einen enstcheidenden Fehler gemacht. Ich habe versucht, ihn als "Mensch", und nciht "nur" als "Vater" zu sehen. Dabei habe ich Dinge gesehen und erfahren, die ich niemals gedacht und erwartet hätte. Sie haben eine Vergangenheit in ein fast perfektes Gauklerspiel verwandelt, der Gegenwart ihre Berechtigung genommen, und die graue Zukunft auf "alleine" gestellt.
[U]DAS[/U] ist unabänderbar, ohne Zweiffel, und noch hadere ich, ob ich es schaffen werde, das so zu akzeptieren - es gibt zu viele Zweifel und Fehelrquellen, wovon ich selber die allergrösste bin.
Würde er erfahren, was ich weiss, wäre die Zukunft schwarz, wie oben gesagt. Wäre es nur meine Zukunft, wäre es mir egal , Hauptsache Ende des Schabernacks und Klarheit und damit ein Weg, es zu Verstehen. Aber es ist nciht nur meine, die Kreise die es ziehen würde, sind viel zu gross, und es steht mir nicht zu,dritte, die lange lange an der Akzeptanz der Illusion gearbeitet haben, dessen zu berauben.
Es gibt genau zweit Menschen, die von diesem meinem Wissen wissen, ich habe es ihnen erzählt, weil es raus musste. Diese Schwäche, es nciht bei mir behalten zu haben, verzeihe ich mir nicht, denn jeder Wissende(r) erhöht die Gefahr, dass es rauskommt. Auch wenn ich weiss, dass Es schwarz schneien muss, dass diese Menschen es ausplaudern.
Was mich aber selber erschreckt : Ich werde keinen Augenblick zögern, jeden Kontakt zu diesen Menschen abzubrechen, so sich handfeste Hinweise ergeben, dass sie nicht dicht gehalten haben ([I]Diese Nacht hast du gesagt, ich könnte dich gar niemals enttäuschen. Würdest du das jetzt immer noch so beschwören ? Es tut mir leid .[/I]).

Normalerweise bin ich Verfechter der Warheit. Ich glaube aber, manchmal würde die Auflösung einer Illusion mehr zerstören als die Schmerzen einer weiteren Illusion das tun würen.
Langsam wird mir klar, dass wir auf ewig miteinander verbunden sind, auf eine Weise, die nichts mit "vater & Soh " zu tun hat : Solange er weiterhin so wenig Fehler in der Aufrechterhaltung seiner Illusion macht, werde ich die Augen geschlossen halten, so gut ich kann, denn wie gesagt, der Schmerz der Auflösung wäre zu zerstörerisch um irgendwie abgefangen werden zu können. Wo das hinführt--> siehe erstes Posting in diesem Thread .
Sollte ihn irgendwann sein Gewissen packen , stehen wir beide alleine in absoluter Dunkelheit da, denn dann rede auch ich.
Was passiert, wenn ich irgendwann die "Illusionsschmerz"- Meinung nicht mehr durchhalte, steht etwas weiter oben: Tiefste Dunkelheit und viel zu viele "Opfer", die mit der Illusion tausendmal besser bedient waren.

Es gibt jedoch drei Variablen, die dieses "Spiel" (natürlich ist es bitterer Ernst) massiv erschweren:
1. Er [I]kennt[/I] oben gennantes gar nicht. Er weiss nicht, was ich weiss.
2. Mir der Zeit kommen mehr Menschen dazu, die unterschiedliche reaktionen und Situationen mitbringen .
3. All dieses basiert auf rein rationeller Ebene. Gefühle jedoch sind irrational.
DieKraeheNun, ich kann wohl wenig sagen, ZU wenig, weiss ich doch nicht um allzu viel, das passiert ist..

Doch manchmal verbraucht man seine Reserven in diesem Spiel, die viel besser darin angelegt wären, den nötigen Abstand zu gewinnen..
Eine Vergangenheit, Zukunft, farbenträchtig - ich bitte dich, einmal egostisch zu sein, einmal um deine Zukunft zu kämpfen, einmal zu versuchen, die Verantwortung für andere abzulegen.

Ich weiss, wie sehr es einen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt, zu lernen, jemanden aus anderen Augen zu sehen.. andererseits kannst du auch viel für dich daraus ziehen. Das, was mich und meinen Vater zum Beispiel verbindet, ist keineswegs etwas Emotionales, sondern ein reines Arrangieren.
Wir können Menschen, ihr Wesen und ihre Taten nicht ändern. Und auch wenn wir es nicht vermögen, sie nachzuvollziehen, so tut dieser selbstgeschaffene Abstand zwischendurch mehr als gut. Du kannst dich nicht an seiner Stelle schuldig sprechen, weil du das Gefühl hast, es wiedergutmachen zu müssen. Weil du dich in einem gewissen Sinne verantwortlich fühlst.
"Er gehört immerhin zu deiner Familie" - sicher. Doch war er das, genauer betrachtet, wirklich? Ein wirklicher Teil deines Lebens? Wenn er das nicht erfüllen konnte, so bist du nicht dafür verantwortlich. Zwar kann er seine Fehler von damals nicht rückängig machen - doch wenn er immer noch nicht verstanden hat, worum es geht, wenn nicht einmal annähernd der Versuch, auf dich zuzugehen, da ist, die Bereitschaft dazu, so frage ich dich schlicht und ergreifend - wozu?
Du musst die Grenzen ziehen.. ab wann etwas für dich belastend ist. Und das ist es momentan.

Mache dir keine Vorwürfe, weil du es jemandem erzählt hast. Manchmal muss es einfach sein. Manchmal muss man sich einfach ein wenig "entlasten"..

Du musst momentan "einfach nur" entscheiden, was für [i]dich alleine[/i] das Beste wäre.. und wenn ich mir deine Gedanken und Gefühle so anschaue, wage ich zu behaupten, ich kenne die Antwort schon.
Vampyress[QUOTE][i]Original geschrieben von Caranaldion [/i]
[b]Was mich aber selber erschreckt : Ich werde keinen Augenblick zögern, jeden Kontakt zu diesen Menschen abzubrechen, so sich handfeste Hinweise ergeben, dass sie nicht dicht gehalten haben ([I]Diese Nacht hast du gesagt, ich könnte dich gar niemals enttäuschen. Würdest du das jetzt immer noch so beschwören ? Es tut mir leid .[/I]).

[/b][/quote]

meintest du mich?
ja, ich würde es nochmal beschwören... denn sollte so etwas jemals passieren (was es NIEMALS NIEMALS tun wird), wäre diese reaktion nur gerechtfertigt und enttäuschung könnte, [b]dürfte[/b] gar nicht existieren...

noch ein jahr, baby und dann ganz weit weg... bis dahin versuche ich so gut wie möglich deine zuflucht zu sein... denk an unsere nächte und alles was ich dir in unserer kurzen zeit jemals gesagt/geschrieben habe.

in gedanken bei dir!
Caranaldion[QUOTE][i]Original geschrieben von DieKraehe [/i]
[B]Eine Vergangenheit, Zukunft, farbenträchtig - ich bitte dich, einmal egostisch zu sein, einmal um deine Zukunft zu kämpfen, einmal zu versuchen, die Verantwortung für andere abzulegen.[/B][/QUOTE]
Wissen ist Macht. Ein altbekanntes Gesetz, das aber nachwievor Gültigkeit besitzt. Es gibt schon mehr als genug Menschen,die Schemrz und Trauer verbreiten, und wenn ich das nach bestem Wissen und Gewissen verhindern kann, muss ich mich nicht noch in diese Reihe einreihen, nur weil es auch um mich geht.

[QUOTE][B]Das, was mich und meinen Vater zum Beispiel verbindet, ist keineswegs etwas Emotionales, sondern ein reines Arrangieren.[/B][/QUOTE]
Das ist auch in meinen Augen die beste Option, die man wählen kann, wenn "komplettes Gehen" nicht möglich ist, aus welchen Gründen auch immer.

[QUOTE][B]Du kannst dich nicht an seiner Stelle schuldig sprechen, weil du das Gefühl hast, es wiedergutmachen zu müssen. Weil du dich in einem gewissen Sinne verantwortlich fühlst.[/B][/QUOTE]
Dessen bin ich mir wohl bewusst, aber ich darf genauso wenig noch einen obendrauf setzen, wo es unnötig ist.

[QUOTE][B]
Manchmal muss man sich einfach ein wenig "entlasten"..[/B][/QUOTE]
Sicher, aber wenn es nicht geht, geht es nicht. Wenn der Preis zu hoch ist, ist er zu hoch.

[QUOTE][B]
Du musst momentan "einfach nur" entscheiden, was für [i]dich alleine[/i] das Beste wäre.. und wenn ich mir deine Gedanken und Gefühle so anschaue, wage ich zu behaupten, ich kenne die Antwort schon. [/B][/QUOTE]

Die kennen wir beide....aber erinnerst du dich an unser "Gespräch" über "Ratschläge" und "Wissen ,was objekitv gut/vernünftig/angebracht wäre" ?

Es gibt in meinen Augen ziemlich genau zwei Aktionsvarianten, vielleicht auch eine dritte, da bin ich mir nicht ganz sicher.
Aber alle haben die Gemeinsamkeit, Schmerz & Enttäuschung für andere & mich zu beinhalten, und das ist es nicht wert, auf anderen rumzutrampeln und sie zu verletzen weil ich mit ein paar Unebenheiten [I]zu hause (?)[/I] nicht ganz parat komme.

Die Zeit und die REalität werden die dinge bringen, die kommen werden, und es wird irgendwie gehen, denn irgendwie geht es immer.Und wenn nicht, so kann man mir wenigstens nciht vorwerfen, ich hätte es nicht versucht.

[QUOTE][I]Original geschrieben von Vampyress[/I]
[B]meintest du mich?[/B][/QUOTE]
ja.

[QUOTE][B]noch ein jahr, baby und dann ganz weit weg... [/B][/QUOTE]
....und dann ? Ist dann "alles gut" ? Nein, mitnichten. Alleine das wird Schmerzen genug, und ich betrachte es immer mal wiedeer als zuviel.zeitweise.
Wie weit weg muss "weit weg" sein, um sich auszuklinken? Köln? Aachen? Berlin? Stuttgart? oder eine andere Stadt? Nein , es wird niemals weit genug weg sein, dass es aufhört, es wird lediglich die Intensität mindern. Und die Querelen meiner eigenen Gedankenmaschinerie sind da nicht miteingerechnet, obwolh sie mit Sicherheit nicht zu vernachlässigen sind

Warum hab ich die Geschichte überhaupt hier gepostet ? Du hast einen Hilferuf vermutet. Nach wie vor lautet die Antwort darauf Nein.
Ich denke, es hat eher was damit zu tun, vielleicht einen Teil der "Verantwortung" (?) in einer Weise, die ich mit mir selber vereinbaren kann, abzulegen. Es steht im Internet, und ist damit öffentlich. Auch wenn es so gut wie ausszuschliessen ist, dass jemals jemand, für den dies Wissen wirklich von bedeutung wäre, hier landet. Aber das [I] Potential[/I] ist vorhanden, es gibt die theorethische Möglichkeit. Wenn sich das dann auf die Realität überträgt, liegt es ausserhalb meiner REichweite.
Aber je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr erscheint es mir nur als persönliche Täuschung und Augenwischerei.
Vampyressdann eben nicht...
DieKraeheWissen ist Macht, ja. Und du hast Wissen sowie Macht, um alles zu ändern. Ich kann deinen Gedanken schon verstehen - natürlich gibt es viele Menschen, die andere verletzen. Doch oft geht es um derartige Nichtigkeiten.. und wenn ich lese, wie sehr dich die Situation momentan bedrückt, kann ich nur schlussfolgern, du hast keine andere Wahl, wenn du halbwegs vernünftig aus der ganzen Sache hinauskommen willst. Es sei denn, du hast eine verdammt starke Willenskraft. Ich selbst würde es mir jedenfalls nicht zutrauen, und wie ich es so heraushöre, denkst du genauso.
Wie schon gesagt.. es geht auch einmal um dich. Du kannst nicht jahrelang zurückstecken, vielleicht sogar dein Leben lang - es kommt immer darauf an, inwieweit es dich beeinflusst, was nun genau war etc. Es geht auch wahrscheinlich gar nicht anders.. jedenfalls denke ich, dass du irgendwann so einen Punkt erreicht haben wirst.

Nun, es wird wohl die bestmöglichste Option sein, ja. Ich hoffe nur, auch du kannst den offensichtlich nötigen Abstand gewinnen..

Wer bestimmt denn, ab wann der Preis zu hoch ist? Liegt es alleine in deinem Ermessen? Die Frage kannst du dir nur selbst beantworten.. doch du müsstest inzwischen wohl wissen, wie ich darüber denke..

Ja, ich erinnere mich an unser Gespräch. Und gerade deshalb..

Es macht auch keinen Sinn, dass du es mit dem Wort "Unebenheiten" abtust.. Es bedrückt dich. Sehr. Und ich mache mir Sorgen um dich, da man mit manchen Dingen, mit denen man tagtäglich konfrontiert ist, ab einem bestimmten Zeitpunkt einfach nicht mehr zurecht kommt. Nein, ich will jetzt nicht den Teufel an die Wand malen. Ich kenne es selbst nur allzu gut.
Irgendwie geht es immer? Natürlich. Es fragt sich nur, wie.. ich kann dich nur wieder und wieder bitten, nicht vor lauter Rücksicht auf andere zu schweigen.
Auch wenn du vielleicht denkst, es könnte alles schlimmer werden - auch für dich - .. es mag sein, dass das die erste Zeit sogar zutrifft. Aber Dinge zu realisieren, sich damit auseinanderzusetzen, kann einen viele Schritte weiter bringen.

Meiner Meinung hast du es schon versucht - viel zu lange.

Mag sein, vielleicht täusche ich mich.. vielleicht ist es etwas derart Gravierendes, für mich im Bereich des "Unvorstellbaren", dass ich einfach nicht darüber urteilen kann und schlussendlich gerade gegen die sprichwörtliche Wand rede und auch renne, ich kann mich einfach zu wenig- und wiederum doch nur allzu gut- in deine Lage hineinzuversetzen.

Ich kann dir nur sagen, dass es keinen Sinn macht, vor den Menschen wegzulaufen, denen du vertraust und die dir genauso viel Vertrauen zurückgeben..
Caranaldion[QUOTE][i]Original geschrieben von DieKraehe [/i]
[B]Wissen ist Macht, ja. Und du hast Wissen sowie Macht, um alles zu ändern.[/B] [/QUOTE]
Richtig, aber damit will auch verantwortungsvoll anderen gegenüber umgegangen werden. Wie weit darf ich damit gehen ?
Darf ich wegen Wahrheit und Klarheit andere verletzen ? In manchen Fällen mit Sicherheit. Aber hier weiss ich noch nicht mal, ob das über haupt [I] gewünscht [/I] ist . Hast du Matrix gesehen? Der "verräter"(mir fällt der Name nicht mehr ein) sagt irgendwann , "Noch niemals hab ich mir eher gewünscht, unwissend zu sein" (oder etwas sinngemäss gleiches) .

Vielleicht sollte ich versuchen, konkreter zu werden:
Kann ich es mir anmassen, fast 20 Jahre Vergangenheit in ein Konstrukt aus Lügen und Betrug zu verwandeln? Nur weil es die Warheit wäre ? Unwissend, ob das von den Betroffenen gewollt ist? Unwissend ob die Wahrheit nicht vielleicht schmerzhafter sein könnte als alle Schmerzen vergangener und kommenden Illusionen ?
[QUOTE][B]
Wer bestimmt denn, ab wann der Preis zu hoch ist? Liegt es alleine in deinem Ermessen?[/B] [/QUOTE]
In diesem Fall, ja. Wer bestimmt es sonst für mich, wenn nicht ich selber?

Selbst den Fall gesetzt, ich würde nicht mehr schweigen nur aus Rücksicht auf andere. Auch wenn ich nicht der Verursacher bin, aber es wäre durch mich ans Licht gekommen, und ich würde mich trotzdem schuldig fühlen. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich mich dann noch im Spiegel ansehen könnte. Das muss selbst ich nicht noch steigern.
Es wäre gelogen zu sagen, mich würde diese Situation nicht belasten. Und du hast recht, ich bin mir nicht sicher, ob ich das so durchhalte, wie ich das gerne hätte. Aber ich muss es zumindest versuchen.

[QUOTE][B]
Ich kann dir nur sagen, dass es keinen Sinn macht, vor den Menschen wegzulaufen, denen du vertraust und die dir genauso viel Vertrauen zurückgeben.. [/B][/QUOTE]
Aber vielleicht bin ich eines Tages schnell genug, um einen Vorsprung für eine kleine Pause zu haben. Das wär es wert.
DieKraeheverantwortungsvoll dir gegenüber - verantwortungsvoll gegenüber den anderen.

ist es wirklich so sicher, dass niemand von der wahrheit ahnt?

was ich sehe - du kommst nicht damit zurecht. rutschst darin wohl ab. wie die anderen reagieren, weisst du gar nicht. und ich kann nur wieder und wieder wiederholen, was ich gesagt habe: du trägst in erster linie eigenverantwortung. du bist es niemandem schuldig, zu schweigen. du hast ein recht, dich davon zu befreien!

Ob sie es wissen wollen oder nicht - ist es für dich relevant, wenn du es nicht länger erträgst? Hattest du die Wahl? Nein, die hattest [i]du[/i] genauso wenig.

Ja, du bestimmst für dich selbst. Das ist genau die Antwort, die ich provoziert habe. Und du wirst wohl auch wissen, weshalb.

Du würdest nicht mehr in den Spiegel schauen können?
Wieso lässt du dich von einem Mann, der dich durch sein Handeln und Tun jahrelang verletzt hat, der auch nicht einmal versucht, für dich da zu sein, derart bestimmen? Schau in den Spiegel.. Schau in den Spiegel, und sieh seinen Teil in dir. Und sage dir, sage [i]ihm[/i], dass du es nicht länger mit dir machen lässt.
Es gibt immer zwei Sichtweisen. Du hast die Chance, erhobenen Hauptes abschliessen zu können.. gewinnen zu können.
Natürlich, du bedenkst gleichzeitig, was mit den umstehenden Personen wäre. Aber du weisst, wie ich das meine.

Du kämpfst um Vorsprung - doch selbst wenn du ihn erlangt hast, wirst du keine Zeit haben, um stehenzubleiben und Luft zu holen.. du wirst, wie ich befürchte, nur weiterlaufen bis du keine Kraft mehr hast.

Du hast es schon versucht - und du läufst schon viel zu lange.

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auf wunsch des themenerstellers geschlossen

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